Umfrage zum Diversity Management – Der Mittelstand hat Nachholbedarf

Für den Unternehmerkreis (MUK) habe ich im Frühsommer 2018 eine Umfrage unter oberbayerischen Unternehmen zum Stand ihres Diversity Managements durchgeführt. Die Ergebnisse sind überaus aufschlussreich:

  • Diversity Management ist heute bereits ein breiter Trend, der in vielen Unternehmen aufgegriffen wird. In jedem zweiten Unternehmen werden Konzepte realisiert, die unter dem Stichwort Diversity Management subsumiert werden können. Dabei hat der Mittelstand noch den größten Nachholbedarf.
  • Diversity Management wird nicht aus philanthropischen Gründen betrieben, sondern aus harten betriebswirtschaftlichen Erwägungen heraus. Vor allem geht es um die Sicherstellung des benötigten Fachkräftepersonals.
  • Die Ergebnisse der bestehenden Diversity-Management-Projekte werden sehr positiv eingeschätzt: die Produktivität der Betriebe verbessert sich, die Mitarbeitermotivation nimmt zu und das Image der Unternehmen kann optimiert werden.
  • Im Zentrum der Projekte stehen derzeit Modelle zur Flexibilisierung der Arbeit. Besonders häufig werden bereits Home-Office-Arbeitsplätze eingerichtet.
  • Die wichtigste Zielgruppe sind derzeit Frauen. Viele Projekte richten sich aber auch an jüngere und ältere Beschäftigte und an Menschen mit Migrationshintergrund.
  • Viele Diversity-Management-Projekte sind derzeit noch unzureichend organisiert: häufig fehlt es an klar zugewiesenen Budgets, an einer schriftlichen Dokumentation und an einer regelmäßigen internen Information.

Diversity Management – Was ist das eigentlich?

„Achte darauf, dass ein Stellvertreter immer ein anderer Charakter ist, als derjenige, um dessen Stellvertretung es geht!“

„Fördere im Unternehmen jene, die anders sind, als du selbst!“

Diese und ähnliche Regeln bestimmen schon seit vielen Jahrzehnten das Recruiting und Management in zahlreichen Firmen.

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Die Große Koalition ist keine sozialdemokratische Bürgerpflicht

179 Seiten Koalitionsvertrag, ein ehemaliger Parteivorsitzender, der nicht Minister werden darf, geschäftsführende Minister, die nicht mehr Minister werden sollen, ehemalige Minister, die noch nicht Parteivorsitzende werden dürfen, eine SPD, in der die Mitglieder nicht nur über eine Regierungsbeteiligung der SPD abstimmen werden, sondern insgeheim auch noch darüber, ob ein bayerischer Ministerpräsident deutscher Heimatminister werden kann. Eine tolle Zeit für die Demokratie.

Ja: eine tolle Zeit für die Demokratie, denn wir sind unmittelbar am politischen Willensbildungsprozess beteiligt, wir diskutieren, wir kritisieren, wir leben Demokratie.

Aber diese Politik macht schon verdammt viel Arbeit. Man muss sich zu allererst mal durch 179 Seiten Zumutungen durcharbeiten. Und damit möchte ich einsteigen: mit einem kritischen Blick auf den Koalitionsvertrag, auf einen Vertrag, der unter den gegebenen politischen Mehrheitsverhältnissen kurzfristig eine erträgliche und in Ansätzen auch eine taugliche Grundlage für eine Regierungspolitik sein kann.

Anschließend möchte ich darlegen, warum ich trotzdem und erst recht heute GEGEN eine Große Koalition bin. Und schließlich möchte ich die SPD dazu ermuntern, sich nicht aufzugeben und aufzulösen. Die Sozialdemokratie hat nicht nur Vergangenheit, sie hat auch Zukunft.

Der GroKo-Koalitionsvertrag

Der Koalitionsvertrag, das sind 179 Seiten mit vielen guten und leider auch vielen weniger guten Dingen, v.a. aber mit zahlreichen obskuren Zufälligkeiten. Und es geht wirklich nicht darum, ob sich hier SPD oder Union mehr durchgesetzt haben und ob die Kanzlerin mehr geqietscht oder die rote Andrea mehr gekrächzt hat.

Aber die SPD Unterhändler waren schon fleißig. Das merkt man daran, dass viele Formulierungen aus SPD-Papieren Eingang gefunden haben:

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Die Soß ist die Liebe zwischen Schweinsbraten und Knödel

Gedanken zum Hochzeitstag:

Man sagt,
Menschen müssten viele Gemeinsamkeiten haben,
wenn sie es ein Leben lang miteinander aushalten sollen,
als Mann und Frau
oder als Mann und Mann
oder Frau und Frau.

Ich glaub das nicht.
Man muss nix gemeinsam haben,
um zusammen zu passen.

Ein Schweinsbraten und ein Knödel haben nichts gemein,
außer der Soß,
in der sie liegen.
Und ein Schweinsbraten und ein Knödel
passen sehr gut zusammen.

Auch zwei Menschen,
die miteinander leben,
müssen nix miteinander gemein haben,
außer einer Liebe.

Die Soß ist die Liebe
zwischen Schweinsbraten und Knödel.


Illustration: © jeepbabes @ stock.adobe.com

Dieter Kempf und Michael Kausch

Kann man BDI Chef Dieter Kempf trauen?

Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe über ein uns allen schon lange geläufiges Problem: gekaufte und gefälschte Produktbewertungen auf Amazon und anderen Online-Plattformen.

Das wissen wir doch, dass viele Unternehmen Firmen damit beauftragen, ihre Produkte gegen kleines Geld im Internet in den Himmel zu loben. Während eine positive Hotelbewertung heute rund 10 Euro kostet, gibt es den Fan-Like und das Facebook-Abo schon für 70 Cent. Das ist furchtbar, aber leider erlebbar- und buchbar. Andererseits habe ich schon von vielen Restaurant-Besitzern gehört, dass immer wieder Gäste sie nach dem Dessert anmachen „Entweder das Dessert war kostenlos oder der Verriss auf Tripadvisor wird furchtbar sein“. Und wieder andererseits sind seriöse Kundenbeschwerden und -kritiken wertvoll und ihre Lektüre erspart Fehlkäufe und übt einen gesunden Druck auf die Qualitätsmanager der Unternehmen aus. Klassische Shitstorms lehren uns das immer wieder.

Zur Aufdeckung unseriöser Produktbesprechungen empfiehlt meine Lieblingszeitung heute das Tool reviewmeta.com.  Diese Seite analysiert die Glaubwürdigkeit von Rezensenten und Produkttestern auf Amazon. Hierzu werden das Besprechungsverhalten und Inhalt und Stil der Besprechung analysiert. Klingt ja toll. Und ich kannte dieses Zaubertool noch gar nicht. Also habe ich es ausprobiert. Und natürlich bei einem Produkt, das ich verstehe.

Also habe ich mal das Buch „Digital Transformation“ von Tim Cole auf Amazon gesucht. Dieses Buch wurde viel gekauft, viel gelesen und viel besprochen. Auch von mir:

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Neues aus der LinkedIn Service-Wüste

Eigentlich bin ich schon seit vielen Jahren ein großer Fan von LinkedIn:

  • Vor Gründung der Deutschland-Niederlassung von LinkedIn war ich als sogenannter „LinkedInsider“ beratend für das amerikanische LinkedIn Headquarter tätig
  • Ich berate regelmäßig Unternehmen im Bereich LinkedIn Marketing 
  • Ich empfehle LinkedIn immer wieder als Referent auf zahlreichen Konferenzen und Kongressen

Und so kommt es, dass meine Kunden bei Problemen mit LinkedIn gelegentlich Rat bei mir suchen. Vor einigen Tagen meldete sich einer meiner Kunden, weil plötzlich auf seinem Firmenprofil in LinkedIn Stellenausschreibungen auftauchten, die das Unternehmen niemals eingestellt hat. Nicht nur das: mein Kunde hat noch nicht einmal eine Karriereseite bei LinkedIn eröffnet. Die ausgeschriebenen Positionen gab und gibt es bei meinem Kunden auch nicht. Vielmehr handelt es sich um Positionen, die offenbar bei einem Immobilienunternehmen ausgeschrieben sind. Auf Anfrage weiß man dort aber von diesen Stellenanzeigen auf LinkedIn nichts. Seltsam.

LinkedIn Service

Im LinkedIn Firmenprofil meines Kunden werden unerwünscht Stellen ausgeschrieben, die es nicht gibt.

Eigentlich ein klarer Fall für den LinkedIn Service:

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Glashütte

Wo die Zeit entsteht – ein Besuch in Glashütte und ein Social-Media-Branchenblick

Eigentlich wollte ich hier ja von einer Besichtigung der Uhrenmanufaktur Glashütte Original berichten. Vor wenigen Tagen hatte ich das Vergnügen mir diesen heiligen Gral der deutschen Uhrmacherzunft anzusehen. Leider fällt der geplante Bericht mangels Bildmaterial aus. Dass man in den Räumen der Manufaktur nicht fotografieren darf, ist angesichts der berechtigten Schutzinteressen des Herstellers in Bezug auf die eingesetzten Maschinen und Verfahren gut verständlich. Dass es die Manufaktur nicht schafft, eine Anfrage zu Nutzungsrechten bereits veröffentlichter Manufaktur-eigener Bilder zu beantworten, ist weniger verständlich. So verkürzt sich mein Bericht von der Besichtigung der Manufaktur Glashütte Original auf einen Satz: „Die Tour ist sehenswert und informativ, auch wenn man die Produktionsräume nur durch große Panoramascheiben besichtigen kann.“ Fertig. 

Uhrenmanfaktur Glashütte Original

Die Ausstellung im Empfangsraum ist der einzige Ort, an dem man während einer Betriebsbesichtigung in der Uhrenmanufaktur Glashütte Original fotografieren darf. Verständlich.

Aber das Kommunikationsverhalten von Glashütte Original gibt Anlass sich einmal grundsätzlich mit der Kommunikationsfähigkeit der in Glashütte beheimateten Uhrenmanufakturen auseinanderzusetzen. Und so entstand – aus persönlicher Leidenschaft für mechanische Uhren – ein kleiner Branchenbericht zur Reife des Social Media Marketings deutscher Uhrenmanufakturen. Auf dem PR-Blog meiner Agentur vibrio habe ich in den letzten Jahren immer wieder mal solche Branchenblicke veröffentlicht, z.B. zu Stromanbietern oder zum Hifi-Markt. Hier also nun ein Blick zum Stand der Social-Media-Kommunikation der Uhrenmanufakturen in Glashütte:

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Im Test: Der Flux Hifi Sonic Nadelreiniger für Plattenspielerabtaster

Sie lieben Schallplatten? Gut so. Dann hassen Sie Staub. Staub ist der Tod des guten Klangs. Und zwar in jeder Form: auf der Platte, im Ohr und natürlich auch auf der Nadel ihres Abtasters. Gegen den Staub in den Rillen der Platte gibt es probate Mittel: bei mir läuft grundsätzlich der berühmte Mitlaufbesen aus Eichhörnchenhaar von Transrotor mit. Und vor jedem Abspielvorgang wird die Platte mit einer Bürste von Clearaudio gereinigt. Und ab und an darf jede Platte auch mal baden: in der großen und großartigen Schallplattenwaschmaschine von Gläss. Diesen Vinyl Cleaner habe ich vor drei Jahren hier auf Czyslansky schon vorgestellt.

Die Waschmaschine für die Schallplattennadel

Die Abtastnadel habe ich bislang vor jedem Abspielgang mit einem kleinen Bürstchen gesäubert, ab und an auch mit einem kleinen Besen, den ich mit der Reinigungsflüssigkeit von Dynavox benetzt habe. Trotzdem: an der Nadel setzt sich immer mal Dreck fest, und zwar richtig fest. Und genau dafür habe ich mich nun für eine kleine elektrische Waschmaschine für Abtastnadeln entschieden -den Flux Hifi Sonic:

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Helmut Kunkel – ein Nachruf auf einen großen Verleger und guten Freund

Helmut_KunkelAm vergangenen Mittwoch verstarb nach kurzer schwerer Krankheit Helmut Kunkel, ein Urgestein der deutschen Computer-Verlags-Branche – und ein guter Freund. Er wurde nur 64 Jahre alt.

Kennengelernt habe ich Helmut Kunkel vor beinahe 30 Jahren – natürlich nicht in einem kargen Meeting-Raum, sondern in einem Restaurant: wir saßen zufällig an zwei benachbarten Zweiertischen im damals ausnehmend eng bestuhlten Münchner Werneckhof. Beide litten wir ein wenig unter eher langweiligen Gesprächspartnern und so konnte es nicht ausbleiben, dass wir alsbald tischübergreifend und unsere jeweiligen Tischgenossen fröhlich ignorierend miteinander ins Gespräch kamen. Helmut war schon damals ein ausgesuchter Gourmet und Wein-Connaisseur und liebenswerter Gesprächspartner. Es wurde letztlich ein langer Abend mit tiefschürfenden Albernheiten über Wein, Autos, Computer, … hab ich was vergessen?

Wenig später – 1990 – übernahm Helmut Kunkel gemeinsam mit Martin Aschoff den Aufbau der deutschen Niederlassung des Ziff-Verlags. Zwischen 1994 und 1997 verwandelte er als Geschäftsführer den ein wenig verschnarchten TeWi-Fachverlag zum erfolgreichen ersten deutschen Multimedia-Verlag.

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Der Hana SL – Ein MC-Tonabnehmer aus Japan zum Kampfpreis

Diamonds are a man’s best friend. Jedenfalls wenn sie durch Vinylrillen tauchen, also als Tonabnehmer auf einem Schallplattenspieler ihren Dienst tun. Der Hana SL tritt den Beweis an. Und dass Diamanten ein wenig teurer sind als Strass und Glasperlenspiele ist auch bekannt. Aber der japanische Phono-Spezialist Excel hat härter kalkuliert, als die Tabellenspezialisten von Microsoft und mit dem MC-Tonabnehmer Hana SL im vergangenen Jahr ein System auf den Markt gebracht, dass mit 649,- Euro als ausgesprochen preiswert gelten darf. Dabei ist es alles andere als billig. Immerhin handelt es sich nicht um einen schnöden Industriediamanten, sondern um einen echten Stein. Und immerhin handelt es sich bei dem Schliff um einen aufwendigen Shibata-Schliff.

Hana SL Tonabnehmer

Sowas bekommt man normalerweise in dieser Preisklasse nicht geboten. Und tatsächlich spielt das System locker eine Klasse höher, als der Preis erwarten lässt.

Die technischen Daten des Hana SL

Ein Blick ins Datenblatt der Hana SL macht deutlich, dass es sich um einen Tonabnehmer handelt, der sich grundsätzlich auf den gängigen mittelschweren Tonabnehmern wohl fühlt: Weiterlesen

das blog zur analog- und digitalkultur