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Digitales Licht im unendlichen Dunkel

Kirchengänger, katholische und gläubige allzumal, kennen den Brauch, aber auch Nicht-Christen, die sich für die Architektur interessieren, haben sicher schon des Öfteren den Opferstock und die Kerzen in den Gotteshäusern gesehen. Hier brennen Kerzen für die Verstorbenen, denen man sich einen Moment lang nahe fühlen möchte.
Für die einen ist es Ausdruck gelebten Glaubens, für die anderen Geldschneiderei: Für einen Euro, den man in den Opferstock wirft, darf man eine Kerze anzünden und in einen Ständer stellen. Ein Licht für einen lieben Menschen, den man verloren hat – oder eben Kerzenwucher:
Das Licht (der Kerze) ist ein bedeutungsschweres Symbol im Christentum. Den Toten ein Licht anzünden, das wollen die einen. Die anderen wollen sich selbst vergewissern, dass irgendwo auf dieser Welt ein Licht für sie leuchtet, eines, dass sie in der Kathedrale von Messina oder Warschau oder an einem anderen Ort selbst angezündet haben. Vielleicht, so hoffen sie, wird ihnen dieses Licht einmal dann helfen, wenn sie es dringend brauchen. Eine schöne Vorstellung.
Wieder andere sagen: Einen Euro für ein Teelicht ist ein gesalzener Preis, aber gut, schließlich unterstüzt man mit seiner Gabe den aufwendigen und kostspieligen Erhalt historischer Bauten. Doch kein Brauch, der nicht durch den Einzug der Technik in seinen Grundfesten erschüttert wird…
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Pinkeln und Posten: Social Media für Doofe

Ich muss mal!

Ich hätte heute Morgen fast in die Hose gemacht vor Lachen als ich auf Facebook über das Bild stolperte, das Andreas Maurer, der Pressesprecher von 1&1, dort gepostet hat, offenbar aufgenommen auf einem der unzähligen Social Media-Konferenzen, die heutzutage weltweit laufen und auf denen mehr oder weniger ahnungslose Manager nach einer Erklärung grapschen dafür, dass sie sich jetzt neben ihrer eigentlichen Tagesarbeit auch noch die Nächte mit Twitter, Facebook & Co. herumschlagen müssen.

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Warum Facebook auch für B2B-Unternehmen Sinn macht – Seit einer Woche ist auch vibrio dabei: ein Selbsterfahrungsbericht!

vibriofacebook

Lange Zeit galt Facebook als Angebot für private Netzwerker, die unter sich Informationen, Bilder, Filme oder Termine austauschen wollen. Vor allem seit der Vorstellung einer offenen Programmierschnittstelle für Drittanbieter im Jahr 2007 setzte sich Facebook aber auch als Kommunikationskanal für Unternehmen durch, anfangs vor allem für B2C-Marken wie BMW in Deutschland oder vor allem amerikanische Unternehmen wie Coca Cola und Starbucks. Diese haben inzwischen auf Facebook viele Millionen “Fans” gesammelt, also Abonnenten ihres Facebook-Angebots. Ende März konnte Coca Cola als erfolgreichster Anbieter 24,2 Millionen Fans vorweisen. Auf den Plätzen folgten Starbucks mit 20,4 Mio, Disney mit 19 Mio und MTV mit 18,5 Mio.

Nun kommen immer mehr B2B-Unternehmen ins Gesichtsbuch. Seit einer Woche sind wir von vibrio auch dabei: https://www.facebook.com/agenturvibrio.

Warum haben wir so lange gezögert? Und warum sind wir als klassischer kleiner B2B-Mittelständler nun aktiv geworden? Und was genau machen wir auf Facebook? Ein Selbsterfahrungsbericht!

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Mitmachen im Alt-Herren-Klub

Eine unaufhaltsame Entwicklung

Traue bekanntlich keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Oder zumindest selbst ausgelegt. Diese alte Weisheit fiel mir wieder ein bei der Lektüre der ARD/ZDF-Onlinestudie 2010, deren Ergebnis HR-Intendant Helmut Reitze, stellvertretender Vorsitzender der ARD/ZDF-Medienkommission, so zusammenfasste: „Sie zeigt, dass es keinen Verdrängungswettbewerb zwischen Fernsehen und Hörfunk einerseits und Internet andererseits gibt.“

Das ist erstens nur die halbe Wahrheit: Während die Fernsehnutzung, ausgedrückt in durchschnittlicher Nutzungsdauer pro Woche in Stunden, in den letzten 10 Jahren um 20 Prozent zugelegt hat, hat das gute alte Dampfradio 10 Prozent verloren. Wer hier wen substituiert hat, bleibt offen.

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Steve Wozniak tanzt

Ob gute oder schlechte Nachricht, sei mal dahin gestellt, aber Apple Mitbegründer Steve Wozniak macht im TV-öffentlichen Tanz-Wettbewerb „Dancing witht the Stars“ mit Feuereifer mit – trotz Fussverletzung will er nicht aufgeben. Aber vielleicht liegt das auch an seiner Tanzpartnerin, die wohl nur zufällig an den Namen einer bekannten russischen Droge erinnert. Sie heißt Karinna Smirnoff. Eine kleine Kostprobe von Wozniaks-Tanzkünsten, ist natürlich schon wieder auf YouTube zu sehen.

Digitale Gefangene

Eigentlich sollte das Internet befreiend wirken. Als ich vor einigen Jahren mein erstes Buch über dieses Thema schrieb, „Erfolgsfaktor Internet“, habe ich das Internet mit den Volksempfängern im Dritten Reich verglichen, mit denen die Menschen in Deutschland heimlich BBC-Nachrichten gehört haben –  ein Fenster alternativer Informationen. Weil die Machtbasis totalitärer Regime in der Vergangenheit nur durch Gleichschaltung aller Medien und die möglichst lückenlose Überwachung ihrer Bürger zu erreichen war (siehe Orwells „Gedankenpolizei“), müsse die grenzenlose Freiheit der Online-Kommunikation zwangsläufig zu einem Abbau totalitärer Strukturen in Ländern wie China, Saudi-Arabien, Iran oder Irak (wo damals noch Saddam Hussein herrschte) führen.

Nun, gerade China hat gezeigt, dass es auch anders geht. Und nicht nur ich frage mich warum. Evgeny Morozov vom Open Society Institute in New York hat neulich in einem Meinungsbeitrag für die International Herald Tribune eine mögliche Antwort geliefert.

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