Schlagwort-Archive: Journalismus

Chinas Blogger machen Journalisten Feuer unterm Hintern

Verbotenes Bild: Hotelbrand in Bejing

Verbotenes Bild: Hotelbrand in Bejing

Wenn die richtigen Journalisten ihren Job nicht machen können oder wollen, dann werden ihn eben die Blogger machen. Das ist die Botschaft, die aus China zu uns kommt nach dem verheerenden Feuer, bei dem am Montag das neuerbaute Hotel Mandarin Oriental bis auf ein ausgeglühtes Stahlskelett ausbrannte.

Inzwischen ist klar, dass es Mitarbeiter des Staatsfernsehens China Central Television (CCTV) waren, die mit einem illegalen Privatfeuerwerk die Brandkatastrophe ausgelöst haben. Überall in China werden am letzten Tag des Mondjahres Böller gezündet und Raketen abgefeuert. Eigentlich ist das verboten, weil in der Vergangenheit immer wieder Unglücke passiert sind, aber die Behörden drücken meist ein Auge zu – Traditionspflege und so.

Nun ist die Sache gründlich schief gegangen, eines der Wahrzeichen der Olympiade von Bejing ist eine verkohlte Ruine, und das zu einer Zeit, in der das ganze Land aufgrund von Wirtschaftskrise und Exportrückgang an Katzenjammer leidet. An Symbolträchtigkeit ist das eigentlich nicht mehr zu überbieten – nur bekommen die Chinesen die Bilder nicht zu sehen.

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Google Boss vergießt Krokodilstränen

In einem Interview mit Fortune bedauerte Google-Boss Eric Schmidt die schwierige Lage der Medienindustrie im Allgemeinen und die der Zeitungen im Besonderen. Dabei ist er überzeugt, dass die Leute nach wie vor Neuigkeiten erfahren wollen und Lesen keineswegs lästig finden. Allein das Business-Modell der Verlage würde durch die Veränderungen im Anzeigengeschäft bedroht, das sich immer stärker Richtung online verlagert. Die Kosten würden die Verlage trotz vermehrter Einnahmen über die eigenen Internetportale nicht in den Griff zu bekommen. Auch Schmidt scheint also klar zu sein, das neben den hohen Druck- und Vertriebskosten auch Journalismus also die Produktion von News und Geschichten Geld kostet, das die Verlage aufbringen und von dem Google sehr direkt profitiert ohne sich an dem Aufwand zu beteiligen. Das will Google auch in Zukunft nicht tun. Eine oder mehrere Zeitungen zu kaufen hat Schmidt nicht vor. Wer sollte ihm das Verdenken, schließlich muss der gute Mann jedes Quartal höhere Profite abliefern.

But you do believe it’s important that newspapers survive?

Not only do we believe that, but I’ve been outspoken about it because I want everyone to get that. The fundamental question you’re asking is why does Google not write large checks to newspapers? We’re careful at Google with our money. We write large checks when we have a great strategy. And we don’t yet have that strategy.

What if the newspaper industry does go down?

To me this presents a real tragedy in the sense that journalism is a central part of democracy. And if it can’t be funded because of these business problems, then that’s a real loss in terms of voices and diversity. And I don’t think bloggers make up the difference. The historic model of investigative journalists in any industry is something that is very fundamental. So the question is, what can you do about this? And a fair statement is, we’re still looking for the right answer

"Ich bin eine kleine BILD-Zeitung"

basic robert basic

"Wozu braucht man noch Journalisten? Es ist relativ wahrscheinlich, dass normale Menschen Nachrichten produzieren. Lokal und viel aktueller als die Journalisten."

das sagt deutschlands blog-papst robert basic in der axel-springer-akademie. und weiter: "Ich bin eine kleine BILD-Zeitung".

das aber ist genau das problem bloghausens. was hat die BILD-zeitung bitte mit journalismus zu tun?

Die Macht des Bloggers

Ein wiederkehrendes Thema auf dieser Blogsite ist die Frage nach der Macht des Bloggers. Klar: Alle Czyslanskys führen seit Jahren ein Online-Tagebuch, und man möchte gerne wissen, ob man das eigentlich nur zum Zwecke der Selbstbefriedigung tut, oder ob einem Blog sozusagen die vielzitierte „Kraft der Feder“ innewohnt, die gemeinhin nur die klassischen Medien wie Zeitung, Funk oder Fernsehen für sich in Anspruch nehmen. Oder noch ein Stückchen höher gehängt: Sind Blogger Angehörige der vierten Gewalt im Staat, und kann das, was sie schreiben, den Gang der Geschichte verändern oder wenigstens teilweise beeinflussen?

Wenn ja, dann lässt sich diese Macht des Bloggers natürlich theoretisch auch mißbrauchen, so wie diejenigen, die das einstige Nazi-Parteiblatt „Der Stürmer“ herausgaben, die Macht des gedruckten Wortes für ihre finsteren Zwecke korrumpiert haben.

Ein besonders krasses Beispiel dafür ist das Gerücht, Barack Obama sei ein Muslim. Fakt ist: Obama wurde von seiner alleinerziehenden Mutter, eine weiße Atheistin, und seinen protestantischen Großeltern in Hawaii großgezogen, sein Vater, ein nichtpraktizierender Muslim aus Kenia, verließ Frau und Sohn, als Obama noch ein Kind war. Trotzdem tauchen entsprechende Gerüchte aber immer wieder auf, und man fragt sich, woher sie wohl stammen könnten.
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Das Ende des Journalismus

Blogger und Bürgerreporter die Totengräber der Kultur?

Blogger, Bürger Reporter, You Tube und  Facebook – das Ende des kultivierten Journalismus? Als paradigmatisches Beispiel für den Niedergang des kultivierten Journalismus wird  in der heutigen  Ausgabe der Zeit, die Huffington Post aus Amerika  genannt. Das Konzept der Huffington Post kurz umrissen heißt user genrated content. Bürger Reporter, einige hochklassige Blogger – natürlich für lau – und das parasitäre Verlinken zu fünf Dutzend Zeitungen (frei  beschrieben nach Josef Joffe) – so einfach ist der langsame Niedergang des geschrieben Wortes zu erklären.

Weiter aus der Zeit: „Was macht ein richtiger Journalist ? Er trennt das Interessante vom Belanglosen und Blöden. Er sortiert und wählt aus. Er macht uns neugierig, aber nicht (oder nicht nur) mit der neuen Verlobten von Boris Becker – das als kurzes Zitat aus der heute  am 14. Auguts 2008 erschienenen Zeit – mit einem Leitartikel  von Josef Joffe.

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Macht Der Spiegel Doof?

Das große deutsche Nachrichten-Magazin schockte diese Woche die verbliebene, gerade nicht urlaubende Zielgruppe mit dem in Frageform gekleideten Gottseibeiuns: „Macht Das Internet Doof?“

Dabei ist nicht mal die Frage originell. Allerdings lieferte der Titel- und Stichwortgeber, das US-(Online-) Magazin „The Atlantic“ sie etwas präziser aus: „Macht Google uns dumm?“ Wahrscheinlich sind dessen Verwertungsbeziehungen zum Online-Marketing-Giganten weniger intim als die der Hamburger Kollegen. Aber das macht die Frage auch nicht besser.

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Ist systematische Pressearbeit verwerflich?

Gibt es eigentlich Black Hat Pressearbeit?

Als alter Suchmaschinist habe ich oft, zum Verständnis bei Vorträgen, eine Analogie zwischen Suchmaschinenoptimierung und PR Arbeit  gezogen.

Grundsätzlich: Für mich gibt es zwischen Suchmaschinenoptimierung und PR viele Parallelen. Man definiert welches relevante Suchbegriffe sind (Auswahl der Zielmedien), bereitet gute und strukturierte Inhalte auf (Pressetexte und Hintergrundinformationen). Die Suchmaschinen (Redakteure) beurteilen wie relevant die Inhalte für Nutzer sind und definieren die Position innerhalb der Suchergebnisseiten (Die Top Position bei Google entspricht bei dieser Analogie der Titelseite einer Zielpublikation).

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Das schmutzige Geheimnis der Fernsehmacher

Interessante Unterhaltung heute mit einem Freund, der ein hohes Tier in der ARD ist. Das „schmutzige Geheimnis“ sei, dass die TV-Redakteure selber gerne die Bälle im Internet flacher halten würden. Denn siehe da: Es gibt bei der öffentlichen Sendern genau die gleiche Kluft zwischen Fernsehmachern und den Kollegen der Onlineredaktion wie zwischen Print-Redakteuren und den Jungs von der Online-Front. „Die können kein Fernsehen machen“, sei die vorherrschende Meinung – ein abfälligeres Urteil kann es unter Fernsehleuten nicht geben.

Erinnert mich alles fatal an frühere Print-Zeiten, als die „echten“ Schreiber auf die Emporkömmlinge in den Online-Redaktionen herabblickten, die ihrer Meinung nach keine Ahnung von „richtigem“ Journalismus hatten und ihnen nichts als zusätzlichen Arbeit und Ärger machten.
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