Im Test: Der Flux Hifi Sonic Nadelreiniger für Plattenspielerabtaster

Sie lieben Schallplatten? Gut so. Dann hassen Sie Staub. Staub ist der Tod des guten Klangs. Und zwar in jeder Form: auf der Platte, im Ohr und natürlich auch auf der Nadel ihres Abtasters. Gegen den Staub in den Rillen der Platte gibt es probate Mittel: bei mir läuft grundsätzlich der berühmte Mitlaufbesen aus Eichhörnchenhaar von Transrotor mit. Und vor jedem Abspielvorgang wird die Platte mit einer Bürste von Clearaudio gereinigt. Und ab und an darf jede Platte auch mal baden: in der großen und großartigen Schallplattenwaschmaschine von Gläss. Diesen Vinyl Cleaner habe ich vor drei Jahren hier auf Czyslansky schon vorgestellt.

Die Waschmaschine für die Schallplattennadel

Die Abtastnadel habe ich bislang vor jedem Abspielgang mit einem kleinen Bürstchen gesäubert, ab und an auch mit einem kleinen Besen, den ich mit der Reinigungsflüssigkeit von Dynavox benetzt habe. Trotzdem: an der Nadel setzt sich immer mal Dreck fest, und zwar richtig fest. Und genau dafür habe ich mich nun für eine kleine elektrische Waschmaschine für Abtastnadeln entschieden -den Flux Hifi Sonic:

 

Flux Hifi Sonic

Der Flux Hifi Sonic reinigt Schallplattennadeln mit einer vibrierenden Bürste

Der Flux Hifi Sonic besteht im Wesentlichen aus einem Bürstenkopf, der flach auf dem Boden des Geräts liegt. Diese Bürste wird zur Reinigung mit einer speziellen Flüssigkeit getränkt, die den Schmutz von der Nadel lösen soll, die zu diesem Behufe auf der Bürste abzusetzen ist. Im Bild seht Ihr mein Hana SL-System im Waschgang.

Die Flüssigkeit ist ein wenig speziell: sie basiert auf Alkohol. Vinylisten scheuen Alkohol gemeinhin wie der Teufel das Weihwasser, jedenfalls als Reinigungsmittel für Abtastnadeln. Immer wieder kommen Gerüchte auf, Alkohol würde die Aufhängung der Abtastnadel zerstören. Die Entwickler des Geräts, Flux Hifi, behaupten jedoch, ihnen sei kein einziger Schaden an einem Tonabnehmer bekannt, der von ihrer Reinigungsflüssigkeit herrühren würde. Die Flux-Leute sind schon lange genug am Markt und ich vertraue ihnen da. Punkt.

Der Flux Hifi Sonic streichelt, er schüttelt nicht

flux hifi sonic verpackung Ich vertraue also auf die reinigende Wirkung des Alkohols und darauf, dass Bewegung gut tut. Denn der Flux Hifi Sonic bringt Bewegung in die Reinigung: Das batteriebetriebende Gerät versetzt die feuchte Bürste in eine feine Vibration, die die Reinigung unterstützt. Angst um die Nadel braucht man dabei nicht zu haben: laut Hersteller wird die Nadel mit zarten 222 Hertz in der Horizontalen um 8 µm, in der Vertikalen um 1,4 µm bewegt (Quelle). Da ist die Belastung der Nadel während des Abtastvorgangs in der Plattenrille erheblich größer. Die Nadel wird vom Flux nicht geschüttelt oder gerührt, sondern gestreichelt.

Nicht sauber, sondern rein – in die Rille!

Rund 15 Sekunden sollte man die Streicheleinheiten verteilen, dann funkelt die Nadel wieder. 

flux hifi sonic

Vorher – nachher: diese Aufnahme stammt von Flux. Ich kann aber die gründliche Reinigungswirkung bestätigen.

Tatsächlich kann ich die reinigende Wirkung des Flux Hifi Sonic bestätigen. Für die Nadel – und damit für die Schallplatten – kann das nicht schaden. Ob man’s hört? Also meine Nadeln und meine Platten sind grundsätzlich gut gepflegt. Der Unterschied, den ich tatsächlich höre, ist gering. Man mag ihn auch psychoakustisch begründen können. Den Preis von knapp 140 Euro ist der Flux Hifi Sonic aber sicherlich wert – schon wegen des guten Gewissens, mal wieder alles getan zu haben, dass Nadel und Platte sauber bleiben und geschont werden. Dreckig ist der Blues auf der Platte, nicht die Scheibe. Schließlich soll das schwarze Gold ebenso lange halten, wie das gelbe. Vinyl lebt!

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