Schlagwort-Archive: Musikindustrie

Auf der High End traf sich nicht die High Society

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Bild: High End Society

Gestern ging hier in München im M.O.C. die High End zu Ende, eine meiner absoluten Lieblingsmessen: alles rund um Plattenspieler, (Röhren-)Verstärker und überhaupt um die Dinge, die unser Wohnzimmer zu einem akustischen Genusstempel machen (können). Mehr als 20.000 Besucher hatten die Veranstalter erwartet. Finale Besucherzahlen haben die PR-Kollegen des Veranstalters leider noch nicht publiziert. Aber auch das ist wie immer: die größte Hifi-Messe Europas hat auch in diesem Jahr auf PR weitgehend verzichtet: Die Pressematerialien sind kaum mehr als Marketingprospekte der Hersteller, das Pressezentrum kaum mehr als eine Ecke im Foyer und die Berichterstattung in den „großen“ Medien bekannt karg. Immerhin bringen es die Pressemeldungen des Veranstalters nicht mehr regelmäßig in unser Kuriositätenkabinett der PR-Sprachvirtuosen, wie noch vor einigen Jahren. Habt Ihr einen neuen Texter?

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Kultur jenseits von Joghurt

Es gibt Probleme, die sind nicht einfach zu lösen, und es gibt welche, die wären einfach, dächte nur einmal jeder der Beteiligten vernünftig und vorurteilsfrei nach. Und es gibt Probleme, da verkünden alle Beteiligten, alles wäre so ein­fach, aber bei näherer Betrachtung wird es nur immer komplizierter.

Das Urheberrecht im Jahr 40 nach Erfindung des Internet ist da so ein Fall. Weiterlesen

Drei-zwei-eins-KEINS

Wir sind nicht das einzige Land, in dem die Regierung lustige Maßnahmen rund um das Internet diskutiert. Die Franzosen drehen nun jedem Internetnutzer den Zugang ab, wenn nach zweimaliger schriftlicher Aufforderung weiter „raubkopiert“ wird. Diskutiert wird höchstens noch darum, wer dann für den Zugang bezahlt – der Provider? Die Leistung wird ja verweigert, wofür sollte der Kunde bezahlen? Bei Führerscheinentzug müssen allfällige Raten für das Auto ja auch weiterbezahlt werden. Oder der Anschlußeigner? Dann müßte man ihm auch verbieten, während der gesamten Sperrzeit zu kündigen. Das scheitert wohl daran, dass es in Frankreich auch eine Verfassung gibt. Oder es zahlt halt der Staat, sprich der französische Steuerzahler. Das wiederum ist dem Wähler schlecht zu vermitteln. Daran hatte man nicht gleich gedacht, als das Gesetz bereits im Oktober durch den Senat ging.

Das ist noch nicht alles. Weiterlesen

Wider das kostenfreie Web

Unter dem Titel „Das wollt ihr nicht wirklich“ hat Marek Lieberberg einen bemerkenswerten Beitrag veröffentlicht. Am Beispiel der Musikindustrie verdeutlicht der gelernte Konzertveranstalter, welche Folgen der ungehinderte und kostenfreie Zugang auf Inhalte haben kann. Die Rechnung, die er aufmacht ist ganz einfach: Wenn niemand mehr kreative Leistungen bezahlt, werden keine mehr erbracht, oder nur noch im Nebenberuf. Dass das nicht unbedingt hohe Qualität erzeugt, ist jetzt schon allerorten zu bemerken.

…Der willkürliche, ungehinderte und kostenlose Zugriff auf alle geistigen Inhalte sowie der sogenannte freie, benutzergenerierte content führen über file sharing und digitale Piraterie zu einer Erodierung kreativer Rechte. Jetzt schon spürbare Konsequenzen sind das Versiegen intellektueller Quellen und die Verarmung der kulturellen Landschaft, die sich in der Schließung von Zeitungen, der Ausdünnung von Reporternetzen und der Aufgabe von bibliographischen Verlagen manifestiert. Alles nur wegen der Krise? Von wegen! Orientierungslosigkeit und laissez faire sind Wegbereiter dieser Entwicklung.