Schlagwort-Archive: Spitzel

Achtung: IM Radio – der Spitzel in der Mittelkonsole

Es gibt so Momente, da bin ich nicht sicher, ob ich das, was ich zu hören bekomme, witzig und genial finden soll oder einfach nur unverschämt. Vergangene Woche war so einer – und nein: Es geht nicht um mich. Niemand war ungehörig zu mir, nicht mal die eigenen Kinder, und das will was heißen.
Es geht lediglich um Werbung…
Worum ging’s?
Sie kennen sicher die Empfehlung, in der digitalen Welt bei der freiwilligen Bereitstellung der eigenen Daten Vorsicht walten zu lassen. Das ist nicht unbegründet, muss an dieser Stelle allerdings nicht zum 100. Mal wiederholt werden. Die Warnung der Web-Kritiker reicht bis zur totalen persönlichen Apokalypse, weil man auf irgendwelchen Party-Pics volltrunken die Hosen heruntergelassen hat. Das schlimmste aller Dinge, die passieren können, aber ist: „Wer alles von sich preis gibt, muss sich nicht wundern, wenn er zielgerichtet auf sein Profil Werbung ins Haus bekommt.“
Was, so frage ich mich, ist so schlimm daran? Bin ich nicht alt genug, zu entscheiden, ob ich ein Produkt kaufe oder nicht, und wenn die Werbung noch so auf mich zugeschnitten ist. Noch bin ich derjenige, der den analogen oder digialen Warenkorb füllt.
Jedes Mal, wenn ich den Fernseher einschalte und ein bestimmtes Programm anschaue, läuft Werbung, die speziell für mich und meines gleichen in diesem Umfeld eingebucht wurde. Jede Anzeige richtet sich an die Leser der Zeitung, die ich gerade in der Hand halte. Und trozdem: Ich allein treffe die Entscheidung und muss sie verantworten, ob ich aufgrund einer zielgerichtten Werbebotschaft etwas kaufe oder nicht. Was soll also das ganze Geschnattere?
Und hier kommt ein Beispiel von Marktforschung und wir kehren zurück zur einleitenden Frage „Ist es genial oder ist es unverschämt?“

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PR 2.0 bei der Bahn: Die Blogger sind schuld!

Als ob Bahnchef Mehrdorn nicht genug Ärger am Hals hätte mit der Online-Schüffelei. Jetzt fährt er auch noch schweres Geschütz gegen den Blogger auf, der den Stein so richtig ins Rollen gebracht hat.

Markus Beckedahl gehört zur seltenen Spezies der deutschen A-Blogger. Seit mehr als acht Jahren veröffentlicht er auf seinem Blog „netzpolitik.org “ geistreiche und witzige Betrachtungen zu Themen wie Datenschutz, Digitalkultur, Urheberrecht und Online-Überwachung. Er hat sich eine treue Lesergemeinde geschafft, und einer von ihnen arbeitet wohl bei der Bahn. Jedenfalls spielte dieser Leser dem Blogger Beckedahl das Memo des Berliner Landesdatenschutzbeauftragten Alexander Dix über die Rasterfahndung der Deutschen Bahn zu, bei der die persönlichen Daten von  mindestens 220.000 Bahn-Mitarbeiter (Stand 4. Februar, Tendenz steigend) an einen kleinen externen Dienstleister übermittelt hat. Die kleine Berliner Network Deutschland GmbH wurde, wie die Bahn zugibt,von 1998 bis 2007 in mindestens 43 Fällen engagiert, um per Datenabgleich möglichen Betrügern bei der Bahn auf die Schliche zu kommen.

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