Ein Sieg für die Neutralen

Während die Telekom in Deutschland nach wie vor darüber nachdenkt, wie sie ein Zweiklassen-System im Internet realisieren kann, hat das Parlament in Holland die so genannte „Netzneutralität“ per Gesetz beschlossen: Ab sofort ist es den Netzwerkbetreibern im Oranjestaat bei Strafe verboten, Dienstebetreiber wie Skype auszuschließen oder zusätzliche Gebühren zu verlangen, wie es die Deutsche Telekom zum Beispiel für den Videodienst YouTube plant.

Damit ist Holland übrigens erst das zweite Land der Erde, in dem die Netzneutralität  Gesetzesrang besitzt. Das erste war – Sie haben es erraten: Chile! Und das schon 2010. Auch Frankreich arbeitet an einer entsprechenden Bestimmung. In Deutschland dümpeln dagegen Gesetzesvorlagen der Linken und der Grünen in den Ausschüssen, wo sie von der Regierungsmehrheit aus CDU/CSU und FDP blockiert werden. Und in den USA ist letztes Jahr ein Vorstoß des demokratischen Abgeordneten Henry Waxman am Widerstand der Republikaner gescheitert.

Das holländische Abstimmungsergebnis ist ein klarer Sieg für die Neutralen – was auf den ersten Blick natürlich wie ein Widerspruch wirkt, denn liegt es nicht gerade im Wesen der Neutralität, sich nicht an Kampfhandlungen, und seien sie auch nur legilativer Natur, zu beteiligen?

Wie dem auch sei: In Europa zumindest dürfte die Sache bald klar sein: Dem Vernehmen nach will die zuständige EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes die Netzneutralität per Ordre de Mufti zum Prinzip erklären und die Telcos mit saftigen Strafen zwingen, alle Anbieter von Internetdiensten gleich zu behandeln.

Czyslansky war, wie wir wissen, zeitlebens ein starker Verfechter der Neutralität, und zwar nicht erst in seiner Zeit als Aftermieter im Züricher “Coopi”. Seine Weigerung, Farbe zu bekennen, äußerte sich in seiner Vorliebe für grauschwarze Bekleidung ebenso wie seine Faszination für einen verschollenen Seitenstamm der Irokesen, deren Mitglieder von Franzosen und Engländern, jedenfalls so lange noch welche am Leben waren,  als „Neutrale“[ http://de.wikipedia.org/wiki/Neutrale_%28Volk%29]  bezeichnet wurden.

Wie sie sich selbst nannten, weiß leider niemand, denn es hat keiner von ihnen die Begegnung mit dem Weißen Mann überlebt. Die übrigen Irokesen nannten sie übrigen Attiwandarono, was auf Indianisch so viel bedeutet wie „die, die ein bisschen anders sprechen“. Womit sich der Themenkreis wunderschön schließt, denn auch Menschen, die Skype benützen, (fern-)sprechen ja ein bisschen anders.

 

Während die Telekom in Deutschland nach wie vor darüber nachdenkt, wie sie ein Zweiklassen-System im Internet realisieren kann, hat das Parlament in Holland die so genannte „Netzneutralität“ per Gesetz beschlossen: Ab sofort ist es den Netzwerkbetreibern im Oranjestaat bei Strafe verboten, Dienstebetreiber wie Skype auszuschließen oder zusätzliche Gebühren zu verlangen, wie es die Deutsche Telekom zum Beispiel für den Videodienst YouTube plant.

Damit ist Holland übrigens erst das zweite Land der Erde, in dem die Netzneutralität Gesetzesrang besitzt. Das erste war – Sie haben es erraten: Chile! Und das schon 2010. Auch Frankreich arbeitet an einer entsprechenden Bestimmung. In Deutschland dümpeln dagegen Gesetzesvorlagen der Linken und der Grünen in den Ausschüssen, wo sie von der Regierungsmehrheit aus CDU/CSU und FDP blockiert werden. Und in den USA ist letztes Jahr ein Vorstoß des demokratischen Abgeordneten Henry Waxman am Widerstand der Republikaner gescheitert.

Zumindest in Europa dürfte die Sache allerdings bald klar sein: Dem Vernehmen nach will die zuständige EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes die Netzneutralität per Ordre de Mufti zum Prinzip erklären und die Telcos mit saftigen Strafen zwingen, alle Anbieter von Internetdiensten gleich zu behandeln.

Czyslansky war, wie wir wissen, zeitlebens ein starker Verfechter der Neutralität, und zwar nicht erst in seiner Zeit als Aftermieter im Züricher “Coopi”. Seine Weigerung, Farbe zu bekennen, äußerte sich in seiner Vorliebe für grauschwarze Bekleidung ebenso wie seine Faszination für einen verschollenen Seitenstamm der Irokesen, deren Mitglieder von Franzosen und Engländern, jedenfalls so lange noch welche am Leben waren, als „Neutrale“[ http://de.wikipedia.org/wiki/Neutrale_%28Volk%29] bezeichnet wurden.

Wie sie sich selbst nannten, weiß leider niemand, denn es hat keiner von ihnen die Begegnung mit dem Weißen Mann überlebt. Die übrigen Irokesen nannten sie übrigen Attiwandarono, was auf Indianisch so viel bedeutet wie „die, die ein bisschen anders sprechen“. Womit sich der Themenkreis wunderschön schließt, denn auch Menschen, die Skype benützen, (fern-)sprechen ja ein bisschen anders.

Ein Gedanke zu „Ein Sieg für die Neutralen“

  1. Na, ick weeß nich: Alles, was ein Eingriff in den Markt bedeutet, mag ich nicht. Wenn die Telekom Gebühren nehmen will, dann bekommen die anderen Anbieter geliefert, womit sie auf dem Markt punkten können. Das hätte doch was.

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