Digitales Leben

Die Hybridisierung der Fortbewegung – eine automobile Genese

Ich habe es getan. Gestern. Ich habe meine Katze zum Teufel gejagt. Ich habe mich hybridisiert. Gretisiert. Elektrifiziert. Jedenfalls fast.

Ich gehöre ja  einer Generation an, für die Automobilität tatsächlich noch ein Freiheitsversprechen war.

In der fränkischen Provinz, also da wo ich groß gemacht wurde, kam man in den siebziger Jahren ohne Auto exakt nirgendwo hin: in kein Konzert, in kein Kino, in keine Kneipe, in überhaupt kein „K“. Höchstens in die Kirche.

Der Autor als Führer – also der Autor im Führerschein. Ein historisches Dokument der frühen Mobilität.

Mit 15 schaffte man sich ein Mofa an – nein, als frankophiler Franke natürlich eine Solex. Mit 18 hatte man dann den Führerschein und irgendetwas, was annähernd wie ein Auto aussah, also eine Blechschachtel, die von Heißkleber, Glaube und Hoffnung zusammengehalten wurde. Erinnert sich jemand an die legendäre Zündfunkserie von Achim Sechzig Bogdahn aus  Frammersbach mit dem „Führer“, der als einziger in seiner Jugend-Clique einen Führerschein besaß? So war das Leben Jahre zuvor auch an der Rezat: wer einen Schein hatte trank Wasser und fuhr die ganze Combo durch die Nacht. Wer keinen Schein hatte soff. Autofahren war gesund und hielt die Leber klein. So war das damals.

Wer in dieser Kultur groß gemacht wurde, für den war das Auto immer mit Transportaufgaben verbunden:

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rudi kulzer

Rudi Kulzer – ein später verzweifelter Nachruf

Rudi, das war nicht fair – diese Welt durch den Hinterausgang still und heimlich zu verlassen. Während meines Urlaubs. Ohne letzte Zigarre. Ohne ein letztes Gläschen. Aber ich habe es nicht anders verdient. Nach deinem Schlaganfall im vergangenen Jahr haben wir uns nicht mehr getroffen. Und so habe ich von deinem Tod im Juli diesen Jahres erst sehr spät erfahren. Und das werde ich mir so schnell nicht verzeihen. Schließlich hast du mich wie nur wenige andere Fachjournalisten mein langes Berufsleben hindurch begleitet.

Richtig kennengelernt habe ich dich irgendwann Ende 1988 bei der Vorankündigung des Microsoft SQL Servers in einem dieser üblichen Münchner Hof-Hotels – „Bayerischer Hof“, „Königshof“, … irgendeiner dieser Vorhöfe zur Hölle. Ich war damals Pressesprecher von Microsoft und am Ende der Veranstaltung, in der wir gemeinsam mit Ashton Tate den SQL Server vorstellten, erhob sich in der letzten Reihe der tiefe grollende Bass hinter einem mächtigen Rauschebart mit den Worten

„Rudi Kulzer, Handelsblatt. Ja schämt’s Ihr Euch gar ned bei Äschton Täit, dass Ihr jetzt Euer wichtigstes Produkt über die Feinde von Microsoft vertreiben müsst? Geht ohne den Gates jetzt gar nix mehr? Seids Ihr schon so vor die Hunde gekommen?“ 

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Wenn „Drecksfotze“ eine Sachauseinandersetzung ist, dann ist Sex mit Richtern widernatürlich – zur Sache Künast

Knatter sie doch mal so richtig durch, bis sie wieder normal wird“. Dies fordert ein Facebook-User mit Blick auf die grüne Politikerin Renate Künast. Andere bezeichnen sie als „Drecksfotze“, „Stück Scheiße“, „Schlampe“, „altes grünes Drecksschwein“ oder „Geisteskranke“. Renate Künast wollte gegen diese beleidigenden Äußerungen vorgehen und ging vor Gericht. Nun hat das Berliner Landgericht ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und nicht nur das: das Gericht hat der Denunziation im Internet für die Zukunft Tür, Tor und Homepage geöffnet. Und das mit einer skandalösen Begründung.

 
2017-09-17 Renate Künast by Olaf Kosinsky-10

„Von einer Schmähung kann nicht ausgegangen werden, wenn die Äußerungen im Kontext einer Sachauseinandersetzung steht“.

Und diese „Sachauseinandersetzung“ sieht das Gericht in diesem Fall als gegeben an.

Es ging einmal um eine ernsthafte Diskussion um Sexualität und Gewalt

Hintergrund der Schmähungen ist ein kleiner missverständlicher Zwischenruf von Renate Künast aus dem Jahr 1986 (!). In aller gebotenen Kürze:

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Die EMUD Phono Rekord 59 – ein Klanggut

1959 war ein Jahr in dem der Welt viel Gutes geschenkt wurde. Aus diesem Grund kam auch – als traumhaftes Geschenk meines traumhaften Agentur-Teams –  am vergangenen Freitag eine komplette multifunktionale Musikanlage in mein Haus: ein bestens restaurierter spielfreudiger EMUD Phono Rekord aus dem Jahr – ich sagte es schon – 1959.

EMUD Phono Rekord 59

Wer oder was um alles in der Welt ist EMUD?

EMUD, das steht für Ernst Mästling: Ulm/Donau. Heute kennen nur noch unverbesserliche Sammler betagter Röhrenradios diese deutsche Manufaktur. Sie zählt zu den drei ältesten Radiofirmen Deutschlands. Um das Jahr 1959 waren rund 600 Leute bei EMUD damit beschäftigt hochwertige Rundfunkempfänger zu produzieren. Die Geräte waren sogar in den USA ausgesprochen beliebt. Der Exportanteil der Produktion lag zeitweise bei mehr als 25 Prozent. „Made in West Germany“ hatte einen guten Klang. damals schon. 

EMUD Phono Rekord 59

Umfangreiche Klangbeeinflussungsmöglichkeiten: die berühmte Sprachtaste zur Anhebung der mittleren Frequenzen.

In den 20iger und 30iger Jahren bauten die Ulmer preiswerte „Volksradios“, besser und preiswerter als die berüchtigten „Volksempfänger“. Im Krieg wurden die Produktionsanlagen weitgehend zerstört. Trotzdem gelang der Wiederaufbau und in den späten fünfziger und frühen sechziger Jahren blühte EMUD zu nie dagewesener Größe auf. Aber:

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Illustration Humboldt

Buchbesprechung: Die Abenteuer des Alexander von Humboldt

Die Abenteuer des Alexander von HumboldtDas ist mal ein Buch: wunderschön und superspannend. Rechtzeitig zum Humboldtjahr 2019 – vor 250 Jahren wurde der Kerl geboren – erschien bei Bertelsmann das schönste Buch zum Thema: „Die Abenteuer des Alexander von Humboldt„. Erstellt von der klugen Andrea Wulf auf Grundlage einer Übersetzung der Vorlage der ebenso klugen Gabriele Werbeck und wunderhübsch illustriert von Lillian Melcher. Also ein Frauenbuch. Und ein schönes Kinderbuch. Und ein Buch für kluge weil neugierige Männer.

Darin erzählt Alexander von Humboldt seine große Reise nach Südamerika, die er 1799 startete und die ihn innerhalb von fünf Jahren nach Teneriffa, Südamerika, das heutige Cuba und Mexiko und schließlich nach Washington und zurück nach Europa führte.  

Das Buch zum Humboldt-JahrDas Buch erzählt die Reise auf Grundlage der Tagebuch-aufzeichnungen Alexander von Humboldts. Und erzählt wird mit Skizzen, kleinen Illustrationen, Comics, Faksimiles des Tagesbuchs, Kupferstichen von zahlreichen Pflanzen und Tieren. 

Geschildert werden die Abenteuer des Naturforschers, seine Erfahrungen mit der indigenen Bevölkerung Südamerikas, mit der Hitze von Vulkanen, mit Krankheiten und Hunger.

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reMarkable Tablet

Im Test: Papierloses Büro mit dem reMarkable Tablet

Das reMarkable Tablet kann wenig – aber was es kann, das kann es richtig gut. Es ist angenehm im Handling, braucht wenig Energie und wäre es weiblich, so wäre sie ist die erste seit der legendären S.T., die meine Handschrift lesen kann.  Und was will man mehr?

Im Ernst: mein Büro arbeitet schon lange fast komplett papierlos: Rechnungen werden elektronisch erledigt, Dokumenten nur noch eingescannt archiviert, unser Drucker langweilt sich mächtig. Aber Notizen während Meetings und meine gefürchteten spontane Ideen – von manchen immer wieder gerne als „Sponti-Ideen“ denunziert –  die entstanden bislang noch immer zumeist auf toten Bäumen. Denn Tastaturengeklapper während Meetings ist nervig. Und in Monitore glotzende Zuhörer und Mitdiskutanten und -onkels kann ich selten ernst nehmen. Tanzende Bleistifte und Füllfederhalter haben mich hingegen nie gestört.

Aber das Gekratze auf der Glasplatte meines Surface Books war an sich schon unerotisch. Und die Schrifterkennung war – nun eben unterirdisch. Was fehlte war ein papierloses Notizbuch. und alles was der Markt mir diesbezüglich angeboten hat, war aus dem ein oder anderen Grund unerträglich:

  • Es brauchte zu viel Strom.
  • Es schrieb sich schlecht damit.
  • Es war unhandlich.
  • Es war kompliziert.

Bis vor wenigen Tagen das erste brauchbare elektronische Notizbuch in meinem Briefkasten lag: das reMarkable.  Von reMarkable. Aus Oslo.

Was kann das reMarkable Tablet? Wenig, aber das (fast) perfekt.

Eigentlich kann das reMarkabel Tablet nur wenig. Was es aber kann, macht es sehr ordentlich:

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Der schnellste High End Lautsprecher der Welt

Presto Possibile – Die schnellsten High-End-Lautsprecher der Welt

Der Sound im Bugatti Chiron kommt aus accuton High-End-Lautsprechern

„Ein Auto braucht mehr Watt als PS.“ Nach diesem Motto habe ich seit meiner Führerscheinprüfung meine Fahrzeuge immer und ausnahmslos ausgesucht. Anfangs war es noch relativ einfach, mein automobiles Leben nach dieser Maxime auszurichten: mein erster Fiat Cinquecento hatte gerade mal 17 PS. Mein zweites Traumauto war eine Baguette-Schaukel von Renault – ein weißer R4 – mit immerhin schon 23 PS. In ihm wurde ein Grundig-Radio von einem Kassettenrekorder angetrieben, den ich in selbstmörderischer Eigenverkabelung an die Autobatterie angeklemmt hatte – mit dem Effekt, dass die Umdrehungszahl der Audio-Kassette immer ein wenig mit der Geschwindigkeit des Fahrzeugs korrelierte. Temps perdu …

Bugatti Chiron exterior

Der schnellste High-End-Lautsprecher der Welt: der Bugatti Chiron (Bild © Bugatti)

Was aber macht man, um Carl Benz Willen, mit meiner alten „Mehr-Watt-als-PS-Regel“ in einem Fahrzeug, dessen Motor nicht weniger als 1.500 PS – in Worten: eintausendfünfhundert – freisetzt?

Die Rede ist vom Bugatti Chiron, der bei 420 km/h (!) abgeregelt wird. Die Limitierung der Geschwindigkeit wurde bei meinem Cinquecento noch durch Gegenwind und Straßenneigung auf natürliche Art gewährleistet. Bei Rückenwind, im Windschatten eines Lastwagens und mit 20 bis 30 Sekunden Anlauf, waren durchaus 100 km/h drin – eine Geschwindigkeit, die der Chiron schon nach 2,5 Sekunden aus dem Stand erreicht.

Bugatti Chiron interior

Abgeregelt wird der schnellste High-End-Lautsprecher der Welt für den Straßenbetrieb bei 420 km/h (Bild © Bugatti)

Ihr seht schon: der Bugatti Chiron wird niemals in meiner Garage stehen, schon weil ich einfach kein passendes Autoradio mit mehr als 1.500 Watt auftreiben kann. Die 2,4 Millionen Euro, die man mindestens für den Wagen investieren muss – ohne Zusatzausstattung versteht sich – kann ich mir … äh … sparen. Irgendwie stimmen auch die Rahmenbedingungen nicht. Denn wie hat der SPIEGEL so schön über den Chiron-Fahrer recherchiert: „Im Mittel besitzt er 63 weitere Autos, außerdem noch diverse Helikopter oder Privatflugzeuge, eine Yacht und fünf Villen.“ Ich habe keinen Heli …

German Audio Competence on German Autobahn

Aber drin gesessen bin ich im Bugatti Chiron; nicht zum Fahren, sondern zum Musik hören.

Bugatti Chiron interior

Schwelgen in Leder und Musik … (Bild © Bugatti)

Und das ist ein wahrlich konzertantes Erlebnis, denn im Chiron steckt die geballte Akustik-Erfahrung einer der renommiertesten Lautsprecher-Manufakturen der Welt. Für den guten Ton im schnellen Bugatti sorgt die in Pulheim bei Köln beheimatete Firma Thiel & Partner, besser bekannt unter dem Markennamen accuton. Und das hat einen einfachen Grund:

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Wenn die Deutsche Glasfaser anderen eine Grube gräbt …

Deutsche Service-Wüste, Deutschland als Redlight District im europäischen Breitband – alles gut und schön: aber wohin ein überstürzter Aufbruch ins Glasfaser führen kann, das erlebe ich seit einem Jahr mit den Maulwürfen der Deutschen Glasfaser. Es ist ein Desaster. Und ein Possenspiel. Dabei spreche ich der Deutschen Glasfaser nicht die Kompetenz als Netzbetreiber ab, aber sehr wohl jedwede Fähigkeit und Seriosität als Projektmanager im Tiefbau. Und ohne Tiefbau gibt es nun mal kein Glasfasernetz.

Erst kommt das buddeln, dann das Bloggen.

Aber immer der Reihe nach und am besten rollen wir das Kabel von hinten auf:

Kurz vor Weihnachten 2018 erschienen Bauarbeiter in meiner Garagenzufahrt und sperrten die selbige kurzerhand ab. Als ich mich mit dem Auto näherte, fuchtelten sie wild mit den Armen und bedeuteten mir auf Nachfrage „Not possible“. Das war insofern überraschend, als dass dies der erste Arbeiter des von der Deutschen Glasfaser beauftragten Bautrupps war, der zwei Worte Englisch sprach. Deutsch ging und geht gar nicht.

Deutsche Glasfaser

Auf der Suche nach einem Fehler im Netz hatten sie kurzfristig meine Einfahrt aufgegraben. Gefunden haben sie nix und sie haben dann bis auf ein großes Loch auch alles wieder zugeschüttet. Diese Fallgrube besteht jetzt seit dreieinhalb Monaten und damit eben keiner hinein fällt wurde sie provisorisch mit zwei rotweißen Absperrungen eingekreist.

Die Deutsche Glasfaser vergräbt sich

Nun frieren im Winter nicht nur die Bauarbeiter, sondern auch das Erdreich und ich bin ein geduldiger Mensch, der einfach den Glauben an das Gute nicht verlieren will und darauf setzte, dass das Loch nach Beendigung der winterlichen Eiszeit schon wieder zugeschüttet werden würde. Wurde aber nicht. Und meine diesbezügliche Ermunterung mir das Wenden vor meiner Garage durch Verfüllung des Lochs  nach dreieinhalb Monaten wieder zu ermöglichen wurde heute wie folgt beschieden:

„Mit der Verlegung der Glasfaserleitung in Ihrem Gebiet versorgen wir auch Haimhausen mit einer Modernen und zukunftsorientierten Infrastruktur. Die Verlegung der Glasfaserleitung führt in vielen Fällen vor Herausforderungen.  [Ja, sie „führt vor Herausforderungen“, aber leider nicht in meine Garage] Für die Realisierung sind manche Gegebenheiten jedoch unumkehrbar [mein Loch ist ein unumkehrbares Loch ?], sodass es durchaus üblich ist das Bauarbeiten nur abgesperrt und nicht vollständig verschlossen werden. Sobald die Infrastruktur vollständig abgeschlossen wird, wird eine Abnahme mit unserem Bauleiter, der Stadt und uns durchgeführt.“

ich will aber gar kein Stelldichein mit der Stadt auf „meinem“ Grundstück. Es geht bei meiner Einfahrt nicht um öffentlichen Grund, sondern um einen Privatweg, den die Deutsches Glasfaser ohne meine Einwilligung hat aufgraben lassen.  Da war schon das Aufgraben eine Sachbeschädigung und jetzt ist’s ein Reinfall.

Wie mir die Deutsche Glasfaser in den Garten kam

Als vor vielen Monaten die Deutsche Glasfaser mir wie den meisten Haushalten in meinem Wohnort den Anschluss an ihr Glasfasernetz anbot, war ich natürlich hoch erfreut. Bald schon kam es zum angekündigten Hausbesuch einer netten, des Deutschen kaum mächtigen jungen Mitarbeiterin:

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bill gates 1994

Mit Bill Gates in der Alten Oper

Manchmal stößt man wirklich auf vergessene Schätze in den Tiefen der heimischen Festplatten. Hier eine Aufzeichnung meiner Anmoderation von Bill Gates auf den Mittelstandstagen von Microsoft Deutschland in der Alten Oper in Frankfurt am Main. Das muss irgendwann im Sommer1994 gewesen sein, denn ich nehme Bezug auf den berühmten Fauxpas von Kanzler Kohl, der  am 3. März des Jahres in RTL bei Hans Meiser auf die Frage des damaligen Microsoft Deutschland Chefs Christian Wedell zum Stand der Datenautobahnen antwortete: 

„Ja, da sind wir ja mitten in der Diskussion, das weiß hier ja kaum einer besser als Sie, und Sie wissen auch wie heftig umstritten das ist. Die Zukunft läuft in diese Richtung, aber wir brauchen dafür Mehrheiten und wir sind ein föderal gegliedertes Land und Autobahnen sind elementar, auch mit Recht, in der Oberhoheit der Länder. Der Zustand den wir jetzt auf den Autobahnen haben ist dergestalt, dass wir wissen, wann wir überhaupt nur noch von Go and Stop auf Autobahnen reden können.“

Hier die Anmoderation, schon mit Fliege, aber noch mit richtig vielen Haaren:

 

Es gibt leider nur wenige Dokumente meiner damaligen regelmäßigen Arbeit für und mit Bill Gates. Eine Pressekonferenz mit ihm in Moskau kommt mir noch in den Sinn: 

Mit Bill Gates in Moskau – von Microsoft, dem KGB, einer Nutten-Bar und dreiäugigen Beamern

Tim Cole

Buchbesprechung: Tim Cole – Wild Wild Web

Tim Cole Wild Wild WebWenn ein Internet-„Urgestein“ einem anderen Internet-„Urgestein“ das Vorwort schreibt, so empfiehlt es sich allzu oft den intellektuellen Rollator bereitzustellen. Dies gilt für die Lektüre von „Wild Wild Web“ mitnichten. Der altersweise Tim Cole hat ein furioses Buch geschrieben, einen lautstarken Aufruf für eine Reorganisation des Internet auf Grundlage kritischer gebildeter und medienkompetenter Geister. 

Internet-Urgestein Winfried Felser beschreibt in seinem Vorwort das Buch sehr treffend als „Aufruf zu digitaler Souveränität“ und den Deutsch-Amerikaner Tim Cole als jemanden, der durch einen Vergleich des Wilden Wilden Westens mit dem World Wide Web vor den Risiken des Internets warnen will. Tatsächlich will uns mein alter Freund Tim – er ist einer der Gründer dieses Czyslansky-Blogs –  durch die Denunziation der Revolverhelden von Dawson City vor den Verführern des Silicon Valley warnen. Aber er tut dies nicht mit großem Lamento wie einst sein Lieblingsgegner Frank Schirrmacher, sondern als leidenschaftlicher Aufklärer und – ja – Medienpädagoge des Digitalzeitalters.

Vom Widerstand gegen die digitalen Räuberbarone

Tim Cole betrachtet den gesellschaftlichen Widerstand gegen ACTA, AirBnB und Uber als beispielhaft und wünscht sich mehr Aktionen von Volk und Verwaltungen gegen die neuen Monopolisten, die ihre Macht dazu missbrauchen sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern. Dabei will er die neuen Krösuse nicht köpfen, sondern in eine – noch anzupassende – Rechtsordnung hineinzwängen. Er fordert einen New Deal, in dem ein moderner Datenschutz ebenso gesichert ist, wie eine faire Besteuerung der Gewinne der internationalen Digitalkonzerne.

Dabei geht er mit den neuen Räuberbaronen nicht gerade zimperlich um:

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