Die Tugenden der CIOs

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Welche Fähigkeiten braucht ein CIO am dringendsten? Die einzig gültige Antwort auf diese Frage lautet: Kommt ganz drauf an. Auf die Lebensphase nämlich, die das Unternehmen gerade durchläuft, für das er arbeitet. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen wird häufig in drei Phasen unterschieden: Überlebensmodus, Oppertunitätsmodus, Transformationsmodus. Dabei sind diese Zyklen keineswegs krisenspezifisch, jedes Unternehmen durchläuft sie in seiner Lebenszeit wahrscheinlich mehrmals. Nur redet man in Krisen häufiger darüber. Weiterlesen

Die Laudaisierung des Autodesigns

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Was bleibt von der diesjährigen IAA eigentlich übrig, wenn wir alle Hybride, Brennstoffzellen und aufgeladenen Zwergerl-Diesel mit Down-Syndrom einmal beiseite lassen? Richtig: eine stille Revolution im Autodesign. Ein Blick auf aktuelle Concept Cars macht deutlich, auf was wir alle früher oder später werden verzichten müssen:

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Ist Skype wirklich zwei Milliarden wert?

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Für zwei Milliarden Dollar muss eine alte Frau lange stricken. Und selbst unbedarfte Beobachter des Verkaufs von Skype durch eBay haben sich verwundert gefragt: Wieso ist Skype noch so viel wert? Dass sich die ehemalige eBay-Chefin Meg Whitman 2005 von den Skype-Gründern Janus Friis und Niklas Zennstrom über den Tisch ziehen ließ, als sie ihnen 3,1 Milliarden für den Internet-Telefondienst gab, wusste außer ihr eigentlich jeder. Und dass die vier Jahre, in denen eBay eine Chance nach der anderen verpasste, den Sprach-Dienst sinnvoll ins eigene Geschäftsmodell zu integrieren, auch nicht gerade wertsteigernd waren, ergibt sich bei einigem Nachdenken fast von selbst.
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Mehr Vernetzung ist gefragt

flickrnetz1Wir haben einen Denkstau. Nicht fehlende Technik hält uns auf, sondern unsere Art zu denken. Obwohl alle Experten eine engere Vernetzung von Unternehmen untereinander fordern, damit sie zielgenauer auf die Wünsche ihrer Partner und Kunden eingehen können, effizienter entwickeln und ihre Waren und Dienstleistungen mit weniger Aufwand distribuieren können, vernetzen sich viele Firmen gar nicht oder nur sehr punktuell. Dabei könnten vor allem Mittelständler so viel mehr erreichen, wenn sie mit anderen zusammenarbeiten würden. Allein sind sie nicht groß genug, um zum Beispiel genügend Einkaufsmacht zu entwickeln. Gemeinsam kämen sie dagegen schnell auf das Einkaufsvolumen eines Großunternehmens und könnten ausreichenden Preisdruck auf ihre Lieferanten ausüben. Wenn dieses Defizit an Kooperation beklagt wird, geißeln die gescholtenen Unternehmen sehr häufig Software, Netzwerke oder Schnittstellen, die eine engere Zusammenarbeit erschweren. Das stimmt. Es kann eine Sisiyphos-Arbeit sein, eine Warenwirtschaft mit einer anderen zu verbinden und aus den Tiefen ihrer Datenbanken gemeinsame Bestellmengen eines bestimmten Halbfertigproduktes und einen verträglichen Wunschpreis zu generieren. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Mindestens genau so stark fällt ins Gewicht, dass viele Mittelständler (und Großunternehmen) sich von einer intensiveren Vernetzung nicht viel versprechen. Weiterlesen

Die IT ist schuld an der Wirtschaftskrise!

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Ist das alles nur geklaut? (Cartoon: Mark Fiore)

Geahnt haben wir es schon lange: Computer sind an allem schuld! Vor allem aber an der jüngsten Wirtschaftskrise: „Die erste Krise des Internet-Zeitalters“, nannte sie kürzlich das Nachrichtenmagazin „Newsweek“. Automatisierte Handelssysteme hätten den Börsenkrach des Herbstes 2008 ausgelöst, weil die Investmentbanker längst die Hoheit über ihre Entscheidungen an die Maschinen abgegeben haben. Wie Goethes Zauberlehrling seien die Menschen nicht mehr in der Lage, die Komplexität des modernen Finanzmarktes zu überblicken.

In das gleiche Horn stieß schon vor Jahren der ehemalige Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan, als er sagte: „Unternehmen scheinen gleichartiger zu agieren als früher. Die Anpassung verläuft nicht nur schneller als früher, sondern auch synchroner. Damit wird der Wandel in einen noch kürzeren Zeitrahmen gepresst.“ Auch er sah das Internet als treibende Kraft, da sie allen Managern die gleiche Information zur gleichen Zeit zur Verfügung stelle, so dass unternehmerische Entscheidungen sozusagen ohne die früher übliche Latenz ablaufen. Das sei fatal, weil es der Wirtschaftspolitik den Spielraum für Kurkorrekturen nehme.

Die Verdachtsmomente weisen also schon seit längerem in diese Richtung. Alles, was bislang fehlte, war der Beweis. Den will Charles Duhigg von den „New York Times“ aber jetzt gefunden haben. Weiterlesen

Google OS: Braucht die Welt noch ’n Betriebssystem?

Die Spatzen pfeifen es schon längst vom Dach, aber seit gestern ist es offiziell: Google wird Microsoft auf dessen ureigenem Terrain herausfordern, dem Betriebssystem. „Google Chrome OS“ soll noch dieses Jahr den Entwicklern der Open Source Community zur Verfügung gestellt und nächstes Jahr ausgeliefert werden. Angeblich hat Google das expolsionsartig wachsendene Segment der Sub-Notebooks oder „Netbooks“ im Visier, aber das Betriebssystem wird vermutlich auch auf „richtigen“ PCs und Laptops laufen. Nach ersten Berichten handelt es sich um ein extrem abgestripptes und ressourcenschonendes System, das mit dem Google-eigenen Web Browser gleichen Namens sozusagen eine Symbiose bildet.

Damit fügt es sich nahtlos ein in Googles Vision einer Internet-zentrischen Computerwelt, in der Software nicht mehr auf dem einzelnen Rechner residiert, sondern online und nur bei Bedarf abgerufen und im Web-Browser ausgeführt wird statt wie bisher durch das Betriebssystem gesteuert. Die Funktionen des OS verlagern sich also auf den Browser, der damit das wahre Herzstück des Computers von Morgen werden soll.

Klingt nett, aber mal ehrlich: Braucht die Welt noch ’n Betriebssystem?
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Das Neue Normal

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An dieser Stelle werden sehr selten IT-Unternehmer zitiert. Doch ein Satz von Martin Jetter, Chef der IBM-Deutschland, macht wirklich nachdenklich: „Wir müssen uns auf ein neues Normal einstellen“, sagte er kürzlich in einem Gespräch mit einem hochkarätigen CIO.
Das klingt nach weniger, nach leiser Wehmut nach den vergangenen fetten Jahren. Aber es hört sich auch etwas trotzig an, so als wenn man auch mit diesem niedrigeren Niveau zurecht kommen werde. Für die IBM und die anderen Branchengrößen gilt das sicher. Aber was ist mit den Anwenderunternehmen? Wie wird sich dieses „neue Normal“ für sie gestalten? Allen Spekulationen darüber ist eines gemeinsam. Sie alle – selbst die windigsten – gehen von insgesamt niedrigeren IT-Ausgaben in den nächsten Jahren aus. Spätestens jetzt stellt sich die Frage, für welche Schwerpunkte Unternehmen ihre IT-Euros ausgeben? Das wiederum hängt von der Einstellung zur Informationstechnologie ab, die im Top-Management der jeweiligen Unternehmen vorherrscht. Unabhängig von Branchen und Firmengrößen möchte ich folgende Kategorisierungen vorschlagen:
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