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Ich weiß was, was du nicht weißt, Facebook!

Facebook weiß alles, aber sonst nichts!

Facebook weiß alles, aber sonst nichts!

„Facebook weiß alles über dich!“, so lautet ein beliebter Kassandraruf digitaler Bedenkenträger. Irgendwo in den unerforschlichen Windungen der riesigen Datenbänke schlummern angeblich alle unsere geheimsten Sehnsüchte, unsere Wünsche und Bedürfnisse, unsere Vorlieben und Abartigkeiten, die ständig von Facebook durchgekämmt und in maßgeschneiderte Werbeangebote umgemünzt werden. Auf diese Weise schreibt uns Facebook mit der Zeit vor, was wir lesen, was wir anziehen und letzten Endes sogar was wir denken sollen.

Wie weit diese utopische Vorstellung eines allwissenden Überwachungsapparats von der banalen Alltagsrealität entfernt ist, kann jeder selbst herausfinden. Er muss sich nur die Mühe machen, diesen Link zu folgen: https://www.facebook.com/ads/preferences (vorher muss man sich bei seinem Facebook-Konto einloggen.)

Dort sehen wir dann, welche Kriterien und Suchbegriffe Facebook über uns gespeichert hat und damit auch, über welche Grundkenntnisse der Algorithmus über unser Innenleben verfügt. Weiterlesen

Dringendes Bedürfnis nach Teufelskult

Radar2

Mit Facebook ist es wie mit dem Rest des Internets, aber auch mit dem Rest des Lebens überhaupt: 99 Prozent ist Müll – aber für das eine Prozent lohnt sich die ganze Sache! Und so stößt man immer wieder auf kleine Juwelen, die schmunzeln machen oder nachdenklich, froh oder traurig, oder bei denen man einfach zu sich sagt: „Mensch, toll das es das gibt!“

So ein Juwel ist die Facebook-Gruppe „Polizeikontrollen Lungau“. Keine Ahnung, wer auf die Idee gekommen ist, andere Autofahrer per Posting zu warnen, wenn er irgendwo einen Streifenwagen am Wegrand sieht, aus dem heraus ein Beamter das Messgerät auf entgegenkommende Autofahrer richtet. Jedenfalls hat er damit ganz offensichtlich ein dringendes öffentliches Bedürfnis erkannt und befriedigt.

Die Gruppe ist jedenfalls, gemessen an der Größe der Bevölkerung des Lungau, sensationell erfolgreich. Als ich das letzte Mal reingeschaut habe hatten sich hier schon 2.701 Facebooker registrieren lassen. Hier im „Innergebirg“, wie die Salzburger diesen entlegenen kleinen Bezirk hinterm Tauernmassiv nennen, lebten bei der letzten Erhebung 2014 nur 20.668 Personen – Tendenz fallend. Wie viele strukturschwache Gebiete abseits der großen Ballungszentren leidet der Lungau seit Jahren an Landflucht: Die Jungen müssen raus, wenn sie studieren oder eine höhere Berufsausbildung machen wollen, und viele kommen nicht mehr zurück, weil es an Jobs und Aufstiegschancen fehlt.

Es machen also mehr als 13 Prozent aller Lungauer bei einer einzigen Facebook-Gruppe mit. Auf eine Stadt wie Wien übertragen hieße das, dass rund 226.000 Menschen sich auf eine entsprechende Facebook-Gruppe eintragen lassen müssten. Was sagt uns das? Weiterlesen

Ausgetrickst – Ihr Luschen

Ein Misanthrop ist ein Misanthrop ist ein Misanthrop.
Also einer, der die Menschen hasst, zumindest aber ihre Nähe ablehnt. Und er tut gut daran. Denn Menschen sind bisweilen kolossal anstrengend. So sehr, dass man sich gern in ein Schneckenhaus zurückzieht, um seine Ruhe zu haben. Das hat nicht unbedingt was mit Soziophobien zu tun, das Ergebnis ist aber ähnlich. Während die einen den Wunsch verspüren, einfach nur in Ruhe gelassen zu werden, fühlen sich die anderen von ihren Mitmenschen eher überfordert. Und halten sich fern.
Das geht aber nicht, wenn man ein intensives Leben in den sozialen Netzwerken betreibt.
Nun ist das mit Twitter eine entspannte Sache – kaum einer kennt einen und weiß, wer wirklich hinter dem Account steckt. Bei Facebook ist das anders, da steht man mit seinem guten Namen da. Facebook wird ja nicht müde, Accounts zu jagen, die unter Pseudonym geführt werden, und die Betreiber zu zwingen, ihre Klarnamen zu verwenden. Selbigen müssen sie, einmal von Facebook aufgespürt, sogar mit einem amtlichen Dokument nachweisen, wollen sie nicht, das Mark Zuckerberg den Account persönlich still legen lässt.
Aber darum geht es eigentlich gar nicht…

Worum dann?
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Ein Häschen im Schloss (eine wahre Facebook-Geschichte)

adare-manor-hotel-golfDiese Geschichte ist so schön, dass ich sie unbedingt weitererzählen muss. Außerdem ist sie ein perfektes Beispiel dafür, wie man als Unternehmen Social Media richtig einsetzen sollte. Niemand will auf Facebook irgendwelche abgestandenen Pressetexte lesen, und auch die x-te Version Ihres Mission Statement interessiert keine Sau.

Was sie wollen sind authentische Geschichten. So wie diese.

Das Adare Manor Hotel ist eines der nobelsten Herbergen Irlands. Es liegt in einem Dorf westlich von Limerick und wurde im frühen 19ten Jahrhundert als Herrschaftssitz des Earl of Dunraven errichtet. Es liegt inmitten eines 3,4 Quadratkilometer großen Parks und Königin Victoria gab sich 1897 hier die Ehre. Das im Tudorstil errichtete Granitgebäude strahlt eine Erhabenheit aus, die auf Normalsterbliche nicht nur ein bisschen einschüchternd wirkt.

Daran änderte sich auch nichts , als der verarmte letzte Earl von Dunraven das Ungetüm 1982 an eine Investorengruppe verkaufte, die daraus eine Nobelherberge machte, komplett mit einem der schönsten Golfplätze der an Golfplätzen weiß Gott nicht armen Insel, wo 2008 und 2009 der Irish Open ausgetragen wurde. Mehrfach als das beste Hotel von Irland ausgezeichnet und mit Zimmerpreisen ab 480 Euro die Nacht, ist das Adare Manor (das übrigens gerade wegen Renovierungsarbeiten bis 2017 zu ist) nichts für Otto-Normalurlauber. Weiterlesen

Muttertiere

Rebecca R ist ein Muttertier. Und das ist stinksauer. So bekundet Recca R. das auf Facebook und setzt gleich das entsprechende Emoticon dahinter. Denn Söhni wurde Leid angetan. Und schon ballen sich die Fäuste des Muttertiers – und noch mehr. Ihr brennen die Sicherungen durch, was heißt: Sie handelt ohne nachzudenken. Absolut emotional und absolut stinksauer.
Das Söhni eine geklatscht bekommen ist natürlich nicht in Ordnung, und das steht auch gar nicht zur Debatte, das nur vorweg…

Worum geht es?
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Weg mit den Katzen – Ab in die Tonne

Gestern postete ich auf Facebook den kurzen Text: Ich hatte heute das dringende Bedürfnis, ein Buch von Akif Pirinçci in die Tonne zu werfen. Wir hatten nur eines. Jetzt haben wir gar keines mehr.
Und ich finde das gut so. Von so einem Mistkäfer will ich nichts im Haus haben.12115604_10203945152623973_2007141306776004781_n

Einen Moment ging mir ein Gedanke durch den Kopf… nein es waren zwei. Der erste war dieser verheerende Satz aus der Bücherverbrennung während der Nazi-Zeit: Ich übergebe der Flamme die Schriften von Akif Pirinçci. Und ich fühle mich ganz kurz unwohl.
Nun hat Bücherverbrennung nichts mit dem Wegwerfen von Büchern zu tun, ganz egal, ob der Müll thermisch entsorgt (also verbrannt) wird oder nicht.
Und auch den zweiten Gedanken, dass man Bücher nicht in den Müll schmeißt, wische ich einfach weg.
Dazu sind im vergangenen Sommer viel zu viele Bücher aus unseren Regalen in der Tonne gelandet, als dass ich mir dazu noch weitere Sorgen machen müsste. Dem Umbau unseres Hauses ging eine ordentliche Entrümplung der Regale voran. Was weder über Momox abesetzbar war noch unsere hieisige Bibliothek als Spende haben wollte (nicht mal für den Bücherflohmarkt), das landete eben im Müll.
Ehrfurcht vor Büchern hat für mich nichts damit zu tun, dass man sich einem Teil selbiger einfach mal entledigen darf: Nämlich der Bücher, die man nie gelesen hat und nie lesen will (sofern man ’nie‘ überhaupt sagen darf) sowie der Bücher, die man nie wieder lesen will, weil man sie schon beim ersten Mal Mist fand, und vor allem davon diejenigen Bücher, die nicht mal zum intellektuellen Posing im Haus geeignet sind. Niemand steht vor Dan Browns oder Donna Leons Schinken und sagt „Wow… das hast Du gelesen?“
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Spaß ohne Grenzen…

Ein dreijähriges Kind liegt in der Türkei am Strand. Rotes Shirt, blaue Hose.
Es könnte ein Urlaubsbild sein. Läge dieses Kind im Sand, vielleicht auf einem Handtuch, eine Badetasche neben sich.
Aber es liegt nicht dort. Es liegt bäuchlings direkt am Wasser. Das Meer hat es angespült, ein ertrunkenes Flüchtlingskind aus Syrien.
Seit Tagen wird dieses Bild in den sozialen Netzwerken herumgereicht, nachdem es in zahlreichen großen Tageszeitungen europaweit abgedruckt worden war. Die einen bedienen sich dieses Bildes zum Aufrütteln, als eindringlicher und schonungsloser Appell an den Verlust der Menschlichkeit oder als Kritik am Versagen der Flüchtlingspolitik… was auch immer. Til Schweiger gehört dabei zu den bekanntesten Multiplikatoren.
Es hagelt Kommentare zu diesem Bild. Sie reichen von uneingeschränkter Zustimmung bis zur deutlichen Ablehnung… meist aus Respekt gegenüber den Toten.
Längst ist es eine viel beachteten Ikone geworden, und es würde mich nicht wundern, wenn es in einer weiter entfernten Zukunft in einer Reihe steht mit den Kinderbildern aus Vietnam, dem sich aufbäumenden Soldaten, der soeben von einer Kugel getroffen wurde… die Symbolkraft ist einmalig. Weiterlesen

Datenschutz zum Selbermachen

Wie uncool!

Wie uncool!

Kids gehen völlig sorglos mit ihren Daten um – richtig? Falsch! In Wahrheit sind sie sogar sehr empfindlich. Und strafen diejenigen ab, die wie Facebook oder Twitter mehr oder weniger nach Gutsherrenart mit den persönlichen Informationen ihrer Mitglieder umgehen.

Dass Facebook uncool ist, pfeifen die Spatzen ja schon seit einiger Zeit von den Dächern. Doch nun liegen auch belastbare Zahlen vor. Die Social Media-Studie der Firma Magid, die auf der Befragung von 1934 User im Alter von 13 bis 64 Jahren beruht, hat einen deutlichen Abfall der „klassichen“ Anbieter gezeigt. Dafür sind solche Newcomer wie Snapchat und Instagram die großen Gewinner. Weiterlesen

Warum sich selbst ein Asylant heute ein Smartphone leisten kann – allerdings nicht von Apple!

iPhone für Arme

iPhone für Arme

„Smartphone am Ohr vor der Flüchtlingsunterkunft. Dieses Bild verstört viele Menschen, wenn es um Asylbewerber geht, denn in Deutschland gelten die Geräte als Luxusartikel.“ Das schreibt die Süddeutsche Zeitung heute in einem Artikel im Politikteil.

Mein Czyslanksy-Freund Lutz Prauser hat das heute auf Facebook gepostet. Erste Antwort aus dem Cyberspace: „Die telefonieren uns die Freiminuten weg!“ Bei uns in Österreich hat FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache den Beitrag einer Dame, die offenbar aus dem rechten Fremndenhassersumpf stammt, weitergepostet, die sich über das „auffällig große“ Smartphone in der Hand eines dunkelhäutigen Flüchtlings beschwerte. Gut, er hat den Beitrag später wieder gelöscht, aber nur, weil seine Seite von Protestlern zugemüllt wurde.

Ich denke, das Thema verdient es aber, genauer untersucht zu werden. Warum sind Smartphones bei uns Luxusgüter? Das liegt natürlich an den Wucherpreisen, die hierzulande verlangt und bezahlt werden. Mit uns kann man’s ja machen, denn wir Wohlstandsbürger bezahlen klaglos 700 bis 750 Euro und mehr für ein Gerät, das in der Herstellung gerade mal $150 kostet. Oder was glauben Sie, wieso Apple im vergangenen Quartal den höchsten Firmengewinn der Wirtschaftsgeschichte eingefahren hat? Oder anders gefragt: Wer kann sich außer Apple eine Gewinnaufschlag von 500 Prozent leisten?

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