Heult doch – Springer manipuliert mich nicht

Mathias DoepfnerMathias Döpfner hat einen so langen wie überflüssigen Text abgesondert. Etwas überrascht durch den großen Widerhall, den dieser offene Brief hervorgerufen hat, habe ich ihn gelesen, obwohl ich schon den Verdacht hatte, daß hier im BILD-Zeitungstil einfach nur Manipulation betrieben werden sollte. Ich sollte recht behalten. Textauszug gefällig?

Einerseits ist Axel Springer Teil einer europäischen Kartellklage gegen Google und streitet mit dem Konzern über die Durchsetzung des deutschen Leistungsschutzrechts, das den Inhalte-Diebstahl verbietet, andererseits profitiert Axel Springer nicht nur von dem durch Google entstehenden Traffic, sondern auch bei der Vermarktung von Restplätzen seiner Online-Werbung von Googles Algorithmus. Das stimmt. Man kann das schizophren nennen. Oder liberal. Oder, und das ist die Wahrheit, um es mit einem Lieblingswort unserer Bundeskanzlerin zu sagen: alternativlos.

Beim Wort “Inhaltediebstahl” war es schon klar, um was es im folgenden Text gehen würde.  Weiterlesen

SENSATION: Operndiva Florence Foster Jenkins war eine Czyslansky!

Florence Foster JenkinsDer Czyslansky-Ahnenforschung ist, so kann man mit Fug und Recht behaupten, eine echter Coup gelungen. Konnten wir in aufwändigen Recherchen beweisen, dass die berühmt-berüchtige Operndiva Florence Foster Jenkins eine gebürtige Czyslansky war. Die 1868 in Pennsylvania geborene Sängerin war die Schwester der Mutter des grossen Genies, der selbst auch viel von der enormen Musikalität der Familie in sich trug. Florence war, wie später auch ihr Neffe, lebenslang ein verkanntes Genie. Ihr grosses Gesangstalent erschloss sich leider nicht vielen ihrer Zeitgenossen. Der glückliche Umstand, dass sie eine überaus reiche Erbin war, ermöglichte es ihr trotz vieler negativer Kritiken, ihre Karriere als Opernsängerin kompromisslos zu verfolgen. Sie trat jährlich im Ritz-Carlton in New-York auf und krönte ihre beispiellose Karriere mit einem Konzert in der restlos ausverkauften Carnegie-Hall.

Die Platte “The Glory of the Human Voice” (auch auf CD erschienen) zeugt von ihrem einzigartigen Talent. Ihre Intonation, die überaus reine, klare Prägnanz ihrer Stimme, ihr Schmelz und Timbre wurden vor und nach ihr von keiner Sängerin erreicht. Netrebko, Callas oder wie sie auch immer heissen mögen, erreichten sie niemals auch nur annähernd.

Beispielhaft sei hier eine Aufnahme per Youtube verlinkt. Florence Foster Jenkins-Czyslansky singt Mozart:


Damit bin ich ein Native!

Haben Sie sich auch schon immer gewünscht naseweise Hosenscheisser zu beobachten, wie sie an Technologie scheitern. Wollten Sie schon immer einmal Ihren Kindern und Enkeln ein elektronisches Gerät in die Hand drücken, mit dem sie nicht ganz selbstverständlich umgehen können? Mein Kürzester konnte schon mit 4 Jahren auf dem iPad spielen, die Sendung mit der Maus aus der Mediathek laden und Pumukel auf dem ipod hören. Bei uns zuhause gehört natürlich auch der Umgang mit historischen Medien wie CD, Schallplatte und Musikkassette zu einer umfassenden “humanistischen” Bildung, aber sehen Sie selbst, was für Augen diese Kinder gemacht haben, als man ihnen einen Walkman in die Hand gedrückt hat.


Börsenbetrug mit Lichtgeschwindigkeit

Versteht der was vom Börsenhandel?

Versteht der was vom Börsenhandel?

Das Wort „Flash“ hat im Englischen eine Reihe von Bedeutungen, die allesamt etwas Flüchtiges, Halbseidenes bezeichnen. Zunächst bedeutet es einfach „Schein“  oder „Blitz“, also ein kurzlebiges Aufflackern eines Lichtstrahls oder Blitzes („a flash of lightning“). Die Älteren unter uns werden sich noch an Mick Jagger’s „Jumpin‘ Jack Flash“ erinnern, in dem Keith Richards einen elektrisierenden, dreieinhalbminütigen  Gitarren-Riff losließ, den der Kritiker Steven Appleford als „Funken sprühenden, perfekten teuflischen Ausbruch voller roher, treibender Kraft und ursprünglicher Energie“ beschrieb. „Flash“ kann aber auch im Sinne von „mehr Schein als Seinen“ (wie es in dem unvergesslichen Kulturführer „Musikbluff für Anfänger“ des seligen Satiremagazins „Pardon“ hieß) verwendet werden, also eher abfällig. Ein „Flash Cove“ war im 19ten Jahrhundert eine geläufige Bezeichnung für  einen Gauner oder Taschendieb.

So muss man auch den Titel des aktuellen Bestsellers von Michael Lewis verstehen, der in „Flash Boys“ (bei Campus unter dem Titel „Flash Boys – Revolte an der Wall Street“ auf Deutsch erschienen) einen der größten und gleichzeitig am hartnäckigsten ignorierten Finanzskandale der Neuzeit enthüllt. Es geht um superschnelles Handelssysteme und so genanntes „Flash Trading“, die aus dem großen weltweiten Börsenspiel ein abgekartetes Geschäft gemacht haben, bei dem jeder, der sein Geld in Finanzprodukte welcher Art auch immer anlegt, systematisch von einer Handvoll skrupelloser Abzocker angeschmiert und ausgenommen wird.

Anders ausgedrückt: Jeden Tag werden Milliarden von dem abgeschöpft, das Anleger zur Finanzierung von Unternehmen auf der ganzen Welt zur Verfügung gestellt haben. Statt dessen landet das Geld in der Tasche von Finanzhaien, Investmentbankern und Computerprofis, die Hand in Hand arbeiten, um kleine und große Anleger systematisch auszunehmen wie eine Weihnachtsgans. Und das Schlimmste ist: Es ist völlig legal! Zynisch ja. Unmoralisch auch. Aber leider (noch) nicht verboten. Weiterlesen

Lieber Pastis trinken als E-Mails lesen!

Der fleißige Deutsche? Das war einmal!

Der fleißige Deutsche? Das war einmal!

Der Feierabend ist dem Franzosen heilig – so heilig, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber jetzt sogar eine Vereinbarung abgeschlossen haben, die das Lesen von geschäftliche E-Mails nach 18 Uhr verbietet. So stand es jedenfalls in amerikanischen Medien, was sofort bei mir die Frage aufwarf: Was passiert, wenn sie es doch tun? Logisch zu Ende gedacht müsste es ja Strafen geben. Wie viel kostet es, wenn ich im Straßencafe sitzend mit dem iPhone in der Hand erwischt werde? Hat die Polizei das Recht, meine Mailbox nach Zeitstempeln zu durchsuchen?

In Wahrheit ist die Sache natürlich weit weniger aufregend: Arbeitnehmern wird lediglich empfohlen, nach 18 Uhr nicht mehr auf Mails zu reagieren. Und es sind auch nicht alle Franzosen, sondern nur diejenigen, die in bestimmten besonders von Überarbeitung bedrohten Branchen wie Technologie oder Unternehmensberatung, also beispielsweise Angestellte von Google oder Deloite in Frankreich. Weiterlesen

Deutsche Zeitschriftenverleger prophezeien ein rosiges Jahr 2014

“Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben”

(Walter Benjamin)

Es mag unseren Verlegern das Wasser bis zum Halse stehen, sie werden noch im letzten Atemzug vermelden: “Nichts ist wichtiger, denn Blei und Holz”!

Wie meldet Kress heute so schön:
“‘Die deutsche Zeitschriftenbranche ist vital. 2014 wird für sie ein Jahr konjunktureller Stabilität auf der Basis weiter zunehmender Relevanz, des Innovationsschubs durch Neugründungen, dem Ausbau der digitalen Präsenz und Rekord-Reichweiten.’ So fasste VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer am Montag auf der Jahrespressekonferenz die Perspektiven der Branche zusammen.”

Kein Wort vom Zeitschriftensterben, kein Mucks von der Hilflosigkeit, mit der noch immer die meisten Verlage vor dem Internet erstarren, wie das Kaninchen vor der Planierraupe.

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Czyslanskys Bettlektüre: Hermann Grab: Der Stadtpark

Hermann Grab Der Stadtpark

“Ich habe Hermann Grabs Erzählung mit einem Vergnügen gelesen, wie sie mir lange kein Manuskript bereitet hat.” Der Satz könnte von mir sein, ist er aber nicht. Thomas Mann hat sich so über Hermann Grabs kleinen Roman “Der Stadtpark” geäußert, ein Werk, das fast vergessen war und auf das ich erst durch einen Hinweis meines Sohnes aufmerksam wurde. es war ein wertvoller Hinweis, denn Hermann Grab ist für mich persönlich wohl die literarische (Wieder-)Entdeckung des Jahres. Warum eigentlich?

Herman Grab war ein begnadeter Impressionist der Schriftstellerei. Geboren am 6. Mai 1903 – ja, uns eint der Geburtstag – in Prag, der Stadt in der 20 Jahre zuvor Franz Kafka auf die Welt kam. Zumindest letzteres ist kein Zufall, denn der Geist der Stadt an der Moldau prägte beide. Beide auch waren sie jüdischer Abstammung, wenngleich Grabs Familie wie zahlreiche andere großbürgerliche Sippen auch zum Katholizismus konvergiert war. Grab wie Kafka wurden gleichermaßen von der Erfahrung des Niedergangs der bürgerlichen Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert wie vom Antisemitismus in der modrigen Spätphase der k.u.k.-Monarchie geformt.

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Do it for Denmark! – But do it now!

Dass etwas faul ist im Staate Dänemark wusste schon William Shakespeare (1564 -1616). Und damit meinte er nicht etwa faul im Sinne von “lazy” sondern “rotten”.
Something is rotten in the state of Denmark gehört wohl zu den berühmtesten Sätzen, die der britische Schriftsteller mit den profunden Kenntnissen dänischer Verhältnisse jemals zu Papier gebracht hat.

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Mit dem iPad ins Büro

Office bleibt eben Office!

Office bleibt eben Office!

Die beste Nachricht des Jahres für Windows-Benützer, die gleichzeitig Besitzer eines iPad sind, ist schon da, und abei ist das Jahr erst drei Monate alt! Dass die unsinnige Weltentrennung  bereits aufgeweicht worden ist, wurde an dieser Stelle bereits gebührend gefeiert (siehe „Endlich: Der iPad kann jetzt Windows!“). Aber dazu musste man sich eines Umwegs über eine App namens  ParallelsAccess bedienen. Aber jetzt ist die Sache (fast) perfekt.

Microsoft hat seinen jahrlangen Widerstand aufgegeben sein Kernprodukt, nämlich „Office“ als App auf den iPad portiert. Der einzige Haken: Man muss ein Abo für Windows 365 abschließen, was 99 Euro im Jahr kostet. Dafür kann ich es aber auf bis zu 5 PC, Macs oder eben auch iPads verwenden, was in einem so gerätintensiven Haushalt wie dem unseren durchaus ein Vorteil ist. Weiterlesen

Allianz Versicherung zum 1. April: Aprilscherze verursachen mehr als 3 Milliarden Euro Schaden. Eine Meldung, die mein Lautsprecher nicht übersetzt hat. Aus Trotz.

Dass Aprilscherze ein wahres volkswirtschaftliches Fiasko darstellen, darauf verweist eine Studie der Allianz unter dem schönen Titel “No Laughing Matter: April Fools’ Day“. In den U.S.A. werden demnach 840 Notrufe jährlich durch Aprilscherze ausgelöst. Der volkswirtschaftliche Schaden läge bei mehr als 3 Milliarden Euro.

Mein Lautsprecher hat sich geweigert, diese amerikanische Meldung zu übersetzen. Ich hoffe, dass mein Beitrag zum Thema unsere Volkswirtschaft nicht völlig ruinieren wird: