Czyslanskys Bauchladen

Es gibt immer Dinge, die in der Schublade „Vermischtes“ landen, die irgendwie in keine Ablage passen und die trotzdem nicht verloren gehen dürfen. In Czyslanskys Bauchladen findet Ihr Beiträge, die in keine der anderen Kategorien gepasst haben. 

Immerhin umfasst das Czyslansky-Blog heute mehr als 1.500 Beiträge aus 15 Jahren. Ein dicker Bauch …

Information will frei sein

…und möglichst auch umsonst! Von Ossi Urchs und Tim Cole   „Information wants to be free“, so lautet die Mantra einer ganzen Generation von Internet-Nutzern, die im globalen Netz einen Garant für Meinungsfreiheit und Menschenrechte sehen. „Paid content“ gilt in solchen Kreisen als Schimpfwort: Künstler und Konzerne sollen ihre medialen Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen und sich anderweitig refinanzieren: Über den Verkauf von Services, zum Beispiel, die aus dem „Rohstoff“ Content durch Veredelung Mehrwert schaffen, oder durch Werbung, die um kostenlose Inhalte herum gruppiert werden. Extremisten fordern sogar ein „kommerzfreies“ Internet, getreu dem libertären Grundsatz eines „Menschenrechts auf Informationen“: Wer etwas geheim hält oder nur beschränkt zugänglich macht, begeht ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Auch wenn die Schreiber dieser Zeilen den Gedanken an ein schrankenloses Internet reizvoll findet, so sind wir doch Realisten und wissen: Ohne Moos nix los! Im und mit dem Internet wird viel Geld verdient, und zu

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Herr P. sagt „fertig“

Seit Langem wächt es… mal langsam, mal schnell. Tage gehen ins Land, Wochen, Monate. Es wechselt ständig seinen Namen. Heute habe ich es STWB-06-01-2016-1 genannt. Das Dokument. Und dann – ganz plötzlich – spürst Du dieses schwer beschreibbare Gefühl, dass Du sagen kannst: Fertig. Nach nur 35.143 Wörtern. Eine Mischung aus Stolz und Zweifel macht sich breit. Plötzlich weißt Du, dass jedes weitere Wort eines zu viel wäre. Was jetzt vielleicht noch fehlt, kann ich mir aus meinem Kopf auch nicht mehr herauspressen. Wenn, dann müsste es schon weitaus mehr sein als nur ein weiterer Absatz, ein paar originelle Formulierungen oder eine Randbemerkung. All das braucht es nicht mehr. Es würde den Text nicht signifikant verbessern, nur noch verlängern – künstlich aufblähen und damit verwässern. Es wäre nur noch eine Kette aus Verschlimmbesserungen, die – wenn man einmal damit anfängt – nie mehr abreißt.

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Das Ende einer Erfolgsstory, oder warum ich meinen Tee jetzt bei Amazon bestelle

Die Wiege des Onlinehandels in Deutschland stand in Oldenburg in Holstein. Studenten der Fachhochschule Flensburg waren auf der Suche nach einem typischen Einzelhändler, den sie als Fallstudie ins neugeschaffene World Wide Web stellen und damit beweisen konnten, dass dieses Webs-Dingsda auch als Verkaufsplattform taugt und nicht nur als akademische Spielwiese. Der alte Frank Franken, der in Oldenburg seit vielen Jahren ein Teegeschäft betrieb, schien ihnen ein geeignetes Opfer zu sein, und sie bauten mit seiner Zustimmmung einen noch recht primitiven Webshop, der aber funktionierte. Das Problem war nur: Der alte Herr Franken hatte keinen Computer. Macht nichts, sagten sich die Kids, und programmierten ihm eine Fax-Weiche, so dass die Online-Bestellungen bei ihm halt ganz altmodisch aus dem Faxgerät herausgerattert kamen. Der Web-Laden war ein großer Erfolg, und auch ich habe dort von Anfang an meinen Tee gekauft, zumal Herr Franken einen wunderbaren, allerdings auch sehr teuren Oolong namens „Butterfly of

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Die genussvolle Entdeckung des Unerwarteten

Das Zwischenjahr – die Zeit nach Weihnachten bis Dreikönig – ist fast unerträglich langweilig. Wenn man, wie ich, zu alt ist, um bis Mitternacht aufzubleiben um zuzuschauen, wie die Menschheit das Geld verballert, das dringend nötig wäre, um den Hunger in der Welt zu stillen oder wenigstens ein paar Flüchtlingen einen Platz in der Herberge zu bezahlen, dem bleibt eigentlich nur – das Internet! So sitzt man vor dem Bildschirm, hat eigentlich nichts dringendes dort zu suchen – und findet viele Dinge, die er entweder vergessen hat, oder auf die er nie von alleine gekommen wäre. Man klickt sich durch von Link zu Link, schmunzelt oder zieht die Stirn in Falten, je nachdem, wohin die digitalen Götter die Schritte lenken. „Browsen“, hieß das in den Frühtagen, weshalb das Softwareprogramm, das wir alle täglich verwenden, „Browser“ heißt. „To browse“ bedeutet im Englischen „blättern“ oder „durchsuchen“. Da wir Native Speakers aber für

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Syrien oder Amerika: Wo lebt’s sich gefährlicher?

In San Bernadino, ein friedliches Städtchen am Fuße der Sierra Nevada östlich von L.A. wo ich als Kind einmal gewohnt habe, hat es wieder geknallt. 14 Menschen sind tot, 17 verletzt, zwei der drei Täter wurden von der Polizei erschossen. Ob die Tat einen terroristischen Hintergrund hat (worauf zunächst einmal die arabisch klingenden Namen der Identifizierten hinzudeuten scheint), oder ob einer von ihnen ein Angestellter in dem Behindertenzentrum war, der Streit mit seinen Kollegen hatte, werden wir erst in ein paar Tagen genau wissen, aber eines ist schon mal sicher: In Amerika ist das Risiko, Opfer einer Massenschießerei zu werden, viel größer als sonst irgendwo auf der Welt mit der möglichen Ausnahme der von IS besetzten Gebiete Syriens und Iraks.

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Michael KauschCzyslansky wurde 2008 von Sebastian von Bomhard, Alexander Broy, Tim Cole, Alexander Holl, Michael Kausch, Hans Pfitzinger, Lutz Prauser, Ossi Urchs und Christoph Witte als gemeinsames Projekt ins Leben gerufen. Seit 2017 führt Michael Kausch das Blog alleine weiter.

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