Israel

IsraelDa war er wieder – dieser eklige judaphil-antisemi-tische Standlospunkt, der mich seit Jahren erbost: „Ich habe nichts gegen Juden, wirklich nicht, aber Juden und Israel, das sind doch zwei verschiedene Dinge. Man kann das eine mögen ohne das andere zu akzeptieren.“

Um es ein letztes Mal zu sagen: NEIN, DAS KANN MAN NICHT! Israel ist eine Heimat jedes Juden – und das aus gutem Grund.

Aufgekommen ist die unselige Diskussion anlässlich meiner Empfehlung des Großen Gesangs des Jizchak Katzenelson in der ganz formidablen Übertragung von Wolf Biermann. Ich empfehle dieses Werk gerne und jedem, der sich für jiddische Kultur interessiert, aber selbst die Mameloschn nicht spricht. Und eben da kam sie wieder, diese bei Linken gerne geübte Unterscheidung zwischen Juden und Israel, eine Unterscheidung, die nicht aufgehen will.

IsraelIsrael ist eine Heimat für jeden Juden, sei er Zionist oder nicht. Und natürlich darf man Israel ebenso kritisieren, wie man jeden Juden kritisieren darf. Wer sich beides nicht erlaubt, agiert antisemitisch, ob er will oder nicht.  Wer aber Israel angreift, der greift immer zugleich das Judentum an.

Warum das so ist, das möchte ich am liebsten mit einer sehr persönlichen Erfahrung vermitteln:

Weiterlesen

So nicht!

In unserer Reihe „Idioten, die Online-Werbung machen“ geht der Preis heute an die Swissad GmbH (Bahnhofstrasse 9, CH-9435 Heerbrugg) fur folgende Email:

„Hallo Tim, dein neues Smartphone wartet auf dich – trotz Schufaprüfung! Bestelle dir jetzt dein neues Smartphone inklusive Allnet- & Internetflatrate.“

Quaere: Haben die von mir vorher eine Bonittsauskunft eingeholt? Ist mein Kreditrating wirklich so schlecht? Vielleicht sollte ich mal bei der Schufa anrufen…

Angst essen Freiheit auf

„Ein Teil meiner Antwort würde die Bevölkerung verunsichern!“ – Ein denkbar unglücklicher Satz, den Thomas de Maiziere gestern abend auf der Pressekonferenz anlässlich des abgesagten Fußballländerspiels vor laufenden Kameras gesagt hat. Hätte er – was er auch gemacht hat – auf die Frage, wie akut denn die Terrorbedrohung in Deutschland sei – lediglich geantwortet, dass er dazu aus ermittlungstechnischen Gründen nichts weiter sagen könne: Es hätte gereicht, und jeder hätte es verstanden.
Stattdessen hat er eben genau das getan, was er besser nicht hätte tun sollen: Mit dieser Formulierung den diffusen Ängsten in der Bevölkerung Nahrung gegeben, Journalisten zu Spekulationen aufgefordert und den rechten Flügel im Land befeuert, dass man hierzulande bedroht sei.
Denn er – so klingt es – weiß etwas, was er nicht sagen will: Und das ist ganz sicher nichts Gutes. Und gleichzeitig stellt er die Bevölkerung selbst als unmündig und unfähig dar, offene und klare Antworten zu verstehen. Einem kleinen Kind darf man eben keine Angst machen…
Wer die Pressekonferenz gesehen hat, der weiß, dass deMaiziere in dem Moment wohl selbst gemerkt hat, dass er etwas gesagt hat, was er so besser nicht geäußert hätte. Es ist eben was anderes, mit vorbereiteten Texten vor die Presse zu treten, als sich frei äußern zu müssen.

Antwort Weiterlesen

Offener Brief an Josef Bryla

Sehr geehrter Herr Bryla,

ich kenne Sie nicht, Sie kennen micht nicht. Offengestanden bin ich mir ziemlich sicher, dass ich Sie auch nicht kennenlernen möchte. Trotzdem schreibe ich Ihnen diesen offenen Brief. Denn mir sind Ihre Kommentare aufgefallen, die Sie unter die Focus-Meldung „„Antifa-Zigeunerhure“: ARD-Moderatorin wird nach Flüchtlingskommentar massiv beleidigt bei Facebook abgesondert haben. Diese Kommentare finde ich in gewisser Weise herausragend – nämlich nach unten. Und da nicht jeder Facebook nutzt, erlaube ich mir, Ihre Hasspostings hier zu zitieren. Denn es ist ja eine öffentliche und mitnichten eine rein private Äußerung.

Sie kommentierten und antworteten also so:

bryla bryla2

Das hat mich neugierig gemacht und ich habe Ihr Profil besucht.
Offensichtlich stammen Sie, das spekuliere ich aus dem was ich dort lese, aus Polen. Das würde dann auch das überaus bescheidene Deutsch erklären, in dem Sie schreiben.

Sind Sie vor der „Wende“ nach Deutschland gekommen? Sind sie vielleicht sogar ein Anhänger der damals verbotenen Gewerkschaft Solidarnosc gewesen?
Vielleicht sind sie ein politisch Verfolgter des Regimes von Woiciech Jaruzelski, der das Land verlassen musste, als dieser im Dezember 1981 das Kriegsrecht ausgerufen hatte?

Dann wären Sie ja ein politischer Flüchtling… Gut, dass Sie es geschafft haben, dem langen Arm des diktatorischen Regimes unbeschadet zu entkommen.

Weiterlesen

Warum sich selbst ein Asylant heute ein Smartphone leisten kann – allerdings nicht von Apple!

iPhone für Arme

iPhone für Arme

„Smartphone am Ohr vor der Flüchtlingsunterkunft. Dieses Bild verstört viele Menschen, wenn es um Asylbewerber geht, denn in Deutschland gelten die Geräte als Luxusartikel.“ Das schreibt die Süddeutsche Zeitung heute in einem Artikel im Politikteil.

Mein Czyslanksy-Freund Lutz Prauser hat das heute auf Facebook gepostet. Erste Antwort aus dem Cyberspace: „Die telefonieren uns die Freiminuten weg!“ Bei uns in Österreich hat FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache den Beitrag einer Dame, die offenbar aus dem rechten Fremndenhassersumpf stammt, weitergepostet, die sich über das „auffällig große“ Smartphone in der Hand eines dunkelhäutigen Flüchtlings beschwerte. Gut, er hat den Beitrag später wieder gelöscht, aber nur, weil seine Seite von Protestlern zugemüllt wurde.

Ich denke, das Thema verdient es aber, genauer untersucht zu werden. Warum sind Smartphones bei uns Luxusgüter? Das liegt natürlich an den Wucherpreisen, die hierzulande verlangt und bezahlt werden. Mit uns kann man’s ja machen, denn wir Wohlstandsbürger bezahlen klaglos 700 bis 750 Euro und mehr für ein Gerät, das in der Herstellung gerade mal $150 kostet. Oder was glauben Sie, wieso Apple im vergangenen Quartal den höchsten Firmengewinn der Wirtschaftsgeschichte eingefahren hat? Oder anders gefragt: Wer kann sich außer Apple eine Gewinnaufschlag von 500 Prozent leisten?

Weiterlesen

„Blogs werden immer mehr zu einer wichtigen Wegstation auf der Customer Journey.“

Gute Reise!

Gute Reise!

Dieses Interview mit mir erschien gerade auf der Homepage von eco, dem Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.

Er zählt zu den ersten Bloggern im deutschsprachigen Raum: Tim Cole, Journalist, Buchautor und Referent. Sein Blog „cole.de“ feiert in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen. Im Interview berichtet er über die Anfänge, Hürden mit HTML und wie das Blog seine berufliche Tätigkeit verändert hat.

Herr Cole, wann gab es Ihren erster Blogeintrag und zu welchem Thema?

Das war im Januar 1995, und es ging um ein Thema, das bis heute hochaktuell geblieben ist, nämlich um das Abhören von Handys. Die Polizei wollte, dass Telekom und Mannesmann die bis dahin abhörsicheren GSM-Netze nachträglich für Staatsschutzorgane öffnen sollten, was ein klarer Rückschritt war.

Damals habe ich geschrieben: „Lasst alles, wie es ist! Ich finde es ganz beruhigend zu wissen, dass mir niemand, aber auch niemand zuhören kann, wenn ich im D-Netz telefoniere. Wir werden im Leben schon genug beschnüffelt und erfasst.“ Leider hat man nicht auf mich gehört.

Wie sind Sie überhaupt zum Bloggen gekommen?

Ich war damals Chef der Redaktionsgruppe Multimedia bei der Motor Presse Stuttgart, und wir haben ein neues Heft entwickelt namens connect. Dort schrieb ich jeden Monat eine Kolumne mit dem Titel „Mein Leben im D-Netz“. Um diese Zeit hörte ich zum ersten Mal von etwas, das sich „World Wide Web“ nannte, und ich wollte das sofort haben.

Mein Freund Sebastian von Bomhard von Spacenet in München richtete mir einen Server ein und reservierte die Domain „cole.de“ für mich. Nur hatte ich keine Ahnung, was ich mit meiner schönen neuen Webseite machen sollte. Da kam mir die Idee, die Kolumne einfach scheibchenweise ins Netz zu stellen, denn irgendwie war mir damals schon klar, dass eine Homepage leben muss, also ständig irgendwelche neuen Inhalte dort zu sehen sein sollten. War ja auch irgendwie logisch.
Weiterlesen

Manchmal ist es nur erbärmlich…

Eine Frage:erbaermlich

Finden Sie das witzig?
Falls Sie darüber lachen können, dann sind Sie in der Facebook-Gruppe Mein Niveau ist tiefer als der Marianengraben 8.0. richtig. Hier aber vielleicht nicht.

Falls Sie das auch nicht witzig finden, vielleicht sogar nicht nur niveau-, sondern auch geschmacklos,  dann treten Sie dieser Gruppe besser nicht bei. Denn in dieser Gruppe erwartet Sie nur solch „Humor“… und rechtes Gedankengut.
Falls Sie darüber hinaus der Meinung sind, das verstößt gegen die guten Sitten und Gebräuche, sei vielleicht sogar rassistisch, fremdenfeindlich, menschenverachtend… dann sind sie in bester Gsellschaft.
Viele sehen das so, nur einer nicht: Weiterlesen

… und raus bist Du!

Ob das Rote Kreuz, der Arbeitersamariterbund oder Porsche in Wels/Österreich: Die Fälle mehren sich, in denen Unternehmen ihre Mitarbeiter vor die Tür setzen, wenn diese in der Öffentlichkeit Hassbotschaften verbreiten.
Der Mechanismus ist dabei meist der Selbe. Zunächst postet ein Mensch unverhohlen seine meist gegen Flüchtlinge und Asylsuchende seine Hassbotschaften.
Bei Facebook gepostet…und raus bist du

Der Arbeitgeber war not amused:
hass2 Im Fall des Lehrlings von Porsche in Österreich war es ein Kommentar unter einem Bericht über die Feldkirchener Feuerwehr. Als diese nämlich angesichts der großen Hitze mit einem Löschfahrzeug für eine gehörige Abkühlung sorgte, war die Freude der Kinder groß.
Besagter Lehrling aber empfahl, so war es in der Presse zu lesen, statt Wasserdusche den Flammenwerfer zu nehmen. Weiterlesen

Trumpft der Datenschutz das Strafrecht im Internet?

Irgendein Schwein hat meine Kreditkartendaten gehackt und ist damit auf Einkaufstour gegangen. Keine Ahnung, wie er es geschafft hat, aber im Internet ist das schnell passiert. Ich muss ja immerhin an allen Ecken und Enden meine Nummer eingeben, selbst wenn ich gar nicht vor habe, etwas zu kaufen, beispielsweise in irgendwelchen obskuren Apps. Das ist das Risiko, mit dem man leben lernt im Zeitalter der Digitalisierung, und ich kann damit eigentlich ganz gut umgehen.

Jedenfalls war ich sofort hellhörig, als ich meine E-Mail von Mastercard bekam, in der es hieß, jemand habe mit meiner Karte bei einer Firma TicketSwap in den Niederlanden eine Transaktion veranlasst. Der Betrag, um den es ging, war zwar „€0,00“, aber auch das kennt man ja: Damit versuchen Gauner, aber auch legitime Online-Händler zu testen, on eine Karte überhaupt gültig ist. Im nächsten Schritt buchen sie dann ab. Wieviel, das sagt mir Mastercard aber leider nicht.

Egal, ich weiß ja, was ich tun muss: Sofort die Hotline-Nummer anrufen und die Karte sperren lassen. Ist zwar ein bisschen ärgerlich, denn bis die neue Karte bis zu uns in den Lungau gelangt dauert es ein paar Tage. Und dann muss ich bei allen Online-Händlern, mit denen ich regelmäßig Geschäfte mache, die Nummer abändern, also bei Amazon, eBay oder bei der Lufthansa. Und ein paar Tage lang kann ich online überhaupt nichts bestellen, es sei denn, ich gebe eine andere Karte an, zum Beispiel die von Amexco. Weiterlesen

Ich habe ein schlechtes Gefühl…

… und lache trotzdem – gemeinsam mit etwa 13.000 anderen Menschen. So viele Fans hat nämlich die Facebook-Seite Auslenda nehmn uns der Bildunk weg. Wir haben unseren Spaß, auch wenn uns das Lachen manchmal im Halse stecken bleibt. Manchmal lachen wir über Axel:

gefuhl1

Oder über Conny und Manfred Ulrich: Weiterlesen