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Die Macht des Bloggers

Ein wiederkehrendes Thema auf dieser Blogsite ist die Frage nach der Macht des Bloggers. Klar: Alle Czyslanskys führen seit Jahren ein Online-Tagebuch, und man möchte gerne wissen, ob man das eigentlich nur zum Zwecke der Selbstbefriedigung tut, oder ob einem Blog sozusagen die vielzitierte „Kraft der Feder“ innewohnt, die gemeinhin nur die klassischen Medien wie Zeitung, Funk oder Fernsehen für sich in Anspruch nehmen. Oder noch ein Stückchen höher gehängt: Sind Blogger Angehörige der vierten Gewalt im Staat, und kann das, was sie schreiben, den Gang der Geschichte verändern oder wenigstens teilweise beeinflussen?

Wenn ja, dann lässt sich diese Macht des Bloggers natürlich theoretisch auch mißbrauchen, so wie diejenigen, die das einstige Nazi-Parteiblatt „Der Stürmer“ herausgaben, die Macht des gedruckten Wortes für ihre finsteren Zwecke korrumpiert haben.

Ein besonders krasses Beispiel dafür ist das Gerücht, Barack Obama sei ein Muslim. Fakt ist: Obama wurde von seiner alleinerziehenden Mutter, eine weiße Atheistin, und seinen protestantischen Großeltern in Hawaii großgezogen, sein Vater, ein nichtpraktizierender Muslim aus Kenia, verließ Frau und Sohn, als Obama noch ein Kind war. Trotzdem tauchen entsprechende Gerüchte aber immer wieder auf, und man fragt sich, woher sie wohl stammen könnten.
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czyslansky, obama, der sklavenhandel und die österreichische marine

Lloydarsenal

es war ein ebenso großer, wie glücklicher zufall, dass ich während meines diesjährigen urlaubs an einem sonnigen mittwochnachmittag im wunderschönen antico caffè am piazza constituzione der sardischen hauptstadt cagliari saß, traf ich doch dort auf die überaus eindrucksvolle gestalt eines mannes in den gehobenen 70igern, die „la nuova sardegna“ unter einem, die „europeo“ unter dem anderen arm. ich kam mit ihm schnell über die qualität des dargebotenen marrocchino ins gespräch und es stellte sich alsbald heraus, dass es sich bei meinem gegenüber um keinen geringeren, als den unter den archivaren der welt hoch gelobten marcello umbria handelte, den ehemaligen leiter des museo del mare trieste, des ebenso wunderbaren, wie leider noch allzu unbekannten triestiner marinemuseums. vor jahren schon war ich bei einem besuch dieses ehrenwerten hauses auf die lange tradition der österreichischen seeschifffahrt aufmerksam geworden, auf maritime helden wie josef ludwig franz ressel, einem österreicher, dem die erfindung der schiffsschraube zu verdanken ist, und dem im erwähnten museum zu recht ein ganzer raum im obergeschoss des hauptgebäudes gewidmet ist. im laufe einiger gläschen vorzüglichen vernaccia di oristano kam mein freund, wie ich ihn heute nennen darf, marcello auf ein thema zu sprechen, bei dem ich im gedenken an unser schönes czyslansky-projekt spontan die ohren spitzte: die geschichte des österreichischen sklavenhandels.

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angie allein im web?

der jugend- und online-ableger der süddeutschen zeitung jetzt.de bringt ein interview mit markus beckedahl von re-publica zu dessen studie über politiker im web 2.0.  die ergebnisse der untersuchung sind nicht überraschend: deutsche politiker scheuen das soziale netz wie  ministranten katholische priester.

„In den USA hat Barack Obama über eine Million Unterstützer bei Facebook. In Deutschland haben wir von Angela Merkel ein Profil bei Facebook gefunden, sonst aber von so gut wie keinem Politiker in einem sozialen Netzwerk“  (beckedahl). deutsche parteien investierten noch zu wenig in online-wahlkämpfe, so der deutsche online-politik-papst.

aber liegt das nur an der unfähigkeit der pr- und marketingprofis hinter unseren politikern? daran, dass die moritz hunzingers ihren kunden zwar die anzüge kaufen, aber kein blog einrichten?
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