Digitales Leben

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Mit dem Zug von Isfahan nach Shiraz – Fünfter und letzter Teil meines Reiseberichts aus dem Iran

Die letzte Etappe meiner Rundreise durch den Iran führt mich mit dem Zug von Isfahan nach Shiraz. Meine Eindrücke von der alten Residenzstadt Isfahan habe ich im vierten Teil meiner kleinen Serie schon vorgestellt.  Davor führte uns Teil 3 von Teheran über die Pilgerstadt Mashhad nach Kerman und in die Wüste Lut, während ich mich im zweiten Bericht mit meiner Reisegruppe und im ersten Post mit den Reisevorbereitungen und Buchtipps für Iranreisende beschäftigte.

Pasargadae im Zwielicht der Geschichte

Auf dem Weg nach Shiraz verließen wir in Sa’adat Abad unseren Sonderzug um mit dem Bus zwei Orte zu besuchen, deren Namen ganz weit hinten in meiner Erinnerung ungute Assoziationen aufkommen ließen…

Pasargadae wurde  um das Jahr 570 v. u. Z. von Kyrus dem Zweiten als Residenzstadt gebaut. Na ja, vermutlich baute er die Stadt eher nicht selbst … Als in der Schule Brecht auf dem Stundenplan stand, war ich stets hellwach und kann den Meister wohl aus diesem Grunde noch heute bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit zitieren:

„Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?

Wer kochte den Siegesschmaus?
Alle zehn Jahre ein großer Mann.
Wer bezahlte die Spesen?
So viele Berichte. So viele Fragen.“

Als Kyrus der Erste und der Zweite, der auch „der Große“ genannt wird, als Pasargadae und Persepolis auf dem Stundenplan standen, da muss ich wie die meisten meiner Freunde krank gewesen sein. Oder ich war mit umfassenden technologiesoziologischen Feldstudien am ersten Pong-Automaten in meiner Stadt beschäftigt. Von den Perserkriegen ist mir einzig die Schlacht bei Salamis in Erinnerung geblieben, vermutlich weil mich der Ort immer an die gleichnamige Pizza erinnerte.

Blickt man sich heute in Pasargadae um, dann muss man den Eindruck gewinnen, während der Schulzeit nicht viel verpasst zu haben:

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Iranreise – Teil 4: Von Yazd nach Isfahan

Im vierten Teil des Berichts von meiner Iranreise geht es von Yazd nach Isfahan, von der Wüste in die grüne Oase. Im ersten Teil berichtete ich über Reisevorbereitungen  und Literaturtipps zum Iran, im zweiten Teil über meine Reisegefährten auf der Eisenbahn und im dritten Teil über die erste Etappe, die vom Alborz-Gebirge über Mashhad in die Wüste Lut führte. Und im noch ausstehenden fünften Teil wird es schließlich mit dem Zug von Isfahan nach Shiraz gehen.

Iranreise

Im vierten Teil dieses kleinen Berichts von meiner Iranreise geht es nach Yazd und Isfahan.

Die Wüstengroßstadt Yazd: das Zentrum der Zoroastrier

Die von Alexander dem Großen gegründete iranische Wüstengroßstadt Yazd ist das Zentrum der Zoroastrier. Der Zoroastrismus ist die älteste monotheistische Religion der Welt, die ein zentrales heiliges Buch kennt. Sie wurde etwa 700 Jahre v. u. Z. von Zarathustra begründet.

Zarathustra

Zarathustra wird häufig im Stil eines christlichen Heiligenbildchens dargestellt.

Zahlreiche Kernelemente des Christentums wurden im Zoroastrismus begründet: die Dualität von Gut und Böse, Himmel und Erde, die Gestalt des Erlösers, die Jungfrauengeburt usw.

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Rundreise durch den Iran

Rundreise durch den Iran – Teil 3: Von Teheran über Mashhad und Kerman zum heißesten Punkt der Erde

Meine Rundreise durch den Iran begann am 14. April 2017 mit einem Abstecher durch das Alborz-Gebirge und führte mich anschließend in die heilige Stadt Mashhad und über Kerman zum heißesten Ort der Erde – in die Wüste Lut im Osten des Iran. Im vierten Teil des Reiseberichts geht es dann in den Zentraliran, nach Yazd und Isfahan, ehe es im fünften und letzten Bericht mit dem Zug von Isfahan nach Shiraz geht – und natürlich in die „Stadt der Perser“, die gar nicht die Stadt der Perser war, nach Persepolis.

Rundreise durch den Iran

Meine Rundreise durch den Iran bewältigte ich mit der Eisenbahn. In den ersten beiden Teilen meines Berichts habe ich über die Voraussetzungen und meine Reisegefährten ausführlich berichtet. Heute nun geht es endlich los; und zwar mit einer kleinen Eisenbahnreise in der Eisenbahnreise. Am 14. April ging es am Bahnhof von Teheran mit dem Sonderzug ins östlich gelegene Garmsar. Ich will Euch dabei nicht zutexten und schon gar nicht mit den üblichen Reiseführer- und Wikipedia-Inhalten langweilen. Ich werde mich also auf einen knappen Rahmentext, zahlreiche Bilder und ein paar persönliche Erfahrungen und Eindrücke beschränken. 

Durchs Alborz-Gebirge zum Kaspischen Meer

Karte Alborz-Gebirge

In Garmsar stiegen wir von unserem Luxuszug in einen kleineren Eilzug, der uns durch das Alborz-Gebirge führen sollte.

Tipp: Die ganze Reise lässt sich natürlich auch individuell buchen, die Tickets für den Zug kann man sogar online kaufen. Hierfür hat der Österreicher Johannes Heger eine „inoffizielle Website der Iran Railways“ ins Netz gestellt. Die Fahrt im 4er-Abteil eines Schlafwagens von Teheran nach Mashhad kostet derzeit zum Beispiel knapp 30 Euro. Für die rund 900 Kilometer benötigt der Zug zehn Stunden. So bequem wie im Sonderzug des Veranstalters Lernidee ist das dann natürlich nicht, aber für Low-Budget-Traveller ist das sicherlich eine Alternative.

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Iranreise 2017

Meine Reise durch den Iran – Teil 2: Die Gefährten

Eigentlich bin ich ja weder ein Pauschaltourist, noch ein typischer Gruppenreisender. Ich gehe gerne in meinem Tempo zu meinen Zielen auf meinen Wegen. Zwischen dem 13. und dem 24.  April 2017 durchquerte ich aber mit einer Reisegruppe auf der Eisenbahn den Iran. Während es im ersten Teil des Berichts um die Reisevorbereitungen und Literaturhinweise ging, möchte ich heute einen Einblick in meiner Reisegruppe geben: die Gefährten!

Es war erst das dritte Mal, dass ich eine organisierte Gruppenreise unternahm. Vor Jahren bin ich mit einer Gruppe auf Tempeltrip den Nil hinauf gefahren, später dann besuchte ich Ausgrabungsstätten in der westlichen Türkei in einem geführten Team. Dieses Mal schloss ich mich einer Gruppe an, um im Sonderzug zwölf Tage quer durch den Iran zu fahren.

Dabei weisen diese drei Reisen durchaus einen durchgängigen Spannungsbogen auf: die soziokulturelle Zusammensetzung auf meinem Nildampfer unterschied sich kaum von einer Heizdecken- und Butter-Fahrt; der Ausflug in die Türkei glich dem Ausflug eines Lehrerkollegiums (der GEW-Anteil lag bei geschätzten 80 Prozent); im Iran war ich schließlich bei der betreuten Seniorenausfahrt pensionierter Hochschulprofessoren angekommen: „Guten Tag Herr Professor!“ „Hallo Herr Doktor.“ „Hat Ihre Gemahlin heute schon ihre Medikamente genommen?“ 

Sonderzug Iran

Mit dem Sonderzug 3.500 Kilometer quer durch den Iran.

Reiseland Iran: Gruppentour oder Individualreise?

Im Iran spricht heute vieles für eine organisierte Gruppenreise:

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Iran

Mit dem Zug durch den Iran – Teil 1: Vorbereitung und Buch-Tipps

Zwischen dem 13. und dem 24.  April 2017 durchquerte ich mit der Eisenbahn den Iran. Der folgende Reisebericht gibt in mehreren Teilen meine Erfahrungen wieder. Ich würde mich freuen, wenn mein kleiner Bericht  ein wenig dazu beitragen würde, den Iran endlich für Reisende aus Europa wieder neu zu entdecken. Es lohnt für alle: für die Menschen im Iran, wie für die Reisenden.

Teil 1: Reisevorbereitungen

Persepolis

Iran ist mehr als Persepolis, die Stadt der Perser.

Die Geschichtsstunden über die Perserkriege liegen Jahrzehnte zurück. Die Erinnerung an diese Stunden ist beschämend lückenhaft. Vermutlich war ich krank oder in schulnahen Kneipen unabkömmlich, als Dareios und Xerxes im Lehrplan standen.

Unvoreingenommene Berichte über den modernen Iran sind in unseren Medien Mangelware. Ein typisches Reiseland ist der Iran heute auch nicht. Im besten Fall ist er für meine Freunde eine große Unbekannte, im schlechteren Fall für meine Nicht-Freunde Teil der Achse des Bösen. Eine Fahrt durch das Morgenland, aus dem angeblich die Weisen kamen, die heute im Kölner Dom in der goldenen Schatulle liegen, bedarf der Vorbereitung. Ich habe mir deshalb in den letzten Wochen nicht nur Reiseführer und einige Bücher über den Islam angeeignet, sondern auch  einige zeitgenössische Belletristik ausgewählt. Die besten möchte ich im Folgenden kurz vorstellen:

Buchtipp I: Ramita Navai: Stadt der Lügen

Buchtipp Iran 1

Von den hier empfohlenen Büchern ist dies vermutlich das bekannteste. Jedenfalls wurde es mir vor Reiseantritt gleich von drei meiner Freunde empfohlen. Ramita Navai, die Autorin, war von 2003 bis 2006 Korrespondentin der Times in Teheran. Sie schildert die Widersprüchlichkeit und Doppelmoral des Alltags im heutigen Iran anhand mehrerer halbdokumentarischer Kurzgeschichten, die alle in der Valiasr-Straße in Teheran spielen. Diese große Nord-Süd-Achse spiegelt wie kaum eine andere Verkehrsverbindung die Vielfalt der soziokulturellen Milieus der 12-Millionen-Stadt Teheran wieder:

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Fachkräftemangel in Bayern dramatisch

Der wachsende Fachkräftemangel in den deutschen Wachstumsregionen erfordert phantasievolle Lösungen – und viele parallele Lösungsansätze. Weder ist es mit einigen zusätzlichen Förderprogrammen getan, noch mit ein paar Reformen in der schulischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Allein in Bayern fehlen bald 450.000 Fachkräfte

Im eben veröffentlichen Fachkräftereport der bayerischen IHKs wird die Mangelwirtschaft sichtbar:

  • Aktuell sind in Bayern 4,4 Millionen Fachkräfte beschäftigt.
  • Ende 2017 rechnen die Kammern mit rund 227.000 fehlenden Fachkräften in Bayern.
  • Bis zum Jahr 2030 steigt der Engpass auf etwa 451.000 Personen an.
  • Gesucht werden vor allem beruflich Qualifizierte. Ende 2017 werden in Bayern 195.000 (2030: 406.000) beruflich Qualifizierte und 31.000 Akademiker (2030: 45.000) fehlen.
Fachkräftemangel in Bayern

Aktuelle Strukturdaten zum Fachkräftemangel in Bayern

Stellt man sich vor Augen, dass demnach in wenigen Jahren jeder zehnte Arbeitsplatz für eine Fachkraft in Bayern nicht mehr besetzt werden kann, dann wird offensichtlich, dass einzelne Maßnahmen immer zu kurz greifen werden. Gefragt ist eine umfassende Qualifizierungsoffensive und eine neue  intelligente regionale Verteilung des Wachstums.

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Reisen und Moral: Israel

reisen und moral – wohin darf man reisen?

die kritischen meldungen aus der türkei häufen sich. die türkische regierung inhaftiert kritische journalisten und die unterdrückung der kurdischen kultur nimmt zu. heute warf erdogan angela merkel mal wieder „nazi-methoden“ vor. dabei entspricht der türkische präsident sicherlich nicht dem ideal eines demokraten. darf man heute als tourist noch in die türkei fahren?

die krim zählt schon seit mehreren jahren zum engeren kreis meiner angedachten urlaubsziele. ich war noch niemals dort und in diesem jahr hätte das gut in meine planungen gepasst. eigentlich wollte ich im kommenden sommer nach jalta. aber wann immer ich jemanden von diesem plan erzählte, wurde ich mit großen augen angeglotzt: „da kann man doch nicht hinfahren„. „krisen-tourismus“ und „abenteuerurlaub“ waren noch die höflichsten reaktionen. „damit unterstützt du die militärische intervention putins in der ukraine“ – das war dann schon die heftigere reaktion. darf man heute als tourist noch auf die krim fahren?

in vier wochen bin ich im iran. und ich freue mich sehr auf eine eisenbahn-rundreise nach teheran und isfahan, durch die wüste und das gebirge. insgesamt liegen sieben weltkulturerbestätten auf meiner tour. der iran ist eine alte hochkultur. aber zählt er nicht seit george dabbeljuh auch zur „achse des bösen“? darf man heute als tourist in den iran fahren?

und darf man eigentlich als tourist ins amerika donald trumps fahren? und nach israel und dort in die besetzten gebiete palästinas?

reisen und moral: es ist unsere pflicht uns selbst auf reisen zu ändern

spätestens seit ich mit meiner agentur für den flughafen münchen den reise-blog „travellers insight“ aufbaue werde ich immer wieder mit den großen grundfragen um reise und moral konfrontiert: wo darf man hinfahren? kann man mit der Wahl seiner reiseziele irgendwelche moralischen grundwerte verraten?

ich meine: ja – man darf und soll überall hinreisen: mit offenen augen und ohren, mit toleranz und neugier.

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Musikserver cocktail audio X50

im test: der neue musikserver cocktail audio x50

der musikserver cocktail audio x50 hat eigentlich nur ein wirkliches problem: man kann in sein slot-in-laufwerk keine schallplatten schieben!

als bekennder vinyl-fan muss ich das einfach vorausschicken. aber im ernst: der cocktail audio x50 bildet neuerdings die schnittstelle zwischen meinen scheiben und meinen daten. und dafür gibt es einige verdammt gute gründe:

Musikserver Cocktail Audio Screen

der farbmonitor des musikservers cocktail audio x50 ist auch aus größerer distanz gut zu lesen.

der cocktail audio x50 ist keine integrierte eierlegende wollmilchsau, sondern ganz einfach ein hochwertiger streamer und musikserver. dafür stellt er die biologie gründlich auf den kopf: er ist der große jüngere bruder der sattsam bekannten und ebenfalls ordentlich beleumundeten x30 und x40. er kann weniger als diese und ist deshalb auch merklich teurer.

das macht alles keinen sinn? macht es doch:

denn mit dem x50 betritt der für sein hervorragendes preisleistungsverhältnis bekannte hersteller den gehobenen highend-markt. nicht nur die anfassqualität des immerhin knapp zehn kilogramm schweren spielers ist beeindruckend.

Musikserver von innen

das im cocktail audio x50 verbaute dvd-laufwerk stammt von lg und tut auch in zahlreichen computern seinen dienst.

ein guter cocktail lebt von guten zutaten

hinter der 12mm starken massiven aluminium-front haben die cocktail-mixer nur beste zutaten verbaut:

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kleiner tipp für alle multiplattform-blogger: ein rss-wordpress-widget zur bewerbung eigener beiträge auf anderen blogs

ich blogge ja nicht nur hier auf czyslansky, sondern regelmäßig auch auf dem pr-blog meiner agentur vibrio, immer wieder mal auf dem reise-blog travellers insight und viel zu selten auf dem liebenswert gerontologischem blog der digisaurier. nun dachte ich mir, es wäre doch schön, wenn ich hier auf czyslansky kurz auf meine aktuellen postings auf diesen anderen blogs hinweisen würde. es gibt für eine solche aufgabe sicherlich ebenso viele möglichkeiten, wie es sterne im keller gibt. ich habe mich für eine bequeme, schnelle und flexible lösung entschieden, die aktuelle veröffentlichungen in der rechten spalte des czyslansky-blogs darstellt:

RSS Import aus anderem Blog

aktuelle veröffentlichungen im vibrio blog, für die ich einen hinweis hier in czyslansky abgeben möchte, werden nun mit einer eigenen kategorie gekennzeichnet. hier in czyslansky integriere ich ein rss widget in einer seitenleiste und trage dort einfach den namen des rss-feeds der kategorie ein:

RSS Widget

in diesem fall ist „miksartikel“ der name der kategorie. beim verweis auf eigene veröffentlichungen hat man es durch die vergabe der kategorie in der hand, welche der eigenen beiträge beworben werden sollen. vielleicht sind ja einige einfach nicht für den zweiten blog geeignet. genau um diese flexibilität ging es mir. ein rss auf die autorenseite wäre hier die weniger flexible möglichkeit gewesen. Diese variante habe ich beim verweis auf den reiseblog travellers insight gewählt:

rss widget