Czyslanskys Bauchladen

Es gibt immer Dinge, die in der Schublade „Vermischtes“ landen, die irgendwie in keine Ablage passen und die trotzdem nicht verloren gehen dürfen. In Czyslanskys Bauchladen findet Ihr Beiträge, die in keine der anderen Kategorien gepasst haben. 

Immerhin umfasst das Czyslansky-Blog heute mehr als 1.500 Beiträge aus 15 Jahren. Ein dicker Bauch …

Stalin lässt grüßen

Bei der Berliner Stadtverwaltung sind die Sicherungen jetzt völlig durchgeknallt. Bürger sollen ihre Nachbarn ab heute anonym und online denunzieren, wenn sie es wagen, über AirB&B zu vermieten. “Zweckentfremdung von Wohnraum“ heisst das. Ich nenne es übelsten Stalinismus!

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Tschernobyl in Fürstenfeldbruck – Dem König treu ergeben

Tschernobyl – dreißig Jahre ist es heute her, dass die Reaktorkatastrophe unseren Alltag erheblich durcheinander wirbelte, meinen Alltag jedenfalls. Ich saß damals über meiner Promotionsarbeit, vorzugsweise in unserem Garten in Fürstenfeldbruck, als die ersten Nachrichten hereinbrachen. Wenige Tage später gehörte ich mit meiner Frau zum Gründerkreis der Bürgerinitiative gegen Atomkraft in Fürstenfeldbruck. In den nächsten Wochen und Monaten organisierten wir mit einem örtlichen Metzger die Anschaffung einer eigenen Messstation für verstrahlte Nahrungsmittel, wir sorgten für den Austausch des Spielsands auf den örtlichen Spielplätzen, wir organisierten Kundgebungen, serviertem einem bayerischen Staatsminister verstrahltes Trockenmilchpulver, wir machten und taten und sorgten und wirkten – die Bürger wurden aktiv gegen Radioaktivität, weil allzu viele Politiker, weil die Behörden schliefen und logen, dass sich die Reaktoren bogen. Wenn wir heute darüber jammern, dass die Politik in Sachverwaltung erstarrt, dass Demokratie nicht gelebt wird, dann sollten wir uns erinnern, dass Ignoranz und Schwermut vor dreißig Jahren

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Die Restaurantkritik als Prosa-Rülpser, oder: wie TripAdvisor die Kunst der Rezension demokratisiert hat

Um Restaurantkritiker zu werden, sagte mir einmal Wolfram Siebeck, der Doyen dieser seltenen und etwas elitären Journalistengattung, musst du zuerst den Gegenwert eines Einfamilienhauses verfressen haben. Dann hast du wirklich Ahnung. Wie groß das Haus war, das ich selbst verfressen habe, weiß ich nicht, aber es hat mich immerhin in die Lage versetzt, in einem früheren Leben recht gut von dem Schreiben von Rezensionen über Restaurants und Hotels zu leben. Meine mehr oder weniger sachkundigen Meinungsäußerungen wurden immerhin regelmäßig in so angesehenen Organen wie dem Feinschmecker, dem Playboy und dem Diners Club Magazin abgedruckt. Und auch wenn sich der Schwerpunkt meines Schaffens inzwischen in Richtung Internetjournalismus verändert hat, drängt es mich hin und wieder immer doch dazu, nach einem besonderen kulinarischen Erlebnis zur digitalen Feder zu greifen und meine Eindrücke in Textform festzuhalten. Meistens veröffentliche ich das Ergebnis selbst auf meinem Cole-Blog oder auf meiner Facebook-Seite. Aber in den letzten

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„Brechet die Stifte entzwei“ – Wider die Kommerzialisierung der Kontemplation

In painting, you have unlimited power. You have the ability to move mountains. You can bend rivers. But when I get home, the only thing I have power over, is the garbage. (Quelle des Unfugs: Bob Ross) Staedtler, Schwan-Stabilo, Faber-Castell – Jahrtausende alte Startups erleben in diesen Tagen eine Renaissance des Irrsinns.  Mehrwöchige Lieferfristen für simple Buntstifte – was nach DDR klingt ist längt bundesdeutsche Wirklichkeit. Und schuld daran ist nicht eine Jahrhundertwelle von Schulanfängern, nein, die Verursacher sind Eltern und Großeltern. Die Räumung der Buntstiftauslagen ist das Ergebnissen des aktuellen Hypes um Ausmalbücher für Erwachsene. Wie jammern Matthias Huber und Jakob Schulz in der Süddeutschen Zeitung so überaus treffend: Eigentlich ist es ganz schön unfair: Erst mopst Mama dem Söhnchen das Malbuch, um damit einen gemütlichen Feierabend zu verbringen. Und dann kauft sie im Schreibwarengeschäft auch noch das Regal mit den Buntstiften leer. Wir erleben derzeit das weltweite Phänomen stifteschwingender Erwachsener.

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#wish@godund andere Katastrophen

Ich glaub’s nicht: Das Buch mit den Beiträgen aus dem Kreativwettbewerb meines Freundes Sebastian von Bomhard von Spacenet ist schon da. Dabei ist die Preisverteilung erst Mitte April. Die besten 36 Kurzgeschichten und die besten 31 Bilder zum reichlich abstrusen Thema „Was geht, wenn nichts mehr geht?“ Sowas kann auch nur SvB einfallen; er hat so einen Humor. Jedenfalls fanden die meisten der sage und schreibe 170 Möchtegern-Bestseller und Amateur-Wortschmiede das Thema offenbar so schwer, dass ihnen nichts weiter als seichte Endzeit-Szenarien und absolut unlesbares „End-of-life“-Gesulze eingefallen ist.

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Michael KauschCzyslansky wurde 2008 von Sebastian von Bomhard, Alexander Broy, Tim Cole, Alexander Holl, Michael Kausch, Hans Pfitzinger, Lutz Prauser, Ossi Urchs und Christoph Witte als gemeinsames Projekt ins Leben gerufen. Seit 2017 führt Michael Kausch das Blog alleine weiter.

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