Schlagwort-Archive: Handy

Vom Gondeln und Glotzen

rr4Wer ganz oben ist, hat den beste Überblick!

Diese Binsenweisheit gilt noch immer, von Ausnahmen einmal abgesehen. Eine dieser Ausnahmen mag der eine oder andere aus dem Arbeitsleben kennen: Ganz oben in der Firmenhierarchie zu stehen bedeutet noch lange nicht, den besten Überblick über alles zu haben. Aber das ist ein anderes Thema, das in unserem Zusammenhang nicht weiter relevant ist.

Aber so mancher Benutzer des „Real Life“ weiß auch, wie schön es ist, von oben über Stadt, Land, Fluss zu schauen.
München hat in Sachen Skyline eher wenig zu bieten. Aber sofern die Witterung mitspielt, verzaubert die Stadt mit einem betörenden Blick bis weit hinein in die Alpen; vorausgesetzt man ist hoch genug. Ansonsten ist das Münchner Panorama weniger beeindruckend als zum Beispiel das Frankfurter. Dafür hat München andere Qualitäten.
Eine davon ist das Oktoberfest. Das zieht reichlich Besucher an, so viele, dass – wie mir eine Bedienung aus einem Festzelt glaubhaft versichert, zeitweilig WhatsApp nicht mehr geht. Zu hoch ist der Datenverkehr der bierseligen Besucher. Da kann es schon mal eine halbe Stunde dauern, bis eine WA-Nachricht von einem Bierzelt zum nächsten flattert.
Auch wir haben zur Wiesn Besuch, gemeinsam flanieren wir zwischen Zelten und Schaustellerbuden, Fahrgeschäften, Biergärten und Fressständen umher und steuern irgendwann auf das Riesenrad zu. Und wie war das noch?
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Danke, Andreas Zwilling

Kennen Sie Andreas Zwilling?
Nein?

Ich auch nicht. Bevor Sie jetzt reflexartig den Namen googlen und auf irgendwelche Träger dieses Namens stoßen, kann ich Ihnen versichern: Ich habe diesen Namen für ebendiesen Beitrag frei erfunden. Das geschieht zum Schutz der Person, deren realen Namen ich natürlich kenne. Im Erfinden von Namen bin ich geübt, auch den Nick DanielschafftEuchAlle habe ich vor einiger Zeit für Czyslansky erfunden, um meinen Quizduell-Gegner eine gewisse Anonymität zu gönnen.
Überhaupt gibt es zwischen DanielschafftEuchAlle und Andreas Zwilling einige Gemeinsamkeiten.
Beide arbeiten offensichtlich nicht weit entfernt von unserer Firma, denn beide verkehren hin und wieder in dem gleichen Restaurant-Bistro, in dem auch ich öfters zu Mittag esse. Nun habe ich den alle schaffenden Daniel seit jenem denkwürdigen Tag, von dem ich hier berichtet habe, dort nicht mehr gesehen. Vielleicht ist es ihm nicht mehr ganz geheuer, seit ich seinen Quizduell-Nick aufgeschnappt habe, vielleicht übt er unentwegt, um sich das Mittagessen, um das ich gegen ihn spielen will, zu sparen.
Bei Andreas Zwilling ist der Fall anders.
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Phubbing? Das machen doch alle!

phubbingPhubbing…
Kennen Sie?
Nein?

Doch. Das kennen Sie; ganz sicher. Und möglichweise machen Sie das auch. Denn das machen viele – verdammt viele, eigentlich fast alle. Aber vielleicht kennen Sie es nur noch nicht unter diesem Wort.

Ganz neu ist der Begriff Phubbing nicht mehr, das Wort Phubbing, zumindest wenn man den Einträgen auf Wordspy.com trauen darf. Das erste Zitat geht auf den 16. Juni 2013 zurück, aber der große Durchbruch kam erst diese Woche.
Endlich ist ein Begriff gefunden für eine Unart, die heutzutage gang und gäbe ist – oder schon gar nicht mehr als solche empfunden wird. Wordspy.com definiert Phubbing als Snubbing another person by using your smartphone instead of interacting with that person., also als Rumgespiele mit dem Handy in Gegenwart anderer, mit denen man sich gerade im Gespräch befindet oder befinden sollte.

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What the hell is Quinoa?

Interessantes hört man derzeit aus München.  Noch immer sucht die bayerische Polizei verzweifelt den brutalen  Mörder, der im Mai an der Isar einen Radfahrer niedergestochen hat. Die Spuren und  Hinweise sind so dürftig, dass die Polizei angefangen hat, alle Menschen um Zeugenaussagen zu befragen, die in der Tatzeit halbwegs in der Nähe waren. Dazu bedient sie sich unter anderem der Handydaten.
Wie Focus online berichtet, werden hunderte von Handybesitzern, die sich in der Tatzeit in der Nähe waren, überprüft. Sie wurden, davon spricht man derzeit viel in der Stadt, entweder von den Beamten zu Hause aufgesucht oder zu einer Zeugenaussage ins Revier gebeten – meist per Anruf auf dem Handy.
Handydaten verraten, wer in der Nähe war, heißt es bei Focus.
Erfasst wurden die Nummern von Mobiltelefonen, die sich in einem Zeitraum rund um den Tatzeitpunkt in der Nähe der Erhardtstraße befunden haben. Die Daten seien kurz nach der Tat angefordert worden – inklusive der Namen der Handybesitzer.
Die technischen Voraussetzungen sind denkbar einfach, wie ein anderer Artikel von Focus erläutert. Ob die Polizei damit dem Mörder auf die Spur kommt, ist ungewiss.
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Hacken statt kacken – Sicherheitsrisiko bei Toiletten-App

Gibt es eigentlich in unserem Alltagsleben irgendeinen Ort, der noch nicht von der Digitalisierung durchdrungen ist?
Sie denken: Ja!
Ich wär mir da nicht so sicher.
Selbst der stille Ort, der Lokus, ist längst digitalisiert.
Seit Jahr und Tag bieten Android und Apple „Toiletten-Finder-Apps“ an. Das ist ein Segen für die Menschheit, denn wer jemals verzweifelt mit prall gefüllter Blase oder jammernden Kindern in einer fremden Stadt unterwegs war und ein WC suchen musste, der weiß diese geniale Hilfe zu würdigen.
Notausgang_WCHat man aber endlich eine Toilette gefunden, kann der Fluch der Digitalisierung unbarmherzig sein. Schlangen haben sich gebildet, jedem einzelnen steht das Wasser in den Augen, während hinter verschlossener Kabinentür ein Irgendwer seinen Beziehungsstatus per WhatsApp ausdiskutiert, Aktienpakete vertickt, sein Flugticket umbucht oder 47mal „Gefällt mir“ bei Facebook klickt.
Auf dem Klo wird gechattet und gepostet, getwittert und gemailt, was das Zeug hält. Hin und wieder auch telefoniert. Egal, ob man auf der Toilette im Nobelhotel oder im Festzelt auf dem Oktoberfest unterwegs ist, Klos sind längst Kommunikationszentralen geworden – aber das waren sie ja schon immer. Oder haben Sie niemanden in der Familie, der sich eine Stunde mit einer Zeitung aufs Häusl hockt? Wer einmal drin ist, den brauchen die Wartenden draußen vor der Tür nicht zu kümmern. Da ist es völlig unerheblich, wenn z.B. Wiesnwirte per Plakat die Toilettenbenutzer bitten, die Kabine nicht zur Telefonzelle umzufunktionieren…
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20 Jahre unfallfreies Telefonieren im GSM-Netz

Sterben in Schönheit

Sterben in Schönheit

Ich habe 1993 mein erstes GSM-Mobiltelefon bekommen, ein Motorla 9600 („Backstein“ genannt), mit dem man der Legende nach zur Not auch Zeltheringe einschlagen konnte. Ich war damals Leiter der Redaktionsgruppe Multimedia bei der Motor Presse Stuttgart, und eines meiner Babys war die Entwicklertruppe, die an der neuen Zeitschrift „connect“ gearbeitet hat. Wir haben damals Kriterien für das Testen von Handys entwickelt, und ich habe vorgeschlagen, einen speziellen „Cole-Test“ einzuführen, nämlich den freien Fall aus einem Meter Höhe auf eine möglichst harte Unterlage. Auf die Idee kam ich, weil ich damals einen sehr schönen Regenmantel von Burrberry mit Durchstecktaschen besaß, und fast jedes Mal, wenn ich den Knochen in die Manteltasche stecken wollte, griff ich daneben, und das Dinge landete auf dem Boden.

In den vergangenen 20 Jahren haben viele Handys den Cole-Test bestanden, Dutzende von Nokia-Generationen, Palm-Treos und neuerdings der iPhone. Ein Nokia Lumina war dabei und ein paar HTCs.

Doch nun ist meine Serie gebrochen: Weiterlesen

Alles gute, lieber Snob!

Er kann’s nicht mehr hören, und ich kann’s nicht oft genug erzählen. Und so sei hier anläßlich seines Ehrentages die Geschichte meines geschätzen Mit-Czyslanskys SvB (der mit bürgerlichem Namen Sebastian von Bomhard heißt) nochmal genauso nacherzählt, wie sie vor 20 Jahren, nämlich im Jahr des Heils 1993, in meiner Kolumne „Alltag im D-Netz“ in der Zeitschrift „connect“ erschienen ist.

Der Handy-Snob

Wer seine Handy-Rechnung lesen muss, kann es sich eigentlich nicht leisten.

Das Handy von Sebastian von Bomhard, Chef des Münchner Internet-Providers SpaceNet, ist unter der Nummer 0045 anwählbar –  die Vorwahl von Dänemark. Wieso das?

„Wegen der Erreichbarkeit“, behauptet er. Noch immer gebe es Unterschiede zwischen D1 und D2, was er sogar in seinem Bürogebäude am Frankfurter Ring zu spüren bekomme. „Es gibt bestimmte Zimmer, da funktioniert D1 nicht, in anderen bekomme ich mit D2 keinen Empfang. über die Auslandsnummer kriegen Sie mich dagegen immer.“

Den Verdacht, dass er die Dänen-Nummer nur wegen der billigeren Grundgebühr abziehe, weist von Bomhard strikt von sich. Kostenmäßig lohne sich die Sache gar nicht – im Gegenteil. Als echten Lebenskünstler störe ihn das aber nicht: „Ich bin ein Snob – ich lese Rechnungen grundsätzlich nicht …

Happy Birthday – happy Handy, du hemmungsloses Stück

Als am 3. April 1973 Michael Cooper, damals Motorola-Ingenieur bei AT&T anrief, war der Sensation perfekt. Cooper nämlich rief von unterwegs an…

Ein Kilo wog das erste Mobiltelefon, mit dem heute vor 40 Jahren eine Revolution in der Kommunikation eingeläutet wurde.  Cooper stand auf der Sixth Avenue in New York und hätte gut 20 Minuten sprechen können, dann wäre der Akku des Motorola Dynatac leer gewesen.   Doch so lange dauerte das Gespräch mit Joel Engel, dem Technikchef bei AT&T gar nicht. Es ging ja damals nicht darum, Informationen auszutauschen oder ein wenig zu plaudern. Es ging darum, der Welt zu beweisen: Es geht.

Briefmarke der Deutschen Bundespost von 1977, zum 100sten Geburtstag des Telefons nach einem Entwurf von Elisabeth von Janota-Bzowski.

Und es ging. Eine Mobilfunkstation auf dem Dach eines Hochhauses in der Nähe leitete das Gespräch in das Festnetz. Cooper und Engel konnten sich hören und miteinander reden. Und das war’s dann auch.

Damals. Erst zehn Jahre später gab die Federal Communiction Commisison das erste Netz für die Nutzung von mobilen Telefonen frei.  Das ist übrigens die gleiche Behörde, die verantwortlich ist für die Verhängung von Strafen für das Senden als obszön eingestufter Wörter wie Fuck, Motherfucker, Shit, Piss, Cunt, Cuntsucker, Tits im amerikanischen Radio.

Aus den Anfängen: Motorola International 1000 von 1992. Foto: Vodofone Pressearchiv.

40 Jahre später ist das Handy aus dem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. Und es ist längst kein „Knochen“ mehr, den man kaum mit sich herumschleppen konnte.

Aber wem erzählen wir das….

Moment. Handy klingelt.

Ich hätte gern weitergeschrieben, aber ich muss erst mal rangehen.

Verdammt, wo hab ich es denn.

Ups, das falsche. Wo ist das andere…

 

Einfach mal abschalten!

Der Personalrat des Arbeitsministeriums in Berlin ist laut „Süddeutsche“ sauer, weil bei den Mitarbeitern das Dienst-Handy aufhabendes und am Wochenende klingelt. Dabei wird Hausherrin Ursula von der Leyen nicht müde wird, den Menschen im Lande kluge Ratschläge zu geben, nach dem Motto: einfach mal abschalten!

Das Handy, nämlich. dabei klappt das bei Firmen wie VW oder EON ja längst. Das heißt: Bei der Telekom hebt vorsichtshalber keiner mehr ab, auch tagsüber nicht. Jedenfalls nicht, wenn ich beim Kunden-Hotline anrufe. Aber diese Form der Sprachdienstverweigerung kennt man ja auch andernorts, bei der Telekom, Vodafon, eigentlich bei fast jedem großen Anbieter von Dingen, die oft kaputt gehen und wo man dringend mal mit jemandem reden müsste.

Um dem berüchtigten Beamten-Burnout vorzubeugen sollen jedenfalls nach Ansicht der Verdi-Betriebsgruppe im Arbeitsministerium schleunigst konkrete Vorschriften erlassen werden, die das Abschalten nach Feierabend zwingend vorschreiben.

Ich bin zwar kein Beamter, aber vom Burnout trotzdem akut bedroht.   Weiterlesen

Nicht ohne mein Handy!

Ein Handy für alle Fälle…

„Ortungsdienste für Handy helfen in der Not weiter. Das sagt der IT-Branchenverband BITKOM in einer neulich herausgegebenen Pressemitteilung. Als ich weiterlas, wunderte ich mich ein bisschen darüber, wie harmlos die Notlagen sind, die sich der Verband in diesem Zusammenhang vorstellt. „Ortungsdiensts können helfen, ein verlorengegangenes Handy schnell wiederzufinden“, schreiben sie. Nun gut, wer mal sein Handy bei einer Dienstreise daheim vergessen hat kriegt schnell die Krise, aber ist das wirklich eine Notlage? „Durch Handy-Ortung können besorgte Eltern schnell überprüfen, wo sich ihr Kind aufhält.“ Ich denke, wenn ein Kind nicht will, dass die Eltern wissen, wo es sich rumtreibt, dann weiß es auch wo der Ausschaltknopf ist.

Mir fehlen in dem Pressetext die echten Notlagen: Situationen, wo es um Leben und Tod geht und aus denen der Besitzer nur Dank Handy heil herauskommt. So wie der  Skifahrer, der 2009 in Golms bei Tschagguns abseits der Pisten gefahren war und unter einem Schneebrett verschüttet wurde. Er kam mit einer Hand an sein Handy und konnte einen Notruf absetzen und wurde gerettet.

Oder der britische Koch, der 2010 beim Aufräumen in der Küche von einer riesigen schwarzen Spinne gebissen wurde, was natürlich auch einiges über die hygienischen Zustände in der britischen Gastronomie sagt. Jedenfalls konnte er das Vieh mit der Handy-Kamera fotografieren, bevor ihm die Hand auf Luftballongröße anschwoll und er ohnmächtig wurde. Der eintreffende Notarzt schickte das Foto an Spezialisten des Bristoler Zoos, die es als eine lebensgefährliche Brasilianische Wanderspinne identifizierte, die offenbar mit einer Bananenstaude auf die Insel gelangt war.

Und vergessen wir nicht John Garber, den Parkplatzwächter aus Atlanta, der nachts ins Kreuzfeuer zwischen zwei Banden geriet und dabei eine Kugel in die Brust bekam. Dort steckte zum Glück sein Handy, dessen Akku das Projektil stoppte. Garber war anschließend so dankbar, dass er schwor, nie ein Handy einer anderen Marke kaufen zu wollen.

Vielleicht sollte sich der BITKOM auch mal mit den Forschern an der Universität Bologna unterhalten, die gerade an einem handybasierten Unfallmeldesystem arbeiten. Dank einer speziellen Software sollen smarte Mobiltelefone künftig in der Lage sein, abrupte Tempoänderungen wie etwa nach einem Crash erkennen und gleich mitsamt den GPS-Daten an die Unfallretter übermitteln zu können.

Ja, das sind echte Notfälle, aus denen uns das Handy helfen kann. Ich gehe jedenfalls nie wieder ohne auf die Straße…