Der Krake Google wächst weiter

Also zuerst mal ein Bekenntniss: Beim Frühstücken lese ich jeden morgen Zeitung. Ich stehe dazu sogar extra früher auf. Ich finde es – Webzeitalter hin oder her – sehr viel angenehmer in einer Zeitung zu blättern, als schon in der Früh auf einen Bildschirm zu glotzen.

Im heutigen Feuilleton der Süddeutschen veröffentlicht Bernd Graff, Stellvertreter des Chefredakteurs der SZ Online, unter dem Titel „Das Monopooool“ einen kritischen Kommentar zu Google. Ich teile Grafs Ansicht zum Wikipedia-Konkurrenten, den Google gestern als öffentliche Beta ins Netz entließ nicht.

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Czyslansky und die Erfindung von PKI

Dass sich Czyslansky unendliche Verdienste auch im Bereich der IT Security erworben hat, ist natürlich unbestritten. Begriffe wie „Firewall“, „Pentration“ oder „back door“ lassen sich mühelos bis zu ihrer erstmaligen Verwendung in einigen seiner Schlüsselwerke zurückverfolgen, obwohl böswillige Kritiker immer wieder versucht haben, ihm die wohlverdienten Lorbeeren zu nehmen, indem sie die geistige Urheberschaft anderen Autoren zuschrieben wie etwa Willis H. Ware von der Rand Corporation, ein guter Freund Czyslanskys, mit dem ihn in den 70ern ein langjähriger Briefwechsel verband, oder Fred Cohen von der Hebrew University in Jerusalem, den legendären Entdecker des ersten Computervirus, den „Friday 13th virus“. Dass Czyslansky gemäß seinen Tagebuchaufzeichnungen den Abend des 12ten Mai 1988 mit Cohen in Mike’s Place, einer verufenen Spelunke am Zion Square, verbracht hat, lässt den Schluß zu, dass auch hier der große Vordenker seine Hand im Spiel hatte.
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Wie ein Arschloch Apples Börsenkurs runterzieht

Steve Jobs - vorher/nachher

Nachtrag zum Post von gestern über Apples etwas unerklärlichen Kursrutsch an der Börse, nachdem das Unternehmen gerade hervorragende Quartalszahlen (39% Umsatzplus!) bekannt gegeben hatte. Eine mögliche Erklärung sind die Sorgen der Anleger über den Gesundheitszustand von „Mr. Apple“, Steve Jobs.

Seitdem lesen sich die Blogs der Apple-Beobachter und die Artikel in den Wirtschaftsteilen der Tageszeitungen fast wie Fachaufsätze in irgendwelchen Ärzteblättern. Dass Steve vor vier Jahren wegen Krebs der Bauchspeicheldrüse behandelt wurde, dass er seitdem als beschwerdefrei gilt, dass er letztes Jahr nochmal unters Messer kam, um ein nicht näher beschriebenes Problem mit seinem Verdauungstrakt zu beheben: Darüber zerbrechen sich gerade Leute den Kopf, die sonst bei Betriebssystemen oder Bilanzzahlen zu Hause sind.

Gut, Steve sieht wirklich ziemlich mitgenommen aus, wie diese beiden Fotos aus den Jahren 2005 und 2008 beweisen. Weiterlesen

tim cole zieht sich für den französischen playboy aus

ich weiss, die überschrift verspricht wieder einmal mehr, als dieser kleine eintrag halten kann. doch bin ich auf dieses erratische versprechen gestossen, als ich heute morgen bei arbeitsbeginn – den tag beginne ich meist mit kleinen fingerübungen am netz – ein kleines phantastisches tool, das eigentlich zur vorbereitung von brainstormings entwickelt wurde, austestete: http://www.oamos.com/

dabei handelt es sich um einen kleinen automaten. man gibt oben einen begriff oder eben einen namen ein – ich habs mit „tim cole“ versucht, und die maschine gibt einem seltsame fundstücke aus dem netz zurück: texte, bilder, töne. die innere logik – oder ist es ein zufallsgenerator? – der maschine gab mir dann eben jenes grauenhafte versprechen zurück, das ich als überschrift dieses kleinen tipps nicht verschmähen konnte.

oamos ist ein werkzeug das spass macht. man darf nur nicht allzu schreckhaft sein. probieren sie’s doch einfach mal aus.

Ein Leben ohne E-Mail

Das klingt erstmal – nun seltsam – so wie nicht mit Seife waschen, ein Handy, aber keinen Mobilfunkturm in der Nachbarschaft, nie auf Fliesenfugen zu treten, weil das Unglück bringt und wie viele andere Ticks, die Leute pflegen und auch noch als das Alleinseligmachende verkaufen. Nun, Luis Suarez versucht jetzt seit 23 Wochen ohne E-Mails zu leben und veröffentlicht jede Woche einen Statusreport .

Suarez ist kein ungewaschener Müsli-Esser, sondern Berater bei IBM Global Services, genauer Evangelist für Social Networking, also sicher kein Technikhasser.
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Newton 2.0

Die Jungs von Apple mögen zwar von Kundendienst keine Ahnung haben (siehe dazu mein Kommentar vom 8. Juli) aber hochfliegende Erwartungen produziert keiner so gut wie sie.

Am besten geht das, indem man sagt, man habe ein tolles neues Produkt in der Pipeline, wie es die Welt noch nie gesehen hat. Nur drüber reden können wir leider noch nicht. Nichts macht Journalisten wilder, als wenn sie ankitzelt und dann unbefriedigt sitzen lässt.

Der Trick funktioniert perfekt, wie Apple-COO Tim Cook am Montag wieder mal bewiesen hat.
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Öffentlich-Rechtlicher (Online-)Rundfunk, die Zwoote

Angesichts der erfreulich angeregt geführten Diskussion um die Öffentlich-Rechtlichen Sender im Internet erlaube ich mir einfach noch einen Nachschlag zum Thema. Nicht nur weil dabei so wunderbar die kontroversen Positionen auf der Plattform selbst (siehe die Kommentare von Tim Cole, Michael Kausch und Christoph Witte) und weit darüber hinaus (Dank an Stephan Fink et al.!) deutlich wurden, sondern weil mir im Verlauf der Debatte auch einige neue Ideen und Anregungen durch den Kopf gingen, die die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema vielleicht ja noch weiter anregen könnten.

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Das schmutzige Geheimnis der Fernsehmacher

Interessante Unterhaltung heute mit einem Freund, der ein hohes Tier in der ARD ist. Das „schmutzige Geheimnis“ sei, dass die TV-Redakteure selber gerne die Bälle im Internet flacher halten würden. Denn siehe da: Es gibt bei der öffentlichen Sendern genau die gleiche Kluft zwischen Fernsehmachern und den Kollegen der Onlineredaktion wie zwischen Print-Redakteuren und den Jungs von der Online-Front. „Die können kein Fernsehen machen“, sei die vorherrschende Meinung – ein abfälligeres Urteil kann es unter Fernsehleuten nicht geben.

Erinnert mich alles fatal an frühere Print-Zeiten, als die „echten“ Schreiber auf die Emporkömmlinge in den Online-Redaktionen herabblickten, die ihrer Meinung nach keine Ahnung von „richtigem“ Journalismus hatten und ihnen nichts als zusätzlichen Arbeit und Ärger machten.
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das blog zur analog- und digitalkultur

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