Kein Anschluss unter dieser Nummer

Es gibt nur eine richtige Art, seine Telefonnummer auf die Vistenkarte zu schreiben – nämlich so, dass sie der Computer versteht!

Ich habe mir neulich einen Vistenkarten-Scanner gekauft. Das ist eine wunderbare Erfindung, denn jetzt kann ich endlich den Stapel an Vistenkarten abarbeiten, die bei mir neben dem Schreibtisch liegen und wo ich nie die Zeit fand, sie in mein Outlook einzugeben.

Es gab allerdings schon bald erste Probleme. Ich bin es nämlich gewohnt, meine Outlook-Daten mit meinem Mobiltelefon zu synchronisieren, damit ich meine Kontakte auch unterwegs anrufen kann. Als ich aber die erste eingescannte Nummer wählen wollte, kam den typischen dreifachen Piepston, gefolgt von der vorwurfsvollen Frauenstimme: „Kein Anschluss unter dieser Nummer.“

Schuld war die Visitenkarte. Genauer: die Art und Weise, wie der Mensch seine Telefonnummer auf seiner Karte angegeben hatte.
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Wir, die Techno-Beduinen

Wireless-Technologie und „always on“ Internet werden die Art und Weise verändern, wie wir arbeiten, leben, lieben und uns selber sehen: 10 Thesen zum Thema „Der Mobilmensch“

1. Der „Road Warrior“ von gestern war wie ein Astronaut, der seinen eigenen Sauerstoff mit sich führen musste. Statt ihn zu befreien, hat ihn das Gewicht seiner mitgeschleppten „Gadgets“ – Laptop, PDA, Mobiltelefon – gefesselt. Der Techno-Beduine trägt sein Wasser nicht mit, weil er weiß, wo er eine Oase findet.

2. Diese neue Freiheit verändert alles: Der Online-Nomade findet immer eine Möglichkeit, sich einzuwählen. Als echter Mobilmensch hat ein anderes Verhältnis zu Zeit, Ort und zu anderen Menschen als sein stationärer Zeitgenosse. Mobilität verändert nicht nur unser Verhalten, es verändert auch unsere Sprache – und damit unser Denken.

3. Während stationäre Menschen immer mehr Papier produzieren, reist der Techno-Beduine stets mit leichtem Gepäck. Er druckt nichts mehr aus, sondern speichert wichtige Dokumente entweder auf seinem mobilen Gerät oder auf einem Server daheim oder in der Firma. Für ihn ist das papierlose Büro heute schon längst selbstverständlich.
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Schalentiere werben für Potenzmittel

Alles, was unsere Aufmerksamkeit erregt wird von Werbern genutzt, um uns mit Reklame zu bombardieren. Werbung folgt uns überall hin. Wenn es genügend Taucher gäbe, wären die schönsten Korallenriffe der Welt begehrte Werbeumfelder. Dann würden Schalentiere auf ihrem Rücken für Potenzmittel werben oder für Verhütungsmittel (Condomi), Barsche würden Fähnchen hinter sich herziehen, auf denen die Vorzüge der neuesten Bademode beschrieben stünden und Haie trügen schwarze Schriftzüge auf weißem Bauch, die den dahin ziehenden Taucher für Kickboxen als Aggressionsventil gewinnen wollen. Weiterlesen

Cyzslanskys Tante

Cyzslanskys Tante

Die Cyzlansky-Forschung steckt bekanntlich noch in den Kinderschuhen. Wir wissen noch viel zu wenig über diesen genialen Kosmopoliten und Vordenker des digitalen Zeitgeistes. Doch schon erste, zaghafte Spatenstiche in der Krume der den Czyslansky-Mythos überdeckenden Bodenschichten fördern geradezu erstaunliche Erkenntnisse zutage.

So sind im Nachlass von Arthur B. Rostenheimer, einem Nachbarn der Familie von Hermann und Pauline Einstein, den Eltern von Albert Einstein, kürzlich Briefe an dessen Oheim in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington aufgetaucht die belegen, dass eine gewisse Hindel Cislanski oder Czyslansky ungefähr um 1886 als Hausangestellte und später als Haushälterin im Anwesen der Familie im Hinterhof der Adlzreiterstraße 14 (heute: Lindwurmstraße 127) in München-Sendling beschäftigt gewesen ist.

Rostenheimer erinnert sich in einem Brief an „Tante Hindels legendären Satz, den sie, wie Ihr, lieber Oheim, sicher noch wißt, am Tage stets zu wiederholen pflegte, wenn der junge Einstein wieder einmal von seinem Vater beim Kirschenklauen oder einem der anderen Streiche erwischt wurde, zu denen ihn sein unbändiger jugendliche Übermuth hinriß: ‚Ach, gnädiger Herr, der kleine Farstinkener hat doch nichts Schlimmes getan. Ist doch alles relativ!’“
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Mensch, der Computer!

Der Computer sei ein „ausgelagerter Teil des Körpers“, sagt Verfassungsrichter Winfried Hassemer in einem Interview der „Süddeutschen„. Fragt sich nur welcher?

Wie wäre es mit dem Bewegungsapparat? Ich träume schon lange von einem Gerät, das mir die Mühe des Fitnesstrainings abnimmt, etwa durch gezielte Stimulation von Muskelgruppen.

Und was ist mit den Geschlechtsorganen? Unterhalb der Gürtellinie hat die Computerrevolution ja längst begonnen: „Cyberdildonics“ nennt sich eine Unterdisziplin der Informationstechnologie, bei der es um die computerisierte Fernsteuerung des Lustempfindens mittels Sensoren und Stimulatoren an besonders empfindlichen Körperstellen geht. Ich erinnere mich an eine Cybersex-Messe in Frankfurt, auf der sich Paare, in Latex gehüllt und mit Drähten gespickt, sozusagen fernliebten. Für Sadomachoisten gab es damals schon die Variante mit spitzen Nadeln, um sich per Hyperlink gegenseitig am Po (oder sonst wo) zu pieksen.

An diesen Messebesuch denke ich nur fröstelnd zurück. Aber wenn wir schon beim Erinnerungsvermögen sind: Ich fände es toll, wenn wir Teile unseres Denkapparats auslagern könnten. In meiner aktuellen Lebensphase beginnt bekanntlich das Langzeitgedächtnis nachzulassen. Einfach in regelmäßigen Abständen eine Backup-Kopie machen! Fehlt dann nur noch der Stirnschlitz für die Memorycard. Am besten jeden Morgen das Gehirn mit Outlook synchronisieren!
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war czyslansky ein verfechter der kleinschreibung? nein!

tim cole hat mich vor wenigen tagen darauf angesprochen, ob czyslansky wirklich ein verfechter der konsequenten kleinschreibung gewesen sei. frühe kontakte zu den gestaltern des bauhauses, aber vor allem ein heute verschollenes traktat czyslanskys über die brüder grimm und ihr wörterbuch würden auf eine solche radikale position czyslanskys hinweisen. (an dieser stelle sei auf jacob grimms berühmte verteidigung der minuskel verwiesen: „den gleichverwerflichen misbrauch groszer buchstaben für das substantivum, der unserer pedantischen unart gipfel heißsen kann, habe ich … abgeschüttelt.“)

ich glaube das nicht. vielmehr arbeitete czyslansky, soweit ich weiss, immer schon auf einer alten remington noiseless no.6. das gute stück stammte aus der ersten fertigung von 1929 und die umschalttaste hakte von beginn an ein wenig. czyslansky hat sich damit arrangiert, in dem er sie – so gut es eben ging – ignorierte. „die anderen tasten schnurren noch immer wie ein jaguar“, so czyslansky am 6. mai 1959 in einem brief an seine damalige geliebte eireen brokenshire. das erklärt doch einiges …

das blog zur analog- und digitalkultur