Wenn das Navi denkt und den Menschen lenkt…

Kein Vertrauen in den Fahrer? Gut, wenn man ein Navi im Handy hat.

Über hirnloses Benutzen von Navigationssystemen ist nahezu täglich in der Presse zu lesen.  Das blinde Vertrauen und das Abschalten des Verstandes erklärt die vielen verirrten Lkw auf Feldwegen, in verwinkelten Altstadtgassen und engen Passstraßen. Das Navi führte sie direkt in die Manövrierungsunfähigkeit.
Pkw-Fahrer, die ihr Auto in den Main setzen, weil das Navi eine Flussüberquerung mit einer Fähre als Brücke anzeigte und die Fahrerin irgendwie nicht erkennen wollte, dass gerade kein Boot zur Stelle war, sind da auch nicht besser. Weiterlesen

Klangkunst kann mich mal…

Tür auf für die Kunst...

Kunst im öffentlichen Raum regt zu Diskussionen an. Schnell arten Selbige zu handfesten Streitereien aus – zumeist findet sich eine Klientel, die dem ausgestellten Artefakt jeglichen künstlerischen Wert abspricht. Soweit nichts Neues.
Manchmal aber wird Kunst im öffentlichen Raum gar nicht als solche erkannt. Das geht mir  hin und wieder so, denn ich bin ein Ignorant und Schnösel gleichermaßen. Ein Beispiel:
Vor einiger Zeit führte mich eine Geschäftsreise ins Schwäbische. Ein paar Tage verbrachte ich in einem Hotel der gehobenen Kategorie, also in einem Haus, das sich intensiv um das allzeitige Wohlbefinden der Gäste kümmert. Die einen mögen diesen Schnickschnack sehr, die anderen bezeichnen es als esoterischen und sonstigen Unfug. Das hat mit Kunst nichts zu tun.
Noch weniger hat es mit Kunst zu tun, dass eiligst herbei gerufene Handwerker es nicht schaffen, innerhalb dreier Tage, die unser Aufenthalt im Spätzleland dauert, den zweiten Fahrstuhl wieder in Gang zu bringen – im Gegenteil. Aber das ist eine andere Geschichte.
Hier geht es schließlich um Kunst im öffentlichen Raum, bzw. im Hotel.
Wie das nun mal so ist, nutzen alle Gäste den verbliebenen Fahrstuhl. Bei nur fünf Stockwerken ist das kein großes Thema, zu Gedränge oder längeren Wartezeiten kommt es nie.

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Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling …

… aber hilft den Winter überstehen.
Heute möchte ich Sie, geneigter Leser, mit einem Testbericht langweilen beglücken, welchen ich mir, in einem schon Monate dauernden, heroischen Selbstversuch erarbeitet habe.

Ich fahre diesen Winter mit Spikes, um genauer zu sein, den Schwalbe Marathon Winter, einen Fahrradreifen mit Spikes. Was den motorisierten Kollegen untersagt ist, ist uns Radlern erlaubt und reine Freude. Da sieht man sie rutschen und hupen und im Staustehen, Scheibenkratzen, Diesel-fremdstarten und ich rase mit meinen Spikes den verschneiten Amperweg entlang ins Atelier.

Schwalbe Marathon Winter Spikes

Schwalbe Marathon Winter Spikes

Für diejenigen, die sich das Prinzip nicht ganz vorstellen können: In den Fahrradreifen sind Metallstifte von unten hineingeschraubt. Auf der Lauffläche sind Wenige, in Richtung Rand werden es mehr, denn bei schneefreier Fahrbahn sollen sie ja keine Reibung verursachen und sich auch nicht so schnell abnutzen. Legt man sich jedoch in die Kurve, oder  fährt in Schnee und Eis greifen die Metallstifte. Es ist mit diesen Reifen tatsächlich kaum ein Unterschied zum Fahren auf trockener Strasse zu bemerken. Den ziemlich stattliche Preis von 100 Euro (den will ich in diesem Test nicht verheimlichen) sind sie wert und er ist definitiv gerechtfertigt, spätestens wenn man weiss, dass die Spikes in Handarbeit eingeschraubt werden. Weiterlesen

The Queen, you get what you pay for …

Zum heutigen 60. Thronjubiläum der Queen schliesst die TAZ ihren sehr lesenswerten Artikel mit folgendem Satz:

… Wenn die Briten über den Kanal blicken, sehen sie Nicolas Sarkozy und Christian Wulff – und schätzen sich glücklich.

Quelle: Wikipedia - Foto: NASA

Die Briten erleben seit 60 Jahren ein Staatsoberhaupt, das beständig und pflichtbewusst, überparteilich und diskret ihren Dienst tut. Eine Ikone der Verlässlichkeit und Stils – und was haben wir? Christian Wulff, ein profilloses Milchgesicht mit Kredit-, Immobilien-, Auto-, Flugupgrade und sogar Bobbycar-Affären.

Die Queen lässt sich in ihrem Rolls-Royce Phantom VI, der zu Ihrem 25 Thronjubiläum, extra für Sie entwickelt wurde, herumchauffieren.
Das zeigt mal wieder, dass wenn man sich ein vernünftiges Autos schenken lässt, man auch mindestens 35 Jahre Freude daran hat.

Phantom

Quelle: Wikipedia

Ich wage zu bezweifeln, dass irgend ein Q3-5 oder 7 aus Ingolstadt da mithalten kann. Ich weiss auch nicht, ob der PriStaatsoberhauptnce of Wales ein Bobbycar hatte, vermutlich war es eher ein Schaukelpferd auf dem er seine spärliche kindliche Freizeit verbrachte, eines auf dem schon sein Urgroßvater saß und irgendwann seine Urenkel reiten werden.

Fakt ist, dass jeder genau das Staatsoberhaupt hat, dass er verdient. Unsere Schnäppchen – Geiz ist geil – Mentalität beschert uns eben unseren Billig-Präsidenten – eine ordentliche Monarchie kostet ja SO VIEL GELD!!!! Schon allein die Hochzeiten …

You get what you pay for, GOD SAVE THE QUEEN!

 

Facebook auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Der neue Look von Facebook

Rechtzeitig zum Börsenstart hat Facebook eines der größten Veränderungen der letzten Jahre vorgenommen. Sie heisst „Timeline“ – und es hat schon mächtig Ärger deswegen gegeben. Das behauptet jedenfalls die MacWelt, der zufolge sich die Gemeinde in zwei feindliche Lager gespaltet hat.

Die einen finden es toll, dass Facebook alles, was ich je gepostet habe, chronologisch ordnet und als etwas wirres Potpourrie von Bilder, Texten und Querverweisen anordnet, und die anderen – na ja, eben nicht. Sie fühlen sich nämlich ausspioniert. Wobei sich mir die Frage auf drängt: Warum sind sie dann überhaupt auf Facebook, wenn nicht, um sich permanent  zu outen? Weiterlesen

Der Dürer Skandal

Wenn man mit einer Fränkin, genauer noch mit einer Nürnbergerin verheiratet ist, erlebt man hin und wieder überraschende Ausbrüche von Nationalstolz. So schlenderten wir vor ein paar Wochen durch Wien und beschlossen doch auch mal in die Albertina reinzuschauen. Kaum betreten wir das Gebäude, da reisst mich ihr Aufschrei aus den Gedanken:
Der Hase gehört doch uns!“ ruft meine Gattin plötzlich fassungslos und bleibt wie angewurzelt vor dem Plakat des Kunst-Merchandising-Laden stehen. Dann fällt sie sogar – für sie untypisch – in ihren Heimatdialekt. Das klang dann in etwa so: „Was machd denn unser Dürer-Haaas in der Alberdina?“

Der neueste Schock den die Franken und damit auch meine geliebte „Beutebayerin“ verkraften müssen ist, dass das berühmte Selbstbildnis des grossen Nürnbergers, wohl in der Münchner Pinakothek bleiben wird, wenn die Nürnberger dieses Jahr ihren größten Sohn der Stadt mit einer umfassenden Ausstellung ehren wollen. Angeblich ist das Bild zu fragil und kostbar, um quer durch den Freistaat transportiert zu werden. Weiterlesen

Mein Kindle

Eines ist jetzt schon klar. Ich gebe ihn nicht wieder her. Auf Reisen ist er absolut Gold wert, nur leichter als das Edelmetall und viel leichter als die vielen Paperbacks, die ich sonst immer mitschleppen muss.
Als ich allerdings das auch E-Reader genannte Gerätchen zum ersten Mal in Händen hielt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass es ein ganzes Buch geschweige denn bis zu 1400 (Herstellerangabe) ersetzen könnte. So unscheinbar, ohne Touchscreen (ich habe einen Kindle 4) nur dunkelgrau/hellgrau anzeigend, wirkte er. Und auch der Bildschirm mit seinen in den Seitenpanelen eingelassenen Tasten zum Vor- und Zurückblättern beeindruckt eher durch seine Mickrigkeit. Dafür passt er, wie ich später feststellte, in die Innentasche jedes Sakkos.
Aber wild entschlossen, nicht weiter am althergebrachten Papier zu kleben – Print-Sozialisierung hin oder her – habe ich den Kindle ins WLAN eingeklinkt und das erste Buch heruntergeladen. Dabei machte ich mit einer weiteren Besonderheit Bekanntschaft. Weiterlesen

Pinkeln und Posten: Social Media für Doofe

Ich muss mal!

Ich hätte heute Morgen fast in die Hose gemacht vor Lachen als ich auf Facebook über das Bild stolperte, das Andreas Maurer, der Pressesprecher von 1&1, dort gepostet hat, offenbar aufgenommen auf einem der unzähligen Social Media-Konferenzen, die heutzutage weltweit laufen und auf denen mehr oder weniger ahnungslose Manager nach einer Erklärung grapschen dafür, dass sie sich jetzt neben ihrer eigentlichen Tagesarbeit auch noch die Nächte mit Twitter, Facebook & Co. herumschlagen müssen.

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Die digitale Stradivari

Wir arbeiten noch dran

Julia Fischer war ein begnadetes Kind und ist heute eine begnadete junge Geigerin. Ich kannte ihren Vater ganz gut und habe ihre Karriere deshalb sozusagen von Kindesbeinen an verfolgt, und neulich hörte ich sie wieder mit einer wunderbaren Interpretation des Violinkonzerts aller Violinkonzerte, Tschaikovsky in D-Dur, wo ihre Geige unvergleichlich süßen Schmelz erzeugte als sei es ein Instrument aus einer anderen Welt.

Tatsächlich spielt Julia eine Stradivari, die sogar einen Namen hat, wie die meisten erhalten gebliebenen Instrumente aus der Werkstatt des guten alten Antonio Giacomo(1648-1737) in Cremona. Ihrer heißt „Booth“, weil es 1855 von einer spleenigen Engländerin namens Madame Wilhelm von Booth für ihren Sohn Otto gekauft wurde. Inzwischen ist es im Besitz der Nippon Music Foundation, die es ihr als Dauerleihgabe anvertraut hat.

Was ranken sich nicht für Geschichten um die legendären „Strads“, um die Guarneris, Amatis, Magginis und da Salos. 1908 wurde dem belgischen Virtuoso Eugene Ysaye bei einem Gastspiel in St. Petersburg eine seiner vier (!) Stradivarii gestohlen; sie ist bis heute nicht mehr aufgetaucht. 1951 fand ein amerikanischer Soldat während des Koreakriegs in einem zerbombten Bauerhof eine Geige, die er als Andenken mit nach Hause nahm. Sie wurde später als eine echte Stradivari identifiziert und machte einen reichen Mann aus ihm. Ende 2011 bezahlte ein Russe 18 Millionen Dollar für eine Guaneri-Geige und glaubte dabei noch ein Schnäppchen zu machen.

Dabei weiß eigentlich niemand, was das Geheimnis der Streichinstrumente aus der Renaissance ausmacht. Weiterlesen

Poop Pouches für den Street-Artist

Nun bin ich ja ganz grundsätzlich der Ansicht, dass es in unseren Wäldern wieder Wölfe und dafür in den Städten keine Hunde geben sollte, halte ich diese doch ohnehin nur für degeneriertes Pack. Vermutlich würden die von mir so verehrten Wölfe, ähnliches über mich sagen, ich bin doch auch kein richtiger Urmensch mehr. Naja, immerhin werde ich nicht in einer Handtasche herumgeschleppt und vermeide das Autofahren wegen der zu grossen Ähnlichkeit mit dieser Art der Fortbewegung, wann immer es geht, aber das ist eine andere Geschichte.

Die grosse Welle der gutmenschlichen Rücksichtnahme von Hundehaltern hat uns eine ganz besondere Form von Street-Art beschert: „Hundedurchfallschlieren auf dem Trottoir“

Der aufmerksame Kunstkenner entdeckt in diesen kleinen Kunstwerken die „Handschrift“ eines der beiden Künstler – Hundedurchfallschlieren sind immer Ausdruck einer künstlerischen Symbiose – ähnlich wie zum Beispiel Christo & Jeanne-Claude.

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