die ganze wahrheit zum handywahnsinn

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das handelsblatt definiert heute die aktuellen toptrends der handy-entwicklung auf der basis aktueller produktpräsentationen auf der mobile world in barcelona. schauen wir uns diese „megatrends“ mal genauer an:

trend 1: mehr multimedia

adobe bringt flash aufs handy. damit wird das handy zur spiele- und videokonsole. briefmarkenfernsehen? mikrogolf? ein hosentaschenspiel nur für augenoptiker! nein danke.

innovationsfaktor 0!

trend 2: mehr wettbewerber

acer lässt bei garmin und asus auch noch ein handy namens „nüvifone“ bauen. klingt ein wenig schweizerisch, ist aber nicht lila, sondern sieht aber aus, wie alle anderen auch. sind auch keine nüsse drin.

innovationsfaktor 0!

trend 3: mehr touchscreens

alles wird iphone. als ob das problem einer eleganten bedienerführung durch betatschen zu lösen wäre. was ist eigentlich aus den versprechungen rund um spracherkennung geworden?

innovationsfaktor gering!

trend 4: mehr megapixel

sony-erektion stellt ein handy mit 12 megapixeln vor. während wir in der ernsthaften photographie den pixelwahnsinn endlich hinter uns haben (beispiel nikon d700) und man wieder mehr wert auf qualität statt auf dateigröße legt, wiederholen wir den irrsinn nun bei den handys.

innovationsfaktor: irgendwie negativ!

trend 5: handys werden „grün“

samsung stellt ein handy mit solarzellen vor. hightech-irrsinn. warum baut niemand ein einfaches handy mit einer kurbel oder einem feder-gezogenem schwungrad, mit dem man bei bedarf ganz schnell die energie erzeugen könnte, die man zum telefonieren braucht? es gibt so kleine tragbare radiogeräte, mit denen man ohne batterien und steckdose in der tasche jahrelang glücklich musik hören kann. grüne technik kann doch so einfach sein. auch ganz ohne solartechnik.

innovationsfaktor bemüht!

trend 6: mehr software

endlich! das ist es. nokia und microsoft bauen marktplätze, wie es sie beim iphone schon lange gibt. natürlich ist es sinnvoll kleine gadgets für die user anzubieten. man muss ja nicht gleich okarina auf dem handy flöten. aber warum kommt microsoft jetzt plötzlich auf diese idee? hat man dort nicht gerade erst die idee der live gadgets gründlich in den siliziumsand gesetzt? eine so gute idee, dass ich lange zeit der vermutlich einzige user von live.com war? und dieses mal soll das klappen? ich weiß ja nicht…

innovationsfaktor: war vor sechs monaten wirklich hoch und ist es für microsoft vermutlich immer noch!

irgendwie kommt nicht viel neues aus barcelona.

12 Gedanken zu „die ganze wahrheit zum handywahnsinn“

  1. Anstelle universeller Ladegeraete: wireless power transfer.

    Man stelle sich vor, waehrend des Genusses eines venti latte bei Starbucks laedt sich das Laptop und cell phone einfach so nebenbei auf. Mike’s Kurbel wird sozusagen von Geisterhand gedreht.

    Im Flugzeug haben wir dann eine Tesla-Kupplung im runtergeklappten Essbrettchen und der ganze Kabelsalat und das Herumkarren von Kleinsttransformatoren gehoert der Geschichte an.

    MIT hat da schon erste Erfolge (http://web.mit.edu/newsoffice/2007/wireless-0607.html) und das waere dann durchaus ein bisschen Innovation. Theoretisch allet machbar, Herr Nachbar, nur werden wir uns wahrscheinlich dann wieder einige Standards um die Ohren hauen und Sony Geraete laden nur an Sony Wireless Recharging Spots, waehrend alle anderen durchbrennen.

    „Excuse me, Sir, is you cell phone supposed to smoke….?“

  2. Intel hat kürzlich auf einer Presseveranstaltung Taschenlampen mit Handkurbel verteilt. Sehr geschickt, die Dinger.

    Und da liegt doch die Idee sehr nahe…

    Kurbelhandy von Nokitel
    Kurbelhandy von Nokitel

  3. Ich sage nur: China, China, China. Meine Schwester hat mir – sie wusste um meine Liebe zu Lowtech – eine etwa handygroße LED-Taschenlampe mit Pumpfunktion geschenkt, Made in China, Baujahr 2008. Der Unterschied zu einer anderen Pump-Taschenlampe, die in meinem Elternhaus verwendet wurde (in den frühen 50er-Jahren, stammte von der deutschen Wehrmacht aus dem Zweiten Weltkrieg): Die neue aus China hat einen Speicher und leuchtet eine Weile weiter, man muss nicht ständig pumpen, um Licht zu haben. Die Frage ist nicht mehr, ob das entwickelt und vermarktet werden soll, sondern: Wer will das erste akkulose Pump-Handy vermarkten? Wer das entwickelt? Na wir. Vorschlag für den Firmennamen: Pump-a-Net.

  4. Diese Wehrmachts-Pump-Taschenlampe wurde von den Soldaten damals „Quietscherl“ genannt, hat mir mein Vater einmal berichtet. Das „Quietscherl“ war auf Grund des Lärms, den der Betrieb des eingebauten Dynamos machte, im russischen Partisanengebiet nicht ganz ungefährlich. Es war wohl ähnlich wie mit dem Klick des Zippofeuerzeuges, dass angeblich einigen US-Soldaten in Vietnam das Leben gekostet haben soll. Akkus waren damals wohl noch zu groß und schwer.

  5. Völlig untergegangen: Schön beobachtet, dass alles, was einem Trendscout oder Journalisten(?) heute vor die Füße stolpert, ein Megatrend ist. Selbst, wenn es noch nicht mal sicher ein Trend ist.

    Erinnert mich an ein winziges Lädchen in Alicante. Es gab Baguette, Zeitungen und Konserven und hieß „Supermercado“. Kein Wunder, dass das etwa tengelmanngroße Geschäft gegenüber noch tiefer in die Kiste greifen musste: Hypermarket. Immerhin hatten die sogar Poolnudeln.

  6. was um alles in der welt sind denn „poolnudeln“? wenn man sich nudeln teil, also in einer art nudelpool? oder teigwaren am späten abend im billardsalon? oder gar reifere mädels im swimming-pool?
    czyslansky bildet … man muss mirs nur erklären …

  7. Für Michael Kausch – ich hol mir auch Bildung, wo ich sie kriegen kann. z. B. bei sportabteilung.de:

    Die Poolnudeln für ungetrübten Badespaß!

    * Schwimmhilfe Poolnudeln
    * hochwertiger PE-Schaum
    * 160x7cm
    * sehr flexibel biegbar
    * div.Farben (rot,blau,gelb,grün) (unsortiert)

    Fazit:
    Die PoolNudel ist extrem biegsam, sehr strapazierfähig und für Schwimmübungen im Schwimmbad einfach optimal. Besonders für Wassergymnastic, oder als Schwimmhilfe, sind Poolnudeln ein unentbehrliches Hilfsmittel. Das Material besteht aus hochwertigen, geschlossenzelligem Polyethylenschaum.
    Achtung! Kinder sollten Sie nicht unbeaufsichtigt lassen, da Poolnudeln kein Schutz gegen ertrinken sind. Farben je nach Vorrat unsortiert. Wenn vorhanden, können Farb-Wünsch berücksichtigt werden.

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