Schlagwort-Archive: Musik

Der neue High-Resolution-Player Astell & Kern AK Jr – das musikalische Einstecktuch

Astell & Kern AK JrSeit wenigen Tagen ist er verfügbar: der Astell & Kern AK Jr ist die Einstiegsdroge in die Welt mobiler hochaufgelöster Musik. Er ist so neu, dass er auf der deutschen Web-Site des Herstellers noch gar nicht existiert. Man findet  auf die Schnelle dort auch kein Handbuch. Dem Produkt liegt auch kein gedrucktes Handbuch bei. Man soll es aus dem Web herunterladen. Im Web findet man aber keins. Aber lesen Männer Handbücher? Eben. (Ich hab dann später doch noch ein Handbuch gefunden: in internen Speicher. Von dort kann man es sich dann auf den Computer ziehen. Schräge Lösung.)

Auch wenn es nicht den Anschein hat, es gibt ihn, den Astell & Kern AK Jr. Ich hab ihn nämlich. Und er ist verdammt gut. Und für einen Analogi wie mich ist er die Einstiegsdroge ins digital-virtuelle Musikzeitalter.

Qualität aus Korea, nicht nur für Chick Corea (hüstel, hüstel …)

Astell & Kern aus Südkorea ist die unbestrittene Leitmarke für portable Abspielgeräte für Musik in Hochauflösung. Astell & Kern Player sind die Sony Walkmänner unserer Tage.

Astell & Kern AK JrHochauflösung, das ist Musik weit oberhalb von CD-Qualität. Im Prinzip handelt es sich um Musik in der Qualität der sagenumwobenen Originalaufnahmebänder. „Im Prinzip“ deshalb, weil auch die Qualität dieser Originalbänder von höchst unterschiedlicher Qualität ist. Was in frühen Tagen der Digitaltechnik in einem Studio digital aufgenommen wurde klang immer jämmerlich und klingt auch aus einem Astell & Kern widerlich. Aber wenn die Voraussetzung – das Masterband – stimmt, dann ist Musik von einem High Resolution Player so gut, dass rein akustisch der Plattenspieler das Nachsehen hat. Die Überlegenheit von Vinyl reduziert sich dann wirklich auf die Haptik und Optik. Aber Hand und Auge sehen nun einmal mit …

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Die TOP 10 meines Lebens

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was die „TOP 10“ Ihres Lebens sein könnten? Also die 1o Songs für die einsame Insel. Die 10 Songs, die Sie davon abhalten könnten, sich in einem echt schlechten Moment vor die U-Bahn zu werfen. Die 10 Songs, die Sie aus dem Koma wecken würden …

top10Ich grüble schon länger über diese, meine zehn Lieblinge nach. Deshalb sind es auch viele sehr alte Lieder, solche, die ich eben schon seit vielen Jahren liebe und denen ich immer noch nicht überdrüssig wurde.
Viele tolle Stücke musste ich schmerzhaft in die untere Hälfte einer TOP 20 verbannen, eine Reihenfolge innerhalb der Liste war da nicht auch möglich …

Hey Joe, Jimi Hendrix
A Real Mother For Ya, Johnny Guitar Watson
The Dock of the Bay, Otis Redding
Where Did You Sleep Last Night, Nirvana (unplugged)
I’ll Be Your Lover, Too, Van Morrison
Blue Eyes Crying in the Rain, Willie Nelson & Shania Twain
Nothing Else Matters, Metallica
Little Girl Blue, Janis Joplin
Soldier of Fortune, Deep Purple
Purple Rain, Prince & The Revolution

Wie sieht Ihre Top 10 aus? Was sagt Sie über Sie aus?
Nur zu, einfach in die Kommentare hinein.

Goldstückchen auf Plattenspieler: Der Tonarm Mørch DP-8 im Test

Scheu Plattenspieler

Ein Mørch DP-8 auf einem Scheu-Dreher

Kann man in der Auseinandersetzung mit einem Tonarm Demut lernen? Man kann. Denn der Mørch DP-8 ist eine Zicke. Aber eine begnadete. Er ist vielleicht das Beste, was Sie ihren Schallplatten antun können. Und er ist mit großer Wahrscheinlichkeit das Fieseste, was Sie Ihren Nerven antun können. Aber fangen wir mal demütig ganz von vorne an …

Mørch – ausgesprochen „Mörch“ , wie mörcherisch – heißt mit Vornamen Hans Henrik ist Däne und baut seit vielen Jahren mit einigen wenigen Mitarbeitern in Gentofte bei Kopenhagen Tonarme. Bekannt sind der „kleine“ einpunktgelagerte Mørch UP-4 und der klassische kugelgelagerte DP-6. Beide Tonarme sind feinmechanische Kleinode, gegen die die marktbeherrschenden Arme von den kleinen Regas bis zu den großen Clearaudios und Armen von SME wie vom Pferdeschmied geschlagen aussehen. Tonarme von Mørch hingegen sind feinziseliert und sensibel wie Schweizer Uhrwerke.

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Czehn mal was auf die Ohren

Vielleicht nicht auf den Tag genau, aber es ist jetzt 30 Jahre her, dass ich mir meinen ersten CD-Spieler und eine (!) erste CD gekauft habe. Damals hat mich das als Schüler ein gefühltes kleines Vermögen gekostet. Die CD war Chariots of Fire, der Soundtrack von Vangelis zu dem gleichnamigen Film. Nicht, weil ich ein besonderer Fan davon bin, sondern weil ich mich zum einen mit den elektronischen Klängen an den damals revolutionären glasklaren Klängen berauschen konnte.

Jetzt, da überall der Abgesang der Silberscheiben in den Medien angestimmt wird, ist eine gute Gelegenheit, sich einmal mitten in meine umfangreiche CD-Sammlung zu setzen und meine Blicke schweifen zu lassen. Ist ganz schön viel zusammengekommen in den vergangenen 30 Jahren. Ist auch ne Menge wieder weg: CDs, die auf Parties verloren gingen, bei Umzügen ausgemustert und über ebay oder Flohmärkte verhökert wurden, CDs, die im Müll gelandet sind, weil sie niemand mehr haben wollte. Aber der Bestand kann sich sehen lassen – finde ich jedenfalls. Weiterlesen

Musiktipp: Dan Reeder – Blues vom Allerfeinsten

Als es den Pfarrerssohn aus Minnesota in den Achtzigern nach Franken verschlagen hat, dürfte das einen gewaltigen Kulturschock erzeugt haben, von dem sich allerdings anscheinend sowohl Dan Reeder, als auch das Frankenland einigermassen erholt haben dürften. Gäbe es einen Czyslansky-Award für Musik, dann würde ich die Jury mit etlichen Kisten Single-Malts und kubanischen Zigarren bestechen, dass Dan ihn bekommt. (Das ist übrigens das von Czyslansky anerkannte, ja gewünschte Verfahren: „Der, welcher seine Jurykollegen am trefflichsten mit Geist und Rauch zu versorgen weiss, der soll den Gewinner bestimmen“)

Dan Reeder beschränkt sich auf das Wesentliche, sowohl lyrisch, musikalisch, als auch sonst wie. Seine größten Songs heissen: „Food and Pussy“, „All my Money is gone“, „Po Po Dancing“, „I Drink Beer“ aber auch noch Tiefgründigeres, wie „Titty Pussy“. Einen vierten Accord konnte ich bisher auch noch nie heraushören, es ist halt einfach Blues. Dan spielt diese wundervollen Weisen auf selbstgebastelten Instrumenten und bezeichnet sich selbst nicht als Musiker, sondern als Maler.

Dass John Lee Hooker und Tom Waits immer noch als die Stars der Blues gelten und nicht Dan Reeder, liegt nur daran, dass das schüchterne Genie sich weigert vor Publikum aufzutreten, weil ihm der Applaus irgendwie peinlich ist. Eine im angebotene USA Tournee hat er einfach abgelehnt. Das eingefügte Video ist auf einem seiner wenigen Konzerte in einer Musikkneipe entstanden.

Drei CDs gibt es von ihm zu kaufen ( 2 davon auch bei iTunes), die ich Ihnen, lieben Leser, als das perfekte Weihnachtsgeschenk für die Freunde niveauvoller, spiritueller Musik ans Herz legen möchte: Amazon Link.

Auf der High End traf sich nicht die High Society

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Bild: High End Society

Gestern ging hier in München im M.O.C. die High End zu Ende, eine meiner absoluten Lieblingsmessen: alles rund um Plattenspieler, (Röhren-)Verstärker und überhaupt um die Dinge, die unser Wohnzimmer zu einem akustischen Genusstempel machen (können). Mehr als 20.000 Besucher hatten die Veranstalter erwartet. Finale Besucherzahlen haben die PR-Kollegen des Veranstalters leider noch nicht publiziert. Aber auch das ist wie immer: die größte Hifi-Messe Europas hat auch in diesem Jahr auf PR weitgehend verzichtet: Die Pressematerialien sind kaum mehr als Marketingprospekte der Hersteller, das Pressezentrum kaum mehr als eine Ecke im Foyer und die Berichterstattung in den „großen“ Medien bekannt karg. Immerhin bringen es die Pressemeldungen des Veranstalters nicht mehr regelmäßig in unser Kuriositätenkabinett der PR-Sprachvirtuosen, wie noch vor einigen Jahren. Habt Ihr einen neuen Texter?

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Kultur jenseits von Joghurt

Es gibt Probleme, die sind nicht einfach zu lösen, und es gibt welche, die wären einfach, dächte nur einmal jeder der Beteiligten vernünftig und vorurteilsfrei nach. Und es gibt Probleme, da verkünden alle Beteiligten, alles wäre so ein­fach, aber bei näherer Betrachtung wird es nur immer komplizierter.

Das Urheberrecht im Jahr 40 nach Erfindung des Internet ist da so ein Fall. Weiterlesen

Die Piraten sind auch nicht mehr das, was sie mal waren

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Wann ist ein Pirat noch ein Pirat, und wann wird er zur Witzfigur? Johnny Depp scheint sich als Karibik-Pirat irgendwie an der Haarlinie zwischen beiden entlangzuhangeln. Der als Päderast verdächtigte SPD-Abgeordnete Jürg Tauss ist zur Piratenpartei gewechselt, was das Bild eines bürgerlichen Brillenträgers mit Augenbinde vor dem geistigen Auge entstehen lässt. Und nun will der Schwede Hans Panedya die quintessentielle Outlaw-Website „The Pirate Bay“ salonfähig machen. Er will den Download-Service für 60 Millionen Schwedenkronen kaufen und als legalen Service weiter betreiben. Störtebecker rotiert sicher schon im Grabe (oder wurde er auf See bestattet? Keine Ahnung…).

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