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Es hat sich ausgewichst, kleine Hexe

 

Vorab die gute Nachricht:Der Neger ist draußen! Endlich, wurde ja auch Zeit!

Der Thienemanns-Verlag hat reagiert: „… In jener Szene, in der das Wort ‚Neger‘ auftaucht, wird Fasching gefeiert. Otfried Preußler ist dabei wichtig, diese Tradition darzustellen. Die Kinder verkleiden sich auf verschiedene Weise und darunter muss nicht notwendig eine Verkleidung als ‚Neger‘ sein. Der Inhalt der Szene, der Witz und die Intention werden nicht verändert, wenn eine andere, nicht ethnische Verkleidung gewählt wird. Dies ist ein Beispiel für eine behutsame Veränderung, ohne dass dabei die Geschichte verfälscht oder unsinnig gemacht wird.
Niemand hat Otfried Preußler je Rassismus vorgeworfen. Im Kontext der Entstehungszeit waren die fraglichen Begriffe neutral, aber aus heutiger sind sie es eben nicht mehr.

Viele Worte, die der Thienmanns-Verlag in seiner Pressemitteilung macht, weil er in Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“ das Unwort „Neger“ eliminiert hat und sich plötzlich in eine öffentliche Diskussion gezerrt fühlt. Und schon wieder sind wir mitten in der wunderbaren Debatte um Political Correctness, um Genderisierung und vorauseilendem Gehorsam und um die Angst vor Shitstorms und öffentlicher Anprangerung.
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Kick it & Klick it (Teil 11): Der Neger kennt sich halt nicht aus

10. Dezember 2012 – Manchester – London und zurück

Mario Balotelli verkörpert, was man als Trauma der deutschen Nationalmannschaft bezeichnen darf. Der Stürmer von Manchester City hatte in seiner Eigenschaft als Spieler der italienischen Nationalmannschaft maßgeblichen Anteil an dem desaströsen Ausgang des Halbfinalspiels Deutschland Italien. Denn er schoß beide Tore, die bei dem Spielstand von 1:2 Jogi Löws Jungs das Ticket für die Heimfahrt bescherten. Nicht, dass Balotelli im Alleingang das Ergebnis bewirkt hätte, das inspirationslose Spiel des deutschen Teams trug schon das Ihrige dazu bei. Aber das ist lange her. Seitdem aber sitzt das Trauma tief.
Wieder und wieder bemühte die Presse Bilder des muskelbepackten oberkörperfreien Spielers, der mit geballten Fäusten und grimmigen Blick seinen Erfolg feiert. Ein kahlrasierter Schädel mit einem blond gefärbtem kleinen Irokesenkamm. Und wieder und wieder hieß es: Was für eine Bestie.

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