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EU-Netzberater Guttenberg plant Urheberrechtsnovelle für das World Wide Web

Copy-Gutti im neuen Amt (das Foto wurde von der NDR-Sendung extra3 geguttenbergt)

Eine schlimme Lücke in der Kommunikationsabteilung der EU-Kommissarin Neelie Kroes hat gestern zu der verfrühten Ankündigung von Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg als EU-Berater für internationale Netz-Fragen geführt. Eigentlich sollte die Bestellung Guttenbergs erst im Januar kommuniziert werden – gemeinsam mit einer Vorlage für eine umfassenden Novellierung des Urheberrechts in Bezug auf das World Wide Web. An dieser Reform hat Guttenberg seit seinem Rücktritt aus der bundesrepublikanischen Politik im Geheimen zusammen mit WikiLeaks-Gründer Julian Assange in einem abgeschiedenen Cottage im britischen Goodhill gearbeitet. Demzufolge soll das Urheberrecht auf ein Mengenrecht umgestellt werden: künftig sollten im Rahmen einer neuen „Compilierungsregulation“ jeweils bis zu 80 Prozent alle elektronisch publizierten Dokumente aus beliebigen Quellen übernommen werden dürfen – ohne dass der Urheber der übernommenen Inhalte dagegen irgendwelche Ein- oder Ansprüche gelten machen kann. „Copy-and-Paste-Compilierung wird zum Merkmal des neuen Urheberrechts, das wir mit aller Kraft weltweit durchsetzen wollen“ – so der interne Vermerk des Freiherren im Präbämbel der mir zugespielten EU-Vorlage. Ob das vorzeitige Bekanntwerden der Bestellung von „Copy-Gutti“ – wie ihn Assange zärtlich nennt – nun das ganze epochale Werk gefährdet ist schwer zu beurteilen.

Neues aus der Czyslansky-Forschung: Der frühe Kriminalroman “Der Diddlasbadscher vom Dadschmahal”

diddlasbadscher

Endlich gibt es wieder Neues aus der Czyslansky-Forschung zu vermelden: Auf dem Boden einer Scheune im mittelfränkischen Heilsbronn ist nun sein lange verschollen geglaubter Kriminalroman “Der Diddlasbadscher vom Dadschmahal” überraschend aufgetaucht.

Dieses belletristische Erst- und Letztlingswerk des großen Forschers und Krimi-Liebhabers ist im eigentlichen Sinne der erste deutsche Regional-Krimi. Mitte der fünfziger Jahre machte sich Czyslansky an dieses Werk, das komplett im fränkischen Dialekt erscheinen sollte. Bekanntlich war Czyslanskys Großmutter mütterlicherseits eine gebürtige Schwabacherin. Unter dem Druck der massiven antifränkischen Geisteshaltung, die im Bayern der fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts herrschte – ein fränkischer Ministerpräsident war erst 50 Jahre später (und auch dann nur als nicht ganz ernst gemeinte Farce) politisch durchsetzbar – stellte Czyslansky die Arbeiten an diesem Werk leider vorzeitig ein. Deshalb ist über den Plot nur wenig bekannt. Man könnte fast sagen, dass er gar nicht existiert, denn Czyslansky hat zwar einen ersten Entwurf für den Umschlag  komplett gestaltet, die Seiten – immerhin 456! – sind aber komplett leer:

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Der „Akademischen Titel zurückgebe Flashmob“

Auf das Phänomen des „Akademischen Titel zurückgebe Flashmobs“ bin ich durch einen Facebookeintrag eines Freundes aufmerksam geworden.

Peter Bockelbrink: Im Zuge der öffentlichen Guttenberg Diskussion habe ich mich entschlossen, meinen akademischen Grad des Dipl. Betriebswirt (FH) an die FH München zurück zu geben. Nicht dass ich etwa hier ein proaktives Schuldeingeständnis begehe, sondern ganz einfach nur, um nicht die komplette Arbeit redigieren zu müssen

Was bringt einen braven deutschen Akademiker dazu in einem selbstlosen Akt der Solidarität mit dem gescholtenen Verteidigungsminister, seine Titel freiwillig zurückzugeben? In einem eilig einberufenen Telefoninterview erklärte er mir seine Abscheu vor dieser Hexenjagd gegen Guttenberg und seinem Wunsch ein Zeichen zu setzen.

Ich wollte mich natürlich auch sofort anschliessen, habe aber blöderweise gar keine akademischen Titel …

Also was tun? Ich könnte zum Beispiel ungefähr 95% meiner Mathematik- und Latein-Vierer zurückgeben, die ich nur dadurch bekommen habe, weil ich meinen Banknachbarn nicht angemessen zitiert hatte. Genau genommen habe ich während meiner gesamte Schulzeit ausser in Sport und Kunst immer nur Plagiate fabriziert, ohne die Quelle ausreichend angegeben zu haben … Sollte ich mein Abitur zurück geben? Aber das will vermutlich gar keiner haben, so schlecht wie es war.

Ach ja und mein Seepferdchen, da hatte ich auch „vergessen“ den Beckenrand bei Meter 5 als Hilfsquelle anzugeben, das werde ich ab sofort auch nicht mehr im Namen führen.

Also liebe Akademiker, Abiturienten, Freischwimmer, Führerschein-Inhaber – Wer auch zu den Abschreibern und Schummlern zählt: Weg mit den Titeln und Scheinen, denn nur wer ohne Schuld ist, kann Steine werfen …

Vicky Liecks enthüllt exklusiv: Testaufnahme Die Guttenbergs bei Kerner in Kundus

Liebes State Department,

Afghanische Freunde haben mir heute eine Aufzeichnung der Testsendung des deutschen eingebetteten Journalisten Johannes B. Kerner mit den Guttenbergs aus einem Feld-Studio in Kundus zugespielt. Auch wenn die Tonqualität noch ein wenig zu wünschen lässt, so muss man doch der PR-Arbeit des deutschen Militärs ein gutes Zeugnis ausstellen: sie knüpfen offenbar erfolgreich an alte Leistungen an. Da könntet Ihr Euch ein Beispiel nehmen – aber Euch mangelt es ja leider an altem Adel:

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Eure vertraulich depeschierende Vicky Liecks