Best Ager

Facebook auf…
Zum Best Ager* erklärt worden (um das Wort Senior zu vermeiden).

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Facebook zu. Beleidigt.
Weil Facebook irgendwie doch Recht hat.

Neugierig geworden. Auf seniorbook geklickt:
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Gegrinst, geschlossen. Thema erledigt…

 

* Laut Wikipedia: Unter Best Ager (auch Generation Gold, Generation 50plus, Silver Ager, Golden Ager, Third Ager, Mid-Ager, Master Consumer, Mature Consumer, Senior Citizens, „over 50s“) versteht man eine Zielgruppe von Personen mit einem Lebensalter von über 50 Jahren.

Die Verknüpfung der Wertung „bestes Alter“ mit der Zeit nach dem 50. Geburtstag eines Menschen erweckt die irreführende Vorstellung, wonach jeder Mensch in diesem Zeitraum die beste Zeit seines Lebens habe. Abgesehen davon, dass auch in Europa manche Menschen ihren 50. Geburtstag nicht erleben, hängt die Antwort auf die Frage, wann sich ein Mensch tatsächlich in seinen besten Jahren befindet, zum großen Teil von der erreichten beruflichen Position und dem damit verbundenen Einkommen, von seiner Leistungsfähigkeit und Gesundheit, seinem subjektiven Empfinden und seinem individuellen Verhalten in verschiedenen Lebensphasen ab.

Dichtung und Wahrheit – Der RESTEK EPOS+ CD-Spieler im Test

RESTEK EPOS CD-Spieler von vorne

ἔπος ist altgriechisch und steht – wie die Czyslansky lesende Bildungselite natürlich weiß – für “Wort” oder “Vers” und bezeichnet eine “erzählende Dichtung”, also eine Dichtung, da wo sich nix reimt. Und deshalb ist der Name für den “großen” CD-Spieler der deutschen Hifi-Manufaktur RESTEK eigentlich völlig falsch gewählt. Denn der EOPS (ἔπος ) dichtet der Musik nichts hinzu. Er lässt die Musik fließen, und zwar genau so, wie diese will. Freilich ist gerade das eine hohe Kunst: die Musik so wiederzugeben, wie sie auf einem Silberling drauf ist, also nichts zu beschönigen und zu verwischen, aber auch nichts zu zerlegen in analytisch sezierte Einzelheiten.

Ich habe schon so manche CD-Player gehört, in einfachen Preisklassen bis – sagen wir – 1.000 Euro, aber auch in gehobenen Preisregionen von 3.000 Euro und deutlich mehr. Und immer war ich dankbar, wenn ich nach dem Hören auf eine gute alte Vinylscheibe zurückgreifen konnte. Die Schallplatte hat mir immer mehr Details und zugleich mehr harmonischen Fluss präsentiert, mehr Dynamik und mehr Atmosphäre. Mit drei Ausnahmen: dem noch ziemlich neuen großen Laufwerk AURUM C5 DA von quadral, meinem guten alten Audiomeca Keops und – erst vor wenigen Wochen – dem Ear Acute III, einem Röhren-CD-Player für knapp 5.000,- Euro, den ich auf dem Hifi-Bauernhof hören durfte. Das ist alles kein Zufall, schließlich wurde der Keops von Audiomeca-Gründer Pierr Lurne entwickelt, einem der anerkannt besten Entwickler von Schallplattenspielern, und der Ear Acute von Tim de Paravicini, der neben zahlreichen Röhrenverstärkern auch einen ganz phantastischen Vinyldreher entwickelte und – was wenige wissen – so nebenbei den Magnetantrieb für Plattenspieler eigentlich “erfunden” hat.

Nun höre ich also den EPOS+ von RESTEK, entwickelt von Adrianus Elschot und seinem Sohn Dirk, von zwei deutschen Ingenieuren, die schon viele wunderbare Geräte entworfen haben – vor allem Verstärker und einige der besten jemals gebauten Tuner – aber definitiv niemals einen Plattenspieler. Und trotzdem ist der EPOS+ einer der vier oder fünf CD-Spieler, die ich gleichrangig neben meinem Scheu-Laufwerk dulden kann. Und das hat einige handfeste Gründe:

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Ungarn und die Steuern

Wappen von Ungarn

Kein Aprilscherz, schließlich ist jetzt Oktober: Ungarn plant die Einführung einer Internetsteuer. 150 Forint pro Gigabyte, das sind 47 ct. Marketingtechnisch eine Ungeschicklichkeit, ich hätte vermutlich eine Steuer von 0,50 ct. pro MB genommen. Oder warum nicht gleich 0,000000005 Euro pro Byte? Der internationale #Aufschrei wäre leiser. So aber hört man allerorten, die Ungarn seien auf dem Weg in die Steinzeit und das sei eine unsinnige Steuer und überhaupt sei das das Ende des Internet und ähnliche sachliche Beiträge.

Bevor man zu einer pauschalen Kritik Ungarns kommt, sollte man sich vielleicht zunächst das ungarische Steuersystem anschauen. Die Ungarn haben nämlich einen saftigen Mehrwertsteuersatz, den höchsten in Europa: 27 Prozent! Also noch rund 50% mehr als wir. Dafür haben sie aber absolut attraktive Einkommenssteuern, derzeit beinahe flat 16% und demnächst 10%. Die umstrittene Internetsteuer soll etwa 20 Milliarden Forint bringen, das sind also 60 Mio. Euro. Viel ist das nicht, aber immerhin pro (ungarischer) Nase 6 Euro. Pro Jahr.

Dennoch geht der Shitstorm los,  Weiterlesen

Liken statt lesen

Nicht nur Willi will’s wissen. Manchmal treibt auch mich die Neugier an, Dingen auf den Grund zu gehen, die andere möglicherweise gar nicht interessieren. Ich kann da sogar richtig pedantisch werden.
Eine Frage aus den sozialen Netzwerken, die eigentlich schon beantwortet ist, lautet: Wie verhält es sich eigentlich mit dem Verhältnis vom liken ohne zu lesen, dem klicken ohne zu kucken, dem faven ohne zu fragen, dem besternen ohne zu besuchen.
Nutzer der sozialen Medien wissen, was ich meine.

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Dummheit hilft… anderen.

Erinnern Sie sich?
Im Frühjahr 1979 stand ein lockenköpfiger, bis dahin völlig unbekannter französischer Sänger mit dem Namen Patrick Hernandez auf der Bühne oder flimnmerte über die heimischen Fernsehschirme. Er hatte ein chaplinartiges Spazierstöckchen, trug einen gepflegten Anzug. Doch dann legte er los: Born to be alive. Es war DER Hit des Jahres, noch Jahrzehnte später eine der Hymnen der legendären Disco-Ära.
Das ist lange her. Aber “Born to be alive” ist seitdem eines der Schlagworte, wenn es um die unbändige Sucht nach Leben und Erleben geht. Diese Lebenssucht thematisierte 2010 der unheilige Graf mit der etwas plumpen eingedeutschen Variante “Geboren um zu leben”. Auch das ist wieder ein Weilchen her.
Die Lebenslust und Lebenssucht aber bleibt. Vor allem bei denen, deren Leben auf der Kippe steht. Entsprechend suchen Gesundheitsverbände händerringend nach Organspendern, um Schwerkranken oder Unfallopfern lebensnotwendige Körperteile implantieren zu können.
Eine belgische Organspendeorganisation hat sich dazu einen ganz besonderen Namen gegeben Re-born to be alive. Und auf ihrer Website hat sie eine fulminante Kampagne aufgesetzt: Weiterlesen

Saulus, Paulus und die disruptive Wucht des Internets

Would the real Internet Guru please stand up?

Es gibt gewisse Ähnlichkeiten zwischen Jaron Lanier, der gerade in Frankfurt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegen nahm, und meinem kürzlich verstorbenen Freund und Coautoren Ossi Urchs. Ja, die Dreads – aber da hört die Ähnlichkeit nicht auf. Beide kannten sich gut, und ich habe sie in San Francisco bei einer Konferenz von Silicon Graphics zusammen erlebt, als wir uns nach einem Vortrag Jarons über die Zukunft von Virtual Reality auf ein Kaffee und ein Ratsch hingesetzt haben und uns völlig einig waren, dass die damals noch recht primitiven VR-Computer eines Tages unsere Sicht der Welt verändern würden. “Irgendwann wirst du gar nicht mehr sehen können, ob du dich in der Wirklichkeit oder in der virtuellen Realität befindest”, schwärmte Jaron damals. Und er hat ja Recht behalten, wie Ossi und ich in “Digitale Aufklärung” geschrieben haben. Nur, dass man dazu keine zentnerschweren Indy Workstations mehr braucht: Du setzt dir einfach ein Google Glass auf, und schon verschwimmen Realität und Virtualität zu einer neuen Dimension der Wahrnehmung.

Ossi und Jaron haben sich in den letzten paar Jahren aber weit auseinander entwickelt. Ossi, der Netzwerker und Vordenker, blieb davon überzeugt, dass wir dank Internet bessere Menschen und damit Teile einer besseren Gesellschaft sein werden. Jaron sah und sieht das anders. Er glaubt im Gegensatz zu uns nicht an den Netzwerkeffekt, nämlich dass das Ergebnis größer ist als die Summe der Teile. Für ihn ist das Kollektivismus und damit nichts anderes als eine Art von Digitalem Maoismus, wie er in “You Are Not A Gadget” schrieb. Wikipedia und die Open Source-Bewegung zerstören angeblich die Möglichkeiten für die Mittelklasse, die Erzeugung von Inhalten zu finanzieren. Und er hat Angst vor digitalen Massenbewegungen, weil sie seiner Meinung nach direkt in die “digitale Barbarei” führen.

Es konnten also keine zwei gegensätzlicheren Menschen unter den roten Mähnen stecken. Weiterlesen

Mono – sonst nix!


 

Der neue Kult ist auf dem Weg. Wenn sogar die WELT bereits über neue Mono-Schallplatten berichtet, ist der Trend ja fast schon in der ZDF-Zielgruppe angekommen.

“Zum ersten Mal seit ihrer Auflösung veröffentlichen die Beatles und ihre Erben das Hauptwerk so, wie es klingen sollte. Auf Vinyl und im guten, alten Einkanalton. Eine Hymne auf die Monofonie …” stimmt die WELT an. Und ich gebe zu: das ist verlockend: Ein kleiner Röhren-Verstärker, ein Plattendreher mit einem Ortofon Mono-System und ein fetter Lautsprecher wie die Tannoy Westminster. Wohlgemerkt: EIN fetter Lautsprecher:

Tannoy Westminster

Ich denke ernsthaft darüber nach, einen meiner beiden Tonarme mit einem Mono-System auszustatten. Ein Ortofon SPU wäre naheliegend:

Ortofon SPU

Noch schöner aber wäre eine entsprechende Zweitanlage. Ein kleines Musikzimmer nur für Monoplatten. Ich hab ja schon zahlreiche gute alte Monoplatten. Und natürlich klingen diese Scheiben interessant. Und völlig anders, als gewohnt. Was interessiert mich Windows 10. …. Man muss mal drüber nachdenken …

Offener Brief an Facebook

Betr: Werbung auf meiner Pinnwand

Sehr geehrter Herr Zuckerberg, liebes Facebook,
es heißt doch immer, Du weißt alles über Deine User. Es heißt doch auch, Du überprüfst die Inhalte von allen Nutzern. Da hast Du sicher viel zu tun.

Es heißt auch, Du steuerst die Werbung so gezielt auf die Pinnwände der Facebook-Nutzer, dass es die Richtigen erreicht. Das wundert mich. Du sammelst Daten und wertest sie nicht aus. Oder Du wertest sie falsch aus. Jedenfalls bin ich weder Zielgruppe für die Werbung, die Du für mich bereit hältst, noch finde ich sie unterhaltsam, aus ästhetischen oder anderen Gründen betrachtenswert. Ich weiß nicht, warum Du mir ein Produkt vorschlägst, für das ich gar keine Verwendung habe.
Wie kommst Du auf diese Idee? Was weißt Du über mich, was nicht mal ich selbst weiß?

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Wenn ich an mir so herunterschaue, dann entdecke ich weder Grund noch Zusammenhang für solche Produktvorschläge. Habe ich jemals bei Euch irgendetwas gemacht, was mich in die Nähe der Verwender solcher Salben rückt? Oder habe ich so viele Freunde, die das tun, dass ich mitgefangen bin und mitgehangen werde?

Lieber Herr Zuckerberg, sicher haben Sie enorm viel zu tun. Und Ihr Facebook Team bestimmt auch. Damit Sie das hier aber lesen können, setze ich diese Nachricht auch direkt in mein Profil. Ich hoffe, Sie finden das und irgendwer übersetzt Ihnen das, ich vermute mal, dass Sie nicht alle Sprachen sprechen, die bei Facebook so benutzt werden. Obwohl Zuckerberg ja sehr deutsch klingt, glaube ich nicht, dass Sie meine Nachricht unübersetzt verstehen. Also: Es geht um “eingewachsene Fußnägel”. Das heißt auf englisch “ingrown toenail”, das habe ich schon mal vorab gegoogelt, damit Sie es leichter haben. Denn ich weiß, wie viel Arbeit bei Ihnen sicher ansteht, all die Millionen Accounts zu überwachten. Haben Sie da eigentlich spezielle große Monitore?

Also, liebes Facebook: Ich möchte, dass Du, wenn Du das hier gelesen hast,  mir nie wieder solche Werbung für Salbe gegen ingrown toenails auf die Pinnwand setzt, ok?
Kümmerst Du Dich bitte darum? Wenn nämlich nicht und ich wieder solche unappetitlichen Dinge anschauen muss, dann werde ich viele böse Sachen über Dich bei Twitter schreiben. Und das ist doch sicher nicht in Deinem Sinne, oder? Und der Herr Zuckerberg möchte das sicher auch nicht.
Ich finde das ist ein fairer Deal, oder?
Also abgemacht.
Ich verlass mich drauf!

LP

Jeeves lebt!

Carry on, Jeeves!

Carry on, Jeeves!

Dass ich das noch erleben durfte: Nach 40 Jahren feiert Jeeves, der Butler aller Butler, Auferstehung. Bertie Wooster kommt doch noch unter die Haube. Und alle Fans von PG Wodehouse (alias: Sir Pelham Grenville Wodehouse) können sich auf ein neues Landhaus-Abenteuer freuen zwischen Cocktailshakern und Gurkensandwichs, Rasentennis und Cricketfeld. Der gute alte Zweisitzer setzt sich wieder in Bewegung, und wir dürfen Wiedersehen feiern mit Tante Agatha, Harold „Stinker“ Pinker, Madeline Basset, Claude „Catsmeat“ Potter-Pirbright und vielen anderen unvergänglichen Figuren aus den insgesamt 11 bisherigen Jeeves-Romanen.

Nein, Wodehouse ist nicht von den Toten auferstanden und hat sich an die alte mechanische Schreibmaschine gesetzt. Und es ist auch kein unveröffentlichtes Manuskript beim Ausmisten seines Dachstuhls aufgetaucht. Statt dessen hat sich ein Brite namens Sebastian Faulks hingesetzt und versucht, das eigentlich Unmögliche möglich zu machen, nämlich ein Buch zu schreiben, das so genau den unverwechselbaren Tonfall des Meisters trifft, als wäre es wirklich ein Stück vom ihm. Weiterlesen

Vom Gondeln und Glotzen

rr4Wer ganz oben ist, hat den beste Überblick!

Diese Binsenweisheit gilt noch immer, von Ausnahmen einmal abgesehen. Eine dieser Ausnahmen mag der eine oder andere aus dem Arbeitsleben kennen: Ganz oben in der Firmenhierarchie zu stehen bedeutet noch lange nicht, den besten Überblick über alles zu haben. Aber das ist ein anderes Thema, das in unserem Zusammenhang nicht weiter relevant ist.

Aber so mancher Benutzer des „Real Life“ weiß auch, wie schön es ist, von oben über Stadt, Land, Fluss zu schauen.
München hat in Sachen Skyline eher wenig zu bieten. Aber sofern die Witterung mitspielt, verzaubert die Stadt mit einem betörenden Blick bis weit hinein in die Alpen; vorausgesetzt man ist hoch genug. Ansonsten ist das Münchner Panorama weniger beeindruckend als zum Beispiel das Frankfurter. Dafür hat München andere Qualitäten.
Eine davon ist das Oktoberfest. Das zieht reichlich Besucher an, so viele, dass – wie mir eine Bedienung aus einem Festzelt glaubhaft versichert, zeitweilig WhatsApp nicht mehr geht. Zu hoch ist der Datenverkehr der bierseligen Besucher. Da kann es schon mal eine halbe Stunde dauern, bis eine WA-Nachricht von einem Bierzelt zum nächsten flattert.
Auch wir haben zur Wiesn Besuch, gemeinsam flanieren wir zwischen Zelten und Schaustellerbuden, Fahrgeschäften, Biergärten und Fressständen umher und steuern irgendwann auf das Riesenrad zu. Und wie war das noch?
Wer ganz oben ist, hat den besten Überblick! Weiterlesen