Schlagwort-Archive: Hifi

Der Hana SL – Ein MC-Tonabnehmer aus Japan zum Kampfpreis

Diamonds are a man’s best friend. Jedenfalls wenn sie durch Vinylrillen tauchen, also als Tonabnehmer auf einem Schallplattenspieler ihren Dienst tun. Der Hana SL tritt den Beweis an. Und dass Diamanten ein wenig teurer sind als Strass und Glasperlenspiele ist auch bekannt. Aber der japanische Phono-Spezialist Excel hat härter kalkuliert, als die Tabellenspezialisten von Microsoft und mit dem MC-Tonabnehmer Hana SL im vergangenen Jahr ein System auf den Markt gebracht, dass mit 649,- Euro als ausgesprochen preiswert gelten darf. Dabei ist es alles andere als billig. Immerhin handelt es sich nicht um einen schnöden Industriediamanten, sondern um einen echten Stein. Und immerhin handelt es sich bei dem Schliff um einen aufwendigen Shibata-Schliff.

Hana SL Tonabnehmer

Sowas bekommt man normalerweise in dieser Preisklasse nicht geboten. Und tatsächlich spielt das System locker eine Klasse höher, als der Preis erwarten lässt.

Die technischen Daten des Hana SL

Ein Blick ins Datenblatt der Hana SL macht deutlich, dass es sich um einen Tonabnehmer handelt, der sich grundsätzlich auf den gängigen mittelschweren Tonabnehmern wohl fühlt: Weiterlesen

High End 2016 – Der verzweifelte Versuch auf einer Messe nichts zu verkaufen

High End 2016

Vielen High End Ausstellern fehlt der Drive

Es gibt wenige Branchen, die seit so vielen Jahren auf so hohem Niveau jammern, wie die gehobene Hifi-Branche, die sich selbst High End nennt. Während die Medien vom Hype um Plattenspieler kreischen und Journalisten ob der Preisschilder auf Röhrenverstärkern und Edel-Playern sich verwundert die Augen reiben, klagen auch in diesem Jahr viele Aussteller der Weltleitmesse High End (seit heute im Münchner M.O.C.) über die Unlust der Menschen, für hochwertige Musikanlagen Geld auszugeben. Weiterlesen

Heisse Platte – Der Phono-Vorverstärker RESTEK MINIRIA

Phono-Vorverstärker

Der RESTEK MINIRIA ist ein großer Phono-Vorverstärker für kleines Geld

Nein, AUF den Plattenspieler gehört er nicht – der kleinste Phono-Vorverstärker von RESTEK. Aber ZUM Plattenspieler gehört er unbedingt – der MINIRIA. Und dafür gibt es genau vier Gründe:

  • Er ist schön.
  • Er ist klein.
  • Er ist nicht teuer.
  • Er ist verdammt gut.

Angesichts der nicht zu übersehenden Renaissance der Schallplatte verwundert es nicht, dass derzeit beinahe wöchentlich irgendein Hersteller einen neuen Phono-Vorverstärker auf den Markt wirft. Und hingeworfen wird da häufig ein schnell zusammengeschusterter Kasten. Schließlich will jeder etwas abbekommen vom Vinyl-Hype.

Dabei ist die Entwicklung und Herstellung eines „Phono Pre Pre“ alles andere als einfach und nicht „mal schnell so nebenher“ gemacht. Die Verstärkung der winzigen Spannungen eines Tonabnehmers erfordern viel KnowHow und große Sorgfalt in der Auswahl und der Montage der Bauteile. Kaum ein anderes Glied der Hifi-Kette hat mehr Einfluss auf den Klang. Da vertraue ich gerne auf die Erfahrung einer deutschen Hifi-Manufaktur, die seit mehreren Jahrzehnten einen erstklassigen Ruf hat. Und wen es dann auch noch ein Gerät ist, das sich eigentlich schon seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt befindet, in dieser Zeit aber laufend gepflegt und vorsichtig verbessert wurde, dann darf man gute Qualität erwarten.

Hinter dem RESTEK MINIRIA steckt wahre Leidenschaft für Musik von der Schallplatte, eine Leidenschaft die älter ist, als der momentane Vinyl-Hype. Und tatsächlich hat der Gründer, Inhaber, Entwickler und „Mastermind“ von RESTEK, Adrianus Elschot nie aufgehört gute Schallplatten zu hören. Und das hört man dem MINIRIA einfach an.

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Dichtung und Wahrheit – Der RESTEK EPOS+ CD-Spieler im Test

RESTEK EPOS CD-Spieler von vorne

ἔπος ist altgriechisch und steht – wie die Czyslansky lesende Bildungselite natürlich weiß – für „Wort“ oder „Vers“ und bezeichnet eine „erzählende Dichtung“, also eine Dichtung, da wo sich nix reimt. Und deshalb ist der Name für den „großen“ CD-Spieler der deutschen Hifi-Manufaktur RESTEK eigentlich völlig falsch gewählt. Denn der EOPS (ἔπος ) dichtet der Musik nichts hinzu. Er lässt die Musik fließen, und zwar genau so, wie diese will. Freilich ist gerade das eine hohe Kunst: die Musik so wiederzugeben, wie sie auf einem Silberling drauf ist, also nichts zu beschönigen und zu verwischen, aber auch nichts zu zerlegen in analytisch sezierte Einzelheiten.

Ich habe schon so manche CD-Player gehört, in einfachen Preisklassen bis – sagen wir – 1.000 Euro, aber auch in gehobenen Preisregionen von 3.000 Euro und deutlich mehr. Und immer war ich dankbar, wenn ich nach dem Hören auf eine gute alte Vinylscheibe zurückgreifen konnte. Die Schallplatte hat mir immer mehr Details und zugleich mehr harmonischen Fluss präsentiert, mehr Dynamik und mehr Atmosphäre. Mit drei Ausnahmen: dem noch ziemlich neuen großen Laufwerk AURUM C5 DA von quadral, meinem guten alten Audiomeca Keops und – erst vor wenigen Wochen – dem Ear Acute III, einem Röhren-CD-Player für knapp 5.000,- Euro, den ich auf dem Hifi-Bauernhof hören durfte. Das ist alles kein Zufall, schließlich wurde der Keops von Audiomeca-Gründer Pierr Lurne entwickelt, einem der anerkannt besten Entwickler von Schallplattenspielern, und der Ear Acute von Tim de Paravicini, der neben zahlreichen Röhrenverstärkern auch einen ganz phantastischen Vinyldreher entwickelte und – was wenige wissen – so nebenbei den Magnetantrieb für Plattenspieler eigentlich „erfunden“ hat.

Nun höre ich also den EPOS+ von RESTEK, entwickelt von Adrianus Elschot und seinem Sohn Dirk, von zwei deutschen Ingenieuren, die schon viele wunderbare Geräte entworfen haben – vor allem Verstärker und einige der besten jemals gebauten Tuner – aber definitiv niemals einen Plattenspieler. Und trotzdem ist der EPOS+ einer der vier oder fünf CD-Spieler, die ich gleichrangig neben meinem Scheu-Laufwerk dulden kann. Und das hat einige handfeste Gründe:

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Mono – sonst nix!


 

Der neue Kult ist auf dem Weg. Wenn sogar die WELT bereits über neue Mono-Schallplatten berichtet, ist der Trend ja fast schon in der ZDF-Zielgruppe angekommen.

„Zum ersten Mal seit ihrer Auflösung veröffentlichen die Beatles und ihre Erben das Hauptwerk so, wie es klingen sollte. Auf Vinyl und im guten, alten Einkanalton. Eine Hymne auf die Monofonie …“ stimmt die WELT an. Und ich gebe zu: das ist verlockend: Ein kleiner Röhren-Verstärker, ein Plattendreher mit einem Ortofon Mono-System und ein fetter Lautsprecher wie die Tannoy Westminster. Wohlgemerkt: EIN fetter Lautsprecher:

Tannoy Westminster

Ich denke ernsthaft darüber nach, einen meiner beiden Tonarme mit einem Mono-System auszustatten. Ein Ortofon SPU wäre naheliegend:

Ortofon SPU

Noch schöner aber wäre eine entsprechende Zweitanlage. Ein kleines Musikzimmer nur für Monoplatten. Ich hab ja schon zahlreiche gute alte Monoplatten. Und natürlich klingen diese Scheiben interessant. Und völlig anders, als gewohnt. Was interessiert mich Windows 10. …. Man muss mal drüber nachdenken …

Goldstückchen auf Plattenspieler: Der Tonarm Mørch DP-8 im Test

Scheu Plattenspieler

Ein Mørch DP-8 auf einem Scheu-Dreher

Kann man in der Auseinandersetzung mit einem Tonarm Demut lernen? Man kann. Denn der Mørch DP-8 ist eine Zicke. Aber eine begnadete. Er ist vielleicht das Beste, was Sie ihren Schallplatten antun können. Und er ist mit großer Wahrscheinlichkeit das Fieseste, was Sie Ihren Nerven antun können. Aber fangen wir mal demütig ganz von vorne an …

Mørch – ausgesprochen „Mörch“ , wie mörcherisch – heißt mit Vornamen Hans Henrik ist Däne und baut seit vielen Jahren mit einigen wenigen Mitarbeitern in Gentofte bei Kopenhagen Tonarme. Bekannt sind der „kleine“ einpunktgelagerte Mørch UP-4 und der klassische kugelgelagerte DP-6. Beide Tonarme sind feinmechanische Kleinode, gegen die die marktbeherrschenden Arme von den kleinen Regas bis zu den großen Clearaudios und Armen von SME wie vom Pferdeschmied geschlagen aussehen. Tonarme von Mørch hingegen sind feinziseliert und sensibel wie Schweizer Uhrwerke.

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Im Test: Der Audio-Technica ATH-W1000X Kopfhörer am Reussenzehn Harmonie III. Holz, Gold und Röhre für den Kopf.

Kopfhörer

Was hab ich mir nicht alles auf den Kopf geschnallt: den Denon  AH-D7100, den recht neuen beyerdynamic T1, den Ultrasone Signature Pro und natürlich auch den magnetostatischen HiFiMAN HE-500. Hängengeblieben auf meinem Schädel ist nun der Audio-Technica ATH-W1000X . Warum das so ist? Deshalb:

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High End 2013 – wo gehörnte Ehemänner in die Röhre hören. Hörbilder.

High End

Ich liebe sie – die High End, die jährliche Weltleitmesse unserer Audio-Anbieter, die zur Zeit gerade im Münchner M.O.C. stattfindet. Man hört in der Regel leider eher schlechte Musik, aber in bester Auflösung und Wiedergabequalität. Man sieht unzählige Asiaten hinter wunderschönen mechanischen Leica-Kameras baumeln – vorzugsweise an den Ständen der international renommierten deutschen Laufwerksbauer, also der Hersteller kleiner Industrieanlagen, die man früher Schallplattenspieler nannte. Man gewinnt einen Überblick über die unterschiedlichen Design-Ansprüche in den großen highfidelen Märkten China, Russland, Amerika und Europa.

Ein Blog eignet sich nun wirklich am allerwenigsten zur Berichterstattung über Audiophiles. Man hört zu wenig. Also beschränke ich mich im Folgenden lieber auf die Wiedergabe einiger visueller Eindrücke. Bilder vom Hören. Hörbilder.

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Respekt Restek!

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Der RESTEK MTUN+

Ja ja, das Internet ist bekannt dafür, dass ständig unzufriedene Konsumenten mit Wut und Häme über schäbige Hersteller herziehen. Die Welt der Blogs ist angefüllt mit kritischen “Prosumern” und Anklägern. Czyslansky liegt ja auch in diesem Punkt immer im Trend. Ich erinnere nur mal an meine leidvolle und an eben dieser Stelle öffentlich gemachte Auseinandersetzung mit der Firma Kaffee Partner.

“Wo bleibt das Positive?” rufen dann ständig gut meinende Freunde. “Es ist doch nicht alles schlecht auf dieser Welt” und “Früher haben wir nicht gejammert, sondern die Dinge in die Hand genommen” – “und geschossen” würde Thomas Bernhard an dieser Stelle einwerfen.

Gemach meine lieben Freunde: heute wird gejubelt und gedankt. Es gibt sie nämlich noch, die Unternehmen, die nicht nur mit Fleiß und Kompetenz gute Produkte entwickeln und fertigen, sondern die einen Kunden-Service bieten, wie ich ihn seit den Zeiten meines ersten Tankstellen-Pächters Leidl nur selten mehr erleben durfte (Jahre lang durfte ich dort beim Bezug des von meinem R4 bevorzugtenTreibstoffs der Marke “Gasolin” anschreiben lassen). Ich schweife ab …

Meine uneingeschränkte Anerkennung gilt heute der Firma RESTEK. Unter dieser Marke bauen geschickte Hände im hessischen Fuldabrück Hifi-Pretiosen:  Verstärker, CD-Spieler, DAC-Wandler und Tuner. Dabei legt man ganz offensichtlich mehr Wert auf funktionale Produkte, gutes Design und beispielhaften Service, als auf Marketing. Denn auch wenn ich anstandshalber hier auf deren Web Site verweise – der Internet-Auftritt ist eher mitleidheischend, RESTEK-Fan auf Facebook kann man auch nicht werden und so wundert es nicht, wenn zumindest in meinem Freundkreis kaum einer bislang von den guten Leuten aus Fuldabrück Notiz genommen hat.

Dabei haben sie Aufmerksamkeit wahrlich verdient – und zwar aus einem einfachen Grund:

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Auf der High End traf sich nicht die High Society

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Bild: High End Society

Gestern ging hier in München im M.O.C. die High End zu Ende, eine meiner absoluten Lieblingsmessen: alles rund um Plattenspieler, (Röhren-)Verstärker und überhaupt um die Dinge, die unser Wohnzimmer zu einem akustischen Genusstempel machen (können). Mehr als 20.000 Besucher hatten die Veranstalter erwartet. Finale Besucherzahlen haben die PR-Kollegen des Veranstalters leider noch nicht publiziert. Aber auch das ist wie immer: die größte Hifi-Messe Europas hat auch in diesem Jahr auf PR weitgehend verzichtet: Die Pressematerialien sind kaum mehr als Marketingprospekte der Hersteller, das Pressezentrum kaum mehr als eine Ecke im Foyer und die Berichterstattung in den „großen“ Medien bekannt karg. Immerhin bringen es die Pressemeldungen des Veranstalters nicht mehr regelmäßig in unser Kuriositätenkabinett der PR-Sprachvirtuosen, wie noch vor einigen Jahren. Habt Ihr einen neuen Texter?

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