Schlagwort-Archive: Web 2.0

blogger – das sind vielleicht typen …

blogger gibt es viele, allein: was haben sie eigentlich miteinander gemein? im gegensatz zur den journalisten, die von „bild-zeitung“ bis zu „rute und raute“ zumindest noch das volontariat und der presseausweis verbindet, fassen wir unter blogger menschen zusammen, die nichts, aber auch wirklich gar nichts miteinander zu tun haben.

eine recht brauchbare gleichwohl nicht ganz vollständige kategorisierung des chaos schlägt michael haller in message online vor. in anlehnung und erweiterung an seinen unbedingt lesenwerten beitrag werfe ich folgende kategorien einmal in die debatte (wobei ich um nachsicht bitte, wenn ich heute mal bei mir selbst abschreibe):

a) narzistenblogger, also freizeit-selbstdarsteller mit starkem ego und ausgeprägtem eskapismus. das ist die mehrheit. thematisch interessieren sie sich vor allem für das was sie vermeintlich können: fürs bloggen.
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Zu viel Meinungsfreiheit?

Im Internet kann jeder seine Meinung sagen. Manche sollten es besser sein lassen.

Mein Schlüsselerlebnis fand jetzt in Agra statt, der Stadt des an ästhetischem Anmut nicht zu überbietenden Grabmals Taj Mahal, aber auch einem Grad an Dreck und Verkehrschaos, wie er selbst in Indien selten erreicht und niemals übertroffen wird. Er entzündete sich an unserem Wunsch, zum Abendessen ein anderes als das etwas dröge Hotelrestaurant aufsuchen zu wollen, wozu ich mich, wie es inzwischen meine Gewohnheit ist, bei Google auf die Suche machte. Ich fand auch relativ schnell bei „tripadvisor.com“ eine Liste von Restauranttipps, die alle von ein und derselben offenbar jungen Dame stammten, die Agra wohl ziemlich intensiv bereist hatte und ihre Erfahrungen nun anderen als Orientierungshilfe anbot.

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Lohnt sich die ganze Bloggerei überhaupt?

Heute schon gebloggt? Nein? Na, dann aber hurtig! So wie Tausende von Durchschnittsdeutschen auch. Gut, es gibt immer noch ein paar Ewiggestrige, die keinen Sinn darin sehen, ein öffentliches Tagebuch zu führen. Mein Freund Fritz, zum Beispiel, der sieht mich immer ganz mitleidig an. Als Schwabe ist es für ihn unvorstellbar, jahrelang Zeit und Gehirnschmalz in ein Projekt zu investieren, das keinen Gewinn abwirft.

Er hat ja recht. Ich versuche zwar, die Bloggerei wenigstens vor mir selbst irgendwie zu rechtfertigen, aber wenn ich ehrlich bin, ist das Bloggen für mich erst einmal ein Laster wie Rauchen oder Thomas Gottschalk. Was nicht heißen soll, dass ein Blog nicht auch wirtschaftlich Sinn machen kann. Der Kanadier John Chow macht mit seinem Blog oft mehr als 30.000 Dollar im Monat, behauptet die Analystengruppe „Selbständig im Netz“. Deutscher Spitzenverdiener soll übrigens Matthias Bachor aus Düsseldorf sein, der es mit seinem Meinungs-Blog angeblich auf rund 800 Euro im Monat bringt.
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Czyslansky und das digitale Leben!

Welchen Wert hat eine Webseite?

Unlängst habe ich auf meinem Performance Marketing Blog über meine Positionierung in den Suchergebnissen von Google und Yahoo geschrieben. Das Ergebnis : Bei meiner Recherche der Position in den Suchergebnisseiten unter dem Begriff “Performance Marketing” findet man meinen Blog bei Google auf Position 239. Bei Yahoo bereits auf Position 35.  Immerhin wird nach dem Begriff „Performance Marketing“ ca. 2.500-3000/Monat auf Google & Yahoo  gesucht und mein Ziel ist relativ klar. In einem Jahr  bei der Suche nach Performance Marketing unter den ersten 5 Ergebnissen auftauchen. Auch wenn man einschränkend erst einmal folgendes festhalten muß

Interesse am Suchbegriff “Performance Marketing * Marktanteil Yahoo * Position 35 = 0 Klicks
Interesse am Suchbegriff “Performance Marketing ” * Marktanteil Google * Position 239 = 0 Klicks

Digitales Leben

Nun ist ja bekannt, das Suchmaschinen bestimmen was wichtig ist und was nicht wichtig ist.
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Die ganze Welt tanzt mit

Ich liebe den Begriff „Mitmach-Internet“ (der sehr viel besser als „Web 2.0“ das beschreibt, was gerade im Netz abgeht), aber ich muss gestehen, dass Matt Harding selbst meine kühnsten Erwartungen in dieser Beziehung übertrifft.

Weltentänzer Matt Harding

Matt ist ein pummeliger Allerweltstyp, so einer, der sich auf Parties nicht traut, ein Mädchen aufzufordern und deshalb irgendwo in einer stillen Ecke alleine vor sich hin tanzt. Das heißt: Tanzen kann er eigentlich auch nicht. Statt dessen zuckt er ziemlich ungelenk mit Armen und Beinen wie eine schlecht geölte Marionettenpuppe, die sich am Ententanz versucht. Dazu grinst er, und er tanzt halt eben. Mehr nicht.

Und die ganze Welt tanzt mit. Strassenkinder in Soweto. Kellnerinnen in einer Kneipe in Tokio. Bollywood-Tänzerinnen in Mumbai. Buschmänner auf Papua Neuguinea. Taschenkrebse auf den Weihnachtsinseln. Und Hunderte. Tausende von ganz normalen Passanten auf den Strassen von Madrid oder Montreal, vor dem Eifelturm in Paris oder zwischen den Wasserfontänen eines Springbrunnens in Atlanta.
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Web 2.0 am Ende?

Die „Financial Times Deutschland“ stellte kürzlich, zwar nicht ins Blatt, aber immerhin in die Online-Ausgebe, eine bemerkens- und bedenkenswerte Frage in den Raum, nämlich ob die „Web-2.0-Euphorie“ nun langsam am Ende sei. Grund der bangen Annahme: Das Geschäft mit Widgets halte nicht, was die Hersteller sich einmal davon versprachen.

Das mag traurig stimmen, liebe Kollegen, geht aber dennoch messerscharf am Phänomen Web 2.0 vorbei: Erstens ist das kein Geschäftsmodell, worauf schon der Urheber des Begriffs, Tim O’Reilly gern hingewiesen hat, sondern eine (neue) „Haltung“ („attitude“) der Nutzer und zweitens ist der Gedaanke so unsinnig, als wenn jemand 1998, bevor Google seinen Siegeszug antrat, behauptet hätte, die „Euphorie“ um Suchmaschinen im Web sei beendet, weil die damaligen Akteure noch keine gewinnbringende Strategie für die Monetarisierung ihres Angebots gefunden hatten.

Merke: Im Internet geht es immer zuerst, um die Entwicklung eines erfolgreichen, weil für die Nutzer hilfreichen, Angebots und dann erst um dessen Monetarisierung. Wie erfolgreich dieser Weg sein kann, beweist nicht zuletzt Google selbst. Richtig ist allein die nicht eben originelle Beobachtung, dass Web 2.0 in allen seinen Ausprägungen noch nach einem ebenso innovativen wie erfolgreichen Geschäftsmodell verlangt. Wer das zuerst gefunden hat, der könnte zukünftig vielleicht sogar in der Google-Liga spielen.

Traue keinem Wiki, den du nicht selbst gefälscht hast

Im Jahre 2004 schrieb schließlich der Amerikaner James Surowiecki ein Buch, das er „The Wisdom Of Crowds“ nannte, in dem er die kollektive Intelligenz der Gruppe beschreibt: Gemeinsam sind wir Menschen laut Surowiecki in der Lage, besser zu denken und zu entscheiden, als es ein Einzelner je könnte.

Im Zeitalter des „Mitmach-Internet“ ist die Gruppenweisheit gefragter denn je, und nirgendwo zeigt sich das deutlicher als bei Wikipedia, dem Online-Lexikon, das von den Lesern selbst erstellt wurde und ständig fortgeschrieben wird. Der Einzelne trägt sein Wissen in Form von Fachaufsätzen oder Einträgen bei, die anderen Leser nehmen sozusagen eine fortlaufende kollektive Schlusskorrektur vor.

Wikipedia ist heute für die meisten Menschen, die im Internet recherchieren müssen, das was Google für die Online-Suche ist, nämlich die erste und wichtigste Anlaufstelle. Und was da steht, das glaubt man auch, denn schließlich wacht ja die Menge mit ihrer Weisheit darüber, dass keiner mogelt oder lügt.
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angie allein im web?

der jugend- und online-ableger der süddeutschen zeitung jetzt.de bringt ein interview mit markus beckedahl von re-publica zu dessen studie über politiker im web 2.0.  die ergebnisse der untersuchung sind nicht überraschend: deutsche politiker scheuen das soziale netz wie  ministranten katholische priester.

„In den USA hat Barack Obama über eine Million Unterstützer bei Facebook. In Deutschland haben wir von Angela Merkel ein Profil bei Facebook gefunden, sonst aber von so gut wie keinem Politiker in einem sozialen Netzwerk“  (beckedahl). deutsche parteien investierten noch zu wenig in online-wahlkämpfe, so der deutsche online-politik-papst.

aber liegt das nur an der unfähigkeit der pr- und marketingprofis hinter unseren politikern? daran, dass die moritz hunzingers ihren kunden zwar die anzüge kaufen, aber kein blog einrichten?
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