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Liken statt lesen

Nicht nur Willi will’s wissen. Manchmal treibt auch mich die Neugier an, Dingen auf den Grund zu gehen, die andere möglicherweise gar nicht interessieren. Ich kann da sogar richtig pedantisch werden.
Eine Frage aus den sozialen Netzwerken, die eigentlich schon beantwortet ist, lautet: Wie verhält es sich eigentlich mit dem Verhältnis vom liken ohne zu lesen, dem klicken ohne zu kucken, dem faven ohne zu fragen, dem besternen ohne zu besuchen.
Nutzer der sozialen Medien wissen, was ich meine.

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Offener Brief an Facebook

Betr: Werbung auf meiner Pinnwand

Sehr geehrter Herr Zuckerberg, liebes Facebook,
es heißt doch immer, Du weißt alles über Deine User. Es heißt doch auch, Du überprüfst die Inhalte von allen Nutzern. Da hast Du sicher viel zu tun.

Es heißt auch, Du steuerst die Werbung so gezielt auf die Pinnwände der Facebook-Nutzer, dass es die Richtigen erreicht. Das wundert mich. Du sammelst Daten und wertest sie nicht aus. Oder Du wertest sie falsch aus. Jedenfalls bin ich weder Zielgruppe für die Werbung, die Du für mich bereit hältst, noch finde ich sie unterhaltsam, aus ästhetischen oder anderen Gründen betrachtenswert. Ich weiß nicht, warum Du mir ein Produkt vorschlägst, für das ich gar keine Verwendung habe.
Wie kommst Du auf diese Idee? Was weißt Du über mich, was nicht mal ich selbst weiß?

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Wenn ich an mir so herunterschaue, dann entdecke ich weder Grund noch Zusammenhang für solche Produktvorschläge. Habe ich jemals bei Euch irgendetwas gemacht, was mich in die Nähe der Verwender solcher Salben rückt? Oder habe ich so viele Freunde, die das tun, dass ich mitgefangen bin und mitgehangen werde?

Lieber Herr Zuckerberg, sicher haben Sie enorm viel zu tun. Und Ihr Facebook Team bestimmt auch. Damit Sie das hier aber lesen können, setze ich diese Nachricht auch direkt in mein Profil. Ich hoffe, Sie finden das und irgendwer übersetzt Ihnen das, ich vermute mal, dass Sie nicht alle Sprachen sprechen, die bei Facebook so benutzt werden. Obwohl Zuckerberg ja sehr deutsch klingt, glaube ich nicht, dass Sie meine Nachricht unübersetzt verstehen. Also: Es geht um „eingewachsene Fußnägel“. Das heißt auf englisch „ingrown toenail“, das habe ich schon mal vorab gegoogelt, damit Sie es leichter haben. Denn ich weiß, wie viel Arbeit bei Ihnen sicher ansteht, all die Millionen Accounts zu überwachten. Haben Sie da eigentlich spezielle große Monitore?

Also, liebes Facebook: Ich möchte, dass Du, wenn Du das hier gelesen hast,  mir nie wieder solche Werbung für Salbe gegen ingrown toenails auf die Pinnwand setzt, ok?
Kümmerst Du Dich bitte darum? Wenn nämlich nicht und ich wieder solche unappetitlichen Dinge anschauen muss, dann werde ich viele böse Sachen über Dich bei Twitter schreiben. Und das ist doch sicher nicht in Deinem Sinne, oder? Und der Herr Zuckerberg möchte das sicher auch nicht.
Ich finde das ist ein fairer Deal, oder?
Also abgemacht.
Ich verlass mich drauf!

LP