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Der Trend geht zum Zweitbuch!

Ich und mein ständiger Begleiter…

Ich habe neulich meinen jahrelangen Widerstand aufgegeben und einen Kindle gekauft, ein elektronisches Buch. Das heißt: Der Kindle ist eigentlich ein Lesegerät, mit dem man elektronische Bücher aus dem Internet herunterladen und unterwegs lesen kann. Auf dem taschenbuchgroßen Flachmann haben mehr Bücher Platz, als bei mir daheim im Bücherregal stehen, und das sind eine ganze Menge, denn ich bin zeitlebens Büchernarr gewesen. Die elektronischen Titel kaufe ich bei Amazon oder lade sie von Gratis-Websites wie Projekt Gutenberg herunter. Dort haben Hunderte von hilfreichen Menschen Bücher abgetippt und hochgeladen, die von Autoren stammen, die länger als 99 Jahre tot sind und deren Urheberrecht damit erloschen ist. Es gibt dort alles von „Robinson Crusoe“ bis Goethes „Faust“ in der Digitalausgabe. Die Macher von Projekt Gutenberg tun das, um die allgemeine Lesekultur zu fördern. Alle sollen alles lesen können, sagen sie.

Und ich lese inzwischen fast pausenlos. Nicht, dass ich nicht vorher schon eine Leseratte gewesen wäre. Als Kind habe ich mit Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen, lange nachdem mir meine Mutter eigentlich „Licht aus!“ befohlen hatte. Aber jetzt? Mein Kindle ist so federleicht und passt so schön in die Jackentasche, dass ich buchstäblich überall lese, wo ich gehe, stehe und sitze.  Ich lese in der Straßenbahn, aber ich lese auch auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle (Achtung: Laternenpfahl!). Ich lese, während meine Frau im Laden Pullover anprobiert. Wenn wir verreisen, bitte ich meine Frau zu fahren, damit ich auf dem Beifahrersitz lesen kann. Ja, ich lese sogar auf der Toilette, jedenfalls so lange, bis meine Frau an die Tür klopft und mich daran erinnert, dass andere auch mal müssen. Weiterlesen

Bald die papierlose Toilette?

Das papierlose Büro hat sich ja, wie wir wissen als Mythos herausgestellt. Die Computer konnten das Papier in den Büros nicht überflüssig machen, denn kaum hatte der Mensch den Computer erfunden, erfand er gleich darauf den Drucker.

Wenn ich vom Papier-Sterben auf Toiletten spreche, assoziiert vermutlich der eine oder andere in eine völlig andere Richtung. Ich spreche nicht von leeren Klorollen, sondern in erster Linie vom Sterben der gedruckten Klolektüre.

Mal abgesehen von dem ein oder anderen Mittelstands-Manager, der sich E-Mails und Tweets von seiner Sekretärin ausdrucken und auf den Lokus legen lässt, wird das iPhone, Blackberry oder andere Smartphone ein immer wichtigerer Bestandteil des stillen Ortes der Besinnung. Stapelten sich noch vor Jahren die Illustrierten, Bücher, Zeitschriften, Versandhauskataloge und Tageszeitungen auf unseren Aborten, wird dort inzwischen die Auswahl immer dünner. Beim Studium des Sortiments der Villeroy & Boch Bibliotheken unserer Mitmenschen konnte man oft sehr genau den Grad der Intellektualität des „Besitzers“ beurtelien. Heutzutage müsste man schon den Cache seines Smartphones scannen um auf die Lesegewohnheiten zu schliessen.Wir verzeichnen also einen erhöhten Grad an Privatsphäre, das ist eindeutig positiv zu bewerten, aber leider langweilig. Der Schutz von Privatsphäre führt leider immer zu einer Verringerung des Unterhaltungswertes der Mitmenschen, das ist aber anderes Phänomen, was wir an anderer Stelle betrachten wollen.

Wäre es nicht großartig mal in einer ausgedehnten wissenschaftlichen Studie die Entwicklung der Lesegewohnheiten auf Toiletten zu betrachten?

Wer nutzt alles einen Kindle, oder überhaupt eBook-Reader? Wer twittert gern über die Beschaffenheit seines Stuhlgangs? Wer liest in Foren, oder arbeitet mit seinem Blackberry E-Mails ab? Und was geschieht mit den Printmedien auf unseren Toiletten?

Ohne Papier keine Kultur

Papier ist überall. Es nimmt unsere Ideen und Gedanken auf, transportiert und konserviert sie. Wir wickeln darin unsere Frühstücksbrötchen ein und trinken aus ihm unseren Morgenkaffee. Es hängt neben der Toilette und in den größten Museen der Welt, von Künstlern wie Pablo Picasso und George Braque zu Kunstwerke von unschätzbarem Wert verarbeitet. Wir wickeln darin unsere Wertsachen ein, legen sie in Umzugskartons und ziehen damit um. Wir falten daraus kleine Flugzeuge und lassen sie mit unseren Träumen davon fliegen. Wir schleifen Unebenheiten mit ihm glatt und isolieren damit Elektroleitungen. Wir bezahlen damit beim Einkaufen oder blättern gedankenverloren darin  herum, wenn wir beim Friseur oder beim Zahnarzt warten müssen. Manchmal ziehen wir es sogar an und laufen darin herum. Papier ist vielseitig und funktionell, flexibel und verfügbar, billig und benutzerfreundlich, anpassbar und allgegenwärtig, natürlich und authentisch, leicht und kräftig, zuverlässig und zeitlos.

„Ohne Papier gäbe es unsere Kultur nicht“, sagte mir neulich Dr. Dorothea Eimert, Leiterin des Deutschen Papiermuseums in Düren, einer Kleinstadt am Nordrand der Eifel, das jahrhundertelang von Papier gelebt hat und immer noch als Zentrum der deutschen Papierindustrie gilt. Hätte Guttenberg einen anderen, ähnlich variablen und robusten Beschreibstoff für den Buchdruck gefunden? Zwar hat der Mensch in seiner Geschichte Zeichen und Buchstaben in Tontafeln und auf Baumrinde geritzt, die alten Ägypter hatten ganze Bibliotheken auf Papyrusrollen, im Mittealter haben Mönche ihre Illuminationen auf Rinderhäute gepinselt. Aber die Entstehung unserer heutigen allgegenwärtigen Bild- und Schriftsprache verdanken wir mit einiger Sicherheit dem namenlosen Erfinder des Papiers.

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