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Materialien, die es nicht mehr gibt …

Über folgenden Satz aus Czyslanskys Aufsatz über den „Tauschhandel mit Schulbroten als Grundübung für den modernen Börsenhandel“ bin ich neulich gestolpert:

[…] Meine Mutter wickelte mein Vesperbrot stets in Stanniolpapier, was mich zu einem durchaus privilegierten Schüler machte […]

Wo er zur Volksschule ging, ob in Breslau, Warschau oder gar Danzig ist noch umstritten, aber dass Stanniolpapier nahezu ausgestorben ist, darf als Faktum angesehen werden. Das brachte mich auf die Idee hier auf diesem Blog nach Materialien zu suchen, die zur Zeit Czyslanskys noch weit verbreitet, und heute vom Aussterben bedroht, oder bereits ganz verschwunden sind.

Ich beginne die Liste, deren Fortführung ich Ihnen in den Kommentaren nahelegen möchte wie folgt:

  1. Stanniol ist eine dünngewalzte Folie aus Zinn, sie wurde zum Einwickeln von Lebensmitteln und z.B. auch als Lametta genutzt und wurde von der Alufolie verdrängt. Wikilink
  2. Bakelit war der erste Kunststoff. Lichtschalter, Steckdosen und Fernsprecher wurden z.B. daraus gefertigt. Wikilink
  3. Pertinax wurde früher für Leiterplatten verwendet. Wird kaum noch benutzt. Wikilink (Danke @Dentaku)
  4. Stragula Das war noch billiger als Linoleum und unser Küchenfußboden war aus Stragula. (Danke @michaelkausch)
  5. Linoleum ist ja inzwischen als Fussbodenbelag auch schon fast ausgestorben. (Danke @michaelkausch)
  6. Emaille  inzwischen selbst als Hausnummmernschild reichlich aus der Mode. (Danke @michaelkausch)
  7. Zelluloid Wurde als einer der ersten Kunststoffe im vorletzten jahrhundert für Billardkugeln entwickelt, später dann in der Filmindustrie eingesetzt. Heute nutzt man Zelluloid glaube ich nur noch ganz selten für eher teure Füllfederhalter – so diese nicht aus Bakelit gefertigt werden (Danke @michaelkausch)
  8. Ebonit ist so eine Art harter Gummi. Vorkommen: Füllfederhaltern und Pfeifenmudstücke (Danke @michaelkausch)
  9. Hostalen ist eigentlich ein Markenname für einen Polyethylenkunststoff in meiner Kindheit war jeder Plastikeimer aus “Hostalen” (Danke @michaelkausch)
  10. Trevira war und ist sozusagen Hostalen zum Anziehen. Auch ein Markenname, dieses Mal für Polyesterstoffe. Ich erinnere mich mit Schrecken an Trevirahosen: schwer entflammbar aber reichlich unschicklich (Danke @michaelkausch)
  11. Manchester Als Kind trug ich gerne “Manchesterhosen”. Erst viel später habe ich erfahren, dass Manchester eigentlich gar kein Stoff ist, sondern eine Stadt. Und da es dort eine große alte Baumwollverarbeitungstradition gab, nannte man Cordhosen eben Manchesterhosen. (Danke @michaelkausch)
  12. Diolen (Diolen, Diolen, Diole-hen, ist für Kinder besonders bequem – das war der Werbesong für diese Gewebeart). (Danke Sebastian)
  13. Vistram Das war so eine Art Kunstleder, abwaschbar, auch für Kinder, typischerweise in Gelb oder Rot. (Danke Sebastian)
  14. Menninge Bleihaltiger Rostschutz. Ist verboten inzwischen. (Danke Sebastian)
  15. Carbolineum Lecker riechendes Holzschutzmittel auf Steinkohlebasis. Einsatz u.a. für ehemalige Eisenbahnschwellen, mit denen Spielplätze einst eingefaßt waren… (Danke Oliver)
  16. Eternit Lange Zeit verwendet um Fassaden zu versiegeln. Graue, ziemlich schnell grausig aussehnede (in meiner Erinnerung) quadratische Platten. Ursprünglich mehr oder minder krebserregend – weil auf Asbest basierend. (Danke Oliver)
  17. hier könnte Ihr Beitrag stehen!