Schlagwort-Archive: Cloud Computing

Die Cloud-Begeisterung hält sich nach wie vor in Grenzen

 

Je größer, desto Cloud!

Je größer, desto Cloud!

Sind die deutschen Cloud-Muffel? Der Ruf eilt ihnen ja voraus. Aber stimmt das denn auch? Dieser Frage wollte der IT-Branchenverband BITKOM am Vorabend der CeBIT auf den Grund gehen und gab gemeinsam mit den Analysten von KPMG eine Umfrage in Auftrag, zu der über 400 Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern befragt wurden. Und es sieht, so viel vorab, nach einer Trendwende aus.

Überwog in den drei Vorjahren, wo es eine ähnliche Befragung gab, noch die Skepsis, sind heuer erstmals mehr Befürworter als Ablehner zu verzeichnen. 40 Prozent geben an, dem Thema „generell positiv“ gegenüber zu stehen. Skeptisch bleibt nur noch ein Drittel. Vor zwei Jahren war es umgekehrt. Allerdings nutzen nur 44 Prozent tatsächlich schon Cloud-Dienste – 58 Prozent lehnen das Thema weiterhin ab oder befinden sich noch in der Planungsphase. Wobei es vor allem die kleineren Unternehmen sind, die die Statistik nach unten drücken: 70 Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind schon in der Cloud unterwegs; bei Firmen bis 100 Mitarbeitern sind es nur 41 Prozent.

Cloud ist aber nicht gleich Cloud. Fachleute unterscheiden bekanntlich mindestens drei Arten von Wolken-IT: Private, Public und Hybrid, also eine Mischung von beiden. Deutsche Unternehmen trauen sich noch nicht hinaus in die offene Cloud-Welt: 39 Prozent ziehen es vor, hinter der häuslichen Firewall zu bleiben und behaupten, Cloud-Anwendungen nur im firmeninternen Netzwerk zu nutzen. Weiterlesen

Digitale Kleinstaaterei

Langfristige Aussicht: Wolkig mit gelegentlichen Erheiterungen

Neulich hatte ich mal wieder den historischen Weltatlas in der Hand und habe mit leichtem Schmunzeln die Deutschlandkarte von 1795 betrachtet, als es mehr als 300 Kleinfürstentümer gab, was aussah wie ein ziemlich bunter Flickenteppich. Das ist zum Glück ja längst Geschichte, aber wenn wir Pech haben, droht so etwas Ähnliches im Internet.

Das globale Netz verspricht grenzenlose Kommunikation, und das gilt ganz besonders für das Thema Cloud Computing: Statt meine Daten auf der heimischen Festplatte abzulegen, soll ich sie demnächst irgendwo auf fremden Servern speichern, wo sie von einem „Provider“ sicher verwahrt und mir bei Bedarf jederzeit und an jedem Ort der Erde zur Verfügung gestellt werden. Gerade mittelständische Firmen versprechen sich von der Computer-Wolke riesige Kostenvorteile, denn sie müssen nicht mehr selbst teure IT-Abteilungen unterhalten, sich dauernd um Updates und Backups kümmern und ständig Angst haben, dass beim nächsten Hochwasser der Serverraum im Keller vollläuft – so wie seinerzeit in Dresden, als Tausende von Computern in den Fluten der Elbe versanken.

Doch die Cloud-Provider haben wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht, sprich ohne die Datenschützer. In Europa gilt nämlich die europäische Datenschutzrichtlinie von 1995. Und da steht explizit drin, dass personenbezogene Daten nicht das Gebiet der EU verlassen dürfen. Wenn doch, dann drohen Geldstrafen von bis zu 300.000 Euro.

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Karlsruher Wolkenkuckucksheim: Neue Messe CLOUDZONE

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Die Messe Karlsruhe springt mit einer neuen IT-Messe auf den Cloud-Zug auf. Am 7. und 8. April findet erstmals auf dem Karlsruher Messegelände die CLOUDZONE statt. Die Veranstalter richten sich vor allen Dingen an kleine und mittelständische Unternehmen als Besucherpotenzial:

Der Besucher der CLOUDZONE  sind Geschäftsführer, IT-Entscheider und Entwickler aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, die branchenübergreifend kostengünstige und sichere Lösungen für ihre Unternehmen suchen, um sichso fit für die Zukufnt zu machen. Dies zu deutlich reduzierten Kosten und nach innovativen und erprobten Konzepten.
Mittelständler und IT-Entscheidungsträger haben erkannt, dass Cloud Computing mit Software as a Service die entscheidende Grundlage für die Weiterentwicklung ihrer IT-Strukturen und die Steigerung ihres wirtschaftlichen Erfolges darstellt.

Schön wär’s ja, wenn das der Mittelstand wirklich schon erkannt hätte.

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Die IT-Revolutionen fressen Ihre Kinder

Dass die französische Revolution ihre Kinder gefressen hat ist bekannt. Aber dass die IT ähnlich grausam mit ihren eigenen Ideen umspringt wie Robespierre anno 1790 mit den Idealen der brürgerlichen Revolution ist – zugegebenermaßen etwas verstiegen.
Aber vielleicht wird der Gedanke nachvollziehbar wenn man Revue passieren lässt, wie viele Ideen die IT in den vergangenen Jahrzehnten hervorgebracht, dann zunächst wieder kassiert und erst sehr viel später (oft unter neuem Namen) frisches Leben eingehaucht hat. Weiterlesen

Wo bin ich, wenn ich in der Wolke bin?

Neulich auf einem Presse-Briefing zum Thema „Cloud Computing“ mit Stefan Jetter, dem Deutschlandchef von IBM, stand ein älterer Kollege auf und stellte eine ziemlich unerwartete Frage. „Wo sind denn meine Daten, wenn sie in der Wolke verschwinden?“, wollte er wissen. Jetter stutzte. Der Kollege hakte nach: „Ich meine, rein physikalisch: Wo sind sie?“

Nun, die Antwort lautet natürlich: Auf irgendeinem namenlosen Server in Ohio oder Dublin oder… Das heißt, eigentlich lautet die häufigste Antwort: „Ist doch egal!“

Nun, dem deutschen Datenschutz ist es zum Beispiel überhaupt nicht egal. Wer persönliche Daten über Staatsgrenzen hinweg verschiebt, macht sich unter Umständen strafbar. Und die EU Datenschutzrichtlinie EU Datenschutzrichtlinie (offiziell die Richtlinie 95/46/EC über den Schutz des Einzelnen in Bezug auf das Verarbeiten persönlicher Daten und der freie Fluß solcher Daten) schreibt zwingend vor, dass persönliche Daten nur in Drittstaaten (also Staaten außerhalb der Europäischen Union) transferiert werden dürfen, wenndieses Land einen ausreichenen Datenschutz garantieren kann. Damit scheiden die USA schon mal aus, um nur ein Beispiel zu nennen. Erstens erfüllen sie nicht die europäischen Standards und zweitens verweigern sie Ausländern den Schutz der „US Privacy Act“ von 1974.

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Hasen, Häschen, Marsmenschen und virtuelle Fische: Das war Czyslanskys CeBIT 2009!

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Geschmäht und mit Füssen getreten: Trotzdem war die CeBIT 2009 wieder eine Reise wert.

Die weltgrößte Computermesse erlebte zwar nicht gerade einen Besucherandrang, jedenfalls nicht im Vergleich zu den Vorjahren. Dafür war aber die Zahl der angereisten Czyslansky-Anhänger rekordverdächtig. Da niemand die digitale Szene so perfekt durchschaut wie die Mitglieder dieses kleinen und äußerst exklusiven Kreise von Vordenkern der Digitalität, haben wir deren gesammelten Eindrücke aus Hannover für die Nachwelt aufgearbeitet und ins Netz gestellt. Drei einfache Fragen, jede Menge Antworten, die Stoff zum Diskutieren und zum Nachdenken liefern.

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Microsoft und das Ende der Software

Dass Microsoft auf Wolke sieben schwebt, ist schon länger bekannt. Steve Balmer hat schon vor Jahresfrist gesagt, dass er die weltgrößte Softwareschmiede aufs Mietmodell einschwören will, und auf der CeBIT-auptpressekonferenz des Unternehmens hat Deutschlandchef Achim Berg heute Details verraten. Die „Business Productivity Online Suite“ (BPOS) soll Firmenmitarbeitern wie Homeworkern übers Internet alle Werkzeuge zur Verfügung stellen, die sie zum Arbeiten brauchen. Das alles als Teil der Cloud Computing-Strategie des Hauses.

Ja ja, ist man als alter Microsoft-Watcher geneigt zu sagen: Abwarten, bis es alle machen, und sich dann draufsetzen. Damit ist Micorosoft schon immer erfolgreich gewesen.

Den Hammer hat Berg aber eher beiläufig in einem Nebensatz fallen lassen: Bis 2011 will Microsoft 25 Prozent seiner Software-Umsätze online machen. Das Ende der Software, wie wir sie kennen, nämlich auf Plastikscheiben gepresst, wäre damit mit einem Schlag in greifbare Nähe gerückt. Wenn das stimmt, dann wäre Microsoft ausnahmsweise mal in einer ziemlich ungewohnten Rolle – nämlich Anführer eines Megatrends zu sein…

Cloud Computing – zuerst einmal kleine Wolken in den Himmel malen

Manche Merksätze degenerieren nicht zu 75 Cent Sprüchen, sondern bleiben gültig: Groß denken und klein anfangen. CIOs, die sich so verhalten haben, konnten vielen Technologiefallen entwischen. Auch auf den neuesten „Paradigmenwechsel“ – in der IT kann man so große Wörter leider nur noch in Anführungszeichen setzen – sollten IT-Manager sich nicht mit aller Macht stürzen. Sicher, Cloud Computing erscheint sehr vielversprechend, ist aber eben auch noch sehr neu und in vielen Dingen unausgegoren. Beispielsweise lassen Datenaustausch, Security und Migrationsmöglichkeiten noch genau so zu wünschen übrig wie die Zahl der ernst zu nehmenden Anbieter. Weiterlesen

wenn die elefanten träumen

elefanten

das kommt ja nicht alle tage vor, dass sich ibm, microsoft, siemens und sun in einer presseveranstaltung gemeinsam ihre visionen für die it bis zum jahr 2020 erzählen; so geschehen gestern auf einer „elefantenrunde“ zu der die münchner SYSTEMS-macher eingeladen hatten. das erstaunlichste aber ist, dass gar nicht so einfach auszumachen ist, welcher elefant denn jetzt eigentlich aus welchem stall kommt. so ähnlich klingen ihre aussagen, dass man den elefanten auch gerne die kollegiale leitung eines harmonieseminars anvertrauen möchte.

fassen wir nur mal die jeweils ersten sätze ihrer statements zusammen:

a) frank sawatzke, director of marketing and strategy bei ibm: „die ibm vision für 2020 in sachen it sieht global integrierte unternehmen“.

b) ralph haupter, business- and marketing-officer bei microsoft: „im jahr 2020 haben sich neue formen der zusammenarbeit in vielen unternehmen etabliert.“

c) thomas wiemers, vice president strategic marketing bei siemens enterprise communications: „2020 werden informations-, kommunikations- und collaboration-technologien zu einer integrierten form von it verschmolzen sein“

e) donatus schmid, director marketing und sprecher der geschäftsleitung bei sun micrososystms: „the network is the computer“ wird jedes Jahr mehr wirklichkeit.“

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IT wie auf Wolke sieben

Seltsamerweise diskutieren wir in der IT immer sehr grundsätzlich. Digital eben: Strom, kein Strom. Funktioniert, funktioniert nicht. Eigentlich absurd in ihrer Grundsätzlichkeit, die Debatten um Windows versus Linux, um Client-Server-Computing versus Mainframe, um Thin- versus Fat-Client und über allem der Streit und die große Frage Make or buy? Dabei wurde zwar immer grundsätzlich gefragt, aber gehandelt wurde und wird von den meisten IT-Verantwortlichen pragmatisch. Ein bisschen Linux geht schließlich immer, genauso wie Thin-Clients in bestimmten Bereichen Sinn ergeben oder auch Teile der IT durchaus von Dienstleistern einkaufbar sind.

Trotzdem werfen wir uns immer wieder mit frischer Verve auf die neuesten Trends. Zur Zeit baut sich eine Kontroverse um Cloud-Computing auf, die sachlich eigentlich nicht nötig ist, aber hoffentlich dazu beiträgt, den Gedanken zu verbreiten.

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