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Was macht mein Computer, wenn ich weg bin?

Ich bin mal eben weg

Nur weil ich Paranoid bin, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht hinter mir her sind. Dieser alte Witz fiel mir neulich ein, als ich in Boston mit David Ting zusammen saß, dem Gründer einer kleinen Software-Firma Imprivata, die sich auf IT-Sicherheit spezialisiert hat und der eine Lücke entdeckt hat, an die ich, ehrlich gesagt, noch nie gekommen bin, obwohl ich seit Jahren in dieser Branche unterwegs bin. Er nennt es das „Walkaway Problem“.

Was passiert, so fragte mich Ting, wenn du dich zwar ordentlich auf deinem Computer eingeloggt hast, aber plötzlich sich die Natur sich zu Wort meldet? Du stehst auf uns gehst aufs Klo! Meldest du dich deswegen vom Server ab? Natürlich nicht. Das heißt: Dein Computer ist in der Zwischenzeit völlig unbewacht, und jeder, der zufällig in dein Büro kommt, kann sich hinsetzen und hat vollen Zugang zu deinen Daten und Anwendungen. Er kann lesen, was du gerade in eine Mail geschrieben, aber noch nicht abgeschickt hast. Er kann schnell mal ein paar Daten auf ein USB-Stick ziehen oder, wenn er ein besonders gerissener Hacker ist und nur auf diese Gelegenheit gewartet hat, dir schnell mal eben ein Virusprogramm auf den Rechner spielen, der ihm später von zu Hause uneingeschränkten Zugang zum System verschafft.

Okay, ich weiß: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nirgendwo, weder im Straßen- noch im Datenverkehr. Aber dieses Problem scheint mir doch so gravierend zu sein, dass es sich lohnt, darüber nachzudenken. Vor allem dann, wenn man beispielsweise in einer Bank arbeitet oder in einem Rüstungsbetrieb, aber auch in einem öffentlichen Amt oder beispielsweise in der Lohnbuchhaltung eines mittelständischen Unternehmens.
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