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Verklickt und zugenäht

Verflixt und zugenäht.

So ähnlich sagte es meine Oma immer, wenn ihr irgendetwas misslungen war. Ein wunderbarer Fluch, dessen Herkunft zwar einigermaßen im Dunkeln liegt, aber dessen Fortbestand in das digitale Zeitalter längst gesichert ist: Verklickt und zugenäht. Auch das ist ein Fluch, und der dürfte den Computernutzern sicher so manches Mal über die Lippen oder durch den Kopf gegangen sein. Sei es, dass man eine Datei gelöscht hat, die man aufheben wollte, sei es, dass man ein Dokument geschlossen hat, ohne dass man rechtzeitig die Änderungen gespeichert hat. Dabei hat das System vorher schön brav gefragt, ob Sie das wirklich tun wollen. Sie kennen das. Beispiele gibt es zu Hunderten.
Manchmal, und darum geht es in diesem Beitrag, verklickt man sich aber auch beim Online-Shoppen. Man bestätigt bei ebay ein Gebot, in dem man das Komma falsch gesetzt hat und erklärt sich bereit, das Zehnfache zu bezahlen von dem, was man eigentlich maximal ausgeben wollte.
Oder man füllt seinen Warenkorb mit Dingen, die man nicht haben wollte und steht plötzlich an der digitalen Kasse. Wollen Sie das ganze Zeug wirklich kaufen? fragt der Rechner fürsorglich und hinterlistig zugleich. Schon ist das Bestellung abschließen bestätigt und man setzt eine nicht mehr zu stoppende Maschinerie in einem Hochregallager in Gang. Waren werden zusammengesucht, ein Paket wird gepackt, eine Rechnung geschrieben und eine Kreditkarte belastet.
Amazon-Käufer kennen das.

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Chinas Blogger machen Journalisten Feuer unterm Hintern

Verbotenes Bild: Hotelbrand in Bejing

Verbotenes Bild: Hotelbrand in Bejing

Wenn die richtigen Journalisten ihren Job nicht machen können oder wollen, dann werden ihn eben die Blogger machen. Das ist die Botschaft, die aus China zu uns kommt nach dem verheerenden Feuer, bei dem am Montag das neuerbaute Hotel Mandarin Oriental bis auf ein ausgeglühtes Stahlskelett ausbrannte.

Inzwischen ist klar, dass es Mitarbeiter des Staatsfernsehens China Central Television (CCTV) waren, die mit einem illegalen Privatfeuerwerk die Brandkatastrophe ausgelöst haben. Überall in China werden am letzten Tag des Mondjahres Böller gezündet und Raketen abgefeuert. Eigentlich ist das verboten, weil in der Vergangenheit immer wieder Unglücke passiert sind, aber die Behörden drücken meist ein Auge zu – Traditionspflege und so.

Nun ist die Sache gründlich schief gegangen, eines der Wahrzeichen der Olympiade von Bejing ist eine verkohlte Ruine, und das zu einer Zeit, in der das ganze Land aufgrund von Wirtschaftskrise und Exportrückgang an Katzenjammer leidet. An Symbolträchtigkeit ist das eigentlich nicht mehr zu überbieten – nur bekommen die Chinesen die Bilder nicht zu sehen.

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