Hoffentlich bissig!

Wulf Beleites (66, Herausgeber und Chefredakteur) arbeitet in Hamburg als Freier Journalist (Print und TV)…
Doch jetzt macht er Ernst
.

So steht es auf der Website des Journalisten geschrieben. Doch was genau heißt das? Ein Blick zurück in die Geschichte klärt auf. Dazu sei noch einmal die Seite von Wulf Beleites zitiert:

Im August 1992titelblatt beantragte der Hamburger Journalist Wulf Beleites – nach Vorgesprächen mit einigen Kollegen – Titelschutz für das Zeitschriften-Projekt Kot & Köter. Keiner der Beteiligten hat zu dem Zeitpunkt geahnt, dass allein die Option auf ein mögliches Anti-Hunde-Periodikum derart heftige Reaktionen auslösen würde. Gleich nach Erscheinen der formal korrekten Titelschutzanzeige meldeten sich zahlreiche Vertreter aller Medien, um Näheres über das ungewöhnliche „Kampfblatt“ in Erfahrung zu bringen, so dass die erste improvisierte Redaktionskonferenz fast zwangsläufig vor laufender Kamera stattfand. Die Resonanz auf die umfangreiche Berichterstattung keinen Platz für Zwischentöne, sondern kannte nur zwei Positionen: Auf der einen Seite gab es den erwarteten Aufschrei der Hundehalter, welcher in einer kuriosen Steckbriefaktionen gipfelte – „Diese Herren haben neue Kochrezepte auch für Ihren Hund!“.
Auf der anderen Seite meldete sich eine nicht minder große Gruppe von Sympathisanten, die sich ebenfalls nicht länger mit der Phrase „Der tut nichts!“ abspeisen lassen wollten.

Das ist lange her, aber offensichtlich unvergessen. Denn jetzt nimmt Beleites Anlauf, das Magazin tatsächlich zu realisieren. Die Beschreibung des Konzepts, die der Journalist auf seiner Seite abgelegt hat, ist zu gut, als dass wir sie mit eigenen Worten nacherzählen sollten:

Die Programmatik von Kot und Köter ist sehr einfach. Kot & Köter macht keinen Hehl daraus, dass die Autoren eindeutig etwas gegen die Vierbeiner und ihre Halter haben. Kot & Köter versteht sich dabei jedoch nicht als engagiertes Zentralorgan aufgebrachte „Elterninitiativen gegen Hundehäufchen auf Kinderspielplätzen“, sondern als unsentimentale und intelligente Abrechnung mit dem Mythos vom besten Freund des Menschen.

Das verheißt Gutes. Endlich gibt es gehörig Rambazamba am deutschen Zeitschriftenkiosk und im Bahnhofsbuchhandel. Denn Der Tenor ist aggressiv, witzig, pseudoernst, (real)satirisch, nicht betroffen, nicht anklagend und nicht aufklärerisch verspricht Beileites den zukünftigen Lesern. Schon jetzt endlich rauscht es auch im digitalen und gedruckten deutschen Blätterwald. Von Spiegel Online über die Süddeutsche Zeitung bis zu den Branchenmagazinen W&V und Meedia reicht mittlerweile die Berichterstattung über das Projekt. Klar, dass Czyslansky hier besonders hinschaut.

Vor den Erfolg aber haben die Götter den Schweiß gesetzt – und die notwendige  Kriegskasse.
Kot und Köter ist noch nicht finanziert. Bis zum 27. November geben sich die Macher, also Beileites und ein namentlich noch nicht bekanntes Team, Zeit, die Finanzierung auf die Beine zu stellen. Bedarf ist zunächst an € 7.000. Davon sind € 2.195 bereits (oder erst) im Sack – finanziert über Crowdfunding , vermutlich aus der Schatulle der vielen Hundegegner. Das ist noch nicht allzu viel.
Aber ein Anfang. Vielleicht wird’s ja noch.
Czyslansky ist gespannt, ob jemals zwischen den vielen Hundezeitschriften von Der Hund bis zu dogs das Antiblatt Kot und Köter auftauchen wird – und wenn, dann vermutlich eher etwas links davon abgesetzt.

Konflikte jedenfalls sind vorprogrammiert, denn von Melchior Veigls Zamperl bis zu Blondi gilt Eines: Der Hund ist angeblich des Menschen bester Freund und ein besonderer Liebling der Deutschen. Sozusagen die heilige Kuh. Da kommt ein Satiremagazin, bei dem es den Kötern ans Fell geht, gerade richtig. Wir freuen uns schon auf den Sturm der Entrüstung der Empörungsmaschinisten, der Tierrechtler und Fundamentalisten, sollte die erste Auflage jemals erscheinen.

Und wir bleiben am Ball. Versprochen!

Ein Gedanke zu „Hoffentlich bissig!“

  1. Ich war am Sonntag auf Entenjagd im Innviertel. Mit dabei: 30 Jäger und 8 „ferme“ Apportierhunde verschiedner Rassen. Die Hunde waren eindeutig schlauer als ihre Herrchen. Und treffsicherer…

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