Niemand soll zu Kreuze griechen … Griechenland und der bundesdeutsche Journalismus

Es übelt einen mächtig an, wenn man sich die Qualität der deutschen Berichterstattung zur Griechenland-Krise anschaut. Ich habe im Moment keine Zeit das Ganze seriös aufzubereiten. Leider. Aber eigentlich illustriert die hübsche Medienbeobachtung des NDR schon ganz gut, was ich meine:

Die Krise bietet vielen Journalisten endlich mal wieder die ganz große Chance die eigene arrogante und dümmliche Selbstgefälligkeit herauszulassen. Journalismus auf Stammtisch-Niveau. Viel können die sozialen Medien da nicht mehr kaputt machen …

Ich möchte mich noch bei Wolfgang Sommergut bedanken, der mich auf dieses Elend hingewiesen hat.

Islamistisch? Katholistisch? Terror kennt keinen Glauben!

islamNein, ich bin kein Anhänger sklavischer political correctness. Ich kenne keine „Afrodeutschen“. Und der Streit um das Blog, der Blog oder die Blog lässt mich auch eher ungerührt. Aber vom „islamistischem Terrorismus“ will ich nichts mehr hören. Das war kein „islamistischer Terrorist“, der vor drei Tagen in Sousse 38 Menschen ermordete. Es war ein einfacher Mörder. Man darf Mörder und Terroristen nicht mit einem Hinweis auf den Islam „adeln“. Diese Menschen mögen unter Hinweis auf diverse Tötungsgebote gegenüber „Ungläubigen“ im Koran morden. Die Geschichte des Christentums kennt ebenfalls Massenmorde, Totschlag, Vernichtung von Andersglaubenden und auch noch das Ausradieren nichtchristlicher Kulturgüter.

Ägypten

Von Christen zerstörte Kulturgüter in Ägypten.

Man sehe sich nur die gesichtslosen ägyptischen Monumentalplastiken am Nil an. Das waren Täter, die glaubten in christilicher Mission zu handeln, wenn sie altägyptische Kunstwerke schändeten.

In Zeiten von Aufklärung und Globalisierung kann es keine Rechtfertigung für die Vernichtung von Menschenleben und Kulturgütern unter dem Banner eines Glaubens mehr geben.

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Dann eben halbe-halbe

der.juli, wie er sich im Netz nennt, hat Pech gehabt. Und jetzt ist Julian oder Julius, wie er vielleicht im realen Leben heißen mag, nicht nur enttäuscht, er ist auch sauer…  und konsequent.
Nach eigener Schilderung  hat Julian oder Julius eine 12jährige Ehe hinter sich, bevor sich seine Frau Laura hat scheiden lassen und mit einem Arbeitskollegen angebandelt hat. Schnöde hat sie ihn einfach sitzen lassen.
Das ist bitter. Noch bitterer ist, dass – so sieht es Julian oder Julius – Laura vor Gericht Anspruch auf die Hälfte des gemeinsamen Eigentums angemeldet hat.
Und sie hat Recht bekommen. Das empört Julian oder Julius zumindest für die Dinge, die er von seinem Geld gekauft hat und von denen er der Meinung war, sie gehörten nur ihm.
Das aber hat die raffgierige Frau (um Julians oder Julius‘ Perspektive einzunehmen) grundsätzlich anders gesehen und mit richterlichem Beschluss durchgesetzt, dass halbe-halbe gemacht werde muss.
Zerknirscht, wütend und konsequent hat Julian oder Julius sich ans Werk gemacht und alles sauber getrennt.
Mit Hilfe von Messern, Scheren, Sägen, einer Flex und vielen Trennschreiben hat er die strittigen Gegenstände halbiert. Die seiner Exfrau zustehenden Gegenstände hat er ihr zukommen lassen. Seine hälftigen Anteile, von denen nicht wenige erinnerungsbehaftet sind, bietet er aktuell bei ebay an: halbe-halbe... auch beim SofaDas Zeug will er nun so schnell wie möglich loswerden. Weiterlesen

Es gibt sie noch, die Retter des Liebeslebens

Vielleicht erinnern Sie sich?

Im November 2014 brachte ich in diesem Blog meine Bestürzung zum Ausdruck, dass früher mehr Viagra war. Das war, wie ich mittlerweile sehe, etwas voreilig.
Zwar sind die wunderbaren Mails der Online-Apotheken verschwunden, aber die Angebote für pharmazeutische Präparate mit zweifelhafter Wirkung gibt es noch immmer. Zum Beispiel auf Twitter.
Nutzer der Onlineplattform wissen, dass ab 22 Uhr NTL herrscht… Nachttimeline, was gern auch der eine oder andere mit Nackttimeline verwechselt. Die Sprüche (also Tweets) werden rüder, nicht selten zwei- bzw. eindeutiger.
Gern hauen Twitterer auch nur ein einzelnes Wort in einen Tweet: Penis. Andere kontern: Brüste.
Das ist nicht gerade ein Beispiel ausgefeilter Kommunikation oder sprühenden Wortwitzes, aber manchmal muss das eben sein. Und manchmal besternt man eben solche One-Word-Tweets von Leuten, die man mag, mit denen man hin- und herschreibt. Und dann passiert irgendwann das Unausweichliche:
Obskure Accounts hängen sich an einen und folgen:

Retter des Liebeslebens

Ich kann also ganz beruhigt sein. Es gibt sie noch, die guten Helfer; die Retter des Liebeslebens. Nur eben bieten sie ihre Dienste jetzt auf Twitter statt per Mail an.
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Windows 10 Migration ohne Migräne: Ein Gespräch mit Thomas Koll, Inhaber von Laplink über Windows 10 und PCmover

Thomas Koll

Thomas Koll, Inhaber von Laplink und früher VP von Microsoft, im Video-Interview mit Michael Kausch

Windows 1, 2, 386, 3, WfW, 95, 98, NT, XP, Vista, 7, 8, RT und jetzt 10: ich hatte sie alle! Ab 1987 habe ich so oft von Windows auf Windows migriert, wie es nur möglich war. Ich bin ein Microsoft User mit Migrationshintergrund. Manchmal war auch ein Downgrade notwendig, weil Microsoft mal wieder seine Kunden als unfreiwillige Beta-Tester nutzte oder weil wichtige Lösungen auf der neuen Windows-Version einfach nicht zum Laufen zu bringen waren.

Und jedes Upgrade, jeder Wechsel von einer laufenden Windows-Version auf eine neue unbekannte war ein Abenteuer. Wer fast dreißig Jahre jeden Kurswechsel von Microsoft mitgemacht hat, der braucht keine Computerspiele. Jede Windows-Migration war ein perfektes Adventure. Schließlich ist Windows nicht irgendeine Software. Windows ist seit vielen Jahren auf unzähligen Computern die Basis für alles.

Windows 1

Aller Anfang war Windows

Wie oft habe ich erlebt, dass sich irgendeine Applikation mit einer neuen Version des Microsoft-Betriebssystems nicht vertragen wollte. Wie oft schon spielte ein Stück Hardware einfach nicht mit beim großen Migrationszirkus. Wer wie ich noch einen wunderbaren Nikon Coolscan Diascanner nutzt, hat schon mehrere Windows-Versionen gründlich verflucht. Und wenn ich mich an die vielen aufwendig selbst gestrickten Lösungen erinnere, die meinen IT-Tagesablauf ein wenig automatisieren sollten – und das dann auch taten, bis zum Wechsel der Windows-Version, wenn ich mich erinnere, wieviele Tage ich in unzählige Windowsmigrationen investiert habe, dann bleibt ein Gefühl zurück, dass als Mischung aus Defätismus und heiligem Zorn noch am ehesten beschrieben werden kann.

An der Windows 10 Migration kommt man wohl nicht herum

Und nun also Windows 10! Glaubt man den freiwilligen Beta-Testern kommt Microsoft Ende Juli mit einer neuen Windows-Version heraus, die man unbedingt mitnehmen, sprich installieren sollte:

  • 64Bit-Applikationen laufen schneller und stabiler denn je
  • Das Start-Menü ist wieder da
  • Apps werden besser integriert
  • Perfekte BING-Integration
  • Virtuelle Desktops
  • Verbesserte Durchgängigkeit über unterschiedliche Hardwareplattformen, vom Mobiltelefon bis zur Workstation

Nicht nur für mich dürfte die erstmalige Unterstützung des FLAC-Formats im neuen Media Player von Bedeutung sein.

Wie schreibt die Zeitschrift PC Welt so schön: Windows 10 hat das „Potential zur neuen Nummer 1 unter den Windows-Systemen aufzusteigen“.

Na gut. Ich steige also um. Und auf. Also auf Windows 10. Und hoffentlich steige ich nicht gleich wieder aus mit all dem bekannten Migrationsärger der letzten 30 Jahre.

Laplink, der Freund aller Windows-Migranten

Aber hat man für solche Herausforderungen nicht gute Freunde? Ja, die hat man. Und ich habe seit vielen Jahren einen, der in Bezug auf die Migration auf Windows 10 der wertvollste ist, den man sich erträumen kann: Thomas Koll, ehemaliger Microsoft-Kollege in Deutschland, dann Microsoft Vice President in Redmond und heute Inhaber und Big Boss der amerikanischen Softwarefirma Laplink.

Und was macht Laplink? Neben vielen anderen hilfreichen Dingen hat Laplink ein Programm namens PCmover entwickelt. Und dieser PCmover soll und wird mir die Migrationsängste nehmen. Und selbstlos wie ich bin, will ich diese Sorgen-Frei-Lösung nicht für mich behalten. Deshalb habe ich am Wochenende mit Thomas bildschirmtelefoniert, also geskypt. Und hier gibt’s einen Ausschnitt des Gesprächs:

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Der Duft der Arbeit – Multisensorik-Studie erklärt, was den Menschen in der Arbeit stinkt

Der Duft der Arbeit

Der Duft der Arbeit

Multisensorik liegt ja gerade wieder einmal im Trend bei allen Marketingstrategen. Bislang ging es dabei aber vor allen Dingen um die kaufstimulierende Wirkung von Gerüchen am PoS, am Point of Sale. In der Gemüse-Abteilung duften ja häufig nicht die Karotten so verführerisch, sondern die Stoffe, mit denen der Marktbereich beduftet wird. Vor einigen Wochen hatte ich mal ein diesbezüglich sehr aufschlussreiches Gespräch mit einem Multisensorik-Spezialisten zum Thema „Wie darf eine Fisch-Kühltheke riechen, damit man dort Lust auf Fisch bekommt?“ Nach Fisch natürlich nicht, nach einer frischen See-Brise schon eher.

In den Sanitärräumen wird die Frage nach den besten Düften auch schon lange gestellt. Der dort häufig anzutreffende „natürliche“ Geruch ist ja meistens nicht so erbaulich. Deshalb haben Duftzerstäuber dort schon lange eine durchaus wohltuende und wichtige Funktion. Römische Sitten sind inzwischen leider ein wenig aus der Mode geraten. Denn wie heißt es bei Heinrich Heine so schön im Wintermärchen:

„Birch-Pfeiffer söffe Terpentin,
Wie einst die römischen Damen.
(Man sagt, daß sie dadurch den Urin
Besonders wohlriechend bekamen.)“

Statt Terpentin in die Benutzerin wird seit einigen Jahren gerne Rosen- und Veilchenluft in die Toiletten geblasen. Aber dabei soll es nicht bleiben.

Erstmals widmen sich heute die Multisensoriker nicht nur dem POS und den Sanitärräumen, sondern dem Arbeitsplatz.

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Keiner versteht mich

Freund Hans Dieter macht mich via Facebook über eine Peinlichkeit in der Sächsischen Zeitung aufmerksam. Unter der Überschrift Schwere Echsen ziehen durch den Zoo berichtet die Zeitung über den Einzug von Riesenschildkröten in den Dresdner Zoo:
sachsen
Nun weiß jeder Vollblut-Klugscheißer, dass Leguane, Warane, Anoles, Gürtelschweife, Agamen, Eidechsen, Schleichen, Geckos, Skinke usw. zwar Echsen sind, Schildkröten aber eben nicht. Entsprechend amüsieren sich Reptilienliebhaber, Herpetologen und Terrarianer auf Facebook über diese Meldung… allen voran natürlich die Schilkrötenfreaks. Für alle anderen hier ein Crash-Kurs:

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Der neue High-Resolution-Player Astell & Kern AK Jr – das musikalische Einstecktuch

Astell & Kern AK JrSeit wenigen Tagen ist er verfügbar: der Astell & Kern AK Jr ist die Einstiegsdroge in die Welt mobiler hochaufgelöster Musik. Er ist so neu, dass er auf der deutschen Web-Site des Herstellers noch gar nicht existiert. Man findet  auf die Schnelle dort auch kein Handbuch. Dem Produkt liegt auch kein gedrucktes Handbuch bei. Man soll es aus dem Web herunterladen. Im Web findet man aber keins. Aber lesen Männer Handbücher? Eben. (Ich hab dann später doch noch ein Handbuch gefunden: in internen Speicher. Von dort kann man es sich dann auf den Computer ziehen. Schräge Lösung.)

Auch wenn es nicht den Anschein hat, es gibt ihn, den Astell & Kern AK Jr. Ich hab ihn nämlich. Und er ist verdammt gut. Und für einen Analogi wie mich ist er die Einstiegsdroge ins digital-virtuelle Musikzeitalter.

Qualität aus Korea, nicht nur für Chick Corea (hüstel, hüstel …)

Astell & Kern aus Südkorea ist die unbestrittene Leitmarke für portable Abspielgeräte für Musik in Hochauflösung. Astell & Kern Player sind die Sony Walkmänner unserer Tage.

Astell & Kern AK JrHochauflösung, das ist Musik weit oberhalb von CD-Qualität. Im Prinzip handelt es sich um Musik in der Qualität der sagenumwobenen Originalaufnahmebänder. „Im Prinzip“ deshalb, weil auch die Qualität dieser Originalbänder von höchst unterschiedlicher Qualität ist. Was in frühen Tagen der Digitaltechnik in einem Studio digital aufgenommen wurde klang immer jämmerlich und klingt auch aus einem Astell & Kern widerlich. Aber wenn die Voraussetzung – das Masterband – stimmt, dann ist Musik von einem High Resolution Player so gut, dass rein akustisch der Plattenspieler das Nachsehen hat. Die Überlegenheit von Vinyl reduziert sich dann wirklich auf die Haptik und Optik. Aber Hand und Auge sehen nun einmal mit …

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Vinylträume in Picturedisc

Alles Welt spricht vom Vinyl-Kult und der Rückkehr der Schallplatte. Und sicherlich ist es richtig, gut und schön, dass die Schallplatte wieder einen Marktanteil von rund eineinhalb Prozent am Handel mit Musikkonserven hat. Aber leider sehe ich diese kleine Renaissance fast ausschließlich bei schwarzen Scheiben. Und die Welt – auch in Vinyl – ist doch so bunt. Und ich meine nicht nur die Colored Vinyl-Schätze, etwa die gelbe Mondfahrt von „Ihre Kinder“ und die pinkfarbenen Platten von Elvis. Ich meine klingende Bilder, Picturevinyl.

Picturedisc: klingende Bilder

Deshalb möchte ich heute einfach einmal schöne Dinge zeigen. Dinge, die beweisen, dass das Auge hören kann. Eine Auswahl aus meiner kleinen Picturedisc-Sammlung:

Picturedisk 01

 

Das ist nur das erste Beispiel für eine LP, die eben nicht einfach schwarz eingefärbt wurde, sondern aufwendig bedruckt. Es kommt gleich noch toller:

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Die neue Macht der Bewerber

Vorsicht, "Schwimmring-Effekt"!

Achtung, „Schwimmring-Effekt“!

Die deutsche Wirtschaft steht vor einem tiefen Abgrund, und er kommt jeden Tag einen Schritt näher. Die Ursachen liegen etwas mehr als ein halbes Jahrhundert zurück, als die Deutschen nämlich kollektiv beschlossen haben, kaum noch Kinder in die Welt zu setzen.

Um sich ein Bild des Abgrunds vor Augen zu führen genügt ein Blick auf die so genannte Alterspyramide, die inzwischen längst kein spitz zulaufendes Dreieck mehr ist, sondern eher wie ein dickleibiger Fettkloß mit Schwimmring um die Hüfte aussieht. Das ist die Generation der so genannten „Babyboomer“: die Kinder des Wirtschaftswunders, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden und die sich jetzt geschlossen in den mehr oder weniger wohlverdienten Ruhestand verabschieden. Und nach ihnen kommt der Abgrund.

„Seit Jahrzehnten konstant niedrige Geburtenraten und eine immer weiter steigende Lebenserwartung haben die Altersstruktur der Bevölkerung nachhaltig verändert. Der Anteil der älteren gegenüber den jüngeren Menschen wächst beständig, gleichzeitig schrumpft Deutschland, weil es immer weniger Nachgeborene gibt.“ Das schrieb Hans Dietrich von Loeffelholz schon 2011 in einer Beilage zur Wochenzeitung „Das Parlament“.

Es ist also nicht so, als ob wir es nicht gewusst hätten. Und dennoch gab es erstaunte Gesichter, als im Frühjahr 2015 der VW-Personalvorstand Horst Neumann auf einer Tagung des Bundesarbeitsministeriums in Berlin bekannt gab, dass sein Unternehmen in den nächsten zehn Jahren massiv in neue Robotertechnik investieren will – also genau in jene „Jobkiller“, gegen die Gewerkschaftler seit Jahren vergeblich warnen. Zur Begründung machte Neumann eine Rechnung auf: Durch den demografischen Wandel würden in den nächsten 15 Jahren rund 32.000 Beschäftigte mehr das Wolfsburger Unternehmen verlassen als im langjährigen Durchschnitt. Und Neumann sieht keine Chance, sie zu ersetzen. Weiterlesen