Czyslansky liest

Ich liebe Bücher. Und ich lese sie noch immer ausschließlich in gedruckter Form, also tote Bäume. Und ab und an schreibe ich über Gelesenes. Heraus kommen dabei selten klassische Buchbesprechungen, eher schon kleine Erfahrungs- oder besser Erlesungsberichte. Wer sich für den Inhalt der Bücher interessiert, der muss diese schon selbst lesen. Walter Benjamin meinte einmal, echte Polemik nehme sich ein Buch so vor, wie ein Kannibale sich einen Säugling vornehme. Eben mit liebevoller Zuneigung. So nähere ich mich jedem neuen Buch. Lüstern schmatzend. 

Vor einiger Zeit habe ich einmal in hundert aufeinander folgenden Tagen 100 Bücher von 100 Autoren auf Facebook und Instagram vorgestellt. Die dabei entstandenen kleinen Texte habe ich auf Czyslansky zu „Literarischen Quintetten“ zusammengefasst.

Noch ein Tipp: Bücher gibt es in allen guten Buchhandlungen. Und wenn es bei Euch vor Ort keine Buchhandlung mehr gibt, dann kann man fast alle hier besprochenen Werke beim sozialen Buchhandel buch7 online bestellen. Der ist fair und von jeder Bestellung wird  ein kleiner Anteil für einen sozialen Zweck abgeführt. Man muss wirklich nicht bei Jeff kaufen …

Frau Komachi empfiehlt ein Buch

Herr Kausch empfiehlt Frau Komachi empfiehlt ein Buch

Herr Kausch empfiehlt Frau Komachi empfiehlt ein Buch Das musste ja so kommen. Kaum habe ich hier und auf Instagram, Facebook und LinkedIn das schöne Buch „Die Tage in der Buchhandlung Morisaki“ von Satoshi Yagisawa vorgestellt, da legte mir auch schon jemand Michiko Aoyama ans Herz. Und diese Jemand war eine Frau, deren Intellekt und Herz ich außerordentlich schätze, eine Frau mit großer internationaler Erfahrung aus dem Vorstand eines großen IT-Konzerns. Wenn sie mir ein Buch ans Herz legt, dann lese ich es auch. Und so kam ich also zu meiner dritten japanischen Lese-Erfahrung:  Michiko Aoyama: Frau Komachi empfiehlt ein Buch Was ist das für ein Buch? Lasst es mich mal so sagen: es ist eigentlich keine Literatur. Es ist eher ein Ratgeber. Es handelt sich um fünf Kurzgeschichten einer Autorin, die schon mit 14 Jahren beschlossen hat Schriftstellerin zu werden, dann bei einer Zeitschrift als Redakteurin arbeitete, einen Fortsetzungsroman

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Die Tage in der Buchhandlung Morisaki

Buch-Tipp für Leseratten: Satoshi Yagisawa: Die Tage in der Buchhandlung Morisaki

Buch-Tipp für Leseratten: Satoshi Yagisawa: Die Tage in der Buchhandlung Morisaki Euch fehlt noch ein Weihnachtsgeschenk für eine Leseratte? Da hab ich was für Euch: Satoshi Yagisawa: Die Tage in der Buchhandlung Morisaki. Ein Buch, das in einer Buchhandlung spielt. Und das von der heilsamen Wirkung des Bücherlesens handelt. OK, da gibt es schon einige. Und es gibt natürlich Bücher, die vom Irrsinn des Buchersammelns und -lesens handeln. Zum Beispiel Canettis Blendung, das Ihr – hoffentlich – kennt. Nein? Dann ist das ein Buch-Tipp im Buch-Tipp. Aber Canetti ist schwere Kost, sogar in der handlichen Fischer-Ausgabe. Heute aber will ich Euch Satoshi Yagisawas Erstlingswerk ans Herz legen. Das ist ein netter kleiner Sommerroman, den man auch gut an zwei Winterabenden lesen kann. Es sind ja nicht einmal 200 Seiten. Ich habe ihn eben ausgelesen. Und es hat mächtig Spass bereitet. Um was geht es bei Satoshi Yagisawa? Um eine große

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Paul Auster Baumgartner

Buchvorstellung Paul Auster: Baumgartner. Ein Roman mit offener Hose

Buchvorstellung Paul Auster: Baumgartner. Ein Roman mit offener Hose Paul Austers neuer Roman „Baumgartner“ hat ein Lesebändchen. Das ist hübsch. Man braucht es aber eigentlich nicht. Es ist ja kein dickes Buch. Und es ist kein schweres Buch. Nein, es liest sich leicht und man ist schnell durchgerobbt durch die 200 Seiten. Nicht, dass es eine oberflächlich und schnell dahingeschriebene Courths-Mahler-Lektüre für Intellektuelle wäre. Aber Paul Auster ist ein Verführer, der es einem leicht macht in den berühmten „Flow“ zu kommen. Ich war in zwei Abend- plus einer Badenwannensitzung „durch“. Ich benötige ohnehin keine Lesebändchen. Ich mache klassische Eselsohren. Und mein Baumgartner hat viele Eselsohren bekommen – an Stellen, die man sich merken muss für die spätere – also für diese – Besprechung. „Partir, c’est toujours mourir un peu“ Ja, ich richte mir ein gutes Buch zu, wie ein Kannibale sich einen Säugling zurichtet, um es mit Walter Benjamin zu

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Inniger Schiffbruch

Frank Witzels Inniger Schiffbruch riecht nach Fichtennadeln. Eine Buchversprechung.

Frank Witzels Inniger Schiffbruch riecht nach Fichtennadeln. Eine Buchbesprechung. Frank Witzel ist Kult. Spätestens seit seinem Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ muss man ihn lesen. Sagt man. Und schreiben die Feuilleton-Gurus. Finde ich nicht. Robert-Gernhardt-Preis, Deutscher Buchpreis, Spiegel-Bestseller. Ach nein, Die Erfindung der RAF gehört zu jenen seltenen Büchern, an denen ich gründlich gescheitert bin. Dabei ist das ja „meine Zeit“, die Siebziger. Ich werde ihn nicht vergessen, diesen Mitarbeiter der Stadtverwaltung Ansbach, der mich seinerzeit angiftete mit der Bemerkung „Ist mir doch gleich, ob Sie die Bundeswehr verweigern oder gleich zu Bader-Meinhof gehen …“. Und den Beisitzer im Ausschuss für die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer, der mich interessiert frug, ob ich als Kind heimatvertriebener Sudendeutscher mich denn nicht für die Rückeroberung der Heimat meiner Vorfahren einsetzen wolle. Die siebziger Jahre, diese unmittelbare Nachkriegszeit der Ewiggestrigen in der fränkischen Provinz. Frank Witzel

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bücher

Literarisches Quintett XVII: Großschreiber

Literarisches Quintett XVII: Großschreiber: Miguel de Cervantes, Johann Wolfgang von Goethe, Hafis, Alexander von Humboldt, Thomas Mann Heute wirds mächtig, literarisch großmächtig. In der siebzehnten Ausgabe meines Literarischen Quintetts stelle ich wieder fünf Autoren aus meinem Bücherschrank vor. Dieses Mal aber sind es keine Randfiguren, sondern fünf echte Regalmonster. Dabei fällt natürlich einer komplett aus dem Rahmen: Humboldt ist doch eigentlich gar kein Literat, oder? Er war Botaniker. Und Geologe. Und Physiker. Und Zoologe. Und Klimatologe. Und Astronom. Und Ethnologe. Und Chemiker. Und Minerologe. Und Kosmologe. Und Forschungsreisender. Und er hat so viel geschrieben, dass man ihn mit Fug und Recht auch einen populärwissenschaftlichen Publizisten nennen darf. Einen Heinz Haber seiner Zeit. Einen Vorläufer von Ranga Yogeshwar oder von Harald Lesch. Jedenfalls war er ebenso ein Literat, wie Goethe ein Naturwissenschaftler war. Mindestens. Also kommen wir zu den fünf Titanen aus dem Regal. 5 aus 100: Miguel de Cervantes: Don

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Michael KauschCzyslansky wurde 2008 von Sebastian von Bomhard, Alexander Broy, Tim Cole, Alexander Holl, Michael Kausch, Hans Pfitzinger, Lutz Prauser, Ossi Urchs und Christoph Witte als gemeinsames Projekt ins Leben gerufen. Seit 2017 führt Michael Kausch das Blog alleine weiter.

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