„Mich interessiert die Literatur, nicht das Buch.“ Warum ich trotzdem über Bücher blogge.

Im Jahr 2025 habe ich auf meinem Czyslansky-Blog 27 Bücher vorgestellt, so viele wie nie zuvor. Im Vorjahr kam ich grad mal auf 18, davor auf 11. Insgesamt finden sich in der Liste besprochener Bücher jetzt 66 aktuelle Einzelbesprechungen und 55 Kurzvorstellungen in Sammelbesprechungen aus den letzten vier Jahren. Zusammen mit älteren Texten sind das mehr als 200 Bücher in meiner kleinen Bücherkiste. Warum ich über Bücher blogge? Damit ich sie nicht vergesse. Und damit ich verstehe, was sie mit mir machen. Und was Literatur ist.
Was sagt die KI zur Kleindatenhaltung?

Vor 18 Jahren beteiligte sich Czyslansky am SEO-Wettbewerb zum Kunstbegriff „Kleindatenhaltung“. In einem kleinen Vergleich wollte ich herausfinden, was drei bekannte KI-Tools heute mit idesem Begriff anfangen. Das Ergebnis ist erschütternd – und schräg.
Buchempfehlung: Tommy H. Jannot: 1984. Der 18-Jährige, der einen Zettel schrieb und verschwand.

Ein Buch über eine Flucht aus der DDR. Nein, ganz falsch. Das ist eben keine Fluchtgeschichte, nicht wieder ein romantischer Abenteuerbericht über eine spannende Ballonfahrt über die deutsch-deutsche Grenze, über Tunnelbauer zwischen Ost- und Westberlin, über eine abenteuerliche Seefahrt über die nächtliche Ostsee. Nichts gegen solche Geschichten. Aber Tommy Jannot hat für uns etwas ganz anderes aufgeschrieben: den authentischen Bericht seines ganz normalen Grenzübertritts von Ost nach West. Na ja, was halt damals als „normal“ vorgesehen war.
Mein Reisetipp für Berlin: Die Ausstellung „Erfindungswahn! Das Segelluftschiff des von Tarden’“ im Museum der Berliner Charité

Eine Ausstellung über den „Erfindungswahn“ in Zeiten der industriellen Revolution. Der Wahnsinn wurde verlängert. Genauer: Die ganz wunderbare Sonderausstellung „Erfindungswahn! Das Segelluftschiff des ‚Ingenieur von Tarden’“ im Museum der Berliner Charité wurde bis zum 19. April 2026 verlängert. Höchste Zeit also für einen Trip in die deutsche Hauptstadt und einen Besuch der Charité. Es lohnt sich unbedingt.
Verbrecher Verlag Geschichte. 30 Jahre Verlagsversehen

Vor dreißig Jahren dachten zwei Literaturstudenten darüber nach, wie sie für umsonst an spannende Manuskripte ihrer Lieblingsautoren gelangen könnten. Sie wollten „was zu lesen“. Wer will das nicht. Kaufen ist teuer und in gewisser Weise auch langweilig, weil, was es im Buchhandel gibt, kann ja jeder lesen. Also erfanden sie sich als Verleger und erbettelten bei Autoren unveröffentlichte Manuskripte. Eine doch recht verbrecherische Idee und schon war auch der Name des Verlags entstanden. Das ist die nun freilich ein wenig arg verkürzt erzählte Gründungsgeschichte des Berliner Verbrecherverlags.
Hanna Kiel: Die Schlacht um den Hügel. Eine Buchbesprechung.

„Die Schlacht um den Hügel“ ist ein Augenzeugenbericht der Kunsthistorikerin Hanna Kiel über die letzten Wochen der deutschen Besatzung im toskanischen Fiesole im August 1944. Das Buch schildert den Kriegsalltag unter Beschuss, Vertreibung, Hunger und Todesangst, aber auch Momente von Hilfe und Menschlichkeit zwischen Deutschen, Italiener*innen, Partisanen und Alliierten. Die Autorin beschreibt, wie die Wehrmacht die Hügel nördlich von Florenz als strategische Stellung besetzt, während die Alliierten vorrücken und Florenz bombardiert wird.
Ein Leben ohne Höfner? Undenkbar!

Der Gitarrenhersteller Höfner unter Insolvenzverwaltung. Für mich ist das eine traurige Nachricht. Denn meine erste Höfner-Gitarre spielte ich Anfang der siebziger Jahre. Und Höfner begleitet mich bis heute.
Jedermann Reloaded mit Philipp Hochmair. Eine Kritik.

Ein fulminanter Theaterabend war das gestern im Münchner Prinzregententheater: Philipp Hochmair als Jedermann in
Plattenkiste 20: Vinyl zum Jahresende

Die letzte Plattenkiste des Jahres 2025 ist gefüllt mit tanzbarem Piazzolla, grübeligem Schwedencohen, revolutionärem Brecht, altseeligem Klarinettenjazz und mondsüchtigem Frankenrock. Ein Kessel Buntes zum Jahresende.
Wo kauft Ihr eigentlich Euere Bücher? Mein Tipp: buch7!

Wenn die nächste gute Buchhandlung weit weg ist ist das noch lange kein Grund sein Geld zu Jeff und damit zu Donald zu tragen. Mit buch7 gibt es eine sozial und ökologisch verträgliche Alternative.