Das Sommerloch im Spiegel der Czyslansky-Forschung

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„Ein Loch ist, wo nichts ist“ (nach Czyslansky)

Das Sommerloch ist ein wenig erforschtes Gebiet der sozialen Geometrie. Laut Wikipedia ist das Sommerloch eine Bezeichnung der Massenmedien, besonders der Tagespresse und der Nachrichtenagenturen, für eine nachrichtenarme Zeit, die vor allem durch die Sommerpause der politischen Institutionen bedingt ist. Viele Politiker und Lobbyisten sind im Sommerurlaub; es finden nur wenige politisch relevante Ereignisse und Termine statt. Der Nachrichtenumsatz der Presseagenturen geht spürbar zurück. In dieser, in der Regel nachrichtenarmen Zeit, berichten die Medien auch über Ereignisse und Personen, für die sonst keine Sendezeit und kein Platz in den Zeitungen wäre. Lobbyisten nutzen das Sommerloch teilweise gezielt, um Themen zu platzieren.

Sommerloch ist allerdings auch ein Ort, der nordwestlich von Bad Kreuznach in der Nähe des Nahetals lieht, am Rand des Soonwalds inmitten von Weinbergen. Sieben Winzer bauen dort auf rund 100 Hektar Weinreben an. Den Ortsmittelpunkt bildet die Filialkirche St. Ägidius von 1789.

Im Englischen heisst das Sommerloch „Silly season“, was sich auch auf Deutsch als „Sauregurkenzeit“ übersetzen lässt, und das im Sport den Zeitraum in dem aus Mangel an Neuigkeiten durch fehlende Ergebnisse Spekulationen um mögliche Mannschaftswechsel oder andere personelle Veränderungen aufkommen bezeichnet. Der Begriff findet hauptsächlich in nordamerikanischen Sportarten wie Football, NASCAR, Baseball oder Basketball Verwendung. Hier handelt es sich jedoch nicht ausschließlich um Spekulationen, sondern häufig sogar um Tatsachen, also offiziell bestätigte Veränderungen. Im Gegensatz zu Sportarten, die über die Wintersaison gespielt werden, wie Fußball oder Eishockey, bezeichnet man beispielsweise bei Motorsportarten somit das „Winterloch“, da hier der Wettbewerb meist im Sommer läuft.

Die alten Römer kannten schon die „Hundstage“, die sich vom Sternbild Großer Hund (Canis Major) ableiteten. Als Hundstage werden umgangssprachlich in Europa die heißen Tage im Sommer, in der Zeit vom 23. Juli bis zum 23. August, bezeichnet, obwohl der Begriff Hundstage ursprünglich nicht von der Jahreszeit abgeleitet wurde.

Der junge Czyslansky hat umfangreiche Forschungsarbeiten zum Thema Sommerloch hinterlassen, die allerdings bei der Sonnenfinsternis von 29. Mai 1919, während der die von der Allgemeinen Relativitätstheorie vorausgesagte gravitative Ablenkung des Lichts überprüft und bestätigt wurde, verloren gingen.

Allerdings hat er eine detaillierte Bastelanleitung hinterlassen, die den Titel trug „Anleitung zum Bau eines soziophysikalischen Grundmodells eines inhaltsleeren, jahreszeitabhängigen Körpers, vulgo Sommerloch“. Ute Kraus und Corvin Zahn vom Institut für Physik und Technik der Universität Hildesheim haben sie – allerdings ohne Nennung des eigentliche Urhebers – unter dem Titel „Wir basteln uns ein schwarzes Loch“ ins Netz gestellt.

Auch die Czyslansy-Jünger sind, wie sich an ihrem aktuellen Aktivitätsgrad ablesen lässt, überzeugte Anhänger der Csyslansky’schen Sommerloch-Theorie. Das wird sich sicher ändern, sobald das Quecksilber sinkt.

8 Gedanken zu „Das Sommerloch im Spiegel der Czyslansky-Forschung“

  1. Aus der Physik wissen wir: „Das Loch definiert sich durch seinen Rand“ Demnach wird der Abstand zwischen den grossen und staatstragenden Beiträgen die Grösse des Sommerloches aufzeigen.
    Ich denke, Tim, du hast mit diesem wichtigen Posting ein Stück Rand gebastelt.

  2. leider konnte ich den bastelbogen unter der rubrik „schwarze löcher selbst drucken“ nicht nutzen, da ich nur einen farbdrucker besitze. das ist unfair und schade.

  3. Vielen Dank, Tim, dass Du mit Deinem Beitrag hilfst, Schwarze Loecher endlich gesellschaftsfaehig zu machen.

    Es ist lediglich 30 Jahre her, dass mich meine Schwester fragte,

    „was willst’n zum Geburtstag?“, und ich antwortete,

    „Issac Asimov’s ‚Schwarze Loecher'“.

    Sie lehnte dies kategorisch ab mit den Worten, „so’n Schweinkram verschenk ich nicht!“.

    Ich postuliere noch heute dass damals eine vielversprechende Karriere als Kosmologist im Keim erstickt wurde.

  4. Verdaustig war’s. Und glasse Wieben
    rotterten gorkicht im Gemank:
    Gar elump war der Blubberwank!
    Und plitzl auch der Lommer soch,
    dann schwand er ver im Sommerloch.

             Hommage an Lewis Carrol.

  5. @svb: Du hast (bewußt?) gleich zwei Hommagen auf einmal an Lewis Carrol(l) hinterlassen. Indem du dich zu deiner Jabberwocky-Nachempfindung vom letzten Wort inspirieren liesst, hast du an „The Hunting of the Snark“ angeknüpft, für mich das schönste Werk von LC. Wie er selbst später berichtete, war ihm der völlig unsinnige Satz eingefallen: „For the Snark was a Boojum, you see“. Um ihn zu rechtfertigen, stellte er ihm einfach seine „Agonie in acht Krämpfen“ voran, durchgehend in anapästen Tetrametern gedichtet.

    Im übrigen verdankte Czyslansky die Idee zu seiner bipolaren Akustik (die Lehre von den Klangeigenschaften zweidimensionaler Räume) der Landkarte des Glöckners in „Snark“ (siehe unten), von dem er schrieb:

    „He had bought a large map representing the sea,
    Without the least vestige of land:
    And the crew were much pleased when they found it to be
    A map they could all understand.

    „What’s the good of Mercator’s North Poles and Equators,
    Tropics, Zones, and Meridian Lines?“
    So the Bellman would cry: and the crew would reply
    „They are merely conventional signs!

    „Other maps are such shapes, with their islands and capes!
    But we’ve got our brave Captain to thank:
    (So the crew would protest) „that he’s bought us the best–
    A perfect and absolute blank!“

    Snark Landkarte

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