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Kick it & Klick it (Teil 4) – Mit Hummer und Avocado gegen England – sehr analog und sehr teuer.

19. Mai 2012 – München

Das Finale dahoam – das war es dann also. Die Saison der Champions League 2012/13 ist vorbei. Das anfangs prognostizierte Ergebnis, es würde ein rein spanisches Treffen zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona geben, ist bekannterweise ausgeblieben. Statt dessen der deutsche Tabellen-Zweite gegen den englischen Tabellen-Sechsten: FC Bayern vs. FC Chelsea. Das Ergebnis ist bekannt – ein Nervenkrimi, der durch Drogbas Ausgleich in der 88. Minute bis ins Elfmeterschießen reichte und nach Olic‘ und Schweinsteigers Fehlschüssen durch Drogbas Treffer dem Verein von Roman Abramowitsch den ersten CL-Titel seiner Geschichte sicherte.
Für die Bayern muss es ein merkwürdiges Gefühl gewesen sein, nicht Hausherr und Gastgeber im eigenen Stadion gewesen zu sein und deshalb nur 17.500 Tickets an die eigenen Fans verteilen zu dürfen. Um den Massen, die nicht in die Arena durften, wenigstens einen Hauch von Gemeinschaftsgefühl zu liefern, war ganz München ein Public Viewing. In jeder Kneipe, in jedem Biergarten, im Olympiastadion und natürlich auf der Theresienwiese war kollektives Mitfiebern und am Ende tiefes Entsetzen angesagt. Bier floss in Strömen, dazu gab’s Bratwurst, Pommes, Brezen – all die kulinarischen Köstlichkeiten, die unverzichtbar sind für einen zünftigen Fußballabend. Am Ende sicher auch den einen oder anderen Schnaps und eine zusätzliche Maß um die Ungerechtigkeiten der Welt zu ertränken… 

Weniger Public, dafür mehr elitäres Viewing und noch mehr Feasting (qualitativ, nicht quantitativ) versprach eine Einladung, die im Raum München per Mail verschickt wurde – natürlich nur an gute Kunden und Gäste des Hauses und damit an ein exquisites Clübchen. Für 99 Euro hätte man dort ein halbes Fläschchen Champagner, vor dem Spiel Canapees und in der Halbzeit ein Tartar/Kaviar-Schnittchen goutieren können. Ganz München eben eine Fan Meile der besonderen Art: Ein Hauch von Abramowitsch an der Isar. Ein Angebot, das in den bekannt-besseren Kreisen an der Isar bestimmt reißenden Absatz gefunden hat. Jedem halt das Seine. Ob die Besucher solcher Haute Volée Veranstaltungen dorthin gehen, um ein Spiel zu sehen, oder ob es ihnen wichtiger ist, selbst gesehen zu werden, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

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