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Weiße Frauen, schwarze Reifen, helle Lichter, dunkle Forste

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Polizei-Pressefoto von einem tödlichen Unfall im Ebersberger Forst im April 2009.

Glaubt man Welt der Wunder, dann gehört der Ebersberger Forst zu den zehn gruseligsten Orten Europas. Dabei ist das große Waldstück östlich von München, eingeklemmt zwischen den Ortschaften Anzing, Forstinning, Hohenlinden und eben Ebersberg eigentlich ein beliebtes Ausflugsziel: Forsthaus, Biergarten, Wildpark, Spazier- und Wanderwege… Das alles findet tagsüber großen Anklang.
Aber Nachts meiden die Einheimischen den Forst wie der Teufel das Weihwasser. Sie wissen genau, warum, denn dann geht im Forst die Weiße Frau um.
An der Staatsstraße 2080, die quer durch den Forst verläuft, erscheint sie plötzlich wie aus dem Nichts am Waldrand. Vorbeifahrende Autofahrer erschreckt sie. Und das nicht nur: Plötzlich sitzt sie auf dem Beifahrer- oder Rücksitz des Fahrzeugs, greift ins Lenkrad und verursacht schwere Unfälle.
Eine andere Variante erzählt, dass nachts immer wieder Irrlichter im Wald zu sehen sind, plötzlich die Weiße Frau vorbeifahrende Autofahrer durch heftiges Winken zum Halten auffordert, wortlos einsteigt, ein Stück mitfährt und ganz plötzlich verschwindet. Wer aber nicht anhält, sondern sein Heil im Durchtreten des Gaspedals und der Flucht sucht, dem erscheint sie im Fahrzeug, greift ihm ins Steuer und lenkt den Wagen gegen einen Baum (siehe Foto). Weiterlesen

Ist Berlin für den Fall einer Zombie-Katastrophe gerüstet?

Die Überschrift dieses Beitrags ist deckungsgleich mit einer kleinen Anfrage, die die beiden Abgeordneten der Piraten Christopher Lauer und Simon Kowalewski am 18. Februar 2013 an den Berliner Senat gerichtet haben: Die US-amerikanische Seuchenschutzbehörde Centre for Desease Control and Prevention“ hat ein Handbuch für das Szenario des Ausbruchs einer Zombie-Katastrophe verfasst so heißt es in der Anfrage. Plant der Senat ebenfalls, ein derartiges Handbuch für ein solches Katastrophenszenario in Berlin zu erstllen? Wenn nein, warum nicht?

Erwartungsgemäß fiel die Reaktion im Senat eher frostig und knapp aus. Es sei kein Handbuch sondern ein Comic zur Problemsensibilisierung Katastrophenvorsorge und -schutz. Gerichtet an Teenager. Eigentlich genial.
Ebenfalls erwartungsgemäß feuern seitdem die Geschichte bekannt wurde, die Berliner und mittlerweile auch die Bundespresse wieder einmal eine volle Breitseite gegen die Piraten. Damit, so ist sich Deutschlands Medienlandschaft eing, haben sich die Piraten wieder einmal disqualifiziert, der Lächerlichkeit preis gegeben. Vom Focus bis zur Augsburger Allgemeinen: diesen medial fetten Braten lässt sich niemand entgehen. Czyslansky allerdings auch nicht.

Zombies überall. In Berlin derzeit nur im Kino. Szenenbild aus „Warm Bodies“. (c) Concorde Filmverleih 2013

Natürlich hatte die Anfrage keinen anderen vernünftigen Hintergrund als ein mediales Feuerwerk zu zünden. Das aber geht, wen wundert’s, nach hinten los und trifft die Iinitatoren bzw. ihre gesamte Partei. Lauer ging es nach seinem Podcast tatsächlich auch darum, diese Anfrage zu nutzen, um die Piraten in die Medien zu hieven und sich damit einem jüngeren Zielpublikum zu empfehlen. Jetzt steht er, passend zur Zombiebildsprache im Kino, ein wenig im Regen. Häme ergießt sich über die Mandatsträger vor allem in den Kommentaren unter den Online-Beiträgen. Und natürlich ist auch das Totschlagargument, dass das alles unsere Steuergelder koste, wenn sich der Senat mit einem solchen Unfug beschäftige, mehr als einmal zu lesen.

Dabei ist die Anfrage gar nicht so abstrus. Man muss nur etwas weiter denken: Auch wenn die Intention eine andere war, so falsch ist die Überlegung der beiden Piraten nicht: Ein Blick in die Alterspyramide der Bundesrepublik zeigt doch, dass die Zombie-Apokalypse in spätestens dreißig bis vierzig Jahren bevorsteht.

Nicht nur in Berlin. Überall in diesem unserem Lande. Und dann kostet das wirklich unser aller Steuergelder.
Pardon, meine nicht mehr. Ich gehöre dann bereits zu den Zombies.