Umfrage: Was hat das Internet mit Dir gemacht?

Frank Schirrmacher, der Herausgeber der F.A.Z., hat mich gebeten in einem kleinen Beitrag für die F.A.Z. einmal zusammenzufassen, was das Internet mit mir gemacht hat:

Bin ich auf Grund des Web besser informiert oder überfordert? Sind meine zwischenmenschlichen Kontakte intensiver oder oberflächlicher? Bin ich kreativer oder komm ich gar nicht mehr zum Schreiben? Haben sich Alltag oder Job verändert? Meine Denke? Vinyl oder MP3? Alte Freunde wieder getroffen? Unter Nervensägen gelitten? Ideen und Dissertationen erfolgreich geklaut? Spaß oder Frust?

Mein Artikel nähert sich der Finalisierung. Dabei habe ich bestimmt wieder ein paar Themen übersehen. Deshalb bitte ich Euch um Hilfe: was haben Internet und Social Media mit EUCH gemacht? Ich bin für jede Antwort, für jeden Kommentar auf diesen Eintrag hier dankbar.
Was hat das Internet mit Dir gemacht? Sag’s mir! Knackig und kurz! In maximal 130 Wörtern! Als Kommentar auf dieses Posting. Danke für Eure Hilfe.

15 Gedanken zu „Umfrage: Was hat das Internet mit Dir gemacht?“

  1. Einfach so, wie es mir in den Sinn kommt:
    Es hat sich so manches verändert: Statt Kochbuch, Netbook in der Küche mit Online-Verzeichnis der Lieblingsrezepte. Statt Glotze am Abend Facebook, Twitter, Youtube, Blogs und Newsrooms. Hin und wieder starte ich ein Lernprogramm für die Schule mit meinem Sohn. Bücher, Klamotten, Tierfutter, Reisen, Geschenke für Oma, Opa, Nichten und Neffen werden bei uns überwiegend online bestellt. Wir leben auf dem Dorf, da ist das sehr von Vorteil.

    Bei Online-Recherchen kann es schon vorkommen, dass ich über andere interessante Themen, hier mal kurz twitter, da mal kurz poste. Dann ist Disziplin erforderlich.

    Via Facebook und über XING habe ich alte Kontakte neu aufleben lassen können. Alte Schulkameraden und Kommilitonen sind in der ganzen Welt verstreut und lassen mich an ihrem Leben im Ausland ein wenig teilhaben. Schöne Sache, zumal aus den Online-Kontakten auch Offline-Kontakte in Form von Ehemaligen-Schultreffen, Afterworkparty, Biergartentreffen geworden sind.

    Ich will auf das Internet nicht mehr verzichten. Außer im Urlaub. Da kann es sehr erholsam sein, der Nachrichtenflut zu entkommen. Eine Entschleunigung in Form einer Ruhepause für den Kopf ist dann auch mal bitter nötig…

  2. Zunächst hat das Internet mir E-Mail gebracht – zu Studienzeiten als wunderbare Möglichkeit günstig mit vielen Leuten in Kontakt zu bleiben und heute im Job als die alles andere überlagernde Kommunikationsform.

    Seit das World Wide Web über Flat Rates und Computerarbeitsplatz wirklich täglich, unkompliziert und vor allem schnell verfügbar ist, hat es völlig den Umgang mit Wissen revolutionierunt. Faktenwissen lässt sich digital outsourcen. Es ist überall auffindbar. Man muss sich nicht mehr merken, wie ein bestimmtes Auflugsziel heißt, man braucht nur ein paar Eckpunkte und ergoogelt sich den Rest. Intelligent recherchieren, vernetzt denken und Quellen kritisch hinterfragen, ist heute die Herausforderung. Falsche Informationen verbreiten sich so schnell wie richtige. Das Web 2.0 hat diese Entwicklungen nochmals potenziert.

  3. Einen Infovoren, der nicht aus dem Haus muss. Wer weiß, vielleicht hätte ich sonst eine Bibliothekarin geheiratet. Außerdem: telefonfaul im Privatleben.

  4. Ich kann mich noch daran erinnern, wie mühsam es ohne Internet war: Für Recherchen Stunden lang am Telefon hängen und Tage warten, bis die Post das angeforderte Material geliefert hat. Wie kompliziert war es ohne Email, mal kurz einen Text abzustimmen! Das Internet spart Zeit – auf der anderen Seite verbringt man aber auch mehr Zeit vor der Kiste: Mal kurz einen Song runterladen, bei Amazon nach neuem Lesestoff stöbern, einen Link auf Facebook posten und schauen, was die Freunde gerade so machen – und schon sind wieder ein, zwei Stunden vorbei! Ich kann mir den Alltag ohne Internet nicht mehr vorstellen und bin gespannt, was in nächster Zukunft noch alles möglich sein wird. Wer hätte sich vor 15 Jahren gedacht, dass wir mal über Handy oder Netbook von überall aus im Netz surfen können?

  5. ich will die Frage anders formulieren:

    Was haben wir mit dem Internet gemacht?
    Es war ein anarchistischer Spielplatz für Kindsköpfe, Wissenschaftler, Nerds und Kreative … (okay noch früher war es irgendein Militärscheiss)

    Und was haben wir daraus gemacht?
    Ein hochkommerzielles Mainstream Medium.
    Werbung, Werbung, Werbung.
    Triefend von Selbstdarstellung von Unternehmen und langweiligen Menschen.
    Dazwischen ein Haufen Spam und Billionen nicht relevante Informationen.
    Gewürzt mit den 3 grossen Ps (Porn, Pills, Poker)
    Strebernetzwerke, die uns noch mehr Kontakte und Beziehungen versprechen um noch mehr Geld zu verdienen. Nicht zu vergessen die privaten Kontaktbörsen, die uns die große Liebe versprechen.
    Smalltalk-Plattformen für noch mehr leeres Geschwätz.
    Der ganze Müll verdeckt die Perlen, wegen denen wir das Netz eigentlich lieben.
    Und als ob das nicht schon genug wäre, beginnen Regierungen und Konzerne jetzt auch noch zu kontrollieren und zu zensieren.

    Ich bin seit 1994 (fast permanent) online und jetzt ich schäme mich.
    Wir haben es versaut!
    Wir brauchen eine neue unverkackte Spielwiese!

  6. Das Internet bedient mich, unterhält mich, informiert mich, strukturiert meinen Tagesablauf, diszipliniert mich und hat mich längst süchtig gemacht.

    Früher wachte ich auf, hörte Nachrichten im Radio beim Zähneputzen und um 9.00 kam die Post. Es ging los.

    Heute stehe ich auf und schaue im Netz, was Zeit und Spiegel und … zum Weltgeschehen schreiben, überfliege die neuesten Blogbeiträge von x interessanten Blogs, die ich abonniert habe, checke meine E-mails, schaue in Facebook vorbei und auf XING. Dazwischen Kaffeekochen, Zähneputzen…

    Ich recherchiere meine Literatur online, bestelle sie online, werde informiert, wenn die Bücher abholbereit sind und wenn ich sie wieder abgeben soll. Früher habe ich für das Bibliografieren Tage gebraucht und hatte nicht alles, heute besuche ich die Bibliotheken der Welt vom Schreibtisch aus.

    Keine Zeitungsausschnitte stapeln sich mehr, dafür Unmengen PDFs, die ich wahrscheinlich auch nie mehr lesen werde, aber besser speichern und wiederfinden kann.

    Und dann ist da noch die Cloud, die es mir via Internet ermöglicht, auch als Business-Winzling richtig professionell zu arbeiten, auch wenn ich dabei noch immer im Pyjama bin;-)

  7. Was das Internet aus mir gemacht hat?
    Einen verbitterten Realisten.
    Schau sich den Sch*** doch mal einer an mit dem die menschliche Seele dank Internet täglich bombadiert wird…mit unserer eigenen, unverblümten Grausamkeit.

  8. Habe 1993 im alter von 13 Jahren meine ersten Erfahrungen mit Compuserve gemacht. Für mich stellt sich nicht die Frage, was das Netz aus mir gemacht hat. Das Netz hat mich gemacht. Es ist Teil meiner Pesönlichkeit, meiner Identität(en) – und umgekehrt. 😉

  9. Ein Buchhändler hat mir neulich erzählt, dass der Paket-Bote regelmäßig kleine Buchsendungen für einen Nachbarn bei ihm abgibt, eines sehr bekannten Internet-Plattform. Und dieser Nachbar holt dann regelmäßig die Bücher bei ihm ab, ohne jemals ein Buch bei ihm im Laden zu kaufen. Der Buchhändler könnte ihm ja auch das Buch bestellen und hätte es am nächsten Tag im Laden, was widerum dazu führt, ihm auch seine Existenz zu sichern. Bei solchen Geschichten frage ich mich ernsthaft, ob das Internet uns streckenweise auch zu Idioten macht?

    Oder sollte ich lieber anders ansetzen, ob mit Internet, eBooks, iPads und Konsorten wir irgendwann den Duft von Karl Lagerfeld mit dem klangvollen Namen „Paper Passion“ wohl auch dazu verwenden werden, um uns daran zu erinnern, wie Bücher einst gerochen haben? Ich arbeite in einem Verlag und es gibt Tage, da macht es einfach keinen Spaß mehr. Hin- und hergerissen zwischen den Welten, zwischen dem was war, was ist und was noch kommen mag. Es gibt Vorteile, es gibt Nachteile, aber eines bleibt seit Jahren durch das Internet und damit verbundene Technologien konstant: Veränderung! Und der Mensch wird weiterhin sich darin permanent anpassen, mithalten wollen/müssen – einfach dran bleiben. Und wie einst der „Tante-Emma-Laden“ den großen Konsumtempeln weichen musste, so wird sich wohl oder übel der Buchhandel über viele Strecken verändern. Neue Jobs entstehen, alte fallen weg. So ist das halt. Aber klagen zählt nicht, wenn die Buchhandlung an der Ecke schließen muss. Und wer nimmt dann die Pakete an?

  10. @Claudia Wow, das ist echt toll!

    Ich hätte auch gerne einen Buchhändler in meiner Nachbarschaft, der meine Amazonsendungen entgegen nimmt, dann müsste ich nicht immer zur Packstation laufen, wenn mich der Paketbote nicht angetroffen hat.

    Bei mir nebenan wäre ein Optiker … verkauft Amazon auch Brillen?

  11. Als Digital Immigrant kann ich mich auch noch an die Zeit von Telefax, Schreibmaschine und Telex (ja, Sachen gab`s mal) erinnern. Viele Dinge sind mit dem Internet einfacher geworden, z. B. Informationen beschaffen, mit Personen in Kontakt bleiben oder auch Dokumente zu (re)produzieren.
    Allerdings hat das Internet neben allen Vorzügen auch ein paar Risiken wie die Sucht ständig ON sein zu müsssen, der gläserne User/Datenschutz oder auch die Anforderung ständig verfügbar sein zu müssen.

    Ich denke man sollte, wie bei vielen Dingen im Leben, einfach das richtige Maß für die Internet-Aktivitäten finden, die digitale Welt mit gesunder Skpsis gegenüber stehen und nie vergessen, dass das analoge Leben im Mittelpunkt steht. Emotionen sind nicht in Bits und Bytes zu ermitteln.

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