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Im Kino: INSIDE WIKILEAKS

52465-the-fifth-estate-poster-575Julian Assange ist ein Getriebener. Besessen von dem eigenen Dogma Transparenz um jeden Preis; aber auch besessen vom eigenen Ego, der Kontrollwut und der Angst, irgendjemand könnte ihm den Schneid abkaufen. Mal ist er ein Alphatier, ein charismatischer Führer, dann wieder depressiv und an der Grenze zum Autismus. Auf der einen Seite ist erzutiefst überzeugt von sich, auf der anderen Seite zweifelnd. Gehetzt von Termin zu Termin, von Land zu Land, heute in Kenia, morgen in Island, misstraurisch und überheblich gegenüber der „alten“, weil gedruckten Presse, der vierten Macht. Irgendwie ist er ein Genie, das niemand so wirklich versteht, und leider behaftet mit allerhand charakterlichen Fehlern.

Daniel Domscheit-Berg ist das genaue Gegenteil. Ein überzeugter Jünger, ein Anhänger und Verteidiger,  kreuzbrav und bieder hinter seiner Nerd-Brille und seinem Vollbart, infiziert und fasziniert vom großen Meister, den er immer wieder zitiert: „Julian hat gesagt… Julian hat aber gesagt“, gutgläubig, fast schon naiv. Und er ist der gute Mensch mit dem Gewissen. Denn er ist es, der zum ersten Mal die Frage in den Raum stellt, warum Dokumente, die auf Wikileaks veröffentlicht werden, nicht redigiert werden, wenn doch Gefahr für Leib und Leben besteht. Damit wirft er die Frage nach den Folgen des Tuns auf. Ethik aus der Verantwortung statt aus der Gesinnung.
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Cowboys und Aliens

Wer sich den Film Cowboys und Aliens ansehen will, sollte sich beeilen. Ich hatte ein ungutes Gefühl, das Kino war recht leer und irgendwie wirkten die Besucher durch durch die Bank unzufrieden. Nur einem einzigen Menschen im ganzen Kino hat dieser Film vielleicht gefallen: Mir.

Im Gegensatz zu meiner Frau. Beim Abspann sprang sie auf, zischte zuerst: „Beim nächsten Mal such ich den Film wieder aus!“ und dann „los, komm, raus hier, ich möchte nicht der letzte sein, der nach diesem Film den Raum verläßt!“. Das hat mich verblüfft. Wieso hat ihr dieser wunderbare Film nicht gefallen?

Zum einen kann es am Genre liegen. Was ist überhaupt das Genre? Es kommen Cowboys vor, aber es ist nicht wirklich ein Western. Aliens kommen vor und sind auch recht gruselig, aber ein Space-Horrorschocker ist es nicht. Für ordentliche Sciencefiction fehlt Technik, na gut, ein bisschen Fluggerät schwirrt herum und eine Waffe, die im Wilden Westen jeder gerne gehabt hätte. Ganz klar: Weiterlesen

Der Blues des Bannermalers

Der Beruf des Kinomalers ist nahezu ausgestorben. Als großformatiges Drucken noch unerschwinglich war, engagierten die Kinobetreiber Maler, mit Pinsel und Farbe Filmplakate auf große Leinwände zu übertragen. Diese taten das mehr oder weniger gekonnt und mit mehr oder weniger Lust an der künstlerischen Freiheit. Über den Eingängen so mancher Lichtspielhäusern prangten großformatige Kunstwerke, wo heute Großdruckplakate und teilweise schon elektronische Screens auf das laufende Kinoprogramm hinweisen.

Dieses Berufsbild ist ein sterbendes aber ein anderes, eigentlich nicht ganz unähnliches, ist seit einigen Jahren ganz groß im Kommen: Der Bannermaler.

Ich bin eines dieser Spezies und so manch ein Kinofilm ist von einem Banner aus meinem Pixelatelier beworben worden. Weiterlesen