Schlagwort-Archive: Werbung

Keine Sklavenschuhe aus Herzogenaurach

Über Geschmack lässt sich bekanntlich recht gut streiten. Über Mode erst recht. Und findet sich für einen Streit nur genügend Publikum, dann ist es eine Frage der Zeit, bis die Medien aufmerksam werden. Jüngst geschehen im Fall der Firma Adidas. Die nämlich wollte in den USA einen neuen Schuh auf den Markt bringen, den Adidas JS Roundhouse Mid:

Facebook Screenshot

Und wie Unternehmen im Zeitalter des Web 2.0 gern agieren, hat Adidas diesen Schuh bei Facebook den potentiellen Käufern vorgestellt. Zielgruppenaffin, interaktiv und innoativ.

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Voller Briefkasten! Die komplizierte Welt der Werbebriefe

Dem IHK-Rundbrief entnehme ich:

Briefwerbung: Übergangsfrist für Altdatenbestände läuft aus – bei Missachtung droht Bußgeld

Die Verwendung personenbezogener Daten in der Briefwerbung ist sensibel: Nach aktueller Rechtslage dürfen Werbebriefe mit personalisierten Adressen nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung des Empfängers verschickt werden. Laut IHK-Juristin Rita Bottler galt für sogenannte Altdatenbestände bislang eine Übergangsfrist. „Darunter fallen Adressen und Kundendaten, die vor dem 1. September 2009 erhoben und seitdem nicht verändert wurden. Diese Datensätze konnten im Rahmen der dreijährigen Übergangsfrist ohne Einschränkung verwendet werden. Diese Frist endet aber nun am kommenden 31. August“, erklärt die IHK-Fachfrau. Sie rät den betroffenen Unternehmen, ihre Verteiler rechtzeitig zu aktualisieren und zu pflegen. Wer die Altdatenbestände in vollem Umfang weiter benutzen wolle, müsse vor dem Stichtag die rechtwirksamen Einwilligungen für Briefwerbung der Empfänger einholen oder nötigenfalls Adressen streichen. „Diese Pflichten sind ernst zu nehmen. Bei Missachtung drohen Bußgelder“, warnt Bottler. Weitere Hinweise enthält das IHK-Merkblatt „Umgang mit personenbezogenen Daten zu Werbezwecken via Brief, E-Mail, Fax und Telefon.

Das ist doch alles sehr, sehr merkwürdig. Weiterlesen

Athena Hohenberg warnt: Nutella gefährdet Ihre Gesundheit

Nutella

Gesunde Kost? Eher nicht. Foto: Rainer Zenz über Wikipedia.

Nutella: Das sind Zucker, Palmöl, Haselnüsse, Kakao und fettarme Milch – das klingt nicht gerade nach gesunder, ausgewogener, fettarmer Ernährung. Das ändert aber nichts, dass hunderttausende, wenn nicht millionenfach Menschen einen wohlschmeckenden, süßen Brotaufstrich, der 1944 vom Italiener Pietro Ferrero in Alba erfunden wurde, löffelweise aus dem Glas ohne Umweg über eine Backware in sich hineinstopfen.
Es ist ihr gutes Recht – und sicher keine Seltenheit. Schließlich ist Nutella eine weltweite Marke. Besonders gesund aber ist das Produkt offensichtlich nicht – und damit mussten sich us-amerikanische Gerichte gerade erst beschäftigen.
Was einem der gesunde Menschenverstand, ein wenig Allgemeinbildung zum Thema Ernährung und der Blick auf die Zutatenliste verraten könnte, ist nun auch Athena Hohenberg, Mutter eines Kindes, und im kalifornischen San Diego beheimatet, bewusst geworden. Sie hat im Februar 2011 den us-amerikanischen Ableger der Ferrero-Gruppe verklagt, weil Ferrero den süßen Brotaufstrich als «Beispiel für ein ausgewogenes und schmackhaftes Frühstück» sowie als «gesünder» darstelle, als er in Wirklichkeit sei, bewerbe. Sie sei «schockiert» gewesen zu erfahren, dass Nutella «nicht gesund», sondern kaum besser als Süßigkeiten sei, noch dazu habe es einen «gefährlich» hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, hieß es in der Klageschrift weiter.

Fragt man sich, und nicht nur als ernährungsbewusster Verbraucher, was Athena Hohenberg eigentlich erwartet hatte, als sie ein Produkt in schokoladiger Farbe und mit schokoladigem Geschmack gekauft hatte…

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Backe backe Kuchen…

Nachdem sich die Freunde Czyslanskys in den vergangenen Tagen besonders den Reiz- und Erregerthemen gewidmet haben (Peta & Tierschutz, Passivrauch-Komplott & Nichtraucherschutz, Lecker & Schlecker) kommt jetzt hier ein richtiges Genussthema. Gereizt und erregt wird dann später wieder…

Es geht um eines der heiligsten deutschen Kühe überhaupt: Neben dem Auto, dem ungebremsten Fahrvergnügen, dem deutschen Wald, dem deutschen Fußball und der Oper gibt es wohl kaum etwas, das dermaßen hochstilisiert, emotional überhöht und weltweit verehrt wird wie das gute deutsche Brot.
Kräftig war es schon immer, vielgestaltig, gehaltvoll und ein wahrer Genuss. Mal abgesehen von den wenigen tierischen Beigaben eines süddeutschen Großbäckers (liegt nicht in den Insekten die Zukunft der Welternährung?) weiß ein jeder das Brot und seine Bäcker zu schätzen. Davon konnte ich mich heute erst in einem Telefonat mit Czyslansky-Kollege Broy überzeugen.

Man geht nicht einfach zu irgendeinem Bäcker, man geht zu seinem, dem wahren, dem einzigen, der das Handwerk richtig beherrscht. Bei ihm schmeckt das Brot, bei der Konkurrenz sind das doch nur getrocknete Badeschwämme.

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Peta – Nur lustig, lustig, tralalala? Mitnichten, die meinen das ernst…

Steffen Groth gegen Fleischesser. Foto: Melissa Töller für Peta

Schon immer hat PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) durch spektakuläre Kampagnen auf sich aufmerksam gemacht. Regelmäßig gelingt es den militanten Tierschützern, prominente Models, Sänger, Sportler und Schauspieler in ihre öffentlichkeitswirksamen Aktionen einzubinden.
Dabei ist Peta in der Wahl der Bildsprache und Werbebotschaften nicht gerade zimperlich – im Gegenteil. Während die meisten Tier- und Umweltschutzaktivisten wie z.B. der WWF in erster Linie auf die Bedrohung der Tierwelt hinweisen, die Tiere für sich sprechen und um Sympathie werben lassen, geht Peta den umgekehrten Weg. Sie polarisieren und polemisieren, indem sie immer wieder die gleiche Botschaft kommunizieren: Es gibt eine Gruppe Menschen, die Tiere töten, Tiere quälen, Tiere ausbeuten. Diese Menschen sind durch und durch schlecht – dazu gehören Pelzträger ebenso wie Zirkusbesucher, sofern in den Zirkussen Tierdressuren gezeigt werden.
Letztlich zählt – und damit stößt sich Peta auch an der Massentierhaltung – jeder dazu, der nicht vegetarisch lebt. All diese Menschen – so der Subkontext – sind moralisch fragwürdig, wenn nicht sogar ganz und gar verkommen.
Schon allein diese Art der Kampagnen, die unverhohlen Aggressivität schürt und sich zu Nutze macht, ist fragwürdig, fußt sie doch komplett auf das gegenseitige Ausspielen von Menschen verschiedener Ansichten, auf die moralische Überlegenheit des Einen über den Anderen. Das zielt unter die Gürtellinie, und das ist vollkommen beabsichtigt.
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Achtung: IM Radio – der Spitzel in der Mittelkonsole

Es gibt so Momente, da bin ich nicht sicher, ob ich das, was ich zu hören bekomme, witzig und genial finden soll oder einfach nur unverschämt. Vergangene Woche war so einer – und nein: Es geht nicht um mich. Niemand war ungehörig zu mir, nicht mal die eigenen Kinder, und das will was heißen.
Es geht lediglich um Werbung…
Worum ging’s?
Sie kennen sicher die Empfehlung, in der digitalen Welt bei der freiwilligen Bereitstellung der eigenen Daten Vorsicht walten zu lassen. Das ist nicht unbegründet, muss an dieser Stelle allerdings nicht zum 100. Mal wiederholt werden. Die Warnung der Web-Kritiker reicht bis zur totalen persönlichen Apokalypse, weil man auf irgendwelchen Party-Pics volltrunken die Hosen heruntergelassen hat. Das schlimmste aller Dinge, die passieren können, aber ist: „Wer alles von sich preis gibt, muss sich nicht wundern, wenn er zielgerichtet auf sein Profil Werbung ins Haus bekommt.“
Was, so frage ich mich, ist so schlimm daran? Bin ich nicht alt genug, zu entscheiden, ob ich ein Produkt kaufe oder nicht, und wenn die Werbung noch so auf mich zugeschnitten ist. Noch bin ich derjenige, der den analogen oder digialen Warenkorb füllt.
Jedes Mal, wenn ich den Fernseher einschalte und ein bestimmtes Programm anschaue, läuft Werbung, die speziell für mich und meines gleichen in diesem Umfeld eingebucht wurde. Jede Anzeige richtet sich an die Leser der Zeitung, die ich gerade in der Hand halte. Und trozdem: Ich allein treffe die Entscheidung und muss sie verantworten, ob ich aufgrund einer zielgerichtten Werbebotschaft etwas kaufe oder nicht. Was soll also das ganze Geschnattere?
Und hier kommt ein Beispiel von Marktforschung und wir kehren zurück zur einleitenden Frage „Ist es genial oder ist es unverschämt?“

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Denic – oder wie man sein Image ramponiert…

Hans-Joachim Otto, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium hat es immer schon gewusst. „Das Internet“, so bekundet er, „ist der Treiber für wirtschaftliche Innovationen in Deutschland geworden. Und die Denic managt das alles wunderbar“. Sprich’s als Testimonial für die zentrale deutsche Domain-Registrierungsstelle und fügt hinzu: „Wenn es die Denic nicht gäbe, wir müssten sie erfinden“.

Bild: Screenshot des Denic-Clips auf Youtube.

So weit alles gut im neuen Imagefilm der Denic, der zur Zeit durch’s Netz kursiert und unter anderem hier ansehbar ist. Was dann aber folgt, zieht allen Werbetreibenden die Schuhe aus und provoziert die Communties von Facebook bis YouTube zu bösartigen, höhnischen Kommentaren.
Sitzt da doch ein Paar vor dem obligatorischen Sony-Flachbildschirm auf dem ebenso obligatorischen cremefarbenen Sofa, zwei Gläser und eine Flasche Rotwein vor sich und schaut fern. Auf dem Bildschirm zu sehen: Hans-Joachim Otto.
Das Pärchen horcht interessiert auf. Sie stellt die gesprächseinleitende Frage: “Das ist ja interessant. Hast du schonmal was von dieser Denic gehört?” Brummt er sonor zurückt: “Na, dann schaun wir dochmal danach, worum es gerade geht…”
Was folgt?
Er zückt sein iPad, gibt denic.de ein und der Horror nimmt seinen Lauf…

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Anpöbeln per Internet

Dümmer geht’s nümmer…

Die Angst geht um im Internet, die Angst davor, als „gläserner Verbraucher“ ausspioniert zu werden. Und da ist was dran. Natürlich weiß ich, dass ich eine digitale Spur hinterlasse, jedes Mal wenn ich einen Webshop besuche oder auf eine Online-Anzeige klicke. Ich erzähle auch oft und gerne die Geschichte von Amazon, die mich mittlerweile so gut kennen, dass ich meine eigene Homepage bei denen habe, in dem es nur um mich geht und das, was ich mag oder was Amazon denkt, das mir gefallen könnte – und sie haben fast immer Recht damit!

Ich fühle mich von Amazon nicht belästigt, sondern gut bedient. Service nennt man so was – leider in Deutschland häufig immer noch ein Fremdwort, auch 15 Jahre nachdem Minoru Tominaga mit einem Bestseller den Begriff „Servicewüste“ geprägt hat. Und in all den Jahren, in denen ich bei Amazon einkaufe, habe ich nicht ein einziges Mal das Gefühl gehabt, dass die irgendwelchen Schindluder mit meinen persönlichen Daten betreiben. Sie zum Beispiel an andere Unternehmen verkaufen, damit die versuchen können, mir etwas zu verkaufen, das ich gar nicht will. „Kluge Unternehmen sind die besten Datenschützer“, sage ich manchmal in meinen Vorträgen, und meine Zuschauer nicken dazu.

Es gibt aber nicht nur kluge Unternehmen. Es gibt zum Beispiel die Firma booking.com in Amsterdam, die ausweislich ihres deutschen Impressums von einem Geschäftsführer namens Darren R. Huston geleitet wird – und der hat überhaupt nichts kapiert!

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Bannerwerbung mit Profil

Gestern hat es mich echt vom Hocker gehauen, ich lese gerade auf Bild.de irgendeinen hochwichtigen Klatsch & Tratsch Artikel, als mir das Werbebanner darüber ins Auge springt. Darin wird genau das Produkt beworben, das ich ein paar Stunden zuvor im Internet recherchiert hatte. Ein kleines „i“ in der oberen, rechten Ecke erklärt auf Mouseover:

Sie sehen in diesem Banner Produkte, die aus Sie zugeschnitten sind. Wenn Sie wissen wollen wie das funktioniert, klicken Sie hier

Dahinter steht die Firma Adnologies GmbH aus Hamburg, die sogenanntes Contextual-AdServing vertreibt. Natürlich sehe ich lieber Werbung von einer LED-Leuchte als von Damenbinden. Allerdings war ich darüber geschockt, dass hier jemand ein Profil von mir angelegt hatte, ohne mich vorher zu fragen.

Ich habe auf der Website von Adnologies.com zwar die Möglichkeit das Cookie von der Händlerwebsite zu löschen, aber das verlangt eine Aktion von mir, dem arglosen Besucher.

Ganz ehrlich, mich kotzt das an. Aber wenn mich Abmahn-Anwälte nicht noch mehr ankotzen würden, ich würde es probieren.

Christian Wiedermann

Ich hasse Christian Wiedermann. Ja, das ist vielleicht ein bisserl hart. Und vielleicht gibt es ihn nicht mal. Das hat er neben seiner Frisur mit Marcell D’Avis gemeinsam. Oder auch Marcel Davis, der weiss vermutlich inzwischen selbst nicht mehr, wie er sich schreibt. Er ist dieser nervige angebliche Leiter der Kundenzufriedenheit bei 1&1. So eine Art Cheerleader also.

Alexander Broy hat neulich herausgestellt, dass hinter Davis der Schauspieler Gerd Logan steht. Aber das ist ja auch Quatsch, von meinen ausgezeichneten Geheimdienstkontakten wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass auch Gerd Logan nicht existiert. Er wird von Chris Geletneky gespielt. Wer den spielt, weiß ich nicht. Aber ich hasse ja auch nicht Marcell Davis, ich hasse ja Christian Wiedermann.

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