Im Digitalkamera-Test: Sony NEX 7 mit Leica M Objektiven

Nein – Czyslansky ist kein Test-Blog. Und doch testen wir für uns selbst natürlich immer wieder das ein oder andere Produkt. Und natürlich wollen wir über unsere eigenen Erfahrungen mit Produkten gleich welcher Kategorie gerne öffentlich berichten. Vielleicht kann ja der ein oder andere von Euch was für sich selbst daraus lernen. In der Vergangenheit habe ich mich zu den Themen Kaffeemaschine von Kaffee Partner, Liegerad (Trike) von HP und DAB-Empfänger von Restek mehr oder weniger ausführlich getan. Immer geht es um hochemotionale Produkte. Und immer geht es um eine sehr persönliche Sicht, also keinen klassischen Produkttest mit Laborwerten.

sony mit leica

Heute liegt eine neue digitale Kamera auf meinem Schreibtisch: die Sony NEX-7. Kein Testprodukt des Herstellers, sondern ordentlich gekauft. Ein wenig fremdelt sie inmitten der Leica M Objektive. Und auch die M-acht ist mit ihr.

Wie kommt ein Leica-Mann auf Sony?

Ich photographiere privat seit vielen Jahren mit Leica: mit einer analogen M6 und – seit es sie gibt – auch mit einer digitalen M8. Auf die M9 bin ich nicht umgestiegen, obwohl natürlich deren Vollformatsensor ein gewichtiges Argument ist. Andererseits haben mir die 10 MB Auflösung der M8 immer gereicht und an den maßvollen  Crop-Faktor von 1,3 kann man sich gewöhnen. Ich musste mir halt zwei neue Objektive kaufen: ein 24er Elmarit als klassische Reportage-Brennweite (umgerechnet an der M-acht fast ein 35er) und als echtes Weitwinkel ein 15mm Voigtländer Super Wide-Heliar. Dessen Randverzeichnung verliert sich außerhalb des kleinen Sensors der M-acht.

Warum ich die Leica schätze und auf “moderne” Autofokus-bewerte Kameras verzichte? Weil ich mir die vielen Funktionen moderner Kameras nicht merken kann. Klingt doof, stimmt aber. Mit Blende und Zeit kann ich ganz gut umgehen und wenn ich immer erst an die vielen Möglichkeiten moderner Kameras denken soll ist das Motiv und der AUGENBLICK meistens schon vorbei.

Aber natürlich gibt es einige  Dinge, die man auch als Leica-Mann manchmal vermisst. In dieser Reihenfolge: Spotmessung, ein höher auflösender Monitor, Belichtungsreihenautomatik, kippbarer Monitor mit Live View für Über-Kopf- und Unter-Knie-Aufnahmen. Das war’s dann aber auch schon. Auf alles andere kann ich gut verzichten. Privat!

Beruflich muss ich in letzter Zeit immer öfter auch auf Video zugreifen: vor allem für Interviews, Gespräche und manchmal auch für ein wenig “Athmo” bei Event-Berichten. Die neue Leica M wird im kommenden Jahr dies alles können. Aber zu welchem Preis? 6.200,- €! Sie ist diesen Preis sicherlich Wert. Denn Qualität, Haptik und die Konzentration aufs Wesentlich haben ihren Wert. Trotzdem bin ich es ein wenig leid im digitalen Wettlauf immer gleich den hohen Preis von Leica mitgehen zu müssen. Außerdem brauch ich eigentlich eine möglichst kleine und handliche Alternative für den Einsatz im Beruf. Freilich ohne große Abstriche bei der Bildqualität machen zu müssen. Und so kam ich auf die Sony NEX-7.

Was sind die Alternativen?

Für die Online-Videos genügt sicherlich ein einfaches Zoom-Objektiv, wie es den meisten Kameras heute preisgünstig mit auf den Weg gegeben wird. Wichtig ist aber ein Anschluss für ein externes Mikrofon, da die intern verbauten für seriöse Arbeiten ausnahmslos untauglich sind. Außerdem wollte ich meine vorhandenen ausgezeichneten Leica-Optiken im Bedarfsfall nutzen können. Hier kommen also Systemkameras mit Micro-Four-Thirds- oder APS-C-Kameras in Frage. Als unbedingt erforderlich erachte ich wieder einen klassischen Sucher. Ob optisch oder elektronisch ist bei den modernen elektronischen Suchern schon wieder zweitrangig. Voll manuelle Einstellungen müssen möglich sein und der Formfaktor sollte “kompakt” sein. Und damit blieb tatsächlich nur die Sony NEX 7 übrig.

Die sehr guten LUMIX-Modelle von Panasonic sind entweder deutlich größer (sollte dies keine Rolle spiele, käme die LUMIX GH3 sicherlich in die engere Wahl; mit der Vorvorgängerin GH1 arbeiten wir auch in der Agentur) oder wie die GF-Reihe ohne Sucher. Ähnlich sieht es bei Olympus aus: den PEN-Modellen fehlt der Sucher, die OM-D baut wieder recht groß, weil der Sucher wie in alten Spiegelreflexzeiten oben auf einem “Höcker” sitzt. Bei Samsung sieht das ebenso aus: Die NX20 ist groß, die kleineren Baureihen sind blind, wenn die Sonne scheint. Die Fuji X-Pro-1 ist vermutlich heute die einzige Alternative zur Sony NEX-7. Sie ist allerdings auch deutlich größer, als die NEX-7, vor allem aber ist sie überraschend langsam. Zu langsam!

Was kann die Sony NEX-7?

Nein, ich werde jetzt hier nicht wieder alle Features auflisten. Das kann man anderswo bestens nachlesen (Sony, digitalkamera.de, Chip, colorfoto). Ich reduziere mich hier auf meinen subjektiven Eindruck.

Die NEX-7 fasst sich relativ wertig an. Sie besteht zum Teil aus Aluminium-Magnesium, zum Teil aus schlichter Plaste. Das macht sie sehr leicht. Das ist ein wenig schade, weil sie durchaus schwerer sein dürfte. Dann würde die Kopflastigkeit bei vernünftigen Objektiven (also bei Leicas) sich nicht gar so sehr bemerkbar machen.

Die Größe – also die Kompaktheit – der Kamera ist toll, die der Bedienungselemente für kleine Hände gerade noch akzeptabel. Ich verfüge nicht gerade über Bärentatzen, doch fällt es mir schon schwer, bei angelegter Kamera (also am Auge, nicht vor der Brust) beide Drehräder auf der Top-Platte und auch noch das Drehrad auf der Rückseite ohne Verknotung der Finger zu bedienen. Ein bisschen erinnern diese Verrenkungen an die Rösselsprung-Formatierung bei Wordstar vor 25 Jahren. Dabei sind diese drei Räder ein ganz wichtiges Argument für die NEX-7: mit zwei gut laufenden Rändelrädern auf der Deckplatte kann man den Programm-Shift bzw. Blende und Zeit einstellen. Mit dem Rad auf der Rückseite kann man die ISO-Einstellung vornehmen. Das sind dann aber auch schon die wichtigsten Dinge, die man im täglichen Einsatz braucht. Und während man bei vielen kompakten Kameras hier umständlich in ein Menü wechseln muss, geht das bei der NEX-7 direkt per Schaltrad. Andere wichtige Dinge (Fokus-Modus etc.) lassen sich auf frei programmierbare Tasten legen. Dies erfordert allerdings für faule Leica-Menschen, die genau solche Freiheitsgrade aus der M-acht gar nicht kennen (wollen) eine längere Auseinandersetzung mit dem Handbuch – das leider ausgedruckt nur als Schnelleinweisung vorliegt. Man muss also mal wieder die beiliegende CD bemühen. Leica-Menschen lieben Papier. Also schon wieder ein Zielgruppenkonflikt Zwinkerndes Smiley.

Aber jetzt das vielleicht wichtigste Argument für die Kombination von NEX-7 und Leica: die “Kantenanhebung”. Man kann sich bei manueller Fokussierung nicht nur das Objekt in zwei Stufen vergrößert anzeigen lassen (im sehr guten elektronischen Sucher und auf dem hochauflösenden Monitor), sondern man kann sich auch scharf fokussierte Kanten farbig hervorheben lassen. Damit lassen sich in der Tat die M-Objektive gleich welcher Brennweite hervorragend, schnell und zuverlässig fokussieren. An dieses Feature gewöhnt man sich extrem schnell und möchte es – eigentlich auch in der M-acht – nicht mehr missen. Das funktioniert allerdings nicht hundertprozentig genau, wenn man mit Tele und offener Blende – also sehr geringer Schärfentiefe – arbeitet, aber doch besser als mit dem Schnitt- und Mischbild-Entfernungsmesser der M-acht.

Zur Bildqualität

Eine Auflösung von 24 Megapixel auf einem APS-C-Sensor in CMOS-Technik hat mir eher Angst als Hoffnung gemacht. Zu Unrecht! Das Bildrauschen ist bis 1.600 ISO zu vernachlässigen und bis 6.400 ISO für Online-und Westentaschen-Zwecke erträglich. Available Light eine Domäne der Leica M? Vergesst es! Das geht inzwischen mit “billigen” Alternativen wie der NEX-7 erheblich besser. Bei der M-acht kann ich ISO-Einstellungen jenseits der 400 komplett vergessen. Hier ist der Fortschritt in der Sensor-Technik wirklich frappierend. Die höhere Auflösung ist vergleichsweise irrelevant, sieht man von der Möglichkeit hochwertiger Ausschnittvergrößerungen einmal ab. Aber Löwen im Zoo photographiere ich selten und in fast allen anderen Fällen kann man gefahrlos ein paar Schritte zu Fuß gehen, um mit vorhandenen Brennweiten formatfüllend zu arbeiten.

Ein wenig Bedenken hatte ich aber trotzdem. Schließlich hatten vor allem amerikanische Foren über Farbsäume bei der Nutzung von Leica-M-Weitwinkeln an der Sony NEX-7 berichtet:

farbsäume

Quelle: Terence Jones

Überraschend kann ich hier Entwarnung geben: vielleicht liegt es an einer neueren Firmware, aber ich konnte die hier beschriebenen Probleme nicht nachvollziehen. Stattdessen ist die Bildqualität “erhaben”. Anbei einige Beispielbilder mit der Sony-Original-Optik und einigen M-Objektiven:

Blumen Ausschnitt

Leica Elmarit 1:2.8/24 ASPH: auch in der Vergrößerung sind keine Farbsäume zu erkennen.

Sony Optik 3.5-5.6/18-55 OSS: f=9; 1/2 Sek; ISO 200 Brennweite 29mm
JPEG: Tiefen angehoben;

Sony Optik 3.5-5.6/18-55 OSS: f=4; 1/30 Sek; ISO 6400; Brennweite 29mm: JPEG: Tiefen angehoben; Sichtbares Farbrauschen in den dunklen Partien.

Leica Summilux-M 1:1.4/50; f=1.4; 1/80 Sek; ISO 100
JPEG: Tiefen angehoben; knackige Schärfe; sehr knappe Tiefenschärfe bei offener Blende.

Leica Elmarit-M 1:2.8/90; f=2.8; 1/15 Sek; ISO 100
JPEG: Tiefen angehoben; knackige Schärfe; sehr knappe Tiefenschärfe bei offener Blende.

 

Die M-Objektive verbinde ich übrigens mit dem Novoflex-Adapter. Es gibt zwar billigere, aber der Novoflex ist – markentypisch – von bester Qualität. Hier könnte man 60 Euro an der falschen Stelle sparen. In diesem Zusammenhang: zahlreiche Testberichte weisen darauf hin, dass man zuerst das Objektiv am Adapter und anschließend erst den Adapter an die Kamera anschließen sollte. Dies stimmt – jedenfalls für den aktuellen Adapter – nicht. Man jederzeit den Adapter am Gehäuse lassen und einfach die Objektive wechseln. Alles andere wäre auch unangenehm, wenn man vorzugsweise mit Leica-Wechselobjektiven arbeitet.

Eine Frage des Formats: RAW
Oder: Adobe versteht mich nicht!

Während Leica ja erfreulicherweise als RAW-Format Adobes DNG unterstützt, spielt Sony wieder einmal das alte proprietäre Spielchen. Die NEX-7 gibt neben JPEGs RAW-Daten im eigenen Sony ARW 2.3 Format aus. Die können aber von älteren Adobe Photoshop-Versionen nicht gelesen werden. Ich arbeite mit CS3 und habe deshalb neben der Nutzung der JPEGs nur zwei Alternativen: entweder ich nutze den Sony Image Data Converter oder den Adobe Digitale Negative Converter und konvertiere erst mal von ARW in DNG. Die Sony Software ist recht anwendungsfreundlich gestaltet, liefert aber ohne manuelle Eingriffe in vielen Fällen schlechtere Ergebnisse, als die Bearbeitung mit dem Adobe RAW Konverter nach Umwandlung von ARW ind DNG:

Adobe_rohSony_roh

Adobe DNG links, Sony ARW rechts

Adobe stellt im DNG-Konverter ohne weitere Bearbeitung Hauttöne unter schwierigem Kunstlicht mit natürlicheren Farben da, als der Sony-eigene RAW-Konverter, der einen klaren Rot-Stich zeigt.

Nachruf: Warum ich weiterhin mit einer Leica arbeiten werde

Die Sony NEX-7 ist ein wunderbares Werkzeug, das den Leica M-Objektiven neue Anwendungsfelder erschließt und gegenüber der M-acht einige Vorteile hat: Kompaktheit, Gewicht, Video, Spotmessung, Live View und klare Vorteile bei wirklich schwachem Available Light. Trotzdem: sie ist kein Ersatz für Leica!

Warum das so ist? Weil man sich bei der Leica wirklich immer auf die drei wesentlichen Punkte konzentrieren kann: Blende, Zeit und – in engen Grenzen – ISO-Empfindlichkeit. Und weil das so ist, hat man mehr Zeit für das Motiv. Und für das Sehen. Und schließlich ist der Blick für die Geschichten in den Bildern das Wesentliche.

Nachtrag: Auf dem Reiseblog des Flughafen Münchens habe ich hierzu im Sommer 2017 einige Tipps zum Storytelling in der Reisefotografie veröffentlicht.

Viele Fragen, die man bei der NEX beantworten will, stellen sich bei der M-acht einfach nicht. Ein Beispiel: Weihnachtsbaum im Kohlenkeller! Bei der Leica weiß ich, dieses Motiv erfordert eine offene Blende, einen möglichst hohen ISO-Wert und eine einigermaßen kurze Belichtungszeit, wenn die Kerzen scharf abgebildet werden sollen. Manuell wird man dann noch ein wenig unterbelichten, damit der Kohlenkeller auch kohlrabenschwarz bleibt und nicht neutralgrau verschleiert. Die NEX-7 schlägt hier aber gleich zwei Modi vor, deren Unterschied sich mir nach Lektüre des Handbuchs schon mal gar nicht erschließt: “Wie bei der Funktion [Anti-Beweg.-Umsch.] kombiniert die Kamera auch bei der Funktion [Handgehalten bei Dämmerg] unter [Szenenwahl] 6 Aufnahmen zu 1 Standbild. [Handgehalten bei Dämmerg] ist für Aufnahmen von dunklen Szenen vorgesehen, beispielsweise Nachtaufnahmen. Wenn es dämmert und eine Kameraverwacklung wahrscheinlich ist, erhöht die Kamera automatisch die Empfindlichkeit und verwendet für die Aufnahme eine Verschlusszeit, die die Auswirkungen einer Kamerverwacklung abschwächt. [Anti-Beweg.-Umsch.] ist für Aufnahmen von schwach beleuchteten Motiven vorgesehen, beispielsweise Innenaufnahmen. Die Kamera erhöht automatisch die Empfindlichkeit und verwendet für die Aufname des Motivs eine kurze Verschlusszeit, um das Verschwimmen, das durch die Bewegung des Motivs entsteht, abzuschwächen.”  Uff! Soweit die Sony-Sprech. Was also tut die NEX? Sie wählt eine kurze Veschlusszeit und einen hohen ISO-Wert. Mir scheint, dass das Handbuch auch nicht genau weiß, was die Kamera im einen Modus tut und im anderen nicht. Und das genau ist der Vorteil der Leica: sie macht was ICH will und nicht Dinge, die weder ich, noch ein vorlautes Handbuch verstehen kann. Kurz: die Sony ist ein hervorragendes Werkzeug. Die Leica ist Leidenschaft.

Nachsatz

Czyslansky testet ab und an emotionale und technische Produkte: gründlich und kritisch, aber nach rein subjektiven Kriterien. Bislang erschienen auf diesem Blog folgende Testberichte:

Kaffeemaschine von Kaffee Partner
Radio Tuner von Restek
Fahrrad (Trike) von HP velotechnik
Sony NEX-7 Digitalkamera
Microsoft Surface Tablet PC
Citroen DS 5 Hybrid
Der Audio-Technica ATH-W1000X Kopfhörer am Reussenzehn Röhrenkopfhörerverstärker Harmonie III
Der Tonarm Mörch DP-8 im Test
Dichtung und Wahrheit –
Der RESTEK EPOS+ CD-Spieler im Test

Der Phonovorverstärker RESTEK MINIRIA

Kauf-Tipp: Mobile Kopfhörer für unterwegs

 

16 Gedanken zu „Im Digitalkamera-Test: Sony NEX 7 mit Leica M Objektiven“

  1. Der Unterschied bei den beiden Modi besteht soweit ich gesehen habe darin, das der Nachtmodus versucht auf minimal 1/60 Sekunde zu landen, der Anti Bewegungsunschärfe Modus bis auf minimal 1/250 versucht zu belichten. Zumindest sah es bei einigen Tests die ich gemacht haben so aus, das beim Nachtmodus bei vergleichbarer Belichtungssituation die Belichtung im Nachmodus länger war und damit die Empfindlichkeit nicht so hochgedreht wurde. Ist tatsächlich nicht wirklich rauslesbar in der Anleitung 😉
    Gut ist in beiden Fällen, das sich durch das automatische samplen der Aufnahmen eine ordentlichen Entrauschung mit minimalen Detailverlusten ergibt.

  2. Hallo,
    Ich habe eine Sony Nex 7 sowie einige M-Objektive. Wenn ich mit einem entsprechendem Adapter ein M-Objektiv an die Sony Nex7 montiere und auf Mf-Modus umschalte, löst die Kamera nicht aus. Sie gibt immer den Fehlerkommentar “ Objektiv nicht erkannt. Bringen Sie es ordnungsgemäß an“. Können Sie mir einen Tipp geben, damit ich die Kamera dazu bringe auszulösen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Helmut Rech

  3. @Helmut Rech,

    Haben Sie unter „Menü/Einstellung“ den Befehl „Ausl. ohne Objektiv“ (Auslösen ohne Objektiv) aktiviert? Die Standardeinstellung ist „Deaktivieren“. Wenn Sie dies nicht auf „Aktivieren“ umstellen, kann die Sony nicht auslösen, da er die Leicas nicht als Objektiv erkennt. Das wäre die einfachste Erklärung.
    Wenn nicht: welchen Adapter benutzen Sie? Ich nutze den Novoflex.
    Freue mich auf Ihr Feedback.
    Herzliche Grüße
    (und Gut Licht)
    Michael Kausch

  4. Hallo Herr Kausch, vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht. Habe eine NEX-5 und mir fehlt zusätzlich noch genau das was die NEX-7 (Sucher, separate Rändel für Zeit, Blende und ISO) jetzt anbietet. Ihr Fazit bezüglich Tannenbaum im Kohlenkeller hinterlässt mich nach Ihrem eigentlich überraschend positiven Kommentar dann aber doch wieder etwas ratlos. Was stören unbrauchbare Vorschläge der Software, wenn die NEX-7 mir gleichzeitig doch alle Möglichkeiten der manuellen Steuerung habe ? MfG Leo Reinold

  5. Lieber Herr Reinold,
    der Kopf wird sich, muss er zwischen einer Leica und der NEX-7 wählen, immer für die Sony entscheiden. Im Kohlenkeller, wie an jedem anderen Ort. Aber den Bauch stören die Automatiken und Funktionen. Der Bauch freut sich, wenn eine Kamera nicht mehr zu können vorgibt, als der Fotograf zu tun vermag. Leica wird immer eine Bauchentscheidung bleiben. Bei dem Preis sind die Dinger nicht rational zu vermitteln.
    Aber auch mit der NEX-7 kann man mehr als glücklich werden.

  6. Hallo Herr Kausch, ich möchte Ihnen ganz herzlich für obigen Artikel danken, denn er hat mir eine hervorragende Entscheidungshilfe bei der Auswahl einer qualitativ mehr als befriedigenden Kameraausrüstung gegeben, die sich gleichzeitig preislich in den Grenzen des dafür unbedingt Erforderlichen hält. Ich habe mir die Sony Nex-7, den Novoflex Adapter und ein Leica M Objektiv gekauft. Grandios !! Passt alles unauffällig in eine grosse Manteltasche und liefert Ergebnisse wie ich sie mir besser nicht wünschen könnte. Die elektronischen Spielereien lasse ich da wo sie sind (bis auf die Kantenanhebung !), alles Nötige ist spielend leicht manuell einstellbar, bei unmittelbarer Vollkontrolle des Bildes. Als Bewunderer von Cartier-Bresson habe ich mich übrigens für das Summicron 50 mm entschieden – und ich muss gestehen, als ich es das erste Mal in der Hand hielt, war mir sofort klar, dass man zwar von einer Sony zur Leica wechseln könnte, aber wohl nicht umgekehrt 😉

  7. Lieber Michael Kausch,
    Ihre emotionale Bindung an die Leica kann ich voll verstehen. Als Schülerin auf der Bayer. Staatslehranstalt für Fotografie besaß ich neben einer Rollei auch eine Leica M3. Heute bin ich Digitalfotografin. Obwohl ich mitlerweile vier Cameras besitze, bin ich zwar begeistert von einigen Möglichkeiten der Digitalfotografie, aber so richtig zufrieden bin ich nicht. Eine Leica kann ich mir nicht leisten, zumindest nicht die Neue Leica, welche nur schwarz/weiß Fotos macht. Sie scheint die Bildqualität zu liefern, die mir immer vorschwebt.
    Dank Ihres Artikels werde ich mir jetzt zumindest bevor ich sie kaufe, die Sony NEX-7 anschauen. Oder würden Sie mir raten, doch lieber gleich zur Leica zu wechseln, damit ich endlich zufrieden bin. Das wichtigste ist mir die Bildqualität, auf alle Spielereien kann ich vezichten.
    Über Ihre Meinung würde ich mich freuen.
    Herzliche Grüsse
    Erika Kurtenbach

  8. Liebe Erika Kurtenbach,
    ich muss mich nun erst einmal dafür entschuldigen, dass ich so spät auf Ihren freundlichen Kommentar reagiere. Nun aber trotzdem mein Feedback zu Ihrer Frage: Ich habe noch keine Erfahrung mit der neuen Leica M (der „10er“). Aber ich bin mir sicher, dass die hohe Auflösung zusammen mit dem neuen Vollformat-Sensor einen enormen Qualitätssprung bringt, insbesondere auch in der Available Light Fotografie. Und hier war und ist ja die M 8 eine ziemliche Enttäuschung.
    Andererseits wird wohl auch Sony bald mit einer Vollformat-NEX auf den Markt kommen. Spekulationen hierzu gibt es ja schon seit längerem (http://www.sonyalpharumors.com/sr5-full-frame-mirrorless-from-sony-coming-in-almost-exactly-one-year-24-or-30-32-megapixel/).
    In Summe muss ich einfach sagen, dass eine Leica M im Digitalmarkt niemals eine vernünftige Entscheidung sein wird. Der technische Fortschritt ist einfach zu schnell, als dass ein kleines Unternehmen wie Leica hier über „Vorsprung durch Technik“ sein Preisniveau rechtfertigen könnte. Eine Leica M wird auch in Zukunft ein Liebhaberstück sein. Man muss sie sich leisten können – oder man verzichtet auf die letzte Evolutionsstufe und gibt sich heute mit zum Beispiel einer gebrauchten M9 zufrieden. Die wird aber technisch immer hinter aktuellen Wettbewerbsprodukten liegen. Aber das war doch bei der M3 oder M6 auch schon so.
    Insofern ist eine Kombination aus Leica-Objektiven und Sony NEX eine vernünftige Alternative. Vor die Kaufentscheidung gestellt würde ich heute aber wohl auf den Sprung zum Vollformat bei den NEX-Modellen warten.

  9. Nach einem halben Jahr Leben mit der Sony NEX 7 muss ich mich in einem wichtigen Punkt korrigieren: die NEX hat es geschafft: meine Leica bleibt heute fast immer zuhause. Sie wurde von der Sony – mit Leica Optiken – verdrängt. Die Qualität der Aufnahmen ist einfach besser, als mit meiner alten M8. Und nur der Haptik wegen macht die gute alte M8 einfach keinen Sinn. Solange man den Sprung zur neuen M mit dem neuen Sensor nicht wagt, bleibt die Sony NEX 7 die allererste Wahl.

  10. Hallo, Herr Kausch, es ist sehr aufschlussreich, dass Sie am Ende die Sony der M8 vorziehen. Frage: Kann man die M Teles (75 mm / 90 mm / 135 mm) an der Sony präzise fokussieren? Danke und Grüße!

  11. Lieber Rolf Hafner,
    über die Fokussierung mittels „Kantenanhebung“ (siehe oben) gelingt das Scharfstellen meines 90er Objektivs erheblich einfacher und perfekter, als mit der M8. Die Empfindlichkeit der Kantenanhebung und die Vergrößerung lässt sich dabei einfach und schnell einstellen. Das sollte eigentlich auch beim 135er gut funktionieren. Ich plane gerade die Anschaffung eines 200er R-Tele-Objektivs mit Adapter. Dann kann ich auch hierzu aus der Praxis berichten.
    Gut Licht.
    mik

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