Mit Jules Verne im Bett – Die Machine Lights von Frank Buchwald

machine light no 2

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Bei der Suche nach einer neuen Nachttischlampe stößt man ja auf viel Hässlichkeit. Dass man mit Licht derart viel Schindluder betreiben kann, ist immer wieder frustrierend. Man möchte für alle Zeit im Dunklen sitzen, um den unerträglichen Leuchtkörpern in unseren Fachgeschäften und Kaufhöllen zu entkommen. In Hotels scheint die Tradition vernünftiger Leselichter am Bett vielfach völlig ausgestorben zu sein.

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“Zu schnell gelaufen” heißt manchmal auch “dumm gelaufen”

Für die einen ist es wie ein Fußballspiel. Der Ball fliegt hin und her, wird angenommen und idealerweise scharf angeschnitten dem Gegner elegant ins Tor gedrückt, oder er wird dem Gegner per Volleyschuss direkt aus der Luft gleich um die Ohren gedonnert.
Für die anderen ist es eher der Wettlauf zwischen Hase und Igel. Der Eine rennt, müht sich ab, nur um festzustellen, dass alles vergebens war. Am Ziel angekommen ist der andere längst da.

Die Einen, das sind die Marketingstrategen, die Werbetreibenden und ihre Experten in den Agenturen. Die anderen, das sind die Menschen im realen Leben; und noch mehr deren digitale Alter Egos.
Gerade erst hat Puma wieder eine fulminante Idee für eine digitale Werbekampagne in die Tat umgesetzt. Fulminant war sie – keine 24 Stunden. Dann wurde alles mit einem Schlag eingestampft. So schnell kann’s gehen, wenn das reale Leben den Ball – um ins erste Bild zurückzukehren – aufnimmt und mit Wucht zurück schmettert, noch dazu angeschnitten. Puma hat einen wunderbaren Fehlpass geliefert, der prompt im eigenen Kasten landete.
Dabei war die Idee gut, so gut, dass die vielleicht in ihre eigene Leistung etwas zu verliebten Marketingleute und die beratende Online-Agentur nicht weit genug gedacht haben.
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Raus purzelt Lutz Prauser

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Manchmal, wenn der Übermut mit mir durchgeht, und ich kaum mehr hinterher komme, spiele ich mit Mama Garnen – äh – mit Anagrammen. Früher konnte man damit selbst lange Bären-Modems – äh – Sommerabende füllen. Heute geniert man sich nicht, Anagramme im Web generieren zu lassen. Trotzdem reicht es, um nüchtern jede Tiefebene nachbarschaftlicher Gespräche zu unterwandern.

Auf Czyslansky findet leider kein Generator einen Reim, aber wenn Lutz Prauser raus purzelt, dann ist das schon was. Auch wenn Sebastian Bomhard einer Dame ins Ohr sabbat, macht das Ergebnis froh. Tim Cole und Vicky Lieks gehen leider gar nicht. Aber Andy Rolex – äh – Alexander Broy funktioniert wenigstens leidlich. Den Christoph Wittes dieser Welt sei schließlich zugerufen: “Ihr wichstet top!”. Au, ich Mehlsack!

Allein unter Rindviechern

Ich habe keine Lust mehr, Sommerloch-Geschichten von angeblichen Schnappschildkröten in deutschen Gewässern zu lesen, von vermeintlich giftigen Schlangen, die mit einem Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr aus dem heimischen Garten geholt werden, und sich hernach als heimische Ringelnatter entpuppen. Ich will nichts mehr von Alligatorsichtungen im Kemmnader See und Bananenspinnen in Obstkisten lesen, die dazu führen, dass Supermärkte wie Uferpromenaden gleichermaßen für den Publikumsverkehr gesperrt werden und nach groß angelegten wie vorhersehbar erfolglosen Suchaktionen irgendwann dann doch wieder geöffnet werden.
Und auch solche Meldungen wie „Gefahr durch Kreuzotter“, in der der NDR mal wieder Jogger, Spaziergänger und Gassigeher vor der tödlichen Gefahr heimischer Giftschlangen gewarnt hat, interessiert mich nicht die Bohne. Mich ärgert nur, mit wie viel Dummheit die deutsche Presse, noch dazu eine, von der man meinen könne, sie sei halbwegs seriös, sensationsheischend aus einer Mücke einen Elefanten macht – um im Bereich der Tiere zu bleiben.
All das ist Unsinn: Die wirklichen Gefahrtiere sind nicht die, von denen man es immer behauptet – nicht die Terrarientiere. Und auch nicht die, von denen sonst immer die Rede ist.
Es wird Zeit, endlich der Wahrheit ins Auge zu sehen:10550950_1023839257645527_6093142836706943118_n
Und das ist kein Witz. Immer wieder kommt es zu tödlichen Kuhattacken, nicht selten auf eingezäunten Bergalmen, die von Wanderwegen durchquert werden. Nicht selten sind (freilaufende) Hunde mit im Spiel, und dann hat der Exitus durch ein wildgewordenes Rindviech bei all seiner Tragik schon fast etwas für einen Darwin Award.

Denken Sie bitte daran, verehrte Leser, wenn Sie das nächste Mal zu einer Wanderung aufbrechen. Und denken Sie bitte auch daran, dass man nicht auf den ersten Blick jedes Rindviech als solches erkennt. Und dabei sind die meistens die schlimmsten.

PS: Dank an Werner Kalopp für das Weiterleiten der Grafik und die Inspiration.

Generation Touchscreen

Es gibt wenig Erquicklicheres für Autofahrer als in einer Schlange zu stehen. Stoßstange reiht sich an Stoßstange. Man kennt das vom morgendlichen Berufs- und abendlichen Feierabendverkehr wie zum Beispiel auch von den Besuchen von kulturellen oder sportlichen Großereignissen: Die Einfahrt in das Münchner Operntiefgarage ist genauso wie die Fahrt in die Parkhäuser der Allianzarena nur etwas für Extrem-Stoiker und Geduldsfetischisten.
Doch dass man an einem Sonntag zur Mittagsstunde in einem netten Ort am Ferienort in einen beachtlichen Stau gerät, ist mir neu. Während sich die Inländer zur Siesta begeben, drängt es die Kulturbeflissenen unter den Urlaubern in die pittoresken Altstädte, so auch uns. Ich gebe es ja zu. Erst Besichtigungen, dann einen Espresso oder einen Sprizz auf der Piazza. Das ist unser Plan für Pula, einer am Südzipfel Istriens gelegenen Stadt.
Nun ist die Altstadt von Pula zwar äußerst sehenswert und angereichert mit allerlei römischen Ruinen, allerdings fehlt es doch am Nötigsten: An Parkflächen. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn historische Altstädte, noch dazu direkt am Meer, haben in der Regel weder Tiefgaragen noch Parkhäuser. Man kann ja schlecht ein altes Kastell abreißen oder direkt an die Mole eine dreigeschossige Tiefgarage ausheben, um den Ort für die parkplatzverwöhnten Urlauber noch attraktiver zu machen.SONY DSC
So reihen wir uns ein in die Schlange derer, die unterhalb des Amphitheaters von Pula auf einem der wenigen Parkplätze ihr Auto loswerden wollen. Vor uns steht ein Ostallgäuer, davor ein Coburger, davor ein Wiener Neustädter, davor ein Karlsruher. Hinter uns ein Passauer, dahinter ein Heidenheimer und ein Münchner – Urlauber eben.
Stoisch hebt und senkt sich die Schranke, gewährt Auto um Auto Zufahrt, es geht im Schritttempo vorwärts. Dann aber passiert Unerhörtes. Weiterlesen

Informationelle Selbstbestimmung, aber bitte richtig!

Wem gehören eigentlich meine Daten? Ganz sicher nicht dem NSA. Aber wie ist es mit den vielen Firmen, die sich anschicken, im Zeitalter von „Big Data“ möglichst viele Informationen über mich und meine Kaufgewohnheiten zu sammeln, um sie meistbietend an die werbetreibende Wirtschaft zu verhökern? Viele in Deutschland sind beunruhigt von der grassierenden Sammelwut der Datenindustrie. Dabei sagt uns aber doch der Hausverstand: Firmen wollen nur unser Bestes – und davon so viel wie möglich. Firmen machen mit uns Geschäfte, und wenn sie unsere Daten gegen uns missbrauchen würden, dann wären wir als Kunden ganz schnell weg. Das Ergebnis ist ein autonomes, also ein selbstregulierendes Datenschutzsystem, das dafür sorgt, dass unsere Informationen zumindest von Wirtschaftsunternehmen wahrscheinlich nur in unserem Sinne eingesetzt werden. Marktwirtschaft wäre demnach also eigentlich der beste Garant für Datenschutz!

Ganz anders verhält es sich natürlich mit dem NSA und anderen so genannten Staatsschutzorganen. Bei denen weiß niemand, was mit seinen Daten passiert, aber wir ahnen, dass es nichts Gutes sein wird. Kann sein, dass wir eines Tages nicht mehr ins Flugzeug steigen dürfen, weil wir auf irgendeiner Liste stehen, ohne dass wir wissen, wie wir da draufgekommen sind oder wir wir uns wieder aus der Liste löschen lassen können. Schlimmstenfalls könnte eines Tages das mobile Einsatzkommando vor unserer Tür stehen und in Putativnotwehr losballern. „Oh, tut uns leid, Sie waren wohl der Falsche…“ Weiterlesen

Gruß für Maika

Ich kenne Maika nicht. Oder besser noch: Ich habe sie nie gekannt. Zumindest nicht im wahren Leben. Und doch gehöre ich zu einer Handvoll Menschen, die über Maika eine Menge wissen.
Denn Maika war auf Twitter – und hat dort ihr Leben und Sterben geschildert. Maika war an Leukämie erkrankt. Es war ein ständiger Kampf gegen den Krebs, von dem sie immer wieder geschrieben hat. Nicht nur, denn Maika hatte einen manchmal kräftigen und sarkastischen Humor, setzte spitze Bemerkungen und zynische Kommentare ab. Weiterlesen

Amazon und das Ende der Warteschleife

Eine Nummer unter diesem Anschluss!

Eine Nummer unter diesem Anschluss!

Ärgern Sie sich auch über die telefonischen Warteschlangen und die Zeit, die Sie damit vergeuden, Dosenmusik zu laschen und immer wieder von einer mechanischen Stimme gesagt zu bekommen, dass der nächste freie Mitarbeiter ganz bestimmt für Sie da sein wird? Irgendwann. Oder vielleicht auch nicht. Vielleicht legt der Kollege Telefoncomputer auch einfach nach einer Weile auf, und Sie sitzen da und fluchen, während aus dem Hörer das Besetztzeichen tutet.

Deutschland, deine Hotlines! Es ist ein Trauerspiel, das da Tag für Tag aufgeführt wird. Da „verhungern“ Kunden in der Warteschleife, warnen Verbände wie die Verbraucherzentrale NRW vor „Hotline-Abzocke“ bei kostenpflichten Servicenummern. Der Deutsche Bundestag musste sich mehrfach mit diesem Thema herumschlagen, zuletzt im Herbst 2011, als man dort das neue Telekommunikationsgesetz (TKG) beschloss, dass wenigstens ersten 120 Sekunden in der Eingangswarteschleife grundsätzlich kostenlos sein müssen. Weiterlesen

Facebook unterstützt Aktion für kostenloses Internet und Frauenrechte in Afrika: internet.org

internet.org

Mit dem August geht eine Aktion an den Start, die unserer Unterstützung wert ist: http://internet.org/ ist ein Angebot, das sich vor allem an Frauen in Afrika richtet: sie erhalten kostenlosen Zugang zum Internet und gezielte Informationen zu Themen, zu denen viele Frauen heute noch keinen Zugang haben.

Grundsätzlich bietet internet.org, ein Angebot des sambischen Carriers Airtel, sambischer Behörden und von Facebook, natürlich jeder”mann” einen kostenlosen Zugang zu einem Teil des Internet: Neben Facebook, Wikipedia und der Google-Suche sind unter anderem lokale Informationsangebote zu Wetter, Nachrichten und Menschenrechten in das Angebot integriert. Für den Zugriff auf weitere Web-Angebote bietet Airtel kostengünstige Datenpakete an.

Das kostenlose Angebot – also vor allen Dingen die lokalen Informationen – richten sich in erster Linie an afrikanische Frauen.

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Do bin i dahoam – Folge 2

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