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Partizipation in der Praxis – die Berliner Thesen

Der Personaler-Nachwuchs war in Berlin richtig gut drauf!

Der Personaler-Nachwuchs war in Berlin richtig gut drauf!

Kann ein Unternehmen ohne Partizipation überleben? Dieses Thema habe ich in einem Vortrag behandelt, den ich am Wochenende vor 400 aufgeweckten jungen Personalern auf dem „DGFP Lab“ der Deutschen Gesellschaft für Personalführung halten durfte, und es ist ein Spannendes. Es geht dabei um Hierarchieabbau und Autonomie, um Dialog auf Augenhöhe und um Loslassen: Alles Dinge, die im vernetzten „Digital Enterprise“ von Morgen hochbrisant sind, und über die man in Berlin zwei Tage lang geredet und gestritten hat.

Die Veranstalter planten von Anfang an ein hochgradig interaktives Event, und so saßen die Anwesenden die ganze Zeit über in Gruppen von 4 bis 5 Teilnehmern zusammen vor einem gemeinsamen Laptop und bastelten elektronisch an Thesen, ergänzten sie, korrigierten und stimmten am Ende auch drüber ab. Vom insgesamt 40 Thesen blieben so am Ende 10 übrig, von denen die meisten es meiner Meinung nach wert sind, breiter diskutiert zu werden.

Spitzenreiter war folgendes Statement:

„Mut haben: Der Mitarbeiter von morgen vertraut in den offenen Prozess. Er probiert Dinge aus, bricht Regeln, macht Fehler und lernt daraus. Er denkt in Chancen.“

Ich habe mich über diese These deshalb sehr gefreut, weil sie im Grunde eine Zusammenfassung und Fortsetzung einiger wichtiger Punkte war, die ich in meiner Keynote angeschnitten hatte. Ich denke, Transparenz ist als Wert an sich in der digital aufgeklärten Welt auch im Unternehmen unverzichtbar. Weiterlesen

Meldung

Alles redet über das neue Meldegesetz, besser das „Gesetz zur Fortentwicklung des Meldewesens“, kurz: MeldFortG. Dann geht es ja nicht, daß hier zu dem Thema nicht zu lesen ist. Aber bevor wir zum Punkt kommen, müssen wir ein wenig ausholen. In der heutigen Süddeutschen war im gedruckten Teil die Rede von der Schwarmintelligenz. Fische befolgen einfache Regeln und alle profitieren davon, zumindest meistens.

  1. Kohäsion: Immer in die (subjektive) Mitte schwimmen
  2. Separation: Abstand zu den Nachbarn halten
  3. Alignment: Immer in die Richtung schwimmen, in die die anderen schwimmen

Klar, das klappt nicht immer, manchmal widersprechen sich die Regeln, aber irgendwie pendelt sich das immer ein. Jeder wird das bestätigen, der je einen Fischschwarm gesehen hat, diese ästhetischen Gebilde aus silbernen Leibern, die scheinbar zufällig durcheinanderschießen und dennoch ein kompaktes Bild der Schönheit abgeben. Im Verhalten des Schwarms eine eigenständige Intelligenz zu sehen ist nicht sofort abwegig. Nun hat aber ein sadistischer Forscher einer Elritze das Gehirn entfernt. Nicht ganz, aber doch so, daß diese Elritze ihr Schwarmverhalten verlor. Sie verließ einfach den Schwarm und schwamm ihrer Wege. Und was tat der Schwarm? Schwamm ihr nach, notfalls auch mitten rein ins Maul eines Raubfisches! Daraus lernen wir, daß die Schwarmintelligenz sehr verletzlich ist. Ein einziger Hirnamputierter reicht und wir kommen zur Schwarmverblödung.

Was hat das nun mit dem Thema zu tun? Weiterlesen