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Der Hana SL – Ein MC-Tonabnehmer aus Japan zum Kampfpreis

Diamonds are a man’s best friend. Jedenfalls wenn sie durch Vinylrillen tauchen, also als Tonabnehmer auf einem Schallplattenspieler ihren Dienst tun. Der Hana SL tritt den Beweis an. Und dass Diamanten ein wenig teurer sind als Strass und Glasperlenspiele ist auch bekannt. Aber der japanische Phono-Spezialist Excel hat härter kalkuliert, als die Tabellenspezialisten von Microsoft und mit dem MC-Tonabnehmer Hana SL im vergangenen Jahr ein System auf den Markt gebracht, dass mit 649,- Euro als ausgesprochen preiswert gelten darf. Dabei ist es alles andere als billig. Immerhin handelt es sich nicht um einen schnöden Industriediamanten, sondern um einen echten Stein. Und immerhin handelt es sich bei dem Schliff um einen aufwendigen Shibata-Schliff.

Hana SL Tonabnehmer

Sowas bekommt man normalerweise in dieser Preisklasse nicht geboten. Und tatsächlich spielt das System locker eine Klasse höher, als der Preis erwarten lässt.

Die technischen Daten des Hana SL

Ein Blick ins Datenblatt der Hana SL macht deutlich, dass es sich um einen Tonabnehmer handelt, der sich grundsätzlich auf den gängigen mittelschweren Tonabnehmern wohl fühlt: Weiterlesen

Heisse Platte – Der Phono-Vorverstärker RESTEK MINIRIA

Phono-Vorverstärker

Der RESTEK MINIRIA ist ein großer Phono-Vorverstärker für kleines Geld

Nein, AUF den Plattenspieler gehört er nicht – der kleinste Phono-Vorverstärker von RESTEK. Aber ZUM Plattenspieler gehört er unbedingt – der MINIRIA. Und dafür gibt es genau vier Gründe:

  • Er ist schön.
  • Er ist klein.
  • Er ist nicht teuer.
  • Er ist verdammt gut.

Angesichts der nicht zu übersehenden Renaissance der Schallplatte verwundert es nicht, dass derzeit beinahe wöchentlich irgendein Hersteller einen neuen Phono-Vorverstärker auf den Markt wirft. Und hingeworfen wird da häufig ein schnell zusammengeschusterter Kasten. Schließlich will jeder etwas abbekommen vom Vinyl-Hype.

Dabei ist die Entwicklung und Herstellung eines „Phono Pre Pre“ alles andere als einfach und nicht „mal schnell so nebenher“ gemacht. Die Verstärkung der winzigen Spannungen eines Tonabnehmers erfordern viel KnowHow und große Sorgfalt in der Auswahl und der Montage der Bauteile. Kaum ein anderes Glied der Hifi-Kette hat mehr Einfluss auf den Klang. Da vertraue ich gerne auf die Erfahrung einer deutschen Hifi-Manufaktur, die seit mehreren Jahrzehnten einen erstklassigen Ruf hat. Und wen es dann auch noch ein Gerät ist, das sich eigentlich schon seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt befindet, in dieser Zeit aber laufend gepflegt und vorsichtig verbessert wurde, dann darf man gute Qualität erwarten.

Hinter dem RESTEK MINIRIA steckt wahre Leidenschaft für Musik von der Schallplatte, eine Leidenschaft die älter ist, als der momentane Vinyl-Hype. Und tatsächlich hat der Gründer, Inhaber, Entwickler und „Mastermind“ von RESTEK, Adrianus Elschot nie aufgehört gute Schallplatten zu hören. Und das hört man dem MINIRIA einfach an.

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Dichtung und Wahrheit – Der RESTEK EPOS+ CD-Spieler im Test

RESTEK EPOS CD-Spieler von vorne

ἔπος ist altgriechisch und steht – wie die Czyslansky lesende Bildungselite natürlich weiß – für „Wort“ oder „Vers“ und bezeichnet eine „erzählende Dichtung“, also eine Dichtung, da wo sich nix reimt. Und deshalb ist der Name für den „großen“ CD-Spieler der deutschen Hifi-Manufaktur RESTEK eigentlich völlig falsch gewählt. Denn der EOPS (ἔπος ) dichtet der Musik nichts hinzu. Er lässt die Musik fließen, und zwar genau so, wie diese will. Freilich ist gerade das eine hohe Kunst: die Musik so wiederzugeben, wie sie auf einem Silberling drauf ist, also nichts zu beschönigen und zu verwischen, aber auch nichts zu zerlegen in analytisch sezierte Einzelheiten.

Ich habe schon so manche CD-Player gehört, in einfachen Preisklassen bis – sagen wir – 1.000 Euro, aber auch in gehobenen Preisregionen von 3.000 Euro und deutlich mehr. Und immer war ich dankbar, wenn ich nach dem Hören auf eine gute alte Vinylscheibe zurückgreifen konnte. Die Schallplatte hat mir immer mehr Details und zugleich mehr harmonischen Fluss präsentiert, mehr Dynamik und mehr Atmosphäre. Mit drei Ausnahmen: dem noch ziemlich neuen großen Laufwerk AURUM C5 DA von quadral, meinem guten alten Audiomeca Keops und – erst vor wenigen Wochen – dem Ear Acute III, einem Röhren-CD-Player für knapp 5.000,- Euro, den ich auf dem Hifi-Bauernhof hören durfte. Das ist alles kein Zufall, schließlich wurde der Keops von Audiomeca-Gründer Pierr Lurne entwickelt, einem der anerkannt besten Entwickler von Schallplattenspielern, und der Ear Acute von Tim de Paravicini, der neben zahlreichen Röhrenverstärkern auch einen ganz phantastischen Vinyldreher entwickelte und – was wenige wissen – so nebenbei den Magnetantrieb für Plattenspieler eigentlich „erfunden“ hat.

Nun höre ich also den EPOS+ von RESTEK, entwickelt von Adrianus Elschot und seinem Sohn Dirk, von zwei deutschen Ingenieuren, die schon viele wunderbare Geräte entworfen haben – vor allem Verstärker und einige der besten jemals gebauten Tuner – aber definitiv niemals einen Plattenspieler. Und trotzdem ist der EPOS+ einer der vier oder fünf CD-Spieler, die ich gleichrangig neben meinem Scheu-Laufwerk dulden kann. Und das hat einige handfeste Gründe:

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Goldstückchen auf Plattenspieler: Der Tonarm Mørch DP-8 im Test

Scheu Plattenspieler

Ein Mørch DP-8 auf einem Scheu-Dreher

Kann man in der Auseinandersetzung mit einem Tonarm Demut lernen? Man kann. Denn der Mørch DP-8 ist eine Zicke. Aber eine begnadete. Er ist vielleicht das Beste, was Sie ihren Schallplatten antun können. Und er ist mit großer Wahrscheinlichkeit das Fieseste, was Sie Ihren Nerven antun können. Aber fangen wir mal demütig ganz von vorne an …

Mørch – ausgesprochen „Mörch“ , wie mörcherisch – heißt mit Vornamen Hans Henrik ist Däne und baut seit vielen Jahren mit einigen wenigen Mitarbeitern in Gentofte bei Kopenhagen Tonarme. Bekannt sind der „kleine“ einpunktgelagerte Mørch UP-4 und der klassische kugelgelagerte DP-6. Beide Tonarme sind feinmechanische Kleinode, gegen die die marktbeherrschenden Arme von den kleinen Regas bis zu den großen Clearaudios und Armen von SME wie vom Pferdeschmied geschlagen aussehen. Tonarme von Mørch hingegen sind feinziseliert und sensibel wie Schweizer Uhrwerke.

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