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Das Märchen vom Marathonsterben

Ganz Berlin ist eine Endorphin-Wolke!

Golf ist, wie man weiß, keine Sache von Leben und Tod – es ist viel wichtiger als das. Ähnliches könnte man auch vom Marathonlaufen sagen: Fast immer, wenn ich Leuten erzähle, dass ich Marathons laufe, kommt früher oder später die Frage, ob ich denn keine Angst habe, dabei zu sterben.

Meine Standard-Antwort darauf ist, dass wir damit ja nur unserem großen historischen Vorbild folgen würden. Der Athener Pheidippides soll nach der Schlacht gegen die Perser im Jahr 490 vor Christus die Siegesbotschaft im Laufschritt und unter voller Rüstung bis zur Akropolis gebracht haben, wo er mit dem Ausruf „Wir haben gesiegt!“ tot zusammenbrach.

Die Angst vor dem plötzlichen Herztod beim Langstreckenlauf ist vor allem unter Nichtläufern weit verbreitet. Politiker und Sportfunktionäre, die vermutlich schon nach 500 Metern reif wären für den Notarzt, fordern immer wieder verpflichtende Gesundheitschecks für die Teilnehmer an großen Lauf-Events. Als ich mich vor ein paar Jahren online für den Rom-Marathon anmelden wollte, verlangte man von mir ein Attest meines Hausarztes, das ich gefälligste auf dem Postweg einzusenden hätte. War mir zu kompliziert, also lief ich lieber anderswo, was schade ist, denn gerade der Lauf ums Kapitol soll besonders interessant sein. Weiterlesen