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Bolz zu Gast bei Czyslansky: Abschied vom Gutenberg-Universum

norbertbolz

Zerbricht sich Schirrmachers Kopf:
Medienphilosoph Norbert Bolz

Norbert Bolz muß sich nicht dahinter verstecken: Er ist ein kluger Kopf, mit oder ohne Zeitung davor. Der Professor an der TU Berlin ist der Philosoph unter den Medienwissenschaftlern in Deutschland, gefragter Vortragsredner, Feingeist, Vordenker par excellence. Czyslansky und er hätten viel Freude miteinander gehabt.  Für meinen Freund Peter Wippermann vom Trendbüro in Hamburg hat er einen langen und sehr lesenswerten Beitrag zum „Trendtag 2010“ geschrieben zum Thema „Flow Control“ – aber seltsamerweise den Schluss offen gelassen. Ich habe ihn gebeten, den Beitrag für Czyslansky zu Ende zu schreiben, was er gerne getan hat.

Wir eröffnen damit eine lose Reihe von Gastbeiträgen namhafter Autoren, die im Sinne des großen Czyslansky die Zukunft der digitalen Gesellschaft mitgestalten.

Kopf hoch, Herr Schirrmacher!

Um mit der Komplexität der Informationen zu Recht zu kommen, brauchen wir ausreichende Eigenkomplexität. Es gehört zu den großartigsten Einsichten jener Psychologie der optimalen Erfahrung, dass sich Freude von bloßer Lust dadurch unterscheidet, dass sie Komplexität aufbaut. Und die Eigenkomplexität des Menschen – früher hätte man Seele gesagt – speist sich aus ganz anderen Quellen als die Systemkomplexität der Information, nämlich aus Ideen und Geschichten.

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Die Lehre der Teekanne

tea

Gelernt ist gelernt

Ich trinke jeden Morgen Tee, meistens ein feiner Formosa-Oolong, und ich trinke ihn seit einiger Zeit aus einer Teekanne, die meine Frau im Asia Shop gekauft hat. Anfangs habe beim Gießen regelmäßig eine Teepfütze auf dem Tisch verursacht und mich gefragt, wie es denn wohl unsere charmante Gastgeberin damals in der Villa des verstorbenen Panasonic-Gründers Konosuke Matsushita gemacht hat.

Wir, eine kleine Journalistengruppe, waren eingeladen, das Haus zu besichtigen, in dem der greise Firmenpatriarch die vermutlich weltweit eindrucksvollste Sammlung von japanischem Kunsthandwerk zusammengetragen hat – Miniaturmalereien, handgewebte Kimonos, Samuraischwerter, „Kamakura bori“ (lakierte Holzschalen aus der alten Shogun-Hauptstadt Kamakura) und vieles andere mehr. Lauter ausgesuchte Einzelstücke, die von „lebenden Nationalschätzen“ gemacht wurden. So heißen diese Meister ihres jeweiligen Fachs fortan, nachdem sie zu Lebzeiten in diesen staatlichen Ehrenstand erhobenen worden sind.

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