Google Boss vergießt Krokodilstränen

In einem Interview mit Fortune bedauerte Google-Boss Eric Schmidt die schwierige Lage der Medienindustrie im Allgemeinen und die der Zeitungen im Besonderen. Dabei ist er überzeugt, dass die Leute nach wie vor Neuigkeiten erfahren wollen und Lesen keineswegs lästig finden. Allein das Business-Modell der Verlage würde durch die Veränderungen im Anzeigengeschäft bedroht, das sich immer stärker Richtung online verlagert. Die Kosten würden die Verlage trotz vermehrter Einnahmen über die eigenen Internetportale nicht in den Griff zu bekommen. Auch Schmidt scheint also klar zu sein, das neben den hohen Druck- und Vertriebskosten auch Journalismus also die Produktion von News und Geschichten Geld kostet, das die Verlage aufbringen und von dem Google sehr direkt profitiert ohne sich an dem Aufwand zu beteiligen. Das will Google auch in Zukunft nicht tun. Eine oder mehrere Zeitungen zu kaufen hat Schmidt nicht vor. Wer sollte ihm das Verdenken, schließlich muss der gute Mann jedes Quartal höhere Profite abliefern.

But you do believe it’s important that newspapers survive?

Not only do we believe that, but I’ve been outspoken about it because I want everyone to get that. The fundamental question you’re asking is why does Google not write large checks to newspapers? We’re careful at Google with our money. We write large checks when we have a great strategy. And we don’t yet have that strategy.

What if the newspaper industry does go down?

To me this presents a real tragedy in the sense that journalism is a central part of democracy. And if it can’t be funded because of these business problems, then that’s a real loss in terms of voices and diversity. And I don’t think bloggers make up the difference. The historic model of investigative journalists in any industry is something that is very fundamental. So the question is, what can you do about this? And a fair statement is, we’re still looking for the right answer

4 Gedanken zu „Google Boss vergießt Krokodilstränen“

  1. Der „Süddeutschen“ von heute entnehme ich, dass eine einzige Suchanfrage bei Google so viel CO2 erzeugt wie das Erhitzen von Teewasser in einem Wasserkocher. Das gleiche gilt vermutlich für den Abreuf von Nachrichten bei Google-News. Die Frage könnte sein, ob wie uns auf Dauer einen solchen Klimakiller wie Google überhaupt leisten können, oder ob wir nicht lieber zurückkehren sollten zu unserer guten. alten Papierzeitung…

  2. @tim wenn man so wie ich die letzten Tage bei ekelhaften zweistelligen Unternullgraden gefroren hat, ist man schon manchmal versucht eine unnötige Googleanfrage zu starten …

  3. Googleanfragen sind nie sinnlos und sei es noch so kalt. Sie bringen den Aktionären Werbegelder und der Atmosphäre Co2. Aber stand in der SZ auch wie viel Co2 der Rülpser einer Kuh erzeugt? Oder wie viel Methan ihre anderen Ausscheidungen. Dürfte auch eine ganze Menge sein und zum Global Warming beitragen. Außerdem kann man gar nicht so viel Tee trinken, um die Atmosphäre ausreichend zu versauen. Da sind Suchanfragen schon weit besser geeignet. Wie viel Co2 hat der Typ eigentlich produziert, der diese seltsame Rechnung aufgestellt hat?
    Aber wahrscheinlich wird Google jetzt reagieren und Nutzern die Möglichkeit anbieten, ihre Anfragen klimaneutral zu gestalten. Das geht dann so: Der Googlenutzer ersteigert Verschmutzungszertifikate (ähnliches Prinzip wie Google Adwords) und kann sie entweder selbst verbrauchen oder mit ihnen handeln, wenn er sie nicht braucht, weil er längere Zeit offline ist. Für das Geld, das Google mit den Zertifikaten einnimmt werden Quadratzentimeter Regenwald (Krombacher hat das auch mal gemacht) gekauft. Diese können auch wieder gehandelt werden – und werden wahrscheinlich wieder aufgekauft von skrupellosen Regenwaldvernichtern, die…. das ist dann am langen Ende klimaneutrale Ökonomie.

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