Ein Statement für nur 1,98 Euro – oder ein Kinderbild

Selten war es einfacher, ein politisches Zeichen zu setzen, 1,98 Euro zu investieren und sich gleich noch ein Genussmittel zu sichern.
Einfach Schokolade kaufen! Es muss allerdings die Richtige sein…

Natürlich ist es günstiger, wenn man einfach auf eine Demo geht, das kostet gar nichts. Laut AfD-Rosenheim und deren Facebook-Post wird man ja sogar dafür bezahlt, wenn man nur wacker gegen rechts marschiert. Das jedenfalls dachten die nur mit begrenzter Intelligenz ausgestatteten treudeutschen Bürger, als sie auf eine ebenso lautende Meldung des Postillon reagierten, diese für bare Münze nahmen und sich bei Facebook gar fürchterlich echauffierten. Keine 12 Stunden später war der Beitag gelöscht – nachdem das „linksversiffte“ Deutschland sich einmal abgerollt hat vor Lachen über die Dummheit der AfD-ler und es hunderte hämischer Kommentare hagelte.
Schade. Solche Zeugnisse der intellektuellen Überlegenheit der urdeutschen Dichter und Denker sollten der Nachwelt unbedingt erhalten bleiben. Weiterlesen

Video-Tipp: Marcus Wiebusch – Der Tag wird kommen

Manche Videos auf Youtube sind so gut oder so bemerkenswert (oder beides), dass man sie unkommentiert einfach teilen sollte. Wieder und wieder.

Kicker Online fasst zusammen, um was es geht: Kettcar-Frontmann Marcus Wiebusch setzt mit dem Song „Der Tag wird kommen“ aus seinem Soloalbum „Konfetti“ ein eindrucksvolles Zeichen gegen Homophobie im Fußball. Gestern wurde das offizielle Video veröffentlicht, finanziert über Crowdfunding. Fans von +Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf, FC St. Pauli, TeBe Berlin, 1. FC Köln, Schalke 04, Mainz 05, HSV, FC Augsburg, Bayern München und 1. FC Nürnberg sind in dem Kurzfilm zu sehen und unterstützen damit die Aktion gegen Diskriminierung.


Klicken, anschauen, verstehen, teilen.

Mehr Worte braucht es nicht.

„Zu schnell gelaufen“ heißt manchmal auch „dumm gelaufen“

Für die einen ist es wie ein Fußballspiel. Der Ball fliegt hin und her, wird angenommen und idealerweise scharf angeschnitten dem Gegner elegant ins Tor gedrückt, oder er wird dem Gegner per Volleyschuss direkt aus der Luft gleich um die Ohren gedonnert.
Für die anderen ist es eher der Wettlauf zwischen Hase und Igel. Der Eine rennt, müht sich ab, nur um festzustellen, dass alles vergebens war. Am Ziel angekommen ist der andere längst da.

Die Einen, das sind die Marketingstrategen, die Werbetreibenden und ihre Experten in den Agenturen. Die anderen, das sind die Menschen im realen Leben; und noch mehr deren digitale Alter Egos.
Gerade erst hat Puma wieder eine fulminante Idee für eine digitale Werbekampagne in die Tat umgesetzt. Fulminant war sie – keine 24 Stunden. Dann wurde alles mit einem Schlag eingestampft. So schnell kann’s gehen, wenn das reale Leben den Ball – um ins erste Bild zurückzukehren – aufnimmt und mit Wucht zurück schmettert, noch dazu angeschnitten. Puma hat einen wunderbaren Fehlpass geliefert, der prompt im eigenen Kasten landete.
Dabei war die Idee gut, so gut, dass die vielleicht in ihre eigene Leistung etwas zu verliebten Marketingleute und die beratende Online-Agentur nicht weit genug gedacht haben.
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Schland hat fertig

Schland hat fertig!
Schland ist Fußballweltmeister, und das ausgerechnet mit einem Tor von der Pummelfee Mario Götze in der Verlängerung (aber das ist ein anderes Thema). Ob Deutschland das verdient hat oder nicht, steht ebenfalls auf einem anderen Blatt und wird sicherlich in den kommenden Tagen ausgiebig diskutiert. Da muss ich nicht auch noch meinen Senf dazu geben.
Aber wissen Sie was?

Endlich ist die WM 2014 vorbei.
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Dabei ist es nicht so, dass ich nicht mitgefiebert, vor dem Fernseher allein oder in Gesellschaft mit geschrieen, gezittert und -getobt hätte. Ich habe viele Spiele gesehen, nicht nur die der deutschen Fußballnationalmannschaft. Mal habe ich dem einen, mal dem anderen Team die Daumen gedrückt, habe mich begeistert oder gelangweilt, aufgeregt, abgeschaltet, bin eingeschlafen oder Bier holen gegangen.
Mit Freunden und Kollegen habe ich wieder und wieder die Mannschaftsaufstellung und taktische Ausrichtung diskutiert, Löws Fehler zur Sprache gebracht und sowieso alles besser gewusst als der Bundestrainer. Wir waren uns einig, dass rund 50 Millionen Deutsche mehr Sachveratand haben als Löw. Morgens ging der erste Griff zum Handy um die aktuellen Kicktipp-Tabellen abzurufen. Wer hat wie viele Punkte? An wem bin ich vorbei gezogen oder bin ich etwa abgerutscht? Meist war letzteres der Fall. Soweit zum Thema Sachverstand.
Spielergebnisse wurden ausgiebig vor, während und nach dem Spiel erörtert. Ebenso Schiedsrichterentscheidungen, die natürlich – sofern sie gegen unsere Jungs bzw. meine favorisierte Mannschaft ging – grundsätzlich falsch war. Und nicht nur die. Auch das hatten wir schon immer gewusst. Fifa-Schiedsrichter pfeifen nicht – sie selbst sind die Pfeifen.
Nun ist es vorbei. Das alles Spaß hat gemacht, aber ich bin froh, dass nun andere Themen anstehen.

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Ask a stupid question and you get a stupid answer!

Wat wollen Sie eigentlich?

Wat woll’n Sie eigentlich?

Per Mertesacker hat die Fußballwelt entzweit mit seinem Interview, das er dem ZDF-Reporter Boris Büchler Sekunden nach dem Anpfiff des Arbeitssieges gegen Algerien am Montag gegeben hat, und in dem er, sichtlich genervt, den Fragesteller ziemlich barsch abblitzen ließ („Wat woll’n Sie jetzt von mir?“).

Also ich fand die Fragen von Kollege Büchler in dieser Situation (Mertesacker hat selbst irgendwie kaum verstanden, wie sie das Ding gegen die saustarken Algerier noch gedreht haben) reichlich dämlich, und ich fand Mertesackers Reaktion klasse! Aber vielleicht bin ich auch nicht ganz unparteiisch.

Um das zu verstehen, muss ich die Geschichte erzählen von mir und Tschik Cajkovski. Weiterlesen

Kick it & Klick it (Teil 16): Sie geben einfach alles

Juni 2014 – weltweit

Sie geben einfach alles… und damit ein Stück zuviel. Denn was der Sportartikelhersteller Adidas sich als Kampagne zur bald startenden Fußballweltmeisterschaft ausgedacht hat, erregt – schon wieder – die Gemüter der Welt. Es ist nicht das erste Mal, dass die Franken zum Ziel eines Shitstorms wurden. 2012 waren es die „Sklavenshuhe„, die zu vor allem in Amerika ein derart heftiges Empörungsgewitter provozierte, dass die Shuhe gar nicht erst in die Vermarktung gelangten.
Jetztzur WM posieren die Fußballer Lukas Podolski, Arjen Robben, Dani Alves, Diego Costa, Nani, Daniele de Rossi und Steven Gerrard. In den Händen der Kicker liegt nicht etwa die Lederkugel. In ihren ausgestreckten Händen bieten sie ein blutendes Herz an: “All In Or Nothing”. Sie wollen und werden – so versrechen sie – alles geben. Sogar ihr Herz
Nur ist das natürlich nicht ihr eigenes sondern „nur“ das eines geschlachteten Rindes.
Kunststück, dass das Ärger verursacht…

adidas-meedia

So titelt die Plattform Meedia ihren Beitrag zum Thema. Dass die Kamapgne Widerspruch und Ärger provozieren und würde, so spekuliert Meedia, sei gewollt. Dennoch sind die Reaktionen ganz schön heftig. Vor allem auf der Facebook-Seite von Adidas gibt es richtig Zunder ist zu lesen, was sich mit einem Klick überprüfen lässt:
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Gestern im Fernsehen verifiziert: Czyslanskys Bayern-Konstante

Bayern-Konstante

Gestern konnte jeder sehen, wie sich die von Czyslansky bereits im Jahr 1902 formulierte Bayern-Konstante in der Realität auswirkt: eine Dehnung im Raum-Zeit-Kontinuum in Abhängigkeit von der (Halb-)Zeit und der Bewegungsrichtung geometrischer Körper, die die Bedingung eines einfachen Polyeders (Eulersche Polyeder-Zahl 2; siehe: http://bit.ly/1oDjA33) erfüllen, bewirkt eine scheinbare Dehnung der Torlinie und zwar stets in Richtung der Flugbahn des Objektes und um ein gradzahliges Mehrfaches dessen Durchmessers. Die Zeitabhängigkeit dieser kurzfristigen Dellen in der Raum-Zeit ergibt sich aus der halbzeitlichen Aufstellung der sogenannten „Bayern“.

Albert Einstein hat sich jahrelang vergeblich an der theoretischen Verifizierung dieser Czyslanskyschen Bayern-Konstante bemüht:

Czyslansky Bayern Konstante

Seit dem Pokalendspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund vom 17. Mai 2014 muß die Existenz dieser Konstante als empirisch belegt gelten.

Kick it & Klick it (Teil 15): …wäscht nicht nur sauber, sondern rein

09. Mai 2014 – Hamburg

Was wäscht nicht nur sauber sondern rein? Das ist natürlich Ariel. Den Slogan kennt man den 60er Jahren. Damals tauchte Johanna König in weißer Latzhose auf – patent, forsch und eine Mechanikerin mimend – beugte sie sich über die Waschmaschine, zauberte eine Packung Ariel hervor – und zack. Klementine wusste eben, wie man dem Dreck in der Wäsche zu Leibe rückt:


Wie es sich also für ein Waschmittel gehört, holte damals schon Ariel die Fettflecken aus dem Hemd, hoch und heilig von Klementine versprochen. Alles war porentief rein!

Aber Ariel kann noch viel mehr. Ariel holt nicht nur das Fett raus, sondern setzt sichoffensichtlich gern auch mitten rein – ins sprichwörtliche Fettnäpfchen. Das zwar ohne Absicht, aber auch ohne einen Funken Weitsicht oder Sachverstand. Wie anders ist es zu erklären, dass Ariel vor Kurzem eine Aktionspackung in den Handel gebracht hat, die jetzt nicht nur Ziel des Gespötts wird, sondern auch zu ernsthaften Irritationen geführt hat, weshalb Ariel das Produkt ab sofort nicht mehr ausliefert.

Worum geht es?
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Kick it & Klick it (Teil 14): Thomas Hitzlsperger outet sich als schwul… und weiter?

09. Januar 2014 – Hamburg
Czylansky muss nach guter Väter Sitte zu allem seinen Senf hinzugeben. Wieso nicht auch zu diesem Thema. Und Czyslansky kann auch sooo politisch korrekt sein.

Wie nun, so mag man sich angesichts der Überschrift fragen, mag der Satz richtig weitergeführt werden?

Thomas Hitzlsperger outet sich als schwul und… in China fällt ein Sack Reis um.

Das wäre natürlich zu schön, um wahr zu sein. Denn der zweite Halbsatz würde ja dem ersten Teil seine Belanglosigkeit attestieren. Diese Meldung wäre dann einfach irrelevant. Das aber kann sie aber nur sein, wenn es in einer Gesellschaft vollkommen egal ist, ob ein ehemaliger Fußballnationalspieler lieber mit Frauen oder anderen Männern ins Bett geht. Ist es aber leider nicht – zumindest nicht in unserer Gesellschaft. Daher lautet die richtige Satzergänzung

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