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Video-Tipp: Marcus Wiebusch – Der Tag wird kommen

Manche Videos auf Youtube sind so gut oder so bemerkenswert (oder beides), dass man sie unkommentiert einfach teilen sollte. Wieder und wieder.

Kicker Online fasst zusammen, um was es geht: Kettcar-Frontmann Marcus Wiebusch setzt mit dem Song „Der Tag wird kommen“ aus seinem Soloalbum „Konfetti“ ein eindrucksvolles Zeichen gegen Homophobie im Fußball. Gestern wurde das offizielle Video veröffentlicht, finanziert über Crowdfunding. Fans von +Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf, FC St. Pauli, TeBe Berlin, 1. FC Köln, Schalke 04, Mainz 05, HSV, FC Augsburg, Bayern München und 1. FC Nürnberg sind in dem Kurzfilm zu sehen und unterstützen damit die Aktion gegen Diskriminierung.


Klicken, anschauen, verstehen, teilen.

Mehr Worte braucht es nicht.

Schland hat fertig

Schland hat fertig!
Schland ist Fußballweltmeister, und das ausgerechnet mit einem Tor von der Pummelfee Mario Götze in der Verlängerung (aber das ist ein anderes Thema). Ob Deutschland das verdient hat oder nicht, steht ebenfalls auf einem anderen Blatt und wird sicherlich in den kommenden Tagen ausgiebig diskutiert. Da muss ich nicht auch noch meinen Senf dazu geben.
Aber wissen Sie was?

Endlich ist die WM 2014 vorbei.
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Dabei ist es nicht so, dass ich nicht mitgefiebert, vor dem Fernseher allein oder in Gesellschaft mit geschrieen, gezittert und -getobt hätte. Ich habe viele Spiele gesehen, nicht nur die der deutschen Fußballnationalmannschaft. Mal habe ich dem einen, mal dem anderen Team die Daumen gedrückt, habe mich begeistert oder gelangweilt, aufgeregt, abgeschaltet, bin eingeschlafen oder Bier holen gegangen.
Mit Freunden und Kollegen habe ich wieder und wieder die Mannschaftsaufstellung und taktische Ausrichtung diskutiert, Löws Fehler zur Sprache gebracht und sowieso alles besser gewusst als der Bundestrainer. Wir waren uns einig, dass rund 50 Millionen Deutsche mehr Sachveratand haben als Löw. Morgens ging der erste Griff zum Handy um die aktuellen Kicktipp-Tabellen abzurufen. Wer hat wie viele Punkte? An wem bin ich vorbei gezogen oder bin ich etwa abgerutscht? Meist war letzteres der Fall. Soweit zum Thema Sachverstand.
Spielergebnisse wurden ausgiebig vor, während und nach dem Spiel erörtert. Ebenso Schiedsrichterentscheidungen, die natürlich – sofern sie gegen unsere Jungs bzw. meine favorisierte Mannschaft ging – grundsätzlich falsch war. Und nicht nur die. Auch das hatten wir schon immer gewusst. Fifa-Schiedsrichter pfeifen nicht – sie selbst sind die Pfeifen.
Nun ist es vorbei. Das alles Spaß hat gemacht, aber ich bin froh, dass nun andere Themen anstehen.

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Kick it & Klick it (Teil 16): Sie geben einfach alles

Juni 2014 – weltweit

Sie geben einfach alles… und damit ein Stück zuviel. Denn was der Sportartikelhersteller Adidas sich als Kampagne zur bald startenden Fußballweltmeisterschaft ausgedacht hat, erregt – schon wieder – die Gemüter der Welt. Es ist nicht das erste Mal, dass die Franken zum Ziel eines Shitstorms wurden. 2012 waren es die „Sklavenshuhe„, die zu vor allem in Amerika ein derart heftiges Empörungsgewitter provozierte, dass die Shuhe gar nicht erst in die Vermarktung gelangten.
Jetztzur WM posieren die Fußballer Lukas Podolski, Arjen Robben, Dani Alves, Diego Costa, Nani, Daniele de Rossi und Steven Gerrard. In den Händen der Kicker liegt nicht etwa die Lederkugel. In ihren ausgestreckten Händen bieten sie ein blutendes Herz an: “All In Or Nothing”. Sie wollen und werden – so versrechen sie – alles geben. Sogar ihr Herz
Nur ist das natürlich nicht ihr eigenes sondern „nur“ das eines geschlachteten Rindes.
Kunststück, dass das Ärger verursacht…

adidas-meedia

So titelt die Plattform Meedia ihren Beitrag zum Thema. Dass die Kamapgne Widerspruch und Ärger provozieren und würde, so spekuliert Meedia, sei gewollt. Dennoch sind die Reaktionen ganz schön heftig. Vor allem auf der Facebook-Seite von Adidas gibt es richtig Zunder ist zu lesen, was sich mit einem Klick überprüfen lässt:
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Gestern im Fernsehen verifiziert: Czyslanskys Bayern-Konstante

Bayern-Konstante

Gestern konnte jeder sehen, wie sich die von Czyslansky bereits im Jahr 1902 formulierte Bayern-Konstante in der Realität auswirkt: eine Dehnung im Raum-Zeit-Kontinuum in Abhängigkeit von der (Halb-)Zeit und der Bewegungsrichtung geometrischer Körper, die die Bedingung eines einfachen Polyeders (Eulersche Polyeder-Zahl 2; siehe: http://bit.ly/1oDjA33) erfüllen, bewirkt eine scheinbare Dehnung der Torlinie und zwar stets in Richtung der Flugbahn des Objektes und um ein gradzahliges Mehrfaches dessen Durchmessers. Die Zeitabhängigkeit dieser kurzfristigen Dellen in der Raum-Zeit ergibt sich aus der halbzeitlichen Aufstellung der sogenannten „Bayern“.

Albert Einstein hat sich jahrelang vergeblich an der theoretischen Verifizierung dieser Czyslanskyschen Bayern-Konstante bemüht:

Czyslansky Bayern Konstante

Seit dem Pokalendspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund vom 17. Mai 2014 muß die Existenz dieser Konstante als empirisch belegt gelten.

Kick it & Klick it (Teil 13): Die Rechte sind sicher

19. Juli 2013 – München, Stuttgart, Hamburg

Über Grundrechte ist in den vergangenen Wochen viel diskutiert worden in unserem Lande. Auslöser ist natürlich der NSA-Skandal und die eklanten Verstöße gegen Grundrechte, allen voran natürlich das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Viele Medien sehen in der Reise des Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich nach Washington nur die Spitze des Eisbergs, was die fehlende Sicherstellung der Rechte deutscher Bürger angeht. Noch schärfer formulierten es die Politblogger, wie die Frankfurter Rundschau in einem Überblick zusammenstellte.
Bemerkenswert dabei ist, was als Grundrecht angesehen wird, wie dieses Schlagwort genutzt wird ohne sich über eine Definition, was ein Grundrecht eigentlich ist, zu verständigen. Weiterlesen

Kick it & Klick it (Teil 10): Football comes first… ist das so?

August 2012 – Bristol/Newcastle

„Football is more than sports“. Diesen Satz werden nicht nur hartgesottene Fans bedenkenlos unterschreiben, sonst wären die Einschaltquoten bei den vielen Spielübertagungen im Fernsehen nicht so hoch – und das, selbst wenn Bela Rethy kommentiert.  Neben den Gelegenheitsfans gibt es viele Zeitgenossen, für die Fussball ihr Ein und Alles ist. Es ist die ganz große Liebe, und sie hält bei vielen Fans ein Leben lang. Nicht umsonst heißt es beim amtierenden deutschen Meister ja auch  Echte Liebe:


Das gilt natürlich nicht nur hierzulande. Ein ganz besonderes Verhältnis pflegen die Engländer zum Ballsport: „A man’s passion for his team is more than a lifetime commitment.“ So schaut’s aus.

Aber ist das wirklich so?

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Die Mondlandung war echt – aber vielleicht ist ja die Fußball-EM ein Fake?

Die Holländer kamen mir ja gleich so seltsam unecht vor. Aber nun, da bewiesen ist, dass die UEFA die Fernsehbilder von der EM fälscht, ist alles möglich …

Was ist geschehen?

Während des EM-Spiels der Oranjes gegen die deutsche Fußballnationalmannschaft wurde in der Fernsehübertragung eine hübsche Szene eingeblendet, die die Lockerheit des deutschen Trainers während des Spiels demonstrieren sollte:

Das Problem an dieser hübschen Szene: sie wurde in die Live-Reportage eingeblendet. Aufgezeichnet wurde sie bereits eine viertel Stunde vor Anpfiff. Das ist Bildmanipulation, das ist Betrug, und das ist ernst zu nehmen.

Die Bilder kamen nicht vom ZDF, sondern von der UEFA. Alle Bilder während des Spiels müssen von den übertragenden Anstalten von Partnern der UEFA übernommen werden. Wo kämen wir schließlich hin, wenn jeder senden dürfte, was er will. Demokratie und Offenheit haben mit Spitzensport wenig zu tun. Es sollen schließlich die Werbebanner ins rechte Licht gerückt werden, nicht für die ukrainische Opposition demonstrierende grüne Bundestagsabgeordnete. Die Bilder von Rebecca Harms und Werner Schulz, die während des Spiels mit einem Plakat gegen Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine protestierten, durften nicht gesendet werden.

Und was sagt der DFB dazu? “Harald Stenger, Pressesprecher der Nationalmannschaft, will die Vorfälle im ukrainischen Charkow auf Nachfrage nicht kommentieren.” (Stern) Maul halten und durch ist einmal mehr die Devise. Ich erwarte von den ukrainischen Offiziellen eigentlich nicht gerade mustergültiges Verhalten in Sachen Offenheit, Presserecht und fairen professionellen Journalismus. Aber dass der DFB die Sache nicht zum Anlass nimmt, sich kritisch mit Medienmanipulationen durch die EM-Macher auseinanderzusetzen, empört mich.

 

Kick it & Klick it (Teil 8): Abpfiff auf dem Mittelmeer

08. Juni 2012 – Auf dem Mittelmeer

Das war sie also, die Hinrunde unserer Serie Kick it & Klick it – Fussball im digitalen Zeitalter. Jetzt hat König Fussball wieder das Szepter in die Hand genommen. Der reale Fussball regiert, die EM hat begonnen.
Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen, jetzt wird sich zeigen, welche Fans früh genug mit dem Sammeln der Panini-Bilder begonnen haben und ihr Album komplettieren konnten, und welche nicht.
Zweifelsohne gehören wir  zu der letzteren Kategorie, selbst zwei Wochen im Mutterland des Klebebildchen-Herstellers war unergiebig. Überraschenderweise gab es fast nirgendwo Sticker-Tütchen zu kaufen (da war die WM 2010 und unser Besuch auf Korsika weitaus ergiebiger). Und wenn es doch welche gab, dann war die Ausbeute gering – es ist eine Mär zu glauben, dass in bestimmten Ländern die Dichte der bestimmter Panini-Sticker höher ist als in anderen. Noch nie hatten wir so viele Doppelte aus den Tüten geholt wie über 1.000 Kilometer entfernt von daheim…

Und das Eröffnungsspiel?

Fand für mich nicht statt. Eingesperrt in Tonnen von Stahl über, neben und unter uns; im Rumpf LKW, ganze Karawanen von Wohnmobilen und PKW auf der Fähre irgendwo zwischen Olbia und Livorno. Der Großteil der Urlauber auf der Heimreise langweilt sich bei böigen Winden und kühlem Wetter in den Lounges und dem Bordrestaurant. Der eine oder andere legt sich einfach auf den Boden und ringt der Überfahrt ein paar Minuten Schlaf ab. Denn die Heimfahrt über den Brenner ist weit und geht die ganze Nacht durch… Weiterlesen

Kick it & Klick it (Teil 7) – Gut gescherzt, Freunde

01. April 2012 – Berlin, Frankfurt/Main und auch sonst überall in diesem unseren Lande

Aprilscherze sind – das ist nicht neu – nur gut, wenn sie einen Inhalt liefern, über die sich andere aufregen, ärgern, empören, freuen oder sonstige emotionale Regungen empfinden. Dazu müssen sie natürlich nicht nur thematisch gut gewählt sein, sondern auch glaubwürdig präsentiert werden.
Einen zumindest kurzzeitig glaubhaften und in Fußballfankreisen heftig diskutierten Scherz erlaubte sich 2012 das Magazin 11 Freunde unter der Überschrift „DFB-Urteil: BVB droht Punktabzug“.
Der Anlauftext las sich dramatisch:
Vor zwei Wochen verhöhnten Dortmunder Profis ihre Gegner aus Fürth, am Freitag waren die VfB-Spieler dran. Nun schritt der DFB ein und verhandelt einen möglichen Punktabzug für den amtierenden Meister. Uli Hoeneß spricht von Gerechtigkeit.
Die Magazinmacher um Chefredakteur Philipp Köstler ahnten schon, dass es damit nicht getan war. Also posteten sie als Beleg einen Screenschot von einem Twitter-Eintrag, den Kevin Großkreutz angeblich gemacht haben sollte, stellten ein Beweisvideo ins Netz und zitierten sogar Stimmen aus der Liga als Beweis für die Echtheit der Meldung. Dann ein kleiner Link bei Facebook und der Sturm brach los. Weiterlesen

Kick it & Klick it (Teil 6) – Ein Neuer und schon wieder Ärger

27. Januar 2011 – München
Schüsse, die nach hinten losgehen, nennt man in der Fußballsprache Eigentor. Ein solches schoss der FC Bayern im Januar 2012. Das ist zwar schon eine Weile her, aber man erinnert sich gern…

Anfang des Jahes ließ der Verein seine Fans wissen, es gebe eine Pressekonferenz, die live bei Facebook zu verfolgen sei. Und hier werde der Verein seinen neuen Offensivspieler vorstellen. Schon wieder ein Neuer?

Gut gedacht...

Der Ärger um die Verpflichtung des Schalker Torwarts war noch in bester Erinnerung. Rebellierende Fans mit dem Schild Koa Neuer in der Südkurve, Schmährufe, ganz großes Gezeter.  Anderseits zeigte sich der Verein in einer Formkrise, Abhilfe und Ablenkung war dringend erforderlich. Das wussten auch die Fans. Begierig warteten alle auf Rettung, da kam die Ankündigung gerade recht. Tausende zog es vor die Rechner, doch sie sahen nur eines: Ein Bild von Christian Nerlinger, dem Sportdirektor der Münchner, der ein Portrait des neuen Spielers präsentierte:  Facebook spielte das Bild des jeweiligen Users auf die Seite ein.
Der neue und wichtige Offensivspieler, das ist der Fan. Das wollte der Verein seine Fans wissen lassen, nicht mehr und nicht weniger.
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