Feuer frei: Zeitungen im Schußfeld

Mordoch stellt sein Massenblatt „News of the World“ ein, meldete soeben die „Tagesschau“ in einer Eilmeldung. Allzu bunt hatten es die Journalisten dort getrieben, Telefone von Promis abgehört und auch sonst wohl bei der Jagd nach der nächsten Schlagzeile übertrieben. Nun wird zurückgeschossen, die drei Millionen Leser müssen jetzt nach einer anderen Boulevardlektüre greifen, wovon es in Großbritannien ja gottlob genügend.

Die Frage, welche Konsquenzen die Schließung der auflagenstärksten englischen Tageszeitung hat, wird sicher noch lange für Debattenstoff sorgen. Viel spannender aber diese: Wen trifft es denn als nächstes? Bei BILD sollen sorgenvolle Mienen bei der Konferenz zu beobachten gewesen sein. Auch bei „Blick“ in Zürich und der „Krone“ in Wien schlichen die Kollegen dem Vernehmen nach verhuscht durch die Gänge. Jeden könnte es treffen: Die „FAZ“, weil sie grob fahrlässig den Stuß von Frank Schirrmacher veröffentlicht, der „Bote vom Welzheimer Wald“ wegen des Dreckfuhlers auf der zweiten Lokalseite.

Wer weiß: Vielleicht erleben wir jetzt endlich die überfällige Renaissance des Qualitätsjournalismus, notgedrungen…

 

Eine Antwort

  1. Das Medium Papier ist für aktuelle Informationen mit kurzer Halbwertszeit einfach nicht zeitgemäss, dass ist eben so, da gibt es Besseres

    Ich, als erklärter Klatsch, Tratsch, Gossip & Trivia Fan, kaufe auch kaum mehr eine Bunte, OK, Gala oder so.

    Aber die Gala-App auf dem iPhone ist häufig genutzt, da sollten die Verlage investieren. Gute Inhalte in modernen Medien, dann wird es auch wieder was mit den Lesern.

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