Schlagwort-Archive: Social Media

Mit dem Laser nach Berlin

Demnächst wieder!

Michael Kausch nennt mich vielleicht nicht ganz zu Unrecht eine „Rampensau“, und Selbstdarstellung ist für uns Medienleute ja auch ein Teil des Geschäfts. Dass ich aber soweit gehen würde, mich nur aus Gründen der Selbstvermarktung ins Krankenhaus zu legen, wäre eine maßlose Unterstellung, weshalb ich auch gerne die eventuell entstandene Verwirrung oder gar Beunruhigung meiner Freunde und Kollegen durch seine beiden Beiträge zu meiner quasi-öffentlichen Krankengeschichte hiermit gerne ergänzen und kommentieren möchte.

In Deutschland leiden schätzungsweise zwei bis drei Millionen Menschen an so genannten „Herzvorhofflimmern“. Wer das nicht kennt, dem sei gesagt: Dir geht es schlagartig ganz furchtbar ungut. Du bekommst keine Luft, es ist so, als würden sie dir einen Gürtel um die Brust schnüren, der dir die Luft abdrückt. Das ist schlecht, wenn du so wie ich auf den jährlichen Marathonlauf trainierst, denn auf einmal fühlst du dich so schlapp wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Vor allem aber ist es nachts schlimm, wenn du mit dir ganz alleine bist und hörst, wie dein Herz auf einmal verrücktspielt, plötzlich ganz schnell schlägt und dann auf einmal gar nicht mehr. „Ist das das Ende?“, fragst du dich da unwillkürlich, und die Todesangst raubt dir den Schlaf, so dass du am nächsten Morgen tatsächlich glaubst, das Ende sein zumindest nahe.

Ich habe das Problem lange vor mich hergeschoben, wie das wohl die meisten tun. Aber irgendwann habe ich meinen Hausarzt angerufen und gefragt, ob ich mal vorbeikommen soll, damit er mich anschaut. „Sie lassen jetzt alles stehen und liegen und kommen sofort her!“, befahl er mir. Ich sei hochgradig Schlaganfall gefährdet, da müsse man sofort etwas tun. Und zum Glück empfahl er mir den vielleicht besten Kardiologen Deutschlands, Prof. Thomas Ischinger in München, der mich zunächst auf Blutverdünner setzte, dann zu einer Herzkatheder-Untersuchung vorlud, bei der zumindest das Schlimmste ausgeschlossen werden konnte, nämlich ein Koronarverschluss , also die Verstopfung der Herzkranzgefäße durch Blutfette und Kalkablagerungen. Dann wäre ich nämlich bestenfalls ein Bypass-Kandidat, schlimmstenfalls demnächst tot gewesen.

Soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Um das Flimmern loszuwerden, müsste ich zeitlebens Beta-Blocker nehmen. Dann könnte ich allerdings meine Laufschuhe an den Nagel hängen, denn mit der Langstrecke sei dann nichts mehr.

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Schnäppchen-Falle Social Media

Darfs ein paar Prozent mehr sein?

Haareschneiden beim Promi-Friseur für die Hälfte, Gourmet-Menüs im Sterne-Restaurant für ein Drittel und Ferienflüge für ein Viertel: Möglich machen das neuerdings so genannte „Deal-Plattformen“ im Internet. Vermarkter wie Groupon oder die Berliner Firma DailyDeal locken marktschreierisch mit Sprüchen wie: „Gutscheine, Coupons & Rabatte von bis zu 90%“

Der Trick zieht: 39.000 Gutscheine kauften deutsche Kunden beim Kosmetik-Anbieter Body Shop, eine Autowerkstatt in Hamburg bot eine Reparatur für 50 Euro statt 100 an – und war binnen Stunden auf Monate hinaus ausgebucht. Insgesamt setzte Groupon 2011 alleine in Berlin in den ersten drei Monaten Gutscheine im Wert von mehr als vier Millionen Euro ab.

Die Coupon-Masche funktioniert immer nach dem gleichen Strickmuster: Der Kunde bekommt per Email das Angebot geschickt, ein Produkt oder eine Dienstleistung mit einem sensationellen Rabatt zu erwerben. Der Kunde kauft einen Gutschein, den er beim betreffenden Händler innerhalb einer festgesetzten Frist einlösen kann. Groupon teilt sich den Erlös mit dem Händler, und zwar meistens  50:50. Viele Händler überzeugt das Argument, der Verkauf von Schnäppchen-Gutscheinen sei eine billige Form von Online-Werbung. Schließlich würden alle, die keinen Gutschein kaufen, das Angebot wenigstens wahrnehmen und seien deshalb in Zukunft potentielle Neukunden.

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Social Media Guidelines – eine Vorlage zur Diskussion

Als Agentur sind wir in Sachen Social Media seit Jahren schon aktiv unterwegs. Was es bislang aber an Social Media Guidelines bei vibrio gab, war definitiv nicht ausreichend. Und wie das dann so ist im Tagesgeschäft: wir begleiten unsere Kunden auf ihrem Weg ins Social-Media-Zeitalter, entwickeln Social-Media-Strategien und schreiben Entwürfe für Social Media Guidelines und niemand hat Zeit, sich um die Hausarbeiten im eigenen Laden zu kümmern.

Nun sind wir endlich dabei, uns ein neues zeitgemäßes Regelwerk für das Engagement unserer Mitarbeiter in den sozialen Medien zu geben. Und wir werden wieder auf eine Ergänzung zum Arbeitsvertrag verzichten und stattdessen eine bloße “Empfehlung” der Agenturleitung abgeben. Denn an den grundlegenden Aufgaben von Social Media Guidelines hat sich in den vergangenen Jahren nichts geändert: Social Media Guidelines sollen zu allererst motivieren und den Mitarbeitern Sicherheit geben. Das ist bei vibrio nicht anders, als in allen anderen Unternehmen: jeder Mitarbeiter ist heute Pressesprecher und Öffentlichkeitsarbeiter.

Social Media Guidelines reagieren hierauf, in dem sie auf die Selbstverantwortung der Mitarbeiter setzen. Sie sollen als Regelwerk eine Hilfe gerade für neue Mitarbeiter sein, die erst an die Firmenkultur herangeführt werden müssen.

Hier in der DampfLog habe ich den Entwurf für unsere neuen Social Media Guidelines veröffentlicht. Vielleicht kann sie ja der ein oder andere als Baukasten für seine eigene Lösung gebrauchen. Abschreiben erlaubt Zwinkerndes Smiley

Seltsame Freunde

Viele Freunde, aber wenig Verkehr

Der Erfolg hat viele Neider, und so wundert es mich nicht, dass Google jetzt evrsucht, es Facebook nachzumachen. „Google+“, das neue Social Network-Projekt aus Mountain View, hat auch unter den Freunden Czyslanskys für Aufsehen gesorgt. Michael und Christoph sind schon „drin“ (um den unvergeßlichen Boris Becker zu zitieren), Alexander und Sebastian zieren sich noch, und selbst die originale Social Media-Sau Ossi fehlt noch beim Google-Konzert.

Dafür ist aber einer dort, den man wohl am wenigsten vermutet hätte: Erzrivale Mark Zuckerberg! Das heißt: Ob der Facebook-Gründer tatsächlich die Profilseite auf Google+ eingerichtet hat oder nicht weiß keiner so genau, und aus Palo Alto   hört man dazu auch nichts. Dafür berichtet heute die „New York Times„, dass Zuckerberg-Seite mit Abstand die größte Anzahl an „Freunden“ auf Google+ hat. Als ich gerade reinschaute, waren es (mit mir) 44.871.

Sonderlich auskunftsfreudig ist Zuckerberg (oder sein Surrogat) übrigens auch nicht gerade. Als Jobbeschreibung gibt er lediglich an: „I make things“. Was nicht ganz richtig ist; korrekt müsste es heißen: „I make things happen.“ Und sonderlich viel Verkehr ist ansonsten auch der Seite auch nicht. Unter „Posts“ steht lediglich: „There are no messages to display.“

Aber Google+ ist ja auch noch eine Baustelle.

Social Media Marketing für Unternehmen in 10 kleinen Schritten

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Noch immer verfügen drei von vier großen Unternehmen über keine Social-Media-Strategie. Ebenso viele verfügen über keine Social Media Guidelines. Nur jedes zehnte Unternehmen versteht überhaupt den Nutzen von Kundenreaktionen. Aber immer mehr Unternehmen blasen ihr Firmenprofil zu einer Facebook-Seite auf, twittern wild in der Gegend herum und beschäftigen gar firmenfremde Blog-Claqueure.

Die Unsicherheit bei den Unternehmen ist ebenso groß, wie das Gefühl etwas zu verpassen, wenn man nicht ganz schnell irgendwie in Facebook und anderen sozialen Medien präsent ist.

Rund 40 Unternehmensvertreter  trafen sich gestern und heute auf Einladung der Marketingzeitschrift w&v in der neuen Zentrale des Süddeutschen Verlags zum Workshop. Ich durfte auch einen Vortrag beisteuern. Thema: “Social Media: Marken-Effizienz und Prozesse”. Die Folien stehen jetzt hier öffentlich auf Slideshare. Und auch wenn’s ohne erklärende Worte nur halb so viel Spaß macht lohnt zumindest für Einsteiger vielleicht einmal ein Blick in die “Machtpunkte”. Die zentralen Thesen für die ersten 10 Schritte zu einer Social-Media-Marketing-Strategie fasse ich hier noch einmal zusammen:

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Warum Facebook auch für B2B-Unternehmen Sinn macht – Seit einer Woche ist auch vibrio dabei: ein Selbsterfahrungsbericht!

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Lange Zeit galt Facebook als Angebot für private Netzwerker, die unter sich Informationen, Bilder, Filme oder Termine austauschen wollen. Vor allem seit der Vorstellung einer offenen Programmierschnittstelle für Drittanbieter im Jahr 2007 setzte sich Facebook aber auch als Kommunikationskanal für Unternehmen durch, anfangs vor allem für B2C-Marken wie BMW in Deutschland oder vor allem amerikanische Unternehmen wie Coca Cola und Starbucks. Diese haben inzwischen auf Facebook viele Millionen “Fans” gesammelt, also Abonnenten ihres Facebook-Angebots. Ende März konnte Coca Cola als erfolgreichster Anbieter 24,2 Millionen Fans vorweisen. Auf den Plätzen folgten Starbucks mit 20,4 Mio, Disney mit 19 Mio und MTV mit 18,5 Mio.

Nun kommen immer mehr B2B-Unternehmen ins Gesichtsbuch. Seit einer Woche sind wir von vibrio auch dabei: https://www.facebook.com/agenturvibrio.

Warum haben wir so lange gezögert? Und warum sind wir als klassischer kleiner B2B-Mittelständler nun aktiv geworden? Und was genau machen wir auf Facebook? Ein Selbsterfahrungsbericht!

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Reputationsmanagement, Ignoranz und repressive Toleranz: Sascha Lobo leidet unter sich selbst!

Sascha Lobo

“Beim Betrachten alter Fotos ist es oft schwer, sich angesichts der Lächerlichkeit der getragenen Kleidung und Frisuren zwischen Lachen und Weinen zu entscheiden.” Ich kann Sascha Lobo da wirklich verstehen – zustimmen mag ich ihm nicht!

Sascha Lobo bezeichnet sein Leiden in seiner gestrigen Kolumne auf SPIEGEL-Online als “Ich-Schmerzen”, die immer dann auftreten, wenn man mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert wird. Und in Zeiten der umfassenden digitalen Archivierung der Ich-Entwicklung in Facebook, Twitter & Co. nähmen diese Ich-Schmerzen natürlich zu. 

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Die Grenzen von Web 2.0

Müllmann wider Willen?

Der Name „Gesellschaft der Freunde Czyslanskys“ ist schwer zu toppen, aber die Einwohner von Austin, Texas, wollen es versuchen. Die städtische Müllabfuhr, die bislang den Titel „Austin Solid Waste Services Department“ trug, möchte nicht mehr so heißen, sondern sucht einen Namen, der „besser reflektiert, was die Abteilung tut“.

Normalerweise setzen sich in einem solchen Fall die Bürokraten zusammen und stimmen ab, aber irgendjemand im Rathaus von Austin hat wohl etwas von Web 2.0 und Social media gehört, also beschloss man, mit der Zeit zu gehen und die Bevölkerung zu fragen.

So, und nun haben sie ein Problem. Der beliebteste Vorschlag lautet nämlich „Fred Durst Society of the Humanities and Arts“. Und zwar mit Abstand: Als ich soeben meine Stimme abgab, hatten 26,693 Wähler für diesen Vorschlag votiert. Der Zweiteplatzierte („Department of Neat and Clean“) kam dagegen nur auf lächerliche 1.936 Stimmen. Wenn sich also nicht dramatisches ändert, werden die Müllwagen von Austin künftig den Namen des Leadsängers der Nu-Metal-Gruppe „Limp Bizkit“ tragen.

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IT und Marketing: Vereint in social Innovation

Nach social Networks, social Media und social Commerce dürfte niemand mehr von social Innovation überrascht sein. In die Diskussion geworfen hat den Begriff Nigel Fanwick, Analyst bei Forrester Research und fleißiger Blogger.
Seiner Meinung nach waren die 70er und 80er Jahre geprägt von technischen Innovationen (zum Beispiel der PC), die 90er und 00er Jahre dagegen von Marketing-dominierten Innovationen (zum Beispiel, AOL, E-Bay, Amazon). Die kommende Ära gehört laut Fanwick den social Innovations. Die jeweiligen Adjektive beschreiben allerdings nicht die Art der Innovation, sondern ihren Ursprung und ihre Treiber. Demnach spielte die IT bis in die frühen 90er eine zentrale Rolle im Innovationsprozess. In den 00er Jahren geriet sie allerdings an den Katzentisch, weil sie sich erst zu spät mit dem Internet-Paradigma anfreunden konnte und ihre Versuche, dort Innovationen zu treiben oder zu unterstützen, größtenteils scheiterten. Weiterlesen

Das Spiel mit dem Feuer – Eskimos und Kühlschränke

Die neue Vodafone Kampagne, welche die extra dafür erfundene „Generation Upload“ adressieren sollte, wurde von genau dieser Generation heftig abgewatscht. Was meiner Ansicht nach alles bei dieser Kampagne falsch gemacht worden ist, will ich hier nicht nocheinmal ausbreiten, ich denke dazu ist schon alles gesagt und das auch schon von Jedem. Eigentlich ist so ziemlich alles falsch gemacht worden. Mit dem von sich selbst gekrönten König der Web2.0- Szene Sascha Lobo, der sich in unnachahmlicher Selbstdarstellung für vodafone eingesetzt hat, haben wir alle wenig Mitleid. Er hat es weder nötig, noch hat er es verdient. Er weiss was er tut.

SchnutingerWer mir allerdings leid tut, ist die Karikaturistin und Bloggerin Ute Hamlemann alias @schnutinger (sie ist die junge Frau mir dem Baby im TV-Spot), die sich zu einem eher peinlichen einfältigen PR-Blogpost auf dem vodafone Blog verleiten lies und jetzt einer wirklich grausamen Social-Media Hexenjagd ausgesetzt ist.

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