Heute ist Welt-Radio-Tag: Warum ich das Radio liebe, wie kein anderes Medium

Heute ist – wie an jedem dreizehnten Februar, World Radio Day, ein Gedenktag, den die UNESCO ausgerufen hat, um auf die internationale Bedeutung des Radios für Meinungs- und Informationsfreiheit hinzuweisen.

Rund 44.000 Radiostationen gibt es weltweit. Und längst geht es nicht nur um UKW- und DAB-Sender oder gar die guten alten Mittel- und Langwelle-Brummer, sondern immer öfter auch um Web-Radio-Stationen. Einige machen heute den alten Traum vom Freien Radio, in dem jeder zum Sender wird, wahr: auf http://www.wrd13.com./ kann heute jeder seine Aufnahmen hochladen und weltweit verfügbar machen. Man sieht: Das Radio kommt ins Internet. Und das ist gut so.

Wenngleich: ich bin und bleibe ein Fan des guten alten (Dampf-)Radios.

Sechs Gründe, warum ich auch in Zeiten von Facebook und Czyslansky ein Radio-Mann bin und bleibe:

1. Wegen Achim „Sechzig“ Bogdan, einem begnadetem Hörfunk-Mann des Bayerischen Rundfunks, der jahrelang im „Zündfunk“ „Neues aus Frammersbach“ berichtete und heute in der Sendung „Eins zu eins – der Talk“ die besten Interviews seit Alexander Kluge führt – gestern zum Beispiel mit einem begnadetem Jodel-Lehrer.

2. Wegen dem Zündfunk natürlich, dem Jugendprogramm des Bayerischen Rundfunks, der mich von der Pubertät beginnend nun langsam ins Rentenalter begleitet. Als ich noch erklärte Zielgruppe war, war ich manchmal als „Hörer“ zum Gespräch ins Sudio eingeladen – ich erinnere mich zum Beispiel an eine Diskussion mit Sophie Scholl-Darstellerin Lena Stolze („Die weiße Rose“ von Michael Verhoeven) über „Zivilcourage“; das war irgendwann Anfang der achtziger Jahre.

3. Wegen der wunderbaren Hörspiele und Hörkunstwerke, wie der „Chronik der Gefühle“ von Alexander Kluge, die der BR häufig zum Download zur Verfügung stellt. Ein anderer Tipp: Elfiede Jelineks „Neid„.

4. Wegen der „Sonntagsbeilage“ in Bayern 2 mit seinen wunderbaren Klang-Collagen und Textschnippseln. Inzwischen wächst auch Gregor Hoppe langsam in die riesigen Schuhe, die ihm Michael Skasa hinterlassen hat.

5. Wegen der herrlich altmodischen Samstagsunterhaltung in „Jazz und Politik“ mit Lukas Hammerstein, ebenfalls auf Bayern 2.

6. Und natürlich wegen „Heute im Stadion„, das ich schon hören durfte, während ich als Kind meinem Vater beim Autowaschen helfen „durfte“, in dem ich unzählige Abstiege des „Club“ miterleben „durfte“ (1999 schlug der letzte Spieltag an Dramatik jeden, aber auch wirklich JEDEN Tatort).

In einem Radio stirbt man auch viele Tode. Immer wieder geht ein Radio-Mann in Rente und hinterlässt ein trauriges Mikrofon. Am meisten vermisse ich sicherlich Günther Koch

 

Michael Skasa

 

und aus meiner Kindheit natürlich Klaus Havenstein

 

Achim Bogdan werde ich radiotechnisch ja wohl „überleben“ 😉

 

2 Gedanken zu „Heute ist Welt-Radio-Tag: Warum ich das Radio liebe, wie kein anderes Medium“

  1. Radio ist nicht an sich gut. Radio ist genauso Schrott und Unterschichten Unterhaltung wie Fernsehen. So manch einen Morning Man wünscht man sich ins Dschungelcamp.

    Bayern2 ist toll, neben manchem WDR Programm und dem Deutschlandradio ein wundervoller Schatz niveauvoller anspruchsvollen Unterhaltung…

    Da ich ja bei meiner Arbeit kaum denken muss, laufen bei mir die Podcasts von BR2 den ganzen Tag.

    Und das Highlight der Woche ist wie jeden Freitag „sozusagen“ am liebsten mit Thomas Meyerhöfer und als besonderem Schmankerl mit Werner Müller, der Sprachpfleger des BR …

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